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Interview mit Michael SchlöglWas bringt die Zukunft?Nachgefragt bei Michael Schlögl Michael Schlögl gehört seit mehr als 20 Jahren zu den prägenden Personen im Bereich der modernen Friedfischangelei. Zahlreiche nationale und internationale Erfolge begleiten seine anglerische Laufbahn. In seiner Angelschule begeistert er jedes Jahr mehrere hundert Angler für das Stippfischen mit den Geräten und Methoden des modernen Stippfischens. Michaels Name steht auch für zahlreiche Innovationen und zukünftige Entwicklungen. Wir haben uns mit ihm auf der Stippermesse in Bremen über seine persönliche Zukunft und die Zukunft des Stippfischens unterhalten.
Ct: Hallo Michael, wir haben vorhin mit dem Altmeister Wolf-Rüdiger Kremkus gesprochen und ein bisschen in Erinnerungen geschwelgt, jetzt aber zur Gegenwart und zu zukünftigen Entwicklung der modernen Friedfischangelei. Wo befinden wir uns Deiner Meinung nach im Moment? Boomt das Stippen, befinden wir uns noch im Wachstum oder erleben wir bereits eine rückläufige Entwicklung bzw. Stagnation? Michael: Ct: Was fehlt, ist sicherlich der Nachwuchs. Wie können wir die Jugend mehr begeistern, wie können wir ihr Interesse für die Stipperei wecken? Michael: Dein Name steht für einige Innovationen und kaum ein Stipper hat in seiner Ausrüstung keine Produkte aus Deiner Kollektion. Wie schwierig ist es, jedes Jahr neue, interessante Produkte zu entwickeln und wie steht es mit der Produktpiraterie? Michael: Von der FirmaMosella wird es unter meinen Namen ab 2008 einige interessante Produkte zu erwerben geben. Nur ausgewählte Artikel, die ich für gut befunden habe und mit denen ich mich identifizieren kann werden in die Auswahl kommen. Sowohl im Feederbereich als auch im Stippbereich wird sich dort einiges tun. Ct: Als ein Trend der letzten Zeit, erkennen wir immer mehr die Feederangelei. Auch Du hast hier in der Vergangenheit sicherlich einen persönlichen Schwerpunkt gesetzt und zusammen mit der Firma Mosella einige Feeder-Tandem Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Warum ist Feedern auf einmal so angesagt? Insbesondere die Firmen müssten doch ein Interesse daran haben, geräte- und futterlastigere Angelarten zu fördern? Michael: Ct: Persönlich hast Du und das Mosella Team seit zwei Jahren an keiner Club WM mehr teilgenommen, letztes Jahr wurde sogar der Anglertreff verpasst. Das kann passieren, doch es stellt sich die Frage, wie es weitergeht mit dem Mosella Team, denn nichts begeistert mehr als der Erfolg. Michael: Ct: Sicherlich richtig und auch problematisch, doch wie können
Lösungen aussehen? In den letzten Jahren hat sich bei der Veranstaltungsvergabe
der Anglertreffs kein Landesverband in den Vordergrund gedrängt, so dass sich
im Endeffekt ein Verband aus den neuen Bundesländern zur Verfügung gestellt
hat. Jedes Jahr das gleiche Problem. Jeder könnte ausrichten, doch wenn es
konkret wird, gehen insbesondere die Köpfe der Vertreter der Westverbände nach
unten. Einzig Herry Panno im Saarland stellt dort regelmäßig einen schönen
Anglertreff auf die Beine. Michael: Ct: Die Mitglieder des Teams Mosella Germany kommen aus den unterschiedlichsten Ecken in Deutschland. Günter Horler aus Offenbach, Harald Windel aus Bremen, Burkhart Heil aus Karlsruhe, usw. Alle unter einen Hut zu bekommen bedarf es Zeit und guter Kommunikation. Wie nachteilig siehst Du die Entfernungen der Teammitglieder untereinander? Michael: Ct: Du wirst dieses Jahr auch nicht an der Browning Champions-Trophy teilnehmen. Eigentlich eine Pflichtveranstaltung für alle, die in der anglerischen Öffentlichkeit stehen und in der Angelbranche arbeiten. Es bliebe somit mit dem Anglertreff für Mannschaften max. ein Start bei einer überregionalen, übergeordneten Veranstaltung. Reicht das? Michael: Ct: Was macht Michael Schlögl in 10 Jahren? Michael: Ich hoffe, dass ich gesundheitlich noch in Schuss bin und dazu weiterhin Hobby + Beruf vereinen kann. Die Sucht kann man nicht so einfach aufgeben Ct: Lassen wir mal weg, welche Vorraussetzungen natürlich erfüllt sein müssten, damit Du noch einmal bei einer WM oder EM starten könntest. Würdest Du gerne noch über die Club WM hinaus international fischen und kann es sein, dass es in den nächsten Jahren Anstrengungen Deinerseits geben wird, wieder dabei zu sein? Michael: In dieser Konstellation eher nicht. Als Mosella vor ein paar Jahren den Antrag über die Gleichberechtigung zweier DAV-Trainer für die Herren stellte und den Vorschlag einbrachte jeweils einen Trainer mit der Verbundenheit zu Sensas und einenmit der Verbundenheit zuMosella zu stellen, und mich beim DAV vorgeschlagen hatte, wurde ich abgeblockt. Man bringt anscheinend die falschen Vorrausetzungen mit und ist unerwünscht. Somithat sich dies erübrigt Ct: Wir geben Dir morgen frei. Deine Frau haben wir mit den Kindern den ganzen Tag in den Zoo geschickt, das Wetter ist prächtig und draußen steht der Hubschrauber mit deiner Ausrüstung. Es gibt keine Zuschauer und keine Fragen, einfach mal einen Tag angeln. Wo dürfen wir Dich hinfliegen? Michael: Ct: Wer sind derzeit die drei besten deutschen und die drei besten internationalen Angler? Michael: Bei den deutschen Anglern ist es schwer zu sagen, da auch hier die Sichtungsangeln in der letzten Zeit immer in denselben Regionen und den damit verbundenen Gewässern stattfinden. Das verzerrt das Ganze. Für mich ist in der Stipperszene ganz klar und unangefochten Günter Horler die Nummer 1. Bei der WM hat er allerdings noch nie Glück gehabt, und das benötigt man nun mal, um ein bisschen berühmt zu werden. Günter hat z.B. die Sichtungsangeln im letzten Jahrzehnt überwiegend dominiert. Er ist kollegial und hat sein Wissen an die ct-Mitglieder weitergegeben, was ihm letztendlich in den letzten beiden Jahre das beste Ergebnis bei den Sichtungsangeln gekostet hat. Andere deutsche Angler kann ich nicht mehr gut beurteilen, da ich mir schon lange keine Sichtungsangeln mehr angesehen habe. Spricht man nur von der Angelart Feederfischen, so ist für mich die Nummer 1 national sowie international ganz klar Michael Zammataro. Muss man beide Methoden, mit und ohne Pose beherrschen, wie so eine Art Zehnkämpfer in der Leichtathletik, so denke ich, bin ich auch unter den Top Anglern zu finden. International ist Steve Gardner, der auch bei der inoffiziellen WM Rangliste auf dem Podium steht, die Nummer eins für mich. Obwohl er nie Einzelweltmeister war, nennt man ihn „Mr. Konstant“. Er ist sehr oft unter den Top 10 gewesen und für die Mannschaft sehr wertvoll. Nummer 2-3-4 Alan Scotthorne, Tamas Walter, Will Raison je nach Tagesform und Losglück
Ct: Genug der Theorie abseits des Wassers und abschließend noch ein Tipp von Dir. Ein Futter, auf das Du Dich immer verlassen kannst? Michael:
Wir bedanken uns und wünschen Dir für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass Du weiterhin viele neue Angler für das Stippfischen begeistern kannst. Zur Angelschule und vielen interessanten Produkten: www.michaelschloegl.de
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