Distanzfeedern mit Carsten Röschl Teil 3

  • von Jörg Heise
  • 06. Januar 2008 um 18:40
  • 0
Das Fischen

Untypisch für die ersten kalten Tage des Jahres bekommt Carsten schon nach einigen Minuten den ersten Zupfer des Tages. Die leicht gespannte Feederspitze zuckte ganz vorsichtig Richtung Fisch. Die Auswahl des Angelplatzes war gut, denn die Fische sind schon auf dem Platz und Carsten Röschls Blick richtet sich weiterhin konzentriert Richtung Feederspitze (Glasfaser 1,5 Oz).

ein Zupfer
Ein Zupfer an der sensiblen Rutenspitze

Ein weiterer Zupfer wird mit einem gefühlvollen Anhieb quittiert. Der Fisch hängt, die Rute verneigt und federt die ersten Fluchten des Fisches gefühlvoll bis ins 2. Teil der Rute ab. Dann erschlafft die Schnur und die Rute entspannt sich. Ausgeschlitzt, der Fisch ist verloren. Enttäuscht kurbelt Carsten ein und tut dabei seinen Unmut kund. Die Köderkontrolle zeigt das die Maden ausgelutscht sind und eine Schleimspur das Vorfach ziert. Ein guter Brassen hatte den Kampf für sich entschieden und zieht nun weiterhin in der Mitte des Gewässers seine Runden. Carsten beködert neu, wählt diesmal jedoch einen Mix aus Made und Caster. Dem Futter gibt er erneut einen Anteil an Maden und Castern bei.

Carsten wirft konzentriert aus und in circa 80 Metern Entfernung schlägt der Korb genau auf dem Futterplatz ein.

Carsten trifft seinen Futterplatz
Treffer auf dem Futterplatz

Die Schnur wird vorsichtig vorgespannt und das Warten auf eine verdächtige Bewegung der Rutenspitze beginnt von neuem. Schon nach wenigen Minuten der nächste Biss. Auf ein Zucken der Rutenspitze hin setzt Carsten den nächsten Anhieb, der jedoch komplett ins Leere geht. Die Fische stehen auf dem Futterplatz und die Kollegen nebenan fangen kleine Brassen um die 800 Gramm. Carsten bekommt seine