Bericht von Marco Beck über den Anglertreff der Vereinsmannschaften 2005

  • von Marco Beck
  • 11. August 2005 um 18:21
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1. Tag

Intensives Loten ist der Grundstein für einen erfolgreichen Durchgang und Marco hatte am ersten Tag mit der A 13 einen Platz der keine Wünsche offen ließ. Ein ebener Untergrund, keine Muscheln und eine gleichmäßige Tiefe von 9 bis 13 Metern. Mit wenigen Worten: ein guter Brassenplatz. Dazu passend eine einfache Taktik. Die ersten 15 Minuten auf kleine Fische angeln, danach in Intervallen auf die Brassen angeln, bis diese sich am Platz eingefunden haben. So die Theorie. Futtertaktisch sah die Umsetzung folgendermaßen aus.

 

Anfangsfütterung:

5 Bälle Terre de Riviere mit kleinen Mückenlarven mit dem Pole-Cup

2 Bälle lockeres Futter ohne Wolke aus der Hand

4 Bälle festes Futter mit maximalem Casterbestand

 

Während des Angelns:

Konstant kleine Bälle mit Futter und Castern nachfüttern

Alle 15 Minuten 2-3 Bälle Terre de Riviere mit kleinen Mückenlarven mit dem Pole-Cup

Das Angeln gestaltete sich dann jedoch anders als vermutet, was auch die anderen Teams, die schon Tage zuvor zum Training angereist waren, aus dem Konzept brachte.
Nachdem Marco in den ersten 20 Minuten einige kleine Fische fing, verlor er eine Brasse auf dem Futterplatz. Danach war auf seinem Platz erstmal Pause. Es folgte natürlich wieder die Umstellung auf kleine Fische, doch durch zu viel Nahrung aus den oberen Sektoren bissen diese sehr spitz und waren dementsprechend schwer zu fangen. Mit dem Bewusstsein im Sektor nicht besonders gut zu liegen, angelte Marco wieder auf größere Fische, der Erfolg blieb jedoch aus.
Dieser Zeitverlust war nun kaum mehr aufzuholen, doch in der letzten halben Stunde konnte Marco noch einige Rotaugen und einen Brassen von 500 Gramm fangen. Ein weiterer, größerer Brassen schlitzte 10 Minuten vor dem Ende aus.

Am Ende konnte sich Marco noch auf den 9. Platz retten, was im Rückblick auf den Verlauf des Angelns noch eine gute Platzierung war. Marco angelte die Posenmodelle Madunice und Pistanie mit einer tragenden Antenne und Tragkräften von 4-6-8-10-12 Gramm.
Als Haken nahm er den 3410 in Gr. 16 und 18 für die Güstern und den 3405 in Gr. 18 und 16 für Rotaugen oder Gr. 14 für Brassen. Marco fischte an beiden Tagen durchgehend ein 8er Vorfach von 20 cm Länge, welches von bündig bis zu voller Länge aufgelegt wurde.

Die richtige Taktik wäre jedoch trotz des augenscheinlich guten Platzes gewesen, mit kleinem Haken und einer Pinkie/Mücke Beköderung 3 Stunden durchzuangeln und einen gelegentlichen Bonusfisch mitzunehmen. Aber bekanntlich ist man danach immer schlauer!

2. Tag

Am zweiten Tag stellte sich der Platz auf der A 6 nach dem Loten als wesentlich schwieriger heraus. Ein unebener Untergrund mit Tiefenunterschieden von bis zu 40 cm durch ein vermutlich in den Kanal geschüttetes Rohr, ließ erahnen, dass hier ein gutes Ergebnis sehr schwer werden würde.
Maximal 1,5 Meter hatte Marco inklusive einiger Unebenheiten einen halbwegs sauberen Trieb und somit war klar, dass hier größere Fische kaum zu erwarten waren. Da die Taktik für die Mannschaft sowieso für den zweiten Tag „kleine Fische, große Anzahl“ hieß, entschied sich Marco, den Platz wie folgt aufzubauen.

 

Diesmal fütterte Marco dieselbe Menge Futter wie im ersten Durchgang ebenfalls mit einem hohen Casteranteil ca. einen Meter stromauf auf eine Erhöhung, so dass das Futter unter der Rutenspitze anfing eine Spur zu bilden und in die tiefe Rinne rutschte.
Die Terre de Riviere wurde zusätzlich mit rotem Joker`fix (zum Zuckikleben) abgebunden, so dass die späteren Kugeln sehr lange liegen bleiben und eine Auflösungszeit von bis zu 30 Minuten hatten. Diese Kugeln aus schwerer Erde versetzte Marco wieder mit kleinen Mückenlarven und warf sie stromab in die Unebenheiten. Was sich nun sehr theoretisch anhört, ist tatsächlich auch nur nach ganz genauem Loten und einer Umsetzung des Gewässerbodens in der Vorstellung des Anglers möglich. Auf den Pole-Cup verzichtete Marco.

Aufgebaut hatte er Posen mit Tragkräften von 2-3-4-6 Gramm, dazu 2 Lollies mit 10 und 12 Gramm falls sich doch wider erwarten Brassen einstellen würden. Marco fing mit einer Rutenlänge von 12.5Metern an, nachdem er jedoch von Anfang an jeden Trieb einen Fisch fangen konnte und wegen eines Geländers Probleme beim Abstecken hatte, fütterte er einen halben Meter kürzer und tauschte das 12,5Meter Teil mit dem Mini-Extension.

 

Das Tempo, das Marco vorlegte versetzte die immer zahlreicher werdenden Zuschauer ins Staunen. Marco angelte Posen von 3 bis 6 Gramm im freien Trieb, fütterte, sofern es die Fische zuließen, jede Drift ein kleines Bällchen Futter und fing bei einer Wassertiefe von 4 Metern einen Fisch pro Minute.
Die Nachbarn erkannten schnell, dass sie dieses hohe Tempo nicht mitgehen konnten und setzten teilweise doch mehr mit schwereren Gewichten und größeren Ködern auf größere Fische, während Marco fast durchgängig mit einer Pinkie/Mücke Kombination fischte. Für diese schnelle Angelei ist es übrigens besonders wichtig, eine Pose einzusetzen, die sich beim auf- und abstecken nicht überschlägt, sich schnell im Wasser aufstellt und eine nicht zu feine Antenne hat, die die Bisse gut anzeigt.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das Mod. Piestanie mit tragender Bambusantenne das beste Ergebnis brachte, denn in der leichten Welle des Westwindes war es wichtig den Biss nicht nur zu erkennen, sondern im richtigen Moment anzuschlagen um keine Fehlzeiten zu haben. Bebleit wurde der doppelte Rattenschwanz mit zwei Fallschroten Nr. 8 und Nr. 10, als Elastic kam ein Nr. 5 über zwei Teile zum Einsatz.

Am Ende erreichte Marco im Endplatzsektor mit einer technisch und taktisch ausgezeichneten Leistung einen hervorragenden 1. Platz. 182 Fische mit einem Durchschnittsgewicht von 50 Gramm, wobei kein Fisch größer als 200 Gramm war, brachten ihm den Erfolg.

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