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Am Kanal mit mit Marco Beck - Teil 2Marco hat sein Gerät bereits aufgebaut und auch das Futter ist fast fertig. Nur noch die Köder hinzu und dann wollen wir doch mal sehen...Das Futter zerfällt sehr zügig nach dem Einwerfen und gibt einen Teil seiner Futterpartikel sowie die Mückenlarven frei. Ein grosser Teil des Futters und der Mückenlarven sind jedoch unter der Argile begraben und werden erst freigegeben, wenn die Strömung etwas vom Erde-Futtergemisch abgenommen haben oder die Fische auf dem Futter stehen und in den Futterball einstoßen. Theoretisch hört sich das sehr gut an und die oben aufgeführten Anforderungen an das Futter werden erfüllt. Warten wir mal ab wie es in der Praxis aussieht. Zurück aus der Theorie in die Praxis. Marco feuchtet das Futter kurz nach, somit ist das Futter fertig und wartet auf den Einsatz. Zur Startfütterung setzt er der Futtermischung ca. 250 ml der kleinen Mückenlarven zu. Beim Zusetzen der Mückenlarven weist Marco auf einen interessanten Fakt hin:
Für Marco sind lebendige Mückenlarven sehr wichtig, welches sich mit einem Blick bestätigt. Obwohl er die Mücken nicht getrennt hat, krabbelt es förmlich in der Zeitung in der die Mücken aufbewahrt werden. Marcos Mücken sind sehr, sehr agil und springen fast aus der Zeitung. Marco schwört auf Mücken aus Belgien oder den sehr guten Mücken aus Polen. Mückenlarven aus der Ukraine sind ihm zu groß und zu träge. Diese setzt er, wenn überhaupt, nur beim Angeln auf Brassen ein. Um einen aktiven Futterplatz zu haben kommen bei Marco nur „Belgier“ oder „gute Polen“ ins Futter. Ähnlich verhält es sich mit den grossen Mückenlarven für den Haken. Als Beispiel zeigt uns Marco eine angeköderte Mückenlarve. Diese Mückenlarve wanderte über sein Bein – einfach unglaublich und man kann sich vorstellen, welche Anziehungskraft ein solcher Köder auf die Fische am Futterplatz hat.
Marco angelt nicht auf eine Spezie sondern auf alles was am Platz ist. Ein Platz entwickelt sich jedoch während des Fischen und hier gilt es dann flexibel zu sein und sich auf den dominanten Fische einzustellen.
Direkt nach der Startfütterung beginnt Marco mit dem leichten Szilard Modell. Die Montage wird 15cm aufliegend ausgelotet. Durch die leichte Montage wird das Vorfach beim starken Verzögern immer wieder komplett auftreiben und im Idealfall über den Boden hüpfen und dabei maximal attraktiv für die Fische am Platz sein. Die ersten drei Driften brachten dann auch gleich 3 Fische. Neben einem kleinen Kaulbarsch konnten auch zwei kleine Brassen von ca. 70 Gramm gefangen werden. Das Fischen entwickelt sich sehr gut und auch in den nächsten Driften wird kontinuierlich gefangen. Nach den ersten 5 Minuten fragen wir Marco wie er die Entwicklung des heutigen Fischens erwartet? Er denkt, dass man zwischen 20 und 30 Fischen in den ersten 30 Minuten fangen kann und die Fischgröße wird sich im Laufe des Fischens positiv entwickeln. Nach circa 10 Minuten nutze ich die Chance um Marco eine weitere Frage zu stellen, welche mich schon immer bewegt hat: Im welchen Radius haben die Fische unseren Futterplatz wahrgenommen und werden zu diese gezogen? Marco denkt, das in einem Radius vom 100m die Fische auf unseren Platz aufmerksam geworden sind und diesen jetzt aufsuchen. ![]() Da seine Zeit knapp ist, schwört Marco auf fertig gebundene Haken aus dem Hause Sensas Bei dieser hohen Frequenz an gefangen Fischen zahlt sich jetzt die Auswahl des Materials aus. Der Haken (Model 3405) ist wie versprochen sehr verwindungssicher und zeigt keine Ermüdungserscheinungen nach den vielen Fischen. Sicherlich gibt es leichtere Haken für das Mückenangeln, aber der 3405 ist ein perfekter Kompromiss zwischen natürlichen Absinkverhalten und der nötigen Stabilität für die hohe Fischzahl.
