Stippermesse Bremen 2009

  • von ct Redaktion
  • 09. März 2009 um 14:55
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Schon auf dem deutschen Markt etabliert hat sich die italienische Firma Colmic mit ihrem deutschem Partner Grebenstein, welche das italienische Trio vervollständigt und die mit dem Angeldepot Remmert auf der Messe vertreten war. Colmic gilt bei den Experten als Marktführer im Bereich der Bolo-Angelei auf dem deutschen Markt. Ivo Vince führte am Stand durch das neue durch verstärkte Verbindungen und veränderte Blankzusammensetzung nochmals verbesserte Programm der Bolognese Ruten.


Ivo Vince war der Fachmann für die Colmic Bolognese-Ruten

Im High End Bereich bestechen die Serien Fiume in den leichteren Wurfgewichtsklassen bis 10, bzw. 15g und die Serie Formula von 15 bis 30g nicht nur durch ihr Aussehen. Das Joint-Line-System bietet extra verstärkte Übergänge der Rutenteile und ein im Handteil integrierter EVA-Konus verhindert ein Zusammenschlagen der Ringe beim Transport, bzw. beim Zusammenschieben der Rute(Situationen in denen es am häufigsten zum Bruch der Ringstege kommt). Eine Sanding Behandlung sorgt für zusätzlichen Grip beim Handling und verhindert das Kleben der Schnur am Blank.
Ein ähnlicher Verkaufsschlager, wie die Colmic Cosmica könnte die neue Colmic Carpa Slim werden, eine Steckrute in 10m, welche sowohl für das Fischen mit langer Schnur als auch für das verkürzte Stippen konzipiert wurde. Wie der Name schon sagt garantiert die Rute für ein starkes Rückrat, so dass auch große Fische ausgedrillt werden können, bzw. das Fischen zur Hand praktiziert werden kann.


Ganz vorne dabei: Die Colmic Bolognese-Ruten

Die Match Kopfrutenserie, welche sich in den letzten 2 Jahren auf Grund des Preis-Leistungsverhältnisses als Verkaufsschlager herausstellte wurde überarbeitet und heißt jetzt Match-Carpa. Alle Ruten werden mit bereits eingekürzter Spitze geliefert und haben dann eine garantierte Länge von 13m ohne Mini Extension. Colmic wagt damit den Schritt weg von der Mini Extension zurück zu 13m Ruten, da von vielen Stippern in den letzten Jahren kritisiert wurde, dass die Ruten nicht mehr die vermerkten 13m erreichen. Die neue Serien 08 und X sind dabei trotzdem weiter kompatibel zu den Vorjahresmodellen und werden im Bundle mit zusätzlichen Safety Sections(Rutenteile 6-9) geliefert, so dass die Anschaffung einer Muletto Rute entfällt. Der Beiname Carapa steht dabei für die Robustheit der Ruten, bedingt durch die Verwendung eines Spezialharzes als Kleber der Kohlefaser.  

Seit mehreren Jahren scheut das Sensas Team Jagsttal den weiten Anreiseweg nach Bremen nicht, um Thomas Engert am Fisherman’s Partner Stand zu unterstützen. So musste man sich bei der individuellen Beratung mal wieder konzentrieren, um jedes Wort zu verstehen.


Fachkompetenz auf dem Sensas Stand

Sensas geht mit einigen Neuerungen in die neue Saison. Die Kopfrutenserie wurde um 2 weitere Ruten ergänzt: Die Power Match 784 ergänzt die Power Match Serien und ist noch etwas schneller und steifer als ihr Bruder 774. Auf Grund einer nahezu perfekten Balance ist das etwas höhere Eigengewicht der Rute im Vergleich zur 774 aber kaum spürbar. Die 782 ist das neue Top Modell der Serie 2. Diese Serie glänzt durch Handlichkeit und Leichtigkeit der Rutenmodelle, was durch einen schlankeren Durchmesser des Handteils erreicht wird.
Ebenso neu präsentiert sich in 2009 ist die Power Match Matchrutenserie, welche in den 3 Ausführungen Soft, Medium und Strong und jeweils 3 unterschiedlichen Längen zu haben sein wird. Erstmals tauchen bei Sensas auch Rollen im Programm auf!! In Kooperation mit der Firma Pezon&Michel werden 3 unterschiedliche Modelle in unterschiedlichen Preiskategorien angeboten. Für Einsteiger und Jugendliche ist die Pezon&Michel Redontable sicherlich am erschwinglichsten. Das darauf folgende Modell ist die Pezon&Michel Spezialist, welche in 2 Ausführungen mit Kopf, bzw. Heckbremse verkauft wird. Die Heckbremse beinhaltet eine gut justierbare Kampfbremse, welche ein schnelles Freigeben der Schnur, zum Beispiel bei der letzten Flucht des Fisches, ermöglicht. Das Top Modell der Rollenserie trägt den Namen Luxor SL und wird für knapp über 100€ zu haben sein. Die Magnesium Spule zieht pro Kurbeldrehung genau 1m Schnur ein und ermöglicht dadurch ein genaues Bestimmen der Angeldistanz. Als zusätzlicher Sensas Gimmick lässt sich zu der Silberfarbenen Rolle ein grüner Schutz unterhalb der Kurbel anbringen, so dass auch die Rolle zum übrigen Tackle passt.

