Zu Besuch bei Geers

  • von Michael Diehr
  • 06. Dezember 2006 um 15:59
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Zu Besuch bei Freunden

Im Mai des Jahres folgten Carsten Röschl, Michael Diehr, Udo Friedrich und Tobias Brauer einer Einladung von Luc Geers und seiner Frau und besuchten die Firma Geers Angelsport im belgischen Brügge.
Die Firma liegt schön gelegen in einem kleinen Industriegebiet und viele Angler würden anhand des riesigen Logos das Gebäude sofort erkennen. „Geers Angelsport“ ist ein kleines Juwel am Himmel der immer schnelleren Veränderungen, Verkäufe und Zusammenschlüsse in der Branche.

Seit Ende der Fünfziger befindet sich die Firma immer noch in Familienbesitz. 1958 wurde sie von Eugen Geers gegründet und seit 1976 von Luc Geers und seiner Frau Rita Geers weitergeführt. Das Familienunternehmen hat 3 weitere Mitarbeiter und einen heimischen Testangler, der jeden Tag vor Ort Futterveränderungen am Wasser testet.
Mit weiteren Anglern und Teams in ganz Europa stehen Luc und Rita ständig im Informationensaustausch und reagieren auf Wünsche und Verbesserungsvorschläge, sodass die Produktpalette jedes Jahr nicht nur verbessert, sondern auch vergrößert wird. Im Jahr 2006 wurde zum Beispiel eine neue Serie mit dem Namen „Rapid“ eingeführt. 6 neue Futtersorten, die besonders fein gemahlen wurden, aber gleichzeitig auch besonders aromatisiert. Dazu aber später mehr.....



                                                                     Die Halle von Geers    

Das bekannteste Futter ist das „Absolute Record Breaker“, mitentwickelt von Bert van Gerven. Bert van Gerven hält mit diesem Futter immer noch den Gewichtsweltrekord von 189kg in 5 Stunden.

Was mit einigen Tüten für die heimischen Angler begann, wurde zu einem großen Unternehmen mit über 250to Futter, Lockstoffen und Zubehör wie Kleidung und Eimer. Die Hauptabnehmer sind natürlich neben Belgien und den Niederlanden, auch Frankreich und England. Seit einigen Jahren gehört auch Deutschland dazu, und gerade in Deutschland werden Jahr für Jahr zweistellige Umsatzsteigerungen erreicht, sodass www.champions-team.de der Einladung gerne folgten, um die Firma genauer unter die Lupe zu nehmen.

Genug der Vorstellung aber jetzt.

Nach 680km und knapp 7 Stunden Autofahrt erreichte der Tross das Industriegebiet in Brügge und wurde vom Inhaberehepaar Luc und Rita Geers herzlich begrüßt. Nach kurzer Vorstellung offenbarte Luc seine Produktionsstätten. Dazu eine Offenheit, die uns wirklich wunderte. Jede unserer Fragen wurde beantwortet, jedes Detail genau erklärt und an jedem offenen Zutatensack durften wir schnuppern, wobei der Geruch vom frischen Futter und den Zutaten überall in der Luft schwebte und auch noch Stunden später an der Kleidung feststellbar war. So muss der Himmel für jeden Fisch aussehen.

Beim Eintreten in die Halle fällt der Blick sofort auf die Hochregallager für die Zutaten und die 4 großen Silos sowie die großen Mischmaschine. Auf den zweiten Blick wundert man sich, wieso die Lager für die Zutaten nur sporadisch gefüllt sind. Lucs Erklärung war kurz und simpel. „Wir produzieren immer nur soviel von einer Futtersorte oder Mehl, für die auch eine Order besteht. Deshalb haben wir eine gleichbleibende Qualität und Frische. Guter Kontakt zu den verschiedenen Zuliefern, alle aus der Region, sorgt dafür, dass immer genügend Mehle für die angedachte Produktion zur Verfügung stehen. Das gleiche Bild im Lager für die fertigen Produkte. Alles ist vorhanden, aber nur in der Menge, die in kurzer Zeit auch verkauft wird. Frischer geht es wirklich nicht.
Interessierten Geersanglern ist es vielleicht schon mal aufgefallen, dass die dunklen Futterfarben jahreszeitlich leicht unterschiedlich sind. Das liegt daran, dass einige Mehle je nach Jahreszeit ihre natürliche Färbung verändern. Und es dient uns als guter Anhaltspunkt das wirklich immer frische Bestandsteile genommen werden.

   
 Hochlager - Wareneingang  Wareneingang

Das Herzstück bildet die große Mischanlage. Das Bild spricht Bände. 4 Silos gefüllt mit den Grundmehlen, dazu kleinere Vorkehrungen für die Zusatzstoffe, die ins Futter kommen. Die ankommenden Mehle werden bei Bedarf noch feiner gemahlen und eingefüllt. Mit Hilfe von Druckluft werden durch lange Schläuche die einzelnen Mehle in vorher bestimmten Konzentrationen zusammengefügt und vermengt. Das ganze wird natürlich Computer gesteuert und überwacht, sodass auch wirklich überall das gleich in die Tüten kommt.
Leider konnten wir die Anlage nicht in Aktion erleben, da am Tage vorher eine 6 Tonnen Spezialproduktion für einen Händler aus England gefertigt und die Maschine wieder für eine neue Produktion gereinigt und umgestellt wurde.

