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Interview mit Andreas Dalcke zum Anglertreff 2006Technik und Taktik am Havelkanal
Interview mit Andreas Dalcke
Andreas: Marco
und Ralf sind selbstverständlich gesetzt, Lutz ist auch eine sichere
Bank und sicherlich hätten auch Peter und ich dort unsere Ergebnisse
geangelt. Peter hatte sich zugunsten von Erik bereit erklärt Erik zu
coachen, da Erik ihn in Kroatien betreut hatte. Sicherlich auch eine
gute Entscheidung, da Peter den Havelkanal besser kennt und somit als
Coach auch für das gesamte Team wichtig war, denn angeln können beide. Was mich betrifft, muss ich sagen, dass ich dieses Jahr in Kroatien die Club WM gefischt habe, beim Einzelanglertreff am Mittellandkanal in Haldensleben starten werde und dann auch noch zur WM nach Portugal fahre. Zudem habe ich letztes Jahr bereits den Anglertreff für Vereine gewonnen. Ähnlich wie bei Peter und Erik, verhielt es sich auch bei Henric und mir. Henric hatte in Kroatien nicht gefischt und u.a. mich betreut, zudem hat er am Havelkanal oft genug geangelt und hat dorrt ausreichend Erfahrung, so dass für einen Einsatz kein Risiko bestand. Da fiel es mir nicht schwer auch mal Betreueraufgaben wahrzunehmen und mich in den Dienst der Mannschaft zu stellen, denn ein wesentlicher Teil des deutlichen Erfolgs ist sicherlich auch dem Betreuerstab anzurechnen und wir haben diesmal nicht den Fehler von der Club WM wiederholt, einen zu unerfahrenen Betreuerstab zu haben. Ct: Was meinst Du genau? Andreas: Viele
Plätze waren von den aktiven Anglern uneinsichtig, teilweise konnte
nicht einmal gesehen werden, was der Nachbar macht und fängt. Insgesamt
wurde damit gerechnet, dass man für eine ordentliche Platzierung 1500
Gramm benötigen würde und diese Zielvorgabe hatten natürlich alle in
ihren Köpfen. Wenn man dann nur Fische mit einem Durchschnittsgewicht
von 15 Gramm fängt, kommen natürlich langsam Zweifel, ob man damit im
Soll liegt oder nicht. Meist gab es jedoch nur Fehlbisse und Zeitverlust, denn wer die Zeit nicht optimal nutzte, dem fehlten am Ende die 100 Gramm zu einer guten Platzierung. Bei den sehr kleinen Fischen war es zudem wichtig, die richtige Bebleiung, Posentragkraft und auch den richtigen Köder zu wählen. Mit einem ausreichend großen Betreuerstamm, konnten diese Informationen sofort erkannt und umgesetzt werden. Ct: Was hast Du während der Durchgänge noch erkannt, was wichtig für den Erfolg war? Andreas: Sehr präzise und variabel zu angeln. Die verschiedenen Bahnen immer wieder mit kleinen Portionen unter Futter halten, dabei aber nicht zu viele Köder einzubringen. Die Angeltiefe und die Posengewichte variieren, bis sich kontinuierlich Bisse einstellen. Nicht zu lange eine Bahn beangeln, wenn die Bisse ausbleiben und den Futterplatz sofort wechseln, wenn sich ein Schwarm Ukeleis eingefunden hat. Es gab teilweise Phasen, da lief es auf ein oder zwei Pinkies besser als auf Mückenlarven und so war es auch immer wichtig, den Köder zu wechseln. Und natürlich auf die Betreuer hören. Ct: Viele werden jetzt denken, dass ihr bestimmt ein perfekt auf den Kanal abgestimmtes Futter gefischt habt und auch das richtige Futter ein Schlüssel zum Erfolg war. Wie sah eure Futtertaktik aus, wie viel habt ihr gefüttert? Andreas: Wir
haben uns für die Fütterung mit dem Polecup entschieden und Futter und
schwere Erde jeweils zu gleichen Teilen miteinander vermischt. Das
Werfen schien uns zu ungenau, obwohl die Fische, wohl auch bedingt
durch die Trainingswoche, gut auf Geräusche reagiert haben. Wir haben
das kompensiert, indem wir 3 von 12 Kugeln ca. 1 Meter über der
Wasseroberfläche abgekippt haben und so auch ein ausreichendes Plumpsen
hatten. Am Sonntag haben wir dann die Anfangsfütterung auf 8 Kugeln
reduziert. Vorne haben wir dann auf die Barsche mit einem Gemisch aus Terre de Somme und Futter geangelt. Dazu wenig kleine Mücken und einige sehr klein geschnittene Würmer. Zwei Kugeln auf jede Bahn (5 und 8 Meter) am Anfang und dann kleine Bällchen je nach Beißverhalten hinterher. Die Matchrute haben wir mit einem höheren Futteranteil und den gleichen Ködern befüttert. Vielleicht waren es ein paar Caster und Würmer mehr, denn am gegenüberliegenden Ufer ging es um den Bonusfisch und wir wollten die Matchrute auch nur in die Hand nehmen, wenn auf den anderen Bahnen überhaupt nichts mehr lief oder der Verlauf des Angelns zeigte, dass die Matchrute konstant Fische bringen würde. Nachdem, was ich allerdings gehört habe, hat aus unserem Team keiner die Matchrute in die Hand genommen. Es waren doch auch einige Schiffe unterwegs, die die Aussichten, mit der Matchrute Fische zu fangen, doch eher in Frage stellten. Ct: Wie sah es mit dem Nachfüttern aus. Musste überhaupt nachgefüttert werden und wie reagierten die Fische auf das Nachfüttern? Andreas: Meist
wurde auf der Strecke mit dem Polecup nachgefüttert, einige fütterten
jedoch auch aus der Hand und wir sahen, dass die Fische anscheinend
positiv auf das Geräusch reagierten. Auch diese Information erwies sich
als sehr hilfreich und wurde von unseren Anglern positiv umgesetzt.
Dabei war es wichtig, sehr wenig, dafür aber regelmäßig zu füttern. Ct: Sonst noch ein Tipp? Andreas: Vielleicht eine Kleinigkeit am Rande, die aber mit den vielen anderen Kleinigkeiten auch nicht unwichtig war. Das Wasser im Uferbereich des Havelkanals war durch die anhaltende Hitze sehr moderig und roch faul. Wir haben daher aus dem Uferbereich kein Wasser genommen und insbesondere unsere Mückenlarven in einem stillen Mineralwasser schwimmen lassen. Denn gerade für die Barsche und die kleinen Weißfische waren sehr lebendige Mückenlarven am Haken sehr wichtig. Ct: Wir hatten vermutet, dass der Wechsel von Dir und Ralf zu Mosella als Ausrüster Schwierigkeiten geben würde und unter Umständen zu Spannungen im Team führt? Andreas: Ich denke, wenn man unser gesamtes Team an der Strecke gesehen hat, erübrigt sich diese Frage. Ct: Vielen Dank und alles Gute für den Einzelanglertreff und die WM in Portugal
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