Anglertreff Vereine 2011

  • von ct Redaktion, Bilder Uwe Pretzlaff
  • 16. August 2011 um 03:53
  • 2

Das saarländische Team aus Köllerbach sorgte für die große Überraschung beim Anglerteff für Vereine 2011 am Teltowkanal. Ganz oben auf dem Treppchen wurden eher die Seriensieger der Stipp-Profis, das Sensas Team aus MV, das mit dem Teltowkanalspezi Rainer Wenzel verstärkte Colmic Team aus NRW oder auch das Mosella Team um Günter Horler erwartet, doch der Erfolg der Köllerbacher kam nicht von ungefähr.
Akribisch hatten sie sich auf den Anglertreff vorbereitet, um dann eine Woche konzentriert zu trainieren. Wir haben bei Thomas Del Fabro und Jan Folz vom Köllerbacher Team nachgefragt.

ct Redaktion: Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Anglertreffs am Teltowkanal. Auch wenn Euer Team seit einigen Jahren für beständig gute Ergebnisse bei den Anglertreffs steht, kam der Erfolg für viele doch etwas überraschend.  Könntest Du bitte Euer erfolgreiches Team kurz vorstellen um es den Lesern näher zu bringen!

Köllerbach: Vielen Dank für die Glückwünsche! Um ehrlich zu sein, für uns kam es auch etwas überraschend.
Einige Teams galten im Vorfeld als unüberwindbar und dies macht uns besonders stolz auf diesen Erfolg!

Unser Team besteht aus folgenden mitgereisten Anglern:

Thomas Del Fabro Thomas Del Fabro:
Alter:27, verfügt über nationale und internationale Erfahrung aus Anglertreffs und Kaderfischen, technisch sehr variabel und probierfreudig. Gute Kontakte deutschlandweit. Zudem hat er sehr gute  Kenntnisse in der Pflege und Aufbewahrung von Mückenlarven.
Persönlichkeit: sehr ehrgeizig, ehrlich und geradeaus.
Stefan Bär Stefan Bär:
Alter 23, sehr nervenstark und unbekümmert, zieht tolle Erkenntnisse aus den Trainingseinheiten. Sein Spezialgebiet „die Futtertaktik“.
Persönlichkeit: bescheiden und zurückhaltend.
Peter Kirsch Peter Kirsch:
Alter 19, mehrfacher Saarlandmeister im Jugendbereich. Ein ganz toller Trainingsfischer, probiert viel aus und kann vorgegebene Taktiken sehr gut und verlässlich umsetzen.
Persönlichkeit: ehrgeizig und willensstark.
Heiko Fritz Heiko Fritz:
Alter 38, fischt erst seit 3 Jahren im Stippbereich und hat sich in dieser kurzen Zeit beeindruckend entwickelt.
Persönlichkeit: Absolut verlässlich, ein Kumpeltyp und ein ganz toller Teamplayer. Darüber hinaus kann er nicht nur gut angeln sondern auch gut kochen. Was unser Team an so manchen Abenden sehr glücklich machte.
Gernot Kügler Gernot Kügler:
Alter 43, kümmert sich um den organisatorischen Bereich, plant alle Events, Unterkünfte und Köder, ein sogenanntes Planungswunder und ein sehr verlässlicher Mannschaftsangler.
Persönlichkeit: Hartnäckig und 100%. Sein Motto: Der Erfolg liegt in der Vorbereitung.
Jan Folz Jan Folz:
Alter 23, verfügt  bereits über  nationale Erfahrungen durch Kader- und Sichtungsfischen. Stärken: punktet mit seiner Lockerheit. Kann ein Gewässer lesen - Instinktangler.
Persönlichkeit: ehrgeizig, ehrlich, gibt nie auf.


ct Redaktion: Bei der hohen Dichte im Feld ( Sensas, Mosella, Stipp-Profi) sind die „Läufer“ im Team sehr wichtig. Wer sind diese Leute bei Euch im Team und welche Rolle haben sie während des Anglertreffs gespielt?

Köllerbach: Unser Läufer waren:

Fabian Kügler Fabian Kügler:
Alter 16 , mehrfacher Saarlandmeister in der Jungend. Hat sich nicht nur als guter Läufer entpuppt sonder auch als perfekter Schwimmer :-) Er war der erste der die Wassertemperatur des Teltowkanals gemessen hat, nicht freiwillig, aber ein Polecupkit ist halt teuer :-).
Michael Raber Michael Raber:
Alter 44, sehr wichtiger Betreuer beim Anglertreff, verfügt über nationale und internationale Erfahrungen, war selbst Vize-Weltmeister bei der Club WM 1998, zudem einer der besten Matchrutenfischer in Deutschland. Das Lieblingsgericht des Köllerbacher Teams, sind seine so fantastisch schmeckende Thunfischnudeln. Gleich an 2 Abenden verwöhnte er die Mannschaft mit seinem Spezialgericht.


