SENSAS Fluorocarbon Schnur, wo liegen die Vorteile beim Feedern?

  • von Thomas Engert
  • 02. März 2016 um 14:28
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Fluorocarbon Schnüre gibt es schon seit über 10 Jahren am Markt, damals wurden diese vornehmlich von Fliegenanglern und Big Game Fans, als Vorfachschnur eingesetzt.

Zum besseren Verständnis möchte ich zuerst mal über die Chemie des eingesetzten Materials und der daraus resultierenden, für uns Angler hoch interessanten Eigenschaften sprechen.
„Normale“ Monofile Schnüre sind üblicherweise aus Polyamid (Handelsnamen Nylon, Perlon,etc.), haben eine Dichte von etwas über 1 (Wasser = 1,00) und sinken langsam ab. Der Brechungsindex von Licht liegt recht weit von dem des Wassers entfernt, deshalb sind selbst transparente Schnüre unter Wasser recht gut sichtbar (schlecht!). Hinzu kommt eine Dehnung unter Belastung, die bis ca. 30% betragen kann. Je nach „Tuning“ der Schnur bei der Herstellung, läßt sich dieser Wert aktuell bis auf ca. 20% drücken (wie bei unserer neuen FEEDER TECH NYLON LINE). Für „long Range“ Feedern ist Monofile speziell deswegen ziemlich aus der Mode gekommen und wurde durch Geflochten Schnüre ersetzt. Ihr Einsatzgebiet ist heute praktisch nur noch das Light Feedern auf kurze Distanz und die Verwendung als Schlagschnur vor der Geflochtenen.

Fluorocarbon eignet sich hervorragend für die Schlagschnur
 Fluorocarbonschnüre werden üblicherweise aus PVDF (Polyvinylidenfluorid) hergestellt und haben eine Dichte von ca. 1,75. Damit sind sie deutlich schwerer als normale Monofile oder gar geflochtene PE-Schnur, die in aller Regel sogar schwimmt (es gibt auch langsam sinkende Varianten). PVDF sinkt sofort ab und legt sich gestreckt am Boden hin. Wird die Schnur nach dem Wurf nicht zu stark gespannt, sind Schnurschwimmer und die damit verbundene Scheuch Wirkung bei stark befischten Stillgewässern  Vergangenheit. Ein dickes Plus Punkt für die Verwendung  von Sensas Fluorocarbon als Schlagschnur!
Fluorocarbon hat einen Brechungsindex, der sehr nahe an dem von Wasser liegt und ist dadurch für den Fisch tatsächlich deutlich schwerer zu entdecken! Die Verwendung als Vorfach drängt sich damit geradezu auf! Man kann sogar etwas kräftigere Vorfächer wählen, ohne dass dies vom Fisch visuell wahrgenommen wird,  die komplette Präsentation liegt zudem perfekt am Boden auf.
Fluorocarbon hat nicht nur eine, absolut gesehen, geringere Dehnung als Standard Monofil, auch die Kraft die nötig ist damit die Dehnung überhaupt einsetzt, ist bei Fluorocarbon wesentlich höher. Bisse werden daher nahezu 1:1 übertragen,  die Dehnung setzt erst nach erfolgreichem Anschlag ein, nämlich während des Drills, wenn wir Sie auch tatsächlich gut gebrauchen können.
Fluorocarbon ist „hydrophob“, nimmt also kein Wasser auf und „schneidet“ durch das nasse Element wie Butter. Weil kein Wasser eindringen kann, bleibt die angegebene Tragkraft komplett erhalten, Monofil aus Polyamid hingegen verliert Tragkraft durch feuchte Aufbewahrung und Nässe beim Angeln, was beide Schnüre in puncto tatsächlicher Tragkraft einander sehr annähert.


Fluorocarbon ist ein chemisch sehr resistentes Material und obendrein recht unempfindlich gegen UV Strahlung. Diesem Umstand geschuldet,  hält sie mindestens 4x solange wie normales Monofil.
Unser neues Feeder  Fluorocarbon ist im Gegensatz zu  Schnüren früherer  Generationen nicht mehr so steif, sondern fast so flexibel wie normales Monofil. Die absolut glatte Oberfläche und die ausgezeichnete Oberflächenhärte bewirken, dass unsere Schnur bei der Verwendung als Schlagschnur nur so durch die Ringe zischt und dabei eine überragende Abriebfestigkeit an den Tag legt.
Es gibt auch ein paarNachteile:
Echte Fluorocarbonschnüre (es gibt auch Nylonschnüre mit Fluorocarbon Überzug) sind teurer als normales Monofil. Erstens ist das Ausgangsmaterial höher im Preis per KG, Zweitens braucht man durch die hohe Dichte auch fast doppelt so viel Material für die gleiche Lauflänge.
Die lange Lebenserwartung gleicht diesen Nachteil aber wieder aus!
Fluorocarbon Schnüre verlangen eine gute Knotentechnik, schlampig ausgeführte Knoten führen zu Tragkraftverlusten. Generell sollte man die Knoten langsam zuziehen, dabei ruhig mit Spucke gut anfeuchten und darauf achten dass alle Windungen perfekt nebeneinander liegen, dann kann nichts passieren.
Ein guter und einfacher Knoten zur Verbindung mit Einhängern, Wirbeln, oder Ösenhaken,  ist der gute alte Palomar. Zum Verbinden zweier Schnüre eignen sich praktisch  alle „Schlagschnurknoten“, die in der Feederszene bereits Verwendung finden.
Fazit : Unbedingt ausprobieren!
    
 Tight Lines,
Thomas Engert
Mitglied des deutschen Feederkaders, WM Teilnehmer.

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