Interview mit Michael Zammataro zum Mosella Feeder Finale 2011

  • von ct Redaktion, Bilder: Tobias Klein
  • 25. November 2011 um 23:52
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Siebenmal Mosella Tandem Feeder Finale und und zum dritten Mal nach 2008 und 2009 hat Michael Zammataro mit seinem Partner Matthias Kukielka das Finale in diesem Jahr gewonnen. In einem starken Teilnehmerfeld ging es im diesjährigen Finale um eine diffizile Angelei auf kleine Rotaugen und wer bisher dachte, dass das Duo Zammataro/Kukielka eher bei der gewichtigen Angelei auf Brassen seine Stärken ausspielt wurde nun eines besseren belehrt. Mit zwei Tagessiegen zeigten sie auch bei dieser kniffligen Angelei eindrucksvoll ihre Stärke. Wir haben bei Michael Zammataro nachgefragt.

1. Wie oft habt ihr im Vorfeld trainiert, wie gut kanntet ihr vor den Durchgängen das Gewässer?

Erstmalig hatte ich im Sommer 2011 am Baggersee Liedolsheim bei einem Mosella Tandem Hegefischen geangelt und eine 2 im Sektor gefischt. Schon bei diesem Event musste ich meine sonst doch eher gröbere Fischerei komplett umstellen. Unmittelbar vor dem Wettkampf nutzten Matthias und ich wie die übrigen Mitbewerber nur den vorgesehenen Pflicht-Trainigstag um Gefühl für das empfindliche Wasser zu bekommen.

2. Welche Erkenntnisse habt ihr aus den Trainingssessions gezogen?

Am Trainingtag wurde uns der Startplatz B5 auf der Kanalseite zugelost. Wir kamen dort verhältnismäßig gut zurecht und konnten mit 16 Rotaugen den Trainingstag abschließen. Wichtig war aus unserer Sicht ein langes Vorfach in Kombination mit einer Balzer Schwimmmade Beköderung. So fassten die Rotaugen gut nach und wir wurden mit einer hohen Bissausbeute belohnt.

Trainingstag
Matthias Weigang und Tobias Klein hatten auch ein Finalticket gelöst


3. Am ersten Tag habt ihr auf B 7 gesessen. Welchen Eindruck hattet ihr von dem Platz nach dem Loten und einigen Würfen?

Glücklicherweise konnten wir auf diesem Platz exakt die gleichen Entfernungen wie auf dem Trainingsplatz B5 fischen. Die krautfreien Stellen befanden sich auf ca. 28 und 42 m.

4. Für welchen Futtermix habt ihr euch entschieden und wie sah eure Anfangsfütterung aus (Futter und Köder, Anzahl der gefütterten Körbe)

Die Futtermischung bestand aus einer Mischung von Feedermix-Gold und Rotaugen angereichert mit Rotaugen Spezial Aroma und grob gemahlenem Koriander. Um die Aktivität zu steigern fügten wir noch gequetschten Hanf und Sämereien hinzu. Die groben Partikel dieser Mixtur siebten wir allerdings aus und fügten zwecks Wolkenbildung eine ordentliche Portion Maga-Colour rot und schwarz mit unter. Die Zugabe von gekochten Hanfkörnern aus unserem Sortiment erwies sich als vorteilig um größere Rotaugen an den Futterplatz zu fesseln.

5. Mit welchen Korbgrößen und Korbgewichten habt ihr geangelt. Welche Montage habt ihr verwendet, wie lang waren eure Vorfächer und welche Hakengrößen kamen für welche Köder zum Einsatz? Mit welchen Ruten habt ihr gefischt und welche Spitzen kamen zum Einsatz, was für eine Hauptschnur habt ihr auf die kleinen Fische verwendet?

Als Körbe kamen kleine Edelstahl Speedkörbe in den Gewichten zwischen 20 und 40 g zum Einsatz. Wir wechselten je nach Beißverhalten zwischen festem Seitenarm und Schlaufenmontage. Als Haken verwendeten wir die neue Feeder Universal Serie von Owner ( Vertrieb über Balzer ) in den Größen 14 – 18 in Verbindung mit 80 cm langen Vorfächern der Stärke 0,10 und 0,12 mm. Durch das Ende der Vorschlagleine wurde das Vorfach auf ca. 1,10m verlängert. Wir fischten mit unserer bewährten Z-Cast Blue Dynema Leine in 0,08mm und schalteten eine dehnungsarme Tornado Mono in 0,25mm und 7m Länge davor. Als Ruten kamen Musterruten der neuen Masterpiece II Serie zum Einsatz mit davorgeschalteten 0,75 und 1 OZ Carbon Spitzen.