Die Läufer haben einen sehr großen Anteil an unserem Erfolg, wobei wir aus Urlaubsgründen leider auf mehrere Läufer verzichten mussten. Beim Anglertreff betreuten uns die Läufer Michael Raber, Heiko Fritz (im 1.Durchgang), Peter Kirsch (im 2.Durchgang) sowie Fabian Kügler. Es war aber sehr schwierig, durch den dichten Bewuchs der Strecke, zu sagen, wer in welchem Sektor, wie liegen würde. Viel wichtiger war die psychische Betreuung und Bestärkungen durch unsere Läufer. Keiner sollte sich einen Angelstil aufzwingen, dem er nicht vollends vertraute. Durch die gute Betreuung und auch die Kommunikation und Ehrlichkeit anderer Teams, konnten wir die einzelnen Fänge ganz gut einordnen und wussten zu jeder Zeit, dass wir noch im Rennen sind.  Dadurch angelten wir in beiden Durchgängen auf einem sehr hohen Level und konnten anglerisch die bestmögliche Leistung abrufen.

ct Redaktion: Ihr seid ein sehr junges Team, bedingt durch berufliche oder private Veränderungen kann sich in diesem Alter „viel tun“. Wie sieht es im Team Köllerbach aus, werdet ihr in dieser Form in den nächsten Jahren zusammenbleiben?

Köllerbach:
Unser Motto lautet: Wir werden niemals auseinander gehen!
Dieses haben wir uns geschworen und so werden wir es auch beibehalten! Uns gibt’s nur im  Komplettpaket ;-)
Denn unser Erfolg ist letztendlich geprägt durch unsere gute Kameradschaft, Freundschaft und Offenheit untereinander, nicht durch Einzelpersonen.

ct Redaktion: Trotz des bereits erwähnten jungen Alters, habt ihr bei dem Anglertreff durch sehr sauberes, technisches Angeln brilliert. Um auf dieses Level zu kommen, muss man sehr sehr viel trainieren. Wie oft fischt ihr im Team und wie oft trainiert jeder Einzelne für sich?

Köllerbach:
Ja das stimmt, den Köder musste man technisch perfekt anbieten und da gab es keine Patentrezepte dafür. Man musste sehr viel und oft mit der Köderpräsentation variieren. Durch unsere kleinen Vereinsgewässer, die einem hohen Angeldruck unterliegen,  sind wir es gewohnt, ständig mit dem Köder spielen zu müssen.
Über den Winterzeitraum angeln wir fast jedes Wochenende an französischen Kanälen und Weiheranlagen, denn gerade in der Winterzeit lernt man technisch und sauber seinen Köder anzubieten, ansonsten bleiben die Netze leer.
Selbstverständlich angeln wir über den Sommer hinweg oft an unserem Heimat- und Lieblingsgewässer der Saar.
So denken wir, dass wir im Schnitt übers Jahr gesehen, an 1- 2 Tagen/Woche angeln.

ct Redaktion: Kommen wir zum Anglertreff. Wann seit ihr an die Strecke gereist und wie sahen Eure Trainingstage aus?

Köllerbach: Wir sind eine Woche zuvor Freitags mit 6 Mann angereist. Jan Folz und Heiko Fritz konnten aus beruflichen Umständen erst Montag nachreisen.
Gernot Kügler und Michael Raber angelten Samstags das Koppelfischen von Ralf Herdlitschke mit. Die anderen 4 schauten sich das ganze erst mal in Ruhe an und konnten so auch gleich erste Eindrücke sammeln.
Sonntags setzten dann nur noch Michael Raber und Fabian Kügler aus und der Rest versuchte das vom Vortag gesehene umzusetzen, was auch relativ gut gelang. So konnten wir bereits nach 2 Tagen sehen, dass die Barsche sehr stark auf der Strecke vertreten waren, es jedoch Wege gab sie zu umfischen.

