Stippermesse Bremen 2009

  • von ct Redaktion
  • 05. März 2009 um 22:48
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Bereits kurz nach der letzten Messe 2008 konnten die Veranstalter Susanne Hübner und Heinz Hölblinger verkünden, dass die Messe im Folgejahr in den Messehallen Bremen stattfinden würde. Nach einer Schule und deren Pausenhalle und einer Turnhalle in Bremen war es gelungen einen Platz in Halle 4.1 der Messe Bremen zu reservieren - was für eine tollte Entwicklung. Wer das Angebot wahrgenommen hatte rechtzeitig ein Frühstück in der Gastronomie der Messe Bremen zu nehmen, hatte schon mal einen Parkplatz und um 9.00 Uhr begann der Ansturm auf die Stände über die zu den Ausstellungsräumen führende Rolltreppe. Bereits in der Eingangshalle hingen handgemachten Setzkescher präsentiert von Peers Anglertreff, so dass man wusste, dass man sich nicht verlaufen hatte.


Schon vor dem Startschuss war der Eingangsbereich gut gefüllt

Zusätzlich zu den im letzten Jahr nicht vertretenen Firmen von Trabucco und Milo, welche sich in diesem Jahr mit neuen Ständen präsentierten gesellten sich in diesem Jahr, ermöglicht durch die größere Halle, neue Aussteller, wie der PoleDoc, Erde und Lehm, Rutenbau Kneffel, Exner und Timar Mix, Preston und Hardy&Greys hinzu. Man kann ohne Verlaub sagen, dass es den Organisatoren damit gelungen war alle Repräsentanten des deutschen Stipp-Marktes in Bremen unter einem Dach zu vereinigen. Und auch aus den umliegenden Angelnationen Frankreich und England hatten 2 internationale Top Angler ihren Weg nach Bremen gefunden: Didier Delannoy präsentierte das neue Rive Rutenprogramm und Mark Pollard kam bei Fox, nachdem er den größten Trubel durch die späte Landezeit seines Flugzeugs verpasst hatte, noch mit einigen Englisch sprechenden Fans ins Gespräch. Man sah begeisterte Gesichter, insbesondere bei dem Käufer einer neuen Fox Sitzkiepe, die, wie selbstverständlich, noch mit einem Autogramm vom englischen Meisterangler verziert wurde.


Experten im Gespräch: Mark Pollard mit Jayson Greatorex aus der champions-team Redaktion

Nachdem die Ordner dem ersten Andrang auf der Rolltreppe, Herr geworden waren, füllten sich die Stände und insbesondere zwischen 10 und 13 Uhr war der Andrang am größten und die Wartezeiten an den Kassen und Beratungsstellen nicht unerheblich. Da war es schon von Vorteil, wenn man, wie Browning mit 2 Kassen ausgerüstet war oder wie bei Colmic immer 5-7 Teamangler auf dem Stand vertreten waren.
Wie auch in den Jahren zuvor nahm der Kopfrutenstand den meisten Platz in der Austellungsfläche ein. Durch den zusätzlichen Platz waren mit Browning, Colmic/Grebenstein, Tubertini und Fox Match 4 weitere Stände in die Raummitte gerückt, umrahmt vom Rest der Aussteller (Claus Müller Lockstoffe, Shimano, Rive), Preston, Mosella, Trabucco, Sensas, Daiwa und Fly. Zusätzlich wurden noch Stände auf der Galerie besetzt, auf der die Besucher die Firmen Geers, Rutenbau Kneffel, Angelshop Deutschland, den Pole-Doc, Exner und Timar und O&W Angelgeräte finden konnte.
Wenn man die Entwicklung der Messe und der Stippbranche in den letzten Jahren beobachtet, so fällt auf, dass auf Messen oder im Jahresüberblick gut verkaufte Produkte bei nahe allen Herstellern zu finden sind, wie z.B. Zoomer und Sliderwaggler, belastbare Long Long Ruten für die Angelei zur Hand oder auch Sitzkiepen. Bei diesen Produkten und vielen anderen wird jeder Angler bei seiner Farbe etwas im Programm finden und der Angler ohne Vorlieben kann sich das Produkt mit bestem Preis/Leistungsverhältnis heraussuchen. Wir wollen nun aus unserer Sicht die Highlights der Messe betrachten.

