Lehm Teil 2

  • von Michael Borchers
  • 25. Juli 2005 um 11:46
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Lehm Teil 2

Feuchtigkeit und Farbe

Angeregt vom 1. Teil hat nun vielleicht der ein oder andere schon einmal nach Lehm oder lehmhaltigen Böden Ausschau gehalten. Würden wir nun die Sammelergebnisse nebeneinander aufreihen, so hätten doch alle etwas anderes in ihren Eimern. Lehm ist natürlich nicht gleich Lehm und daher vielleicht vorab eine Definition.

Lehm ist ein Boden, der aus einer Mischung aus Ton, Schluff (Feinstsand) und
Sand besteht.

Wenn Gestein chemisch verwittert, entsteht ein Sediment, eine feine Mischung unterschiedlicher Mineralien, der Lehm. Man unterscheidet je nach Entstehung Berglehm, Gehängelehm, Geschiebelehm (Gletscher), Lößlehm (Löß) und Auenlehm (Flußablagerungen).

Für uns bedeutet das nun folgendes.

Den optimalen Lehm, der an allen Gewässern passt, gibt es nicht. Je feiner die Sedimente, desto größer die Klebkraft und je höher der Sandanteil, desto schneller wird sich der Lehm im Wasser auch lösen. Wichtig ist es daher, sich auf einen Lehm festzulegen, egal ob nun selbst gesucht oder auch beim Fachhändler erstanden. Wichtig ist es, den Lehm, mit dem wir später erfolgreich sein wollen zu kennen.
Der im Fachhandel angebotene Lehm weist je nach Hersteller meist konstant die gleichen Eigenschaften auf und natürlich auch der von uns an immer derselben Stelle gesuchte Lehm ist von seiner Beschaffenheit immer gleich.

Haben wir uns also auf eine Sorte festgelegt, können wir diese, mit der Gewissheit immer die gleichen Eigenschaften vorzufinden, beliebig verändern und dem Gewässer, in dem wir erfolgreich sein wollen anpassen.

Um dem Lehm unter Hinzugabe von Wasser die richtige Konsistenz zu geben gibt es mir zwei bekannte Möglichkeiten, wobei ich persönlich die zweite favorisiere.

1.

Den Lehm über Nacht in ein feuchtes Handtuch schlagen. Der Lehm nimmt sich die Feuchtigkeit, die er braucht und hat am nächsten Morgen die optimale Konsistenz.

Dazu kurz folgende Überlegung.

Wie feucht ist feucht, wie groß ist das Handtuch, wie viel Lehm kommt in das Handtuch und wie viele Handtücher welcher Größe brauche ich für 6 bis 8 Kilo Lehm?

Ich bevorzuge und empfehle daher Möglichkeit Nr. 2

2.

Den Lehm in eine 40 Liter Wanne geben, vorsichtig Wasser hinzufügen und mit dem Futterquirl mit Hilfe einer leistungsstarken Bohrmaschine vermengen. Wahlweise kann dies natürlich auch per Hand geschehen, dabei sollte man jedoch einen Gummihandschuh tragen, da die feinen Sedimente die Haut doch sehr angreifen.

Dabei gilt. Wer seinen Lehm kennt, schätzt die Wassermenge besser ein als derjenige, der sich langsam an die Materie herantastet. Anfangs sollte Wasser immer in vielen Schritten zugefügt werden und die Konsistenz ständig mit der Hand überprüft werden. Ein Schluck zuviel und der „Kuhfladen“ kann wieder in den Trockenraum.

Möchten wir dem Lehm eine andere Farbe geben, so gehen wir folgendermaßen vor.


•  Vor der Zugabe des Wassers und der Farbe wird der Lehm noch einmal sorgfältig gesiebt, je feiner die Struktur des Lehms ist, desto besser und gleichmäßiger nimmt er Farbe und Wasser auf und man vermeidet die typische Klümpchenbildung des Lehms beim Übernässen.


•  Streuen Sie locker das Farbpulver über den Lehm. Täuschen Sie sich nicht über die Wirkung des Farbpulvers und seien die vorsichtig bei der Dosierung.


•  Mischen Sie das Pulver mit Hilfe eines Quirls oder der Hände unter das Futter.


•  Geben Sie vorsichtig etwas Wasser zum Lehm, vermischen Sie das Wasser sofort nach der Eingabe mit dem Lehm, nutzen Sie dazu am besten einen Quirl an einer Bohrmaschine


•  Sie erhalten einen intensiv rot gefärbten Lehm


•  Abschließend empfehlen wir Ihnen den gefärbten Lehm noch einmal möglichst fein zu sieben


Um dem Lehm schwarz zu färben sind die einzelnen Arbeitschritte mit schwarzer oder auch einer Farbe ihrer Wahl 1 zu 1 umsetzen. Der eingefärbte Lehm ist im abschließenden Bild noch einmal aufgeführt.


In diesem Teil haben wir gezeigt, wie wir unseren Lehm unter Hinzugabe von Farbe und Wasser verändern. In einem weiteren Teil werden wir die Konsistenz des Lehms durch weitere Zugaben verändern und seine Lösbarkeit beeinflussen.

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