Futtertipp Dezember 2005

  • von Peer Saddler
  • 01. Dezember 2005 um 01:00
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Futtertipp Dezember 2005

Mit dem Winter und Wassertemperaturen unter 10° Celsius ziehen die Fische vom Rhein in ihr Winterquartier, den Duisburger Hafen. Bedingt durch die fehlende Strömung ist es dort ruhiger und an verschiedenen Stellen sind zudem Warmwassereinläufe, wodurch die Wassertemperatur nicht ganz so schnell sinkt.

Dies ist die Zeit, in der viele Friedfischangler von den Flüssen und Kanälen in den Hafen wechseln. Ob Rotaugen, Rotfedern, Brassen, Güstern oder Barsche, alle sammeln sich nun hier in großen Mengen, um mit wenig Kraftaufwand über den Winter zu kommen. Schneidertage sind äußerst selten und an einigen Angeltagen kann es zu enormen Fängen kommen - wenn man weiß wie!

Peer Saddler ist einer der unumstritten besten Hafenangler in der kalten Jahreszeit und bringt nur selten weniger Fisch zur Waage als seine Nachbarn. Somit ist es nahe liegend, dass wir ihn gebeten haben, uns sein Futter für den Duisburger Hafen in diesem Monat vorzustellen, so dass zumindest futtertechnisch einem guten Fangtag nichts im Wege stehen sollte. Für den Hafen und die Jahreszeit ist laut Peer aus folgenden Gründen ein „Schweres-Dunkles-Futter“ angesagt.


Schwer:

Es gibt auch viele kleine Fische im Hafen. Aus diesem Grund braucht man ein schnell sinkendes Futter. Das Futter muss schnell am Fisch vorbeikommen, damit nicht zu viele kleine Fische angelockt werden.

Dunkel:

Der Hafenboden ist durch Ablagerungen und eine nur leichte Wasserbewegung (rechts/links) ziemlich dunkel. Das Futter sollte sich dem Boden angleichen, damit der Fisch nicht nervös wird.

Futter:

Peer´s Hafenfutter ist ein mittelgrobes, dunkles und gut bindendes Futter. Es ist ein Futter welches auf einer Gewürzbasis aufgebaut ist. Es ist nicht aktiv und es treiben keine Futterpartikel auf. Um diese Gewürzmischung zusammenzustellen, brauchte es viele Angeldurchgänge und viel Zeitaufwand. Lorpio (Rotaugen schwarz) ist genau wie Peer´s Futter aufgebaut, hat jedoch noch eine etwas andere Geschmacksrichtung. Der Zusatz von „X21“ erhöht zusätzlich die Lockwirkung auf große Rotaugen. Diese Futtermischung sinkt schnell zum Grund und bleibt dort wie angeklebt liegen. Von dort aus entfaltet es eine große Lockwirkung auf alle Fische. Das Futter sättigt nicht und lockt keine kleinen Fische an.

Futtermenge:

Für einen Durchgang von 3 bis 4 Std benötigt man:

2 kg Peer´s Hafenfutter
½ Beutel Lorpio ( Rotaugen schwarz )
¼ l La Sirene X21
½ l frischen Taubenmist
1 kg schweren dunklen Lehm

Köder:

½ l Maden
½ l Caster
½ l gekochter Hanf


Ein Klassiker, der bei der winterlichen Hafenangelei auf keinen Fall fehlen sollte, ist Hanf. Die Zubereitung ist relativ einfach, Peer sagt, wie es geht.

Futterzubereitung:

Peer´s Hafenfutter + Rotaugen schwarz + X21 in einen runden Eimer geben, gut vermengen und unter Beifügung von kleinen Portionen Wasser leicht anfeuchten. Dann ca. 20 Minuten warten und durch ein 4 mm Sieb drücken. Als nächstes den bereits nassen Taubenmist hinzugeben und unterrühren.

Danach wieder Wasser hinzugeben bis das Futter eine gute Konsistenz hat (gut haftend aber nicht klebend) und nochmals sieben. Nun ist das Futter fertig und hervorragend, um eine Menge Fische zu fangen!

Da Peer es aber noch schwerer haben möchte, macht er es noch etwas feuchter und gibt schweren Lehm hinzu. Der Lehm wird gesiebt, in kleinen Portionen unters Futter gerührt und abschließend wird die ganze Mischung noch einmal gesiebt. Wem nun zu oft gesiebt wurde, dem sei gesagt, dass das Wasser je nach Wasserstand bis zu 10 Meter tief sein kann und nur durch mehrmaliges sieben eine optimale Konsistenz gewährleistet ist und der spätere Futterball geschlossen zum Grund kommt.


Köderzubereitung:

Hanfkörner kochen bis sie aufgehen (weiße Stippen schauen aus dem Korn), abschütten und fertig! Am Angelplatz den Hanf und auch die Caster, jeweils in eine mit Wasser gefüllte Madendose geben, damit der Hanf nicht austrocknet und die Caster sich nicht weiter verpuppen.

Anfangsfütterung:

Am Anfang füttert Peer 4 bis 5 apfelsinengroße Futterballen mit Castern und Maden. Nachgefüttert wird je nach Beißverhalten mit pflaumengroßen Bällen mit Lebendköderanteil. Der Hanf wird ausschließlich geschossen und immer wieder in kleinen Mengen über den Futterplatz gestreut. Es handelt sich meist nicht unbedingt um eine feine Angelei. Als Faustregel gilt, dass pro Meter Wassertiefe 1 Gramm an Posengewicht genommen werden sollte.
Zum Beginn empfiehlt es sich mit einer Made bündig am 16er bis 18er Haken zu beginnen und dann zwischen Maden und Castern bzw. Made/Caster zu variieren. Überwiegend wird mit langer Schnur gefischt und die Fische gehoben. Hauptschnüre von 0,14 mm und Vorfächer von 0,10mm bis 0,12mm sind ratsam.



Peer ist sich sicher, dass so jeder seine Fische fangen wird. Wer trotzdem noch Fragen hat, Futterbestandteile oder auch Köder braucht, der schaut einfach mal bei Peer vorbei. In seinem Geschäft gibt es neben Tageskarten, Zubehör und nützlichen Tipps auch Termine, wann und wo zusammen mit den Spezies der Duisburger Hafenszene geangelt werden kann.

Peer im Internet: www.peers-anglertreff.de

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