Die Preußen kommen...

  • von Pascal Brandenburg
  • 09. Oktober 2007 um 12:50
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Am nächsten Tag  bekamen wir von Andreas, Enrico und Achim, drei weiteren Mitgliedern des Sensas-Team Jagsttal, Verstärkung.


Team Sensas-Jagsttal im Doppeldrill

An diesem Tag waren wir auch wieder die einzigen die mit der Stange fischten. Das Wetter an diesem Tag war wesentlich besser und der Wasserstand leicht gefallen, die Strömung jedoch gestiegen. Aufgrund der stärkeren Strömung setzten wir an diesem Tag auf Futterkörbe von 60 bis 70 Gramm. Zudem schüttelten wir einen Trumpf aus dem Ärmel, den uns champions-team.de mit einem Karton Mosella Barbe Spezial zur Verfügung stellte (vielen Dank an Michael und Henric). Da wir heute fest mit Barben rechneten, ergänzten wir unser Futter mit Mosella Barbe Spezial und hoffte auf den für den auf Barben so unwiderstehlichen Käsegeruch.
Die ersten Fische ließen nicht lange auf sich warten und wir konnten Nasen, Rotaugen, Döbel, Brassen und Barben fangen.
Markus und Andreas zeigten uns ihr Können und demonstrierten uns ein sehr zielgenaues Tandemfeedern. Auffällig war, dass die ersten Barben recht schnell auf der Feederbahn gefangen wurden, aber genauso schnell auch wieder verschwanden.
Um die Barben stärker für unseren Hakenköder zu interessieren, füllten Alex und ich verstärkt unseren Futterkorb mit geklebten Maden. So konnte, neben einigen verlorenen Barben, Alex sechs und ich fünf Barben überlisten.


Glücklich und zufrieden nach dem zweiten Tag

Am dritten Tag war die Situation am Wasser unverändert und das Wetter war noch besser. Einziger Unterschied war das aggressive Beißverhalten der Barben. Spürte man an den vorhergehenden Tagen gerade ein leichtes Schlagen in der Rute schoss jetzt schlagartig der Gummi aus der Rute und die Fische flüchteten sofort in die Mitte des Mains und zeigten, dass 0.10er Geflochtene nicht unbedingt eine Fanggarantie ist. Die Fische hatten also den tagelang angefütterten Platz voll angenommen und bescherten uns wahre Sternstunden. Zudem mit einem roten Kopf und Schweiß auf der Stirn. Diesen Zustand musste Markus bei jedem Fisch mit einem: “Hol doch mal Luft“, kommentieren, oder der Frage, ob die Färbung meines Gesichts zu meiner Drilltechnik gehört. Aber ist schon ein unglaubliches Gefühl, für einen Kanalangler, wenn ein 1,8mm Vollgummi unaufhaltsam, trotz starker Gegenwehr, surrend in Richtung Flussmitte gezogen wird.
Wir fingen an diesem Tag zusammen über 20 Barben, von 50-70 Zentimetern und bis zu drei Kilogramm, und verloren mindestens die gleiche Anzahl. Markus Erklärung dafür war, dass die Barben in Fressrausch verfallen und sie umso aggressiver bzw. fressneidischer werden, desto mehr Fische an den Platz kommen.


Der Fang am dritten Tag
 
Am abschließenden Folgetag wollte Markus uns noch eine extremere Seite des Mains zeigen. Er entschloss sich dafür uns dem starken Turbinenwasser einer der zahlreich am Main vorhandenen Staustufen zur Energiegewinnung aus zu setzen. Diesmal teilten wir uns eine Rute, da wir alle recht mitgenommen von den vorhergehenden Angeltagen und deren Strapazen waren und die Platzbedingungen vor Ort auch nur einen Angelplatz hergaben. Markus stellte uns an diesem Tag seine Angelausrüstung zur Verfügung. Seine Milo Toledo Carp war mit einem 2,8mm Hohlgummi ausgestattet, den er nur in die Spitze der Rute gezogen hatte. Die Montage war die Selbe, die wir zuvor an dem anderen Abschnitt des Mains fischten.


Alex unterhalb der Turbine

Nur die Gewichte  der Futterkörbe waren diesmal ein wenig höher, so mussten wir um den Köder vernünftig am Grund präsentieren zu können mit Futterkörben bis zu 160 Gramm fischen. Leider waren die Barben hier nicht so zahlreich und wir konnten lediglich ein paar gute Rotaugen, Nasen und Döbel fangen, die aber in der Strömung auch einen recht guten Kampf präsentierten und erahnen ließen, wie eine Barbe in dieser Strömung agieren würde.



Abschließend lässt sich sagen, dass es sich mehr als gelohnt hat die 600 Kilometer auf sich zu nehmen und dies Erfahrungen waren, die keinem Angler so schnell aus dem Gedächtnis verschwinden werden.
Für die aufregenden Tage und seiner grenzenlosen Gastfreundschaft sind wir Markus mehr als dankbar, vor allem für das nicht enden wollende zur Verfügung stellen sämtlicher in seiner Hakenbox vorhandener
Vorfächer (man glaubt gar nicht, wie schnell sich so eine volle Hakenbox leeren kann) und für die mindestens zwei Kilogramm Futterkörbe die wir im Main ließen. Dank gilt zudem seinen Nachbarn, die unsere nächtlichen und frühmorgendlichen Bohrmaschinen-Futterrühr-Aktionen ohne Murren tolerierten.
Dies wird sicherlich nicht unser letzter Besuch in Unterfranken gewesen sein, doch beim nächsten Mal wird mit der Pose geangelt!!!!!!!!

Achja, bevor ich es vergesse und ich von perfiden Angelkollegen denunziert werde, muss ich noch etwas gestehen. Ja, ich habe es getan, ich habe gefeedert, aber wirklich nur ganz kurz und es hat mir auch gar keine Freude bereitet!!!


Pascal mit der Feederrute



Pascal Brandenburg

Fotos: Alex Dittrich, Markus Fischer, Enrico Pankow, Pascal Brandenburg
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