Matthias Kukielka und Michael Zammataro während des zweiten Durchgangs

 
6. Auf welcher Distanz habt ihr angefangen zu fischen und habt ihr die Entfernungen im Durchgang verändert?

Tag 1: Entfernungen 28 und 42m
Tag 2: Entfernungen 35 und 63m
Die Entfernungen wurden konstant beibehalten

7. Wer hatte von euch wie viele Fische und welche Erkenntnisse habt ihr aus dem ersten Durchgang für den zweiten Tag gezogen?

Beim ersten Durchgang hatte ich deutlich mehr Fische als Matthias, ich hatte aber auch eindeutig die fischreichere Länge gefischt. Beim zweiten Durchgang hatte Matthias ca. 2 Fische mehr gefangen. Ich konnte die Differenz allerdings durch 2 Bonusrotaugen ausgleichen, sodass wir doch ein recht ausgeglichenes Fangergebnis erzielten. So soll es sein!

Wiegen
Es ging um jedes einzelne Gramm bei dieser schwierigen Angelei


8. Im zweiten Durchgang ging es auf die A 12. Ein Platz, der am Vortag keinen Fisch aus dem Wasser brachte. Spielte dieser Umsatnd bei euren Überlegungen eine Rolle? Habt ihr mit dem Koppel, das den Platz am Vortag befischte gesprochen und für welche Taktik habt ihr euch am zweiten Tag entschieden?
 
Wir gingen davon aus das das O-Ergebnis des Vortagestandems auf Platz A12 durch möglicherweise eine falsch eingestellte Angelentfernung resultierte. Daher entschieden wir uns einmal für den Normalbereich von ca. 35-40m und für die ungewöhnliche Distanz von 63m.
 
9. Auf welchen Entfernungen habt ihr begonnen und was habt ihr in Bezug auf Futter, Köder, Montagen und die Anfangsfütterung verändert?

Über die Angelentfernungen habe ich mich bereits geäußert, vom Grundsatz bin ich kein Angler der unnötig viele Futterplätze anlegt. In der Regel bin ich in der Endphase recht stark und punkte dann meistens noch durch Vertrauen, Konzentration und Durchhaltevermögen.

10. Gab es Möglichkeiten die wenigen Fische zu aktivieren, noch einen Biss herauszukitzeln?

Gerade am zweiten Tag wechselten wir aufgrund des noch vorsichtigeren Beißverhaltens öfters die Beköderung. Gerade hier erwiesen sich auftreibende Gummicaster (Balzer) in Verbindung mit einer Made oder zwei Pinkies am langen Vorfach also schwebend als durchaus positiv!


Die drei besten Teams des 7. Mosella Tandem Feeder Finales


11. Eindrucksvoll habt ihr mal wieder bewiesen, dass ihr auch unter schwierigsten Bedingungen bestehen und euch den Gegebenheiten, u.a. den zu fangenden Fischen optimal anpassen könnt. Trotzdem ist es natürlich enttäuschend, wenn zwei Angler in 2 x 5 Stunden nur wenige Fische zur Waage bringen. Wie siehst Du die Entwicklung des Angelns insbesondere im Westen Deutschlands, wo bei vielen Veranstaltungen viel zu wenig Fische gefangen werden?

Vom Grundsatz her ist es erschreckend wenn man sich die Fanggewichte diverser Veranstaltungen ansieht. Obwohl die Ausrüstungen im Tacklebereich und vor allem die Montagen immer raffinierter werden muss man sich doch leider recht oft mit niedrigen Fanggewichten zufrieden geben. Jedoch bin ich mir sicher dass gerade was die Fischarten angeht das Aufkommen derer in gewissen Perioden ständig wechselt. Wer stur angelt und sich versteift wird wahrscheinlich in Zukunft immer öfter leer ausgehen. Was den Osten Deutschlands in Sachen Fangergebnissen betrifft stehe ich der Sache sehr kritisch gegenüber. Auch dort ist das Fischaufkommen nicht für alle Zeit unerschöpflich und muss nicht unnötig ausgebeutet werden. Schließlich hatten wir in unseren Regionen früher auch deutlich dichtere Fischbestände. Ich vertrete weiterhin den Slogan: Catch and release und lasse mich auch nicht davon abbringen. Vor einigen Jahren fischten wir in den Niederlanden regelmäßig einen Wettbewerb mit gekennzeichneten Brassen (Metallplakette)mit. Einige dieser Fische wurden in den darauffolgenden Jahren erneut gefangen und bestärken mich in meiner Einstellung. Mit den besten Wünschen zur bevorstehenden Weihnachtszeit schaue ich erwartungsvoll einer erfolgreichen und kameradschaftlichen Saison 2012 entgegen.

Petri Heil!

Michael Zammataro

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