Gernot Kügler mit einem schönen Brassen
Gernot Kügler mit einem schönen Brassen


ct Redaktion:
Im Training stellten die Barsche ein großes Problem für die Mannschaften da. Wie habt ihr die Barschproblematik gesehen und wie seit ihr mit ihr umgegangen? Habt ihr probiert die Barsche zu „Umfischen“, oder habt ihr sie immer wieder auch gezielt beangelt?

Köllerbach: Ja, die Barsche waren halt überall und es war sehr schwierig an ihnen vorbei zukommen. So hatten wir im Team beschlossen es auf der 13 m Bahn mit verschiedenen Taktiken zu versuchen, um Wege zu finden, an  ihnen vorbei zu kommen. Was uns letztendlich auch gelungen war.
Dem Barsch wollten wir uns erst an den beiden letzten Trainingstagen kurz zuwenden, da zu vermuten war, dass die Fänge der Barsche gegen Ende stark abnehmen würden. Sollten die Barsche bleiben, so wäre ein Angeln auf diese eh´ nicht sehr anspruchsvoll und wir entschieden uns, es sei wichtiger die zur Verfügung stehende Zeit den Weißfischen zu widmen.

Aber auch die Matchrute war für uns eine begehrte Angelart um an den Barschen vorbeizukommen. Zumal jeder aus unserem Team gut mit der Rolle umgehen kann. Zur Mitte der Woche waren wir noch der Meinung, dass wir bei den Durchgängen mit der Matchrute anfangen wollten, da jeder im Training immer einen Bonusfisch zu Beginn einkeschern konnte. Das Wetter machte uns bei diesem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung. Der starke Regen brachte sehr viel Treibgut mitten im Kanal mit sich und die Strömungsgeschwindigkeit nahm von Tag zu Tag immer mehr zu. Ein Angeln mit der Matchrute stellte nun keine Alternative mehr da.

Jeder noch so kleine Fische, wie hier bei Thomas Delfabro, wurde mitgenommen
Jeder noch so kleine Fische, wie hier bei Thomas Del Fabro, wurde mitgenommen


ct Redaktion: Wie hat sich Eure Futterstrategie im Laufe der Woche verändert und mit welcher Futterstrategie seit ihr in die Durchgänge gegangen?

Köllerbach: Wir haben unsere Futterzusammenstellung im Vorfeld besprochen und auch nicht mehr großartig geändert!
Wir angelten folgende Futtermischung:

  • 1 kg VDE Turbo hell
  • 1 kg Mosella Competition Classic
  • 1 kg Mosella Red Bream
  • 1 kg Mosella Favorite Brassen
  • 1 kg Mosella Explosive Stillwasser

Die Futterstrategie hatten wir wie folgt festgelegt:

  • 2 lockere Bälle pures Futter
  • 6 feste Bälle Futter mit vielen Castern, darin wenig kleine und große Mücken und nur wenigen Pinkies
  • anschließend cuppten wir 6- 8 Bällchen Erde mit Mücken ins Zentrum

ct Redaktion: Könnt Ihr kurz Euren taktischen Plan für die Durchgänge beschreiben!

Köllerbach: Unser Plan war nicht schwer zu durchschauen. Jeder sollte die 13 m Bahn zu Beginn beangeln und versuchen einen guten Fisch zu landen. Falls direkt Barsche da waren, stellten wir die Montagen immer flacher, bis zu 15 cm über Grund ein. Das brachte viel weniger Barsche und man konnte so besser an die verbleibenden Weißfische kommen. Uns erstaunte es immer wieder an den Trainingstagen, dass wir in dieser Tiefe auch die Brassen überlisten konnten.
Sollte dies ebenfalls keinen Erfolg bringen, war die Teamorder sofort auf die 3 m Bahn zu wechseln, um dort die Barsche zu beangeln. Denn dort war man sehr viel schneller als auf der langen 13 m Bahn. Man durfte die 13 m Bahn aber keinesfalls vernachlässigen. Ständiges Nachfüttern, von einem Gemisch aus Erde, Ködern und Futter durfte nicht vergessen werden.

ct Redaktion: Der erste Tag lief ja sehr gut für Euch, habt Ihr zum zweiten Tag hin Eure Taktik verändert?

