Distanzfeedern mit Carsten Röschl Teil 2

  • von Jörg Heise
  • 20. Dezember 2007 um 18:19
  • 0
Der Platz ist ausgesucht, die Kiepe aufgestellt und alle Anbauteile sind montiert. Zeit, sich um das Futter zu kümmern, die Rute zu montieren und die Angelentfernung einzustellen. Jeder Wurf muss passen und die Streuung sollte so gering wie möglich gehalten werden. Übung macht den Meister und wer punktgenau auf über 80 Metern Entfernung angeln will, der sollte schon ein bisschen geübt haben, denn die Fische wollen sich bei dem kalten Wasser so wenig wie möglich bewegen.

Das Futter: 

In der kalten Jahreszeit ist ein Futter notwendig, dass die Fische nicht zu sehr sättigt. Gleichzeitig muss es bei Würfen um die 80 Meter im Korb bleiben und sich dann im Wasser in einer angemessenen Zeit aus dem Korb lösen. Um die wenigen Fische auf den Platz zu halten, sollte das Futter nicht zu aktiv sein und nur wenige aufsteigende Artikel haben.

 Carsten vetraut dem Futter von Geers
Carstens Futterwahl für diese Session

Carsten Röschl vertraut auf Produkte des belgischen Futtermittelherstellers Geers und für diese Feedersession hat er sich für folgenden Mix entschieden.

1 Teil Absolut braun, 1 Teil Skimmer Mix und 1 Teil Rapid Spekulatius sollen die Feederrutenspitze zum vibrieren bringen. Das Absolut sorgt für die Bindung, welche das Futter während der Beschleunigungsphase im Korb hält. Es beinhaltet die wenigen, passiven Partikel, die die Fische auf dem Platz halten sollen. Das Skimmer Mix treibt das Futter aus dem Korb. Es hat eine geringe Bindung und einen mittleren Nährwert. Dazu nich das Rapid Spekulatius, dass bei einem geringen Sättigungsgrad mit seinem intensiven Spekulatiusgeruch die Fische auf den Futterplatz locken soll. 

Zum Anfeuchten des Futters hat Carsten allerdings noch einen echten Leckerbissen, denn am Abend vor dem Fischen hat Carsten Hanf aufgekocht. Beim Kochen haben sich die Hanföle gelöst und das Wasser duftet damit verführerisch nach Hanf.

Hanf und Hanfwasser als Futterzusatz
Hanf und Hanfwasser als Futterzusatz - eine Delikatesse für die Fische

Um den Appetit der Fische zu stimulieren, gibt Carsten zum Futter noch eine Portion Salz (100 Gramm). Salz hat einen ähnlichen Effekt wie eine Tüte Chips bei uns Menschen. Fängt man erst mal an Chips zu essen, so kann man nur schwerlich aufhören bevor die Tüte geleert ist. Verantwortlich ist hierfür u.a. der hohe Salzanteil in den Chips und ähnlich verhält es sich mit dem Salz in Carstens Futter und hoffentlich auch den Fischen am Platz.

die unvermischten Einzelzutaten
Die trockenen Zutaten

Carsten vermischt sorgfältig das Absolut, den Skimmer Mix und das Rapid Spekulatius mit dem Salz. Danach gibt er zu dieser Mischung das Hanfwasser hinzu.

das Hanfwasser zugeben
das Hanfwasser zugeben... 

und dann gut verruehren
...und dann gut verrühren

Um die gewünschte Konsistenz zu erreichen, wird der Mischung noch weiteres Wasser zugeführt. Ist die gewünschte Konsistenz erreicht, beginnt Carsten mit dem Sieben des Futters. Dieses Sieben sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit im Futter gleichmäßig verteilt wird und es keine Klümpchen gibt.

Carsten beim Sieben des Futters
Carsten beim Sieben des Futters

Am Ende dieser Prozedur hat das Futter die von Carsten gewünschte Konsistenz. Zumindest die gefühlte. Er testet sie, indem er einen gefüllten Korb vor seinen Füßen in das seichte Wasser hält und beobachtet, wie lange es dauert, bis sich das Futter aus dem Korb löst. 

Die Montage:

Im Stillwasser setzt Carsten auf eine Seitenarmmontage. Der Seitenarm hat eine Länge von circa 10 cm und befindet sich circa 30 cm vom Ende der monofilen Hauptschnur entfernt. Das Ende der Hauptschnur schließt mit einer Schlaufe ab, in die dann ein Vorfach der Stärke 0,14mm geschlauft wird. Die Vorfachlänge beträgt 80 cm und Carsten beginnt mit einem Haken der Größe 12. 

Während des Angelns wird Carsten diese Montage noch ändern, doch dazu später mehr.....