Das Futter erhöhte natürlich unsere Aufmerksamkeit, aber bei solchen Dingen bewahrt Luc doch seine Geheimnisse. Das extra angefertigte Futter sah und roch so ähnlich wie das uns bekannte Dender, aber der Hanfanteil lag noch um einiges höher. Ab einer bestimmten Abnahme erfüllt Luc Geers somit auch fast jeden Extrawünsch. Nebenan stehen weitere Maschinen zum Mahlen, Färben, Wiegen, Verpacken und Rösten. Fast alle Zusätze wie z. B. Hanf und Leinsamen werden selber von Geers vorbereitet. Die Bestandteile werden frisch geröstet, gemahlen und sofort verarbeitet.

   
 Mischmaschiene  Silos für Grundmehle


Die Halle mit der großen Mischmaschiene. Rechts die Silos und auf dem gelben Steg befindet sich die Zugabe der Nebeninhalte eines Futters.

Hanf wird natürlich nicht nur als Zusatz für das Fertigfutter verwendet, sondern es wird auch in Gebinden von 1kg oder größer verkauft. Die Maschinen kommen noch aus den Gründertagen, aber verrichten ihren Dienst immer noch ohne Komplikationen.
Moderner geht es im Nebenraum der großen Halle zu. Hier werden gerade einige Kartons Competition Plus, Computer gesteuert abgefüllt, beschriftet und am Ende der Kette per Hand verpackt. Nebenan steht eine zweite Abfüllanlage für größere Gebinde und für eine Produktionssteigerung.

   
 Sortieranlage  Zentrallager Warenausgang

Die computergesteuerte Sortier- und Abfüllanlage. Daneben befinden sich gleich die Hochlager für den Warenausgang.

Im 3ten Teil der Halle befindet sich das Lager für die fertigen Produkte. Gerade kamen auch die neuen Eimer, Futterwannen und Lockstoffe rein, sodass wir in diesem Bereich die meiste Zeit zu brachten. Wen verwundert es, wenn man endlich einmal im Leben die Chance hat, jedes Produkt einer Firma in den Händen zu halten, jeden Lockstoff einmal zu riechen und auch die Futterfarben zu testen.



                                                                     Die neue Eimerserie

Besondere Blicke erhielt das neue Rapid Futter. Wenn wir schon mal vor Ort sind und den Hersteller ausquetschen dürfen möchten wir euch das Futter etwas näher vorstellen:

Die Rapid Serie gibt es in 6 verschiedenen Mischungen, die da heißen: Rapid Rotauge, Rapid Spekulatius, Rapid Erdbeere, Rapid Banane, Rapid Biskuit orange und Rapid Dender. Die Mischungen sind extrem fein gehalten. Außer Rapid Rotauge und Rapid Dender haben alle anderen Rapid Futtersorten einen sehr hohen Lockstoff Anteil. Die fein gemahlenen Futtersorten haben eine extrem hohe Klebkraft. Aber auch dazu eine gute Löslichkeit, die es möglich macht, sehr viel Ködermaterial unterzubringen.

Rapid Rotauge ist ein Futter mit sehr hohem Anteil an fein gemahlenen Sämereien. Dieses Futter löst sich sehr schnell auf und hat daher keine große Klebkraft.

Rapid Dender hat die gleichen Bestandteile wie Rapid Rotauge, hat allerdings den unverkennbaren Kräutergeruch des bekannten „Dender“.

Hier noch einige Tipps vom heimischen Testangler:

1 Teil Rapid Rotauge, 1 Teil Rapid Spekulatius und wahlweise je nach Gewässer und Beißfreude den gleichen Anteil an Lehm.

Oder: 1 Teil Rapid Spekulatius, dazu 2 Teile Skimmermix gelb (Wer möchte kann den Lockstoffanteil erhöhen mit Geers Spekulatius aus der 400 Gramm Dose).

Der absolute Knaller ist Rapid Spekulatius mit Clubmen Voorn nature (2 kg Tüte), dazu ein bisschen Absolute dunkel.

   
 Der Shop  Der Angelladen von Luc Geers

Nach einem leckeren Mittagsessen besuchten wir den letzten Raum der Halle. Von außen nicht erkennbar aber als Insider Tipp für Besucher in Brügge. Luc Geers besitzt auch noch einen eigenen Angelladen, wo nicht nur seine Produkte vor Ort zu erwerben sind, sondern er verkauft hier auch noch Gerätschaften und Zubehör namenhafter Hersteller. Dank dieses Umstandes und den deutschen Preisen sorgte er für eine Diät unserer Geldbörsen.

Zum Abschluss gab es noch eine nette Gesprächsrunde mit der Belegschaft und eine informative Diskussion mit dem einheimischen Testangler. Mit vielen Tipps, vollen Taschen und einem sehr netten Geschenk für unsere Frauen zu Hause machten wir uns auf den Rückweg. Kaputt, aber zufrieden waren wir kurz nach Mitternacht wieder zu Hause.



                                                                 Das wahre "Team" Geers

Wir möchten uns, auch in Namen unserer Frauen, mit diesem Bericht bei Luc und Rita Geers für diesen Tag bedanken und hoffen, dass den Lesern dieser kleine Einblick in die Futterproduktion gefällt.

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