Köllerbach: Nein, haben wir nicht! Die einzige Änderung war personell, jedoch nicht aus Erfolgsgründen sondern der Kameradschaft wegen. Unser Ziel lautete, dass jeder der 6 Angler zum Einsatz kommen soll, denn jeder hatte sein Geld, Urlaub und Fleiß für die Mannschaft uneigennützig geopfert. Hier verhielt sich unsere Teamkamerad Heiko sehr ehrenhaft, er meinte, wir sollten die Mannschaft nach dem Motto  "never change a winning team" am 2. Tag nicht verändern. Wir bedankten uns bei ihm, entschlossen uns aber einstimmig, dass er den 2. Durchgang angeln sollte. Denn die Enttäuschung wäre sicherlich später daheim in ihm heimgekehrt.
Nach einer kurzen Durchsprache, stelle sich Peter Kirsch freiwillig bereit den 2. Tag auszusetzen und er versicherte uns, mit allem was ihm möglich ist, uns zu unterstützen.  Ein Dankeschön an unseren Peter, dies gab uns wieder einen positiven Schub nach vorne um nun das neue gesteckt Ziel, den 1. Platz zu verteidigen, erreichen zu können.

Wir wussten, dass im 2. Durchgang jeder Fisch doppelt so viel Wert sein wird wie im 1. Durchgang und so lautete die Devise, um jeden Fisch bis zum Ende zu kämpfen, sammeln was zu sammeln ist.

ct Redaktion: Ihr werdet nächstes Jahr zur Club WM nach Portugal fahren, sicherlich ein Erlebnis auf welches man sich freut. Habt Ihr bereits über die WM gesprochen, oder lasst Ihr das Event auf Euch zukommen?

Köllerbach: Selbstverständlich fahren wir nach Portugal, zur Zeit wird kaum über etwas anderes gesprochen als die kommende Club WM und wir hoffen alle,  dass diese in Coruche stattfinden wird. Thomas Del Fabro aus unserer Mannschaft,  war ja erst kürzlich fürs deutsche Team in Coruche auf der  EM gestartet, ebenso wie unser befreundeter Anglerkamerad Clausi Müller. Von diesem bereits erworbenen Wissen, hoffen wir profitieren zu können.  Die große Herausforderung für unsere junge Mannschaft, ist aber nicht die Entfernung, die Hitze oder die Urlaubsplanung, vielmehr die Finanzierung für diese Club WM aufzubringen. So ist unsere Mannschaft auf jede helfende Hand und auf ein gutes Sponsoring angewiesen. Aber wir sind uns sicher, auch diese Herausforderung werden wir gemeinsam stemmen.
Wir können es schon gar nicht mehr erwarten, denn jeder der Köllerbachern Jungs will mit nach Portugal.

Das Team Köllerbach
Das Team Köllerbach


ct Redaktion: Wo wird man das Team Köllerbach in diesem Jahr noch treffen?

Köllerbach: Das Jahr ist noch voll im Gange: Gernot Kügler, Stefan Bär und Jan Folz fahren zum Einzelanglertreff nach Parey. Jan Folz und Thomas Del Fabro sind für die Weltmeisterschaft in Italien nominiert, wir drücken dem deutschen Team und unseren beiden Köllerbachern, für diese große Herausforderung, fest die Daumen.

ct Redaktion: Was liegt euch noch am Herzen.

Köllerbach: Wir wollen Danke sagen:

  • Danke an den Ausrichter DAV und den ASV Schöneberg für den top organisierten Anglertreff.
  • Danke für die Glückwünsche und die vielen liebe Worte an unser Team.
  • Danke an Ralf, er hat allen Teams, gute und frische Mücken zur Verfügung gestellt.
  • Danke an unseren Verein den ASV Köllerbach, der uns finanziell unterstütze und immer mitfieberte.
  • Besonderen Dank an die Fa. Mosella, die uns mit tollen Castermaden und erstklassigem Futter versorgt hat.

Wir wünschen Euch allen alles Gute und verabschieden uns mit einem Petri Heil

Euer Team aus Köllerbach.

Mannschaftswertung Männer
Einzelwertung Männer
Mannschaftswertung Frauen
Einzelwertung Frauen

Galerie Anglerteff 2011

Auch Deine Meinung ist gefragt!
2 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren
  • DeMarco
    Glückwunsch vom Team Shimano/CM-Lockstoffe
    Prima Männers!!! Glückwunsch, habt Ihr richtig gut gemacht!!!
  • relixbo
    aus Witten
    hallo
    Herzlichen Glückwunsch zu eurem Sieg! Ich glaub der Grundstein für den Erfolg generell ist es, so einen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft zu haben. Ihr ergänzt euch sicherlich gegenseitig und pusht euch so zu Höchstleistungen. Toller Bericht. Ich wünsche euch nächstes Jahr viel erfolg bei der Club WM grüße aus nrw