Auf der Galerie fand man in der Innovationsschmiede der Jungs von O&W neben den schon bekannten Kiepenanbauteilen in diesem Jahr auch einen Wasserstandsanzeiger! Beim Angeln im Tidenwasser oder in Kanälen in denen viel geschleust wird, ist dieser sicher von Vorteil. Bei Exner auf dem Stand von Ruhrpott Ikone Peer Saddler stachen neben der großen Posen und Wagglerauswahl insbesondere die handgeknüpften Setzkescher in unterschiedlichsten Signalfarben ins Auge.


Peer Saddler - 100% Ruhrpott

Dieser schon in den 80er beliebte Setzkescher ist besonders robust, haltbar und fischschonend und besitzt am Ende ein eingeknotetes Seil, an dem ein Bleigewicht oder Seil zur Fixierung des Setzkeschers befestigt werden kann.
Ralf Rosarius, der Pole-Doc, stand den interessierten Kunden Rede und Antwort in Bezug auf die Reparatur von Kopfruten. Auf einem großen Poster veranschaulichte er die einzelnen Brucharten und Methoden zur Reparatur dieser Brüche.
Der Stand von Angelshop Deutschland konnten die neuen innovativen Ideen von Rainer Österreich und seinen Partnern bestaunt werden. Neben dem angebotenen Kaffee stachen dem Besucher eine leuchtenes Picker-Brett für die Feederangelei in der Nacht und u.a. auch leuchtende Gummi-Köderimmitate ins Auge. Ein Indiz für die Konjunktur und Entwicklung der modernen Friedfischangler ist sicherlich der Verkauf der beliebten Angelplattformen und da es am Ende wieder "Ausverkauft" hieß, kann mna davon ausgehen, dass die Freunde der Stippangelei immer mehr werden.


Charmante Beratung gab es am Stand von Angelshop Deutschland

Den Abschluss der Galerie bildeten Geers, in diesem Jahr erstmalig mit eigenem Stand, aber bekannten Gesichtern(Udo Friedrich, Thomas Pruchnowski und Oliver Nitze), Erden und Lehm und der Stand von Rutenbau Kneffel.
Trat man vom Ende der Galerie in die Haupthalle, so fand man sich bei Claus Müller wieder, der zusammen mit Shimano mit einer Losaktion eine weitere Attraktion durchführte. Wie in jedem Jahr wurden z.T. Schubkarren voll Futtersäcke aus den Messehallen transportiert und auch viele Geruchsproben der unterschiedlichen von Claus angebotenen Lockstoffe genommen, so dass die alljährlich bekannte Geruchswolke über diesem Stand schwebte.
Dies lenkte den fachkundigen Besucher aber keinesfalls von den hochwertigen Shimano Rollen am Nachbarstand ab, für die im diesen Jahr ein ausgefeiltes Schnurprogramm zusammen mit der Firma Sufix neu auf den Markt gebracht wurde. Ein extra herausgebrachter Schnurkatalog führt den Angler durch das breite Programm, welches auch Karpfen-, Forellen- und Spinnfischer ansprechen wird und den Neuanfänger mit Anleitung der gängigen Schnurknoten unterstützt. Eine der beliebten Stradic FC 4000 er Rollen, die im Jahr 2009 nochmals im Getriebe verbessert wurde, bespult mit Shimano Antares Silk Shock Schnur an der neuen Matchruten-Serie Aspire Limited Edition von Alan Scotthorne ist sicherlich eine Anschaffung für ein gesamtes Anglerleben. Die Alan Scotthorne Rutenserie kommt mit 2 Modellen in den Längen 3,90m 4,20m und mit unterschiedlichen Wurfgewichten von bis zu 15 bzw. 20g auf den Markt und ergänzt durch die Oval Blank Technologie das bestehende Matchrutenprogramm um die Antares, Aerocast und Speedmaster Matchruten. Lobenswert ist auch, dass die Shimano Kopfruten in diesem Jahr wieder wahlweise mit Kit ohne Ausführungsloch für einen eventuelles Hollow Elastik ausgestattet werden können während im letzten Jahr noch alle Ruten mit dieser vermeintlichen Innovation ausgestattet waren.