     
                                Mittlerweile hat Sensas auch Sitzkiepen und Rollen im Programm

Erstmals auf der Messe vertreten war das Traditionsunternehmen Hardy&Greys, schon dieser Name lässt Anglerherzen höher schlagen und man denkt unweigerlich an perfekte Fliegenruten. Hardy&Greys steht aber nicht nur für Nostalgie sondern auch für Feeder und Matchruten der absoluten Spitzenklasse. Die handgemachten Ausstellungsstücke verfügten allesamt über herausragende Eigenschaften und den dazu passenden Preis. Hardy&Greys wird sicherlich seinen Platz in dem Nieschenbereich der gut betuchten Friedfischangler finden und diesen exklusiven Markt mit besonderen Ruten bedienen.


Exklusive Feeder- und Matchruten gab es bei Hardy

Ein zweiter britischer Neuling ist die Firma Preston. Auf dem englischen Markt ist Preston ein absolutes Schwergewicht, in diesem Jahr stellt man sich auch dem Wettbewerb auf dem Kontinent. Neben dem umfangreichen und bewährten Zubehörprogramm überraschten vor allem die Kopfruten aus dem Hause Preston. Preston bietet im Bereich der sogenannten Economyklasse (Ruten um die 1000€) wirklich erstaunliches und überzeugt im Preis-Leistungsvergleich. Durch die Nanolith Wabenstruktur sollen die Ruten außerdem weniger bruchanfällig sein. Risse würden sich nicht verlängern und können einfach durch Sekundenkleber fixiert werden, so dass die Teile weiter gefischt werden können, so die Theorie. Zu den Ruten gibt es 4-teilige Kits, so dass für tiefe Gewässer Teil 5 einzeln dazu gekauft werden, was den Kit Preis über 300 Euro hebt. Man darf gespannt sein ob Preston seine Anstrengungen im deutschen Markt beibehält, das Potential dieser Firma ist nicht zu übersehen.


Abroller und Co. gab es bei Preston

Schon seit vielen Jahren auf der Messe vertreten ist die Firma Fox. Fox Match verfügt mittlerweile über ein komplettes Programm für den Matchangler, neben Sitzkiepen, Kopfruten, Rollenruten und Zubehör wusste in diesem Jahr ein Produkt aus dem Bekleidungssektor zu gefallen. Der neue Fox Matchanzug konnte den interessierten Käufer durch Qualität und einen guten Preis überzeugen. Das Zubehörprogramm von Fox hat mittlerweile seinen festen Platz im Markt und so war es nicht verwunderlich das die Wand mit den Zubehörteilen stehts gut besucht war. Besonders zu gefallen wusste hier das Programm der Maden und Futterschleudern, denn dieses Programm ist sehr individuell und sollte für jeden Angler das richtige Angebot enthalten.


Das Fox Team

Im Jahr 2008 war sicherlich der Daiwa Stand mit Will Raison eines der Highlights der Messe. Schnell wurde dem Besucher klar, dass man auch 2009 nichts verlernt hatte. Die Daiwa Kopfruten waren auch 2009 wieder die Ruten welche die Messlatte für die anderen Hersteller auflegte. Gleiches kann man für die Rollen aus dem Hause Daiwa sagen, denn diese Rollen positionieren sich im High End Bereich der Rollenklassen. Abgerundet wurde das Angebot durch das Zubehörprogramm, hier stellt unter anderem der Hollow Elastic von Daiwa immer noch das Maß aller Dinge da.

Ein Schwergewicht der internationalen Szene und seit vielen Jahren auf der Stippermesse vertreten ist die Marke Rive. In der Vergangenheit stand der Name Rive für qualitativ hochwertige Sitzkiepen, weil man zusammen mit Milo quasi ein Monopol auf diesen Markt besaß und sich darauf konzentrierte diesen zu bedienen. Mittlerweile besitzen viele Hersteller eigene Sitzkiepenserien, so dass dieser Markt heiß umkämpft ist. Rive reagiert auf diese Umstände und verschaffte sich im letzten Jahr mit dem D36 Format ein Alleinstellungsmerkmal. Diese Umstellung verlief jedoch nicht ganz problemlos und die Akzeptanz für dieses Maß ist bisher noch mäßig, wobei es mittlerweile auch viele Firmen gibt die preisgünstige Anbauteile in D 25 anbieten. In neuen Jahr wagt Rive dann einen noch größeren Schritt und präsentierte ein eigenes Rutenprogramm.