Carsten hat sich entschieden, in einer Entfernung von circa 80 Metern zu angeln. Durch zahlreiche Probewürfe mit einem etwas schwereren und somit das spätere Futter kompensierenden leeren Futterkorb hat er festgestellt, dass diese Entfernung für ihn gut und punktgenau zu erreichen ist. Der Grund scheint auf dieser Entfernung relativ eben zu sein. Festgestellt hat er dies, indem er bei gesenkter Rutenspitze jeweils einige Meter Schnur eingezogen hat. Würde es auf dem Platz Hänger geben, so hätte sich sein Korb darin verfangen. Ein durch Hindernisse benachteiligter Platz sollte auf keinen Fall befischt und befüttert werden. Stellt man ein Hindernis fest, so empfiehlt es sich das Umfeld neben und vor dem Hindernis anzuwerfen und festzustellen, ob dort auch noch Hindernisse vorhanden sind. Ein Angelplatz in einem Hänger ist natürlich fatal, ein Angelplatz in der Nähe eines Hindernisses kann allerdings sehr interssant sein. Denn oft bestehen diese Hindernisse aus Kanten an denen die Fische entlang ziehen oder die Hindernisse bieten Schutz und meist gibt es auch vermehrt natürliche Nahrung. Da Platz ist allerdings sauber und somit kann hier geangelt werden. Carsten bereitet nun zum Fischen eine Ersatzrute vor. Denn sollte er die Rute während des Fischens tauschen, so muss die Angelentfernung der zweiten Rute exact auf derselben Distanz liegen, wie die erste Rute. Hierzu bedient sich Carsten eines relativ einfachen, aber wirkungsvollen und sehr genauen Tricks.

Carsten beim Einclippen der Schnur
Carsten beim Einstellen der Entfernung der Ersatzrute

Nachdem Carsten sich für den Angelplatz bzw. die Entfernung entschieden hat, markiert er diese an der Feederrute durch das Einclippen der Schnur in den Schnurclip. Um die Entfernung auf die Ersatzrute zu übertragen, stellt er beide Ruten mit reichlich Platz nach hinten parallel in einen Rutenhalter. Beide Schnurfangbügel werden geöffnet und Carsten nimmt beide Feederkörbe in die Hand. Er marschiert so lange, bis die Schnur der Hauptrute im Clip endet. Damit hat Carsten die Angelentfernung der Hauptrute am Ufer abgeschritten und er muss jetzt nur noch den Korb der Ersatzrute neben den Korb der Hauptrute legen und die Schnur der Ersatzrute einclippen. Diese Art der Längeneinstellung funktioniert allerdings nur korrekt, wenn der Wind nicht zu stark ist. Weht ein heftiger Wind, wird in die Schnur der Ersatzrute ein Schnurbogen geblasen, da ja über den Clip noch keine Spannung erzeugt werden kann. Der Bogen müsste vor dem Einclippen der Schnur vorsichtig ausgeglichen werden, bestenfalls bleibt eine helfende Hand bei den Ruten und übernimmt die Spannung und das Einclippen. Ist am Ufer nicht genügend Platz für diese Art des Enfernungsabgleichs vorhanden, so gibt es die Möglichkeit sich die Entfernung anhand der Kurbelumdrehungen zu merken und sich der Entfernung mit mehreren Würfen anzunähern. Hierbei gilt es aber zu beachten das diese Methode nur funktioniert wenn man zwei Rollen vom gleichen Typ fischt und auch der Schnurdurchmesser identisch ist! Man wirft seinen Korb auf den Futterplatz und zählt beim Eindrehen der Montage jede Kurbelumdrehung. Mit der Zweitrute wird dann versucht, den Platz ohne Schnurclipblockade zu treffen, um dann ebenfalls die Umdrehungen zu zählen. Bei den nächsten Würfen wird die Entfernung dann entsprechend den Umdrehungen der Hauptrute angepasst. Das kann natürlich einige Würfe dauern, bis man wirklich die gleiche Anzahl an Kurbelumdrehungen hat. Generell lässt sich diese Methode übrigens auch prima nutzen, wenn man nur mit einer Rute fischt und die Schnur reißt! Also immer nach dem Festlegen des Angelplatzes die Kurbelumdrehungen notieren, wobei auf die Werte natürlich auch bei weiteren Sessions zurückgegriffen werden kann, sofern sich der Platz als sehr aussichtsreis herausgestellt hat.

Das Anfüttern:

Fox Feederkorb mit Futter
Der Korb vor dem Auswurf - schön sind das feine Futter und die Flügel am Korb zu sehen

Zu Beginn des Fischens wirft Carsten 6 Futterkörbe mit purem Futter. Durch diese Körbe baut er einen kleinen Futterteppich auf, der die Fische anlockt, aber mangels Ködern nicht sättigt. Um immer wieder den selben Futterplatz zu treffen zielt Carsten auf einen markanten Punkt am gegenüberliegenden Ufer. Dieser Punkt gilt als Anhaltspunkt für jeden Wurf. Um einen möglichst kontrollierten Wurf zu gewärleisten, wirft Carsten einen sauberen Überkopfwurf.


Carsten beim Überkopfwurf

Bei einem Überkopfwurf ist die gesamte Wurfbewegung auf den fixierten Punkt ausgerichtet. Bei einem Wurf der schräg-seitlich erfolgt, ist dies nicht möglich und die Gefahr, den Futterplatz nicht zu treffen wesentlich höher. Ein Überkopfwurf ist sicherlich kein einfacher Wurf, sollte aber von jedem Feederangler beherrscht werden. Um den Futterteppich aus reinem Futter etwas aufzuwerten und attraktiver zu gestalten gibt Carsten weiteren 4 Körben einen geringen Anteil an Pinkis und Castern hinzu.

Seinen Haken beködert Carsten mit 4 Maden, die Rute wird abgelegt und das Warten beginnt.......

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