Shimano überzeugte wie immer mit tollen Ruten und erstklassigen Rollen

Feederprofi Michael Zammataro zeigte auf seinem Stand das erste Mal die zusammen mit der Firma Balzer entworfenen Feederruten. Die Balzer IM-12 Masterpiece Heavy Feeder, welche wir ja bereits in einem eigenen Bericht präsentiert haben glänzte als eine der robustesten Feederruten auf der Messe. Auch Tri-Cast-Ruten Freunde staunten bei dem langen Rutenschwert, durch das Rute ein enormes Rückgrat beim Wurf erhält und zum unerreichten Weitenjäger macht. Dazu hatte Michael auch die nötigen Weitwurf-Spitzen mit großem Ringdurchmesser mit nach Bremen gebracht.


Michael Zammataro (rechts) war sichtlich Zufrieden mit der Stippermesse

Michael ist mittlerweile nicht nur in Holland bekannt für seine Innovationen und so wundert es nicht, dass die Lockstoffe im Jahr 2009 in mit einem Zip wieder verschließbaren Tüten verkauft werden, um das Aroma zu konservieren. Auch die Alu Power Station hatte bei champions-team.de bereits Erwähnung gefunden, aber Bilder alleine sagen nichts über das extrem leichte Gewicht dieser Grundplattform aus, welche durch Sitzgelegenheiten und Fächer jeder Marke ergänzt werden kann. Das Futter-Programm wurde durch die z.T. bereits in 2008 zu erhaltenen Flussmischungen Rhein-Mix und Ruhr-Mix ergänzt und den Großfisch Attracktor T3-Birdfood wird es in 2009 auch mit roten Eicake Partikeln, bei gleichen Sämereien, geben. Der Leber Dipp wurde durch eine höhere Konzentrierung verbessert und soll dadurch noch fängiger sein. Auffällig war, dass die Futterserien von Michael Zammataro immer größeren Zuspruch finden und der Stand zum Ende der Messe leergekauft war.


Der Großfisch Attracktor T3-Birdfood mit roten Partikeln

Am benachbarten Browning Stand präsentierten Jörg Ovens und Wilfried Wittger erstmals zusammen das Browning Programm. Auf einem Flyer kündigten sie die besonderen Schnäppchen an und jeder Kunde erhielt bei Abgabe des Flyers ein Browning Handtuch geschenkt. Schon vor der Messe war der neue Dart Waggler von Browning als Neuheit für das Jahr 2009 angekündigt worden. Er wird sich in diesem Jahr auf dem breiten Waggler-  Markt beweisen müssen.


Einer der erfolgreichsten Browning Angler 2008. Jan-Willi Kupperschmidt mit dem Dart Waggler

Bei Kombination von Black Magic Feeder Rute mit der Syntec Force Feeder Rolle ermöglicht Browning dem Einsteiger für knapp über 100 Euro eine Grundausrüstung zum Einstieg in das Feederangeln. In Ergänzung dazu wurden verschiedene Futterkörbe angeboten. Für den Feeder Profi präsentierte Matthias Weigang die King River Feeder Xtreme, welche für maximale Wurfgewichte an den großen Strömen konzipiert wurde-diese Rute komplettiert damit die King Feeder Serie. Auch beim Kopfrutenangebot ermöglichte Browning auf der Messe dem Einsteiger vieles: Ein Ruten Bundle der Xitan Z4 13m Kopfrute war für unter 1000 Euro zu haben. Ein Angebot, das den Erwerb einer voll ausgestatteten Kopfrute für alle Bereiche des Kopfrutenangelns möglich machte. Besonderen Anklang fanden die Rollen aus dem Hause Browning, der Bestand der Rollen ging zum Ende der Messe gegen Null, sicherlich ein Zeichen für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.