Der Kopfrutenstand war natürlich wieder im Mittelpunkt

Dieses Rutenprogramm umfasst ein komplettes Kopfrutenprogramm sowie Bolo- und Matchruten. Die komplette Serie wusste zu überzeugen und zeigen durchdachte Lösungen des jeweiligen anglerischen Anspruchs, aber all diese Ruten sind im Vergleich mit gleichwertigen Produkten der Konkurrenz nicht ganz billig.

Der Grossist Fishing Tackle Max soll den Abschluss unserer kleinen Tour über die Stippermesse 2009 darstellen. Traditionell  sind die Produkte des italienischen Tacklelieferanten Tubertini und des Angelfutterherstellers Mondial auf dem Stand von FTM vertreten. Während man im Hause Mondial auf das Bewährte setzte und 2009 keine Neuerung auf der Stippermesse präsentierte, gab es aus dem Hause Tubertini einige Neuigkeiten die auf der Stippermesse bestaunt werden konnten. Sicherlich ein Highlight und eine der wenigen technischen Innovationen sind die Boloruten der Serie Concept SP Specimen. Bei diesen Ruten ist das Spitzenteil nicht mehr teleskopierbar, sondern auf das Teil 2 der Rute gesteckt. Dies hat den Vorteil einer wesentlich besseren Aktion, da sich unter anderem die Ringe auf dem Spitzenteil nicht mehr verschieben oder verdrehen.


Die FTMAX Entscheider Jörg Iversen und Didi Schmiedecke mit Steffen Quinger

Sicherlich wird dieser Rutentyp viele Freunde finden, erhältlich sich diese Ruten übrigens in den Längen 6/7/8m. Bei den Kopfruten ist Tubertini einen neuen Weg bei den Spitzen gegangen, in die Spitzen der neuen Tubertini Kopfrutenserie müssen keine Stonfodüsen mehr eingebaut werden, da es bedingt durch eine neuen Fertigung zu keinen scharfen Kanten im Carbon kommt. Entscheidend für den Erfolg dieses Konzeptes dürfte sicherlich der Preis einer Spitze sein, interessant ist dieser Ansatz allemal. Das Haus Tubertini ist bekannt für seinen gute Schnüre, die Navy Blu und die Schnüre der UC Familie sind seit Jahren nicht aus dem Markt zu denken. In diesem Jahr hat Tubertini seine schon gute Position in diesem Segement mit der Piu-Piu Schnur weiter ausgebaut. Diese Schnur vereint die „Unsichtbarkeit“ eine Fluocarbonschnur mit den Vorteilen der Tragkraft und Geschmeidigkeit einer herkömmlichen Schnur. Die Piu-Piu ist exakt kalibriert und dürfte im Jahr 2009 eine der besten Vorfachschnüre überhaupt sein, allerdings muss der Käufer bereit sein circa 13€ für eine 50m Spule zu bezahlen!

Wie sieht jetzt unser Fazit der Stippermesse 2009 aus? Die Stippermesse hat sich in den Jahren zu einem Happening der Szene entwickelt. Der Aufenthalt auf der Messe wird nicht mehr primär zum Kauf genutzt, sondern auch um sich bei den Größen der Szene zu informieren und natürlich Freunde und Bekannte zu treffen. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der internationalen Besucher immer mehr zu, was sicherlich in Indiz für die Qualität der Messe ist.
Der Einkauf spielt aber auch eine große Rolle und so waren nahezu alle Händler im Jahr 2009 mit dem generierten Geschäft zufrieden und konnte trotz den wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 Rekordumsätze verbuchen. Dies hängt sicherlich auch mit dem Rekordzuschauerbesuch zusammen, denn erstmals konnten mehr als 2000 Zuschauer begrüßt werden. Im Vorfeld der Messe stellen sich viele Besucher die Frage nach dem Schnäppchen der Messe. Auch in diesem Jahr gab es wieder die Messeschnäppchen und so gab es unter anderem bei Browning, Sensas und Colmic sehr attraktive Bundlepreise für Kopfruten. Gleiches gilt für die Posen, denn hier sind Posenpreise über 2€ auf der Messe eher die Ausnahme als die Regel. Auch im Bereich Futter wurde z.B. auf dem Sensas Stand Futter der 3000er Serie für 3€ angeboten! Kein alltäglicher Preis für diesen Klassiker.


In eigener Sache: Wir hatten Probleme beim Fotografieren und bitten die Qualität der Fotos zu entschuldigen.

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