Borchis Wurmkiste Teil 2

  • von Michael Borchers
  • 26. März 2006 um 16:19
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Borchis Wurmkiste Teil 2

Der Wurm aus biologischer Sicht

Weltweit gibt es circa 300 verschieden Wurmarten, von denen 39 in Deutschland beheimatet sind. Diese unterschiedlichen Wurmarten lassen sich nicht kreuzen, was für uns bedeutet, einen Angler Superwurm wird es nicht geben und wir müssen mit dem auskommen was uns die Natur zur Verfügung stellt.

Würmer haben keine Zähne, sie wandeln angerottetes organisches Material in den so genannten Wurmhumus um. Dieser Wurmhumus ist übrigens bei den Gärtnern überaus beliebt, weshalb sich auch viele Gärtner eine Wurmzucht zulegen. Der Wurm besteht aus einem Vorder- und einem Hinterteil.
Entgegen der weitläufigen Meinung, überlebt ein Wurm eine Teilung im Allgemeinen nicht.
Würmer sind Zwitter, dies bedeutet aber nicht, dass eine Selbstbefruchtung zwingend vollzogen wird, sondern das sich die Würmer mit ihrem Geschlecht dem „Partner“ anpassen.

Junge Würmer schlüpfen aus so genannten Wurm-Kokons. Ein Rotwurm kann bis zu 100 Eier in 6 Monaten setzen. Würmer schlafen nicht, sie sind 24 Stunden am Tag aktiv legen aber bei für sie ungünstigen Bedingungen eine Kälte- oder Wärmestarre ein. Kurios ist übrigens, dass ein Wurm 5 Herzen und 6 Nieren hat, ein Wurm hat keine Lunge und nimmt den benötigten Sauerstoff durch die Haut auf.
Sein außergewöhnlicher Verdauungstrakt kann praktisch jede verfaulende organische Masse in wertvolle Humuserde umwandeln. Unter welchen Bedingungen kann ein Wurm überleben, diese Frage sollten wir uns stellen bevor wir eine eigene Wurmzucht aufbauen.


Wie schon beschrieben wandeln Würmer organisches Material in Humus um, dem zu Folge fühlen sich Würmer in allen verrottenden organischen Materialien wohl. Als ideale Temperatur sind 25C zu sehen, es werden aber Temperaturen von 0C bis 45C von einigen widerstandsfähigen Wurmarten toleriert, wobei die Würmer generell besser mit Temperaturen <25C zu Recht kommen. Bei der idealen Temperatur von 25C ist der Stoffwechsel der Würmer auf seinem Höhepunkt und die Fortpflanzung geschieht am schnellsten. Würmer brauchen zum überleben Sauerstoff, dies bedeutet das sie nie luftdicht gehalten werden dürfen, eine luftdichte Haltung würde außerdem eine Geruchsbelästigung der organischen Materialien hervorrufen da ein Faulungsprozess einsetzen würde. Ein idealer ph-Wert der Erde liegt bei 6-7, die Erde sollte eine gewisse Feuchtigkeit haben, dabei ist es wichtig die Erde nicht zu übernässen.
Viele Würmer meiden den reinen Sand, da er ihre Haut und den Verdauungstrakt reizt und praktisch keine organische Materie enthält.   Regenwürmer sind Bohrgräber. Zum Bauen eines Ganges ziehen sie also im Körpervorderteil die Ringmuskeln zusammen und bohren das dünne Vorderteil in eine Lücke im Erdreich.

Dann benutzen die Würmer die Längsmuskeln und schieben mit dem dickwerdenden Vorderteil die Erde auseinander.    Die Gänge sind pro Quadratmeter bis zu 20 Meter lang und vereinzelt reichen sie sogar bis zu 7 Meter in die Tiefe.  Zuviel Feuchtigkeit ist genauso wie zuviel Nahrung schädlich, beides gilt es sorgfältig zu regulieren.
Als Nahrung in Wurmzuchten haben sich neben spezieller Wurmerde auch Produkte wie Kaffeesatz, Zeitungspapier, Wellpappe, Kartoffelschalen, Obst, Zierfischfutter sowie Teebeutel durchgesetzt. Wir werden diese unterschiedlichen Nahrungsmittel während des kommenden Jahres ausführlich testen und die für uns beste, produktivste Lösung dann nutzen. Kommen wir zu den Wurmarten die sich in der modernen Matchangelei durchgesetzt haben, und gehen auf diese Arten kurz ein

 

Rotwurm (Eisenia foetida): Er wird bei uns umgangssprachlich auch Kompost- oder Mistwurm genannt.
Der Mistregenwurm ist etwa 3-10 cm lang und 3-4 mm dick. Er ist rundum wein- bis braun-rot mit gelben Segmentfurchen gefärbt. Der Mistwurm wird 2-3 Jahre alt und zeugt in dieser Zeit etwa 2000 Nachkommen. Der Mistwurm legt durchschnittlich 2 Kokons pro Woche ab, diese Kokons enthalten bis zu 10 Jungwürmer. Nach dem Schlüpfen aus dem Kokon nehmen die Würmer rasch an Gewicht zu, nach 20 Tagen mit Erwerb ihrer Geschlechtsreife wiegen sie 6mg, sind sie mit 90 Tagen ausgewachsen wiegen sie 330mg und sind 10cm lang.

Dendrobena ( Dendrobena veneta, auch Eisenia hortensis bzw. Eisenia veneta): Wird seit eingen Jahren als Angelköder gezüchtet und ist praktisch in jedem Angelgeschäft zu haben. Er ist größer als andere Kompostwürmer und kann, im Gegensatz zum noch größeren Tauwurm (Lumbricus terrestris), kultiviert werden. Er wird vor allem in Belgien, den Niederlanden und Polen produziert. Als Kompostwurm ist er aufgrund seiner viel geringeren Wachstums- und Reproduktionssrate unterlegen. Im Kompost hat er außerdem die Tendenz "abzuhauen", er muss daher in geschlossenen Behältern gezüchtet werden. Aussehen: violett oder oliv-braun, manchmal mit hellen Streifen.

Laubwurm (Lumbricus rubellus): Der Laubwurm erreicht eine Länge von max 12cm und wird etwa 5 mm dick. Der Körper ist rund, nur das Hinterteil ist flach. Die Oberseite ist er braunrot gefärbt und die Unterseite zeigt eine hell graubraune Färbung  

Fortsetzung folgt... 

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