Quantitativ und fachlich gut aufgestellt: Das Team am Browning Stand

Vis a Vis zum Browning Stand wurde das Mosella Programm von Jürgen Gottscholl präsentiert und Michael Schlögl hatte in Ergänzung dazu die Neuigkeiten und alt bewährten Produkte aus seinem Programm dabei. Mit dem Europameister Günther Horler, der sowohl die Kopfruten, als auch sein neue Matchruten Serie präsentierte, hat Mosella den erfolgreichsten deutschen Angler des letzten Jahres im Team. Die Prestige Serie bietet 3 Rutenvarianten Light Float, Strong Match und Power Match, wobei alle Ruten in den Längen 3,90 oder 4,20 zu haben sind und die Strong Match in einer zusätzlichen Länge von 4,50m auf dem Markt ist. Dem Mosella Angler wird dazu im Jahr 2009 zusätzlich die neue Asso Schnurserie präsentiert. Die 4 Sorten Asso Micron 3, Super Fluocarbon, Pole Fishing und Waggler Fishing werden auf Grund ihrer Qualität und Sinkeigenschaften mit Sicherheit auf Freude bei anspruchsvollen Matchanglern erwecken.


Jürgen Gottscholl bei den letzten Vorbereitung vor der Messe

Holger Spottke präsentierte einem staunenden Publikum das neue Mosella Magic Bread. Der Reiz welcher durch die sich entfaltende Brotflocke gesetzt wird, wird sicherlich auch viele Fische im Jahr 2009 zum Anbiss verleiten. Der Team Mosella Pole Cup Square ermöglicht das simultane Anfüttern von mehreren Ballen gleichzeitig, so dass z.B. neben einem Ballen Futter auch ein Ballen Erde mit Mückenlarven gleichzeitig sicher füttern kann und so Zeit spart. Europameister Günter Horler gab dagegen seine Fachkenntnis am Kopfrutenstand wieder.


Fachberatung durch den Europameister Günter Horler

Roberto Trabucco hätte es sicherlich ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, wenn er gesehen hätte wie Trabucco Direktimporteur Günter Witte die Produkte der Firma ins Licht rückte. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren wurden auch aktuelle Produkte aus dem Trabucco Programm 2009 präsentiert. Insbesondere die neuen leichten Boloruten der Energhia und Astore Serie der italienischen Meisterschmiede stachen im Vergleich mit anderen Herstellern heraus. Auch im Bereich der Telespeedruten macht der italienischen Rutenbaukunst keiner so schnell etwas vor. Eingerahmt wurde der Stand von den TX-Competition Sitzkiepen, welche durch ein durchdachtes Modul-System und mit sicherem Stand glänzen. Mit diesem Programm wird sich die Firma auch sicher wieder auf dem deutschen Markt besser platzieren können.


Günter Witte auf seinem Trabucco Stand

Der nächste Gast aus Italien war die Firma Fly, präsentiert von Rene Bredereck und Peter Kasparek aus Österreich. Fly ist bekannt für seine High-End Produkte, welche durchaus ihren Preis haben, aber eben auch sehr hohe Qualität bieten. Ergonomisch geformte futuristisch wirkende Rollenhalterungen, welche dem Unteram des Anglers speziell angepasst werden können, erlauben ermüdungsfreies und effizientes Fischen bei den Match und Boloruten.
Durch das dual axis control system wird die Position gekennzeichnet, in der die Ruten die optimale Performance bieten und dadurch, dass Teleruten und Bologneseruten der gleichen Serie(z.B. Fly Exclusive Serie), jeweils auch den gleichen Blank besitzen, weiß der Angler genau, welche Belastungen er seiner Rute zumuten kann.


Fly versucht nun über Österreich auf dem deutschen Markt Fuss zu fassen

Die Fly Alien Team Pro Match Competition Matchrute wird mit 2 verschiedenen Spitzenteilen mit unterschiedlichem Wurfgewicht geliefert. Der Angler kann so seine Matchrute entsprechend der vorliegenden Bedingungen anpassen und besitzt damit quasi 2 Ruten in einer. Mit der Fly Team-Pro Super Slim wurde eine Matchrute präsentiert, die zu den dünnsten und leichtesten Ruten auf dem Markt gehört- dem Besitzer wird dadurch wird feinstes Fischen mit minimalem Kraftaufwand garantiert. An der Wand, wo am Anfang der Veranstaltung noch die bekannte Vorfachschnur X3 hingt, herrschte am Ende der Veranstaltung gähnende Leere. Ein Zeichen, dass immer noch viele Angler dieser Vorfachschnur ihr Vertrauen schenken, während die daneben platzierte Pole-Hauptschnur X5 noch, wie die Marke Fly insgesamt, ihren Platz auf dem deutschen Markt sucht.

Zum Teil 2

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