Nach ca. 30 Minuten lassen die Bisse merklich nach und Marco beschließt sein Bebleiungsschema zu ändern. Er zieht seine Bleikette zu einer 7-Punktbebleiung auf, wobei der Abstand der Bleie zur Pose hin immer enger wird. Diese Bebleiung ist sehr aktiv und mit Vorsicht zu genießen, denn sind Ukeleis im Gewässer, so werden diese eine solche Montage gnadenlos attackieren.
Das Ändern der Bebleiung hat also sein Ziel nicht verfehlt und den scheinbar „toten“ Platz wieder zum Leben erweckt. Es sind ungefähr 45 Minuten vorbei und Marco konnte bereits eine ansehnliche Anzahl an Fischen erbeuten, nachgefüttert hat er bisher nicht. Das Futter scheint am Grund so zu arbeiten wie es sich Marco gewünscht hat. Das Futter gab nach und nach Partikel und Mückenlarven frei und hielt die Fische am Angelplatz. Bedingt durch die hohe Fangfrequenz geht Marco davon aus, dass eine enorme Anzahl an Fischen auf dem Platz steht und gierig Nahrung aufnimmt. ![]() Ein schöner Aland konnte durch die veränderte Montage überlistet werden Nach 45 Minuten ist es dann auch für Marco Zeit zum Nachfüttern. Sicherlich hätte ich schon viele früher gefüttert und dafür auf das Ändern des Bebleiungschemas verzichtet. Ich habe meinen Gedankengang Marco mitgeteilt und wieder einmal eine gut durchdachte Lösung erhalten. Das Nachfüttern ist immer eine sehr sensible Angelegenheit und kann einen Futterplatz neu beleben aber kann diesen aber auch zerstören. Aus diesem Grund fischt Marco erst durch das Ändern der Montagen den Platz sauber ab bis er das Gefühl hat, das die Fische nicht mehr auf dem Platz stehen, erst dann füttert er nach. Ist jedoch noch Fisch auf dem Platz und wird lediglich vom Angler nicht richtig beangelt, kann das zusätzlich eingebrachte Futter die sehr aktiven Fische auf dem Platz verschrecken. Dies kann dann zu Kettenreaktion führen, welche alle Fische vom Platz vertreibt. Dies klingt für mich plausibel, denn wenn ich mir vorstelle, dass ein 100 Gramm Futterball mitten in einem Schwarm von fressenden 70 Gramm Güstern einschlägt und ich wäre eine Güster, dann würde ich mich aber schleunigst aus dem Staub machen. Neben diesem Schreckmoment kann das „Zuviel“ an eingebrachten Futter zu einem Problem werden. Eventuell wird der Platz aufgrund des Fressrausches der Fische zu nervös und es kommt zu Schnurschwimmern, oder die Fische haben Zeit sich an den Ködern satt zu fressen und finden unseren Hakenköder nicht mehr. Da Marcos Platz scheinbar leer gefischt ist, geht er das Risiko ein und füttert nach. Hierbei entscheidet sich Marco für das Werfen der Bälle und hofft, dass das Geräusch der Futterbälle die Fische aus der Nähe des Futterplatzes auf diesen zurücklockt. Hierzu füttert Marco Zitronen aus dem Futter-Erde-Mücken-Gemisch nach. Marco füttert meist im Stehen – die Bewegungsabläufe sind hier flüssiger und genauer Nach dem Einwerfen der ersten beiden Bälle fischt Marco mit der leichten Montage weiter und kann nach circa 2 Minuten den nächsten Fisch verzeichnen. Jetzt geht es wieder Schlag auf Schlag und Marco fängt mit der leichten Montage Fisch auf Fisch. Das Füttern hat sich offensichtlich sehr positiv auf den Futterplatz ausgewirkt. Marco hat dies registriert und wirft nach 5 Minuten drei weitere Zitronen auf den Platz. Bedingt durch die positive Resonanz des ersten Nachfüttern hofft Marco durch weiteres Füttern die größeren Exemplare auf den Platz zu locken. Auf meine Nachfrage, wie er auf diese Idee kommt, antwortet er, dass diese Annahme auf Intuition beruht und er sich sicher ist, das größere Fische in der Nähe sind.
15 Minuten nach dem Nachfüttern wechselt Marco auf die schwere Montage und richtet diese auf Großfisch aus. Was bedeutet dies im Klartext? Marco fischt jetzt mit zwei Maden und übertieft die Pose so stark, dass sämtliche Bissbleie komplett auf Grund aufliegen und das Hauptblei lediglich 2-3 Zentimeter über dem Grund schwebt. Die Bisse auf diese „Großfischmontage“ dauerten jetzt etwas länger. Marco „parkte“ dabei die Montage fast auf den Futterplatz und führte sie nur sehr leicht nach, zog sie sogar gegen die Strömung auf den Futterplatz zurück. Marco vermutete also, dass die großen Fische in direkter Nähe zum Futterplatz standen. Und er sollte wieder einmal mit seiner Vermutung recht behalten, denn nach knapp einer Minute zeigte die Pose einen Biss an.
Marco ist während der ganzen Zeit konzentriert und reagiert weiterhin flexibel auf die Änderungen der Strecke. In diesem Fall änderte sich aber nicht viel und Marco konnte ein schönes Fischen am Kanal geniessen. Nach 2 Stunden beschloss er das Fischen einzustellen, denn es würde nicht mehr lange dauern bis die Dunkelheit einbrechen würde. Zusammen warfen wir einen Blick auf den Fang welcher sich im Setzkescher befand und das Ergebnis konnte sich mehr als sehen lassen.
Knapp 60 Fische konnte Marco in 2 Stunden fangen. Das Gewicht der gefangenen Fische dürfte bei ungefähr 4 Kilogramm liegen, sicherlich ein mehr als befriedigendes Ergebnis für diese ersten sehr kalten Tage des Jahres 2009. Marco zeigte uns eindrucksvoll dass erfolgreiches Fischen sich in keine Maske pressen lässt. Die Posenauswahl war, sagen wir es vorsichtig, anfangs sehr sonderbar und ich dachte zuerst an einen Scherz von Marco. Beim Angeln selber zeigte sich aber das die Wahl von Marco absolut zutreffend war und die Posenmuster wunderbar zu den Gegebenheiten am Kanal passten. Der spartanische Aufbau stellte sich im Laufe des Angelns als ausreichend aus, ediglich ein stärkeres Gummi an der Lollymontage wäre von Vorteil gewesen.
Das Futterrezept von Marco funktionierte hervorragend und ist sicherlich ein Rezept welches auch in anderen Kanälen wunderbar funktioniert. Die Art des Anmachen war für mich neu und sicherlich werde ich dies auch ausprobieren, machte das Futter doch einen homogenen – will sagen gut vermischten – Eindruck. Ein Fakt hat sich bei mir besonders eingebrannt, dies ist die Qualität der Köder. Die Mückenlarven, sowohl für das Futter als auch für den Haken, wiesen eine Qualität auf, wie ich sie bisher noch nicht gesehen hatte. Gerade die kleinen Mücken waren im ungetrennten Zustand in einer Verfassung wie ich sie selbst bei getrennten Mücken so noch nie gesehen haben. ![]() 6 unterschiedliche Spezies konnten von Marco überlistet werden Marco's Wissen über die Angelei ist schier unerschöpflich und ich konnte viele Anregungen über die Angel aufnehmen. Sehr hilfreich waren auch die Erklärungen von Marco, denn wann hat man schon einmal die Möglichkeit einen Spitzenangler direkt nach einer Aktion nach dessen Sinn zu fragen? Meist steht man einige Meter dahinter und weiß nicht genau warum der Angler jetzt gerade nachgefüttert hat, oder warum er es nicht getan hat. Für alle Interessierten eine interessante Info: Marco wird im naher Zukunft eine Angelschule aufmachen. Zur gegebenen Zeit mehr zu dieser Angelschule auf www.champions-team.de
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Beitrag Verfasst am: 06.02.2010 - 03:05 Uhr |
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| Ein sehr guter Bericht,hat mir gut gefallen,weiter so.Wünsche weiterhin gute Erfolge beim fischfang.Gruß Damir | |||||
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Beitrag Verfasst am: 27.01.2010 - 17:34 Uhr |
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| Ein wirklich sachlich kompetender Bericht , bitte weiter so. Petri Heil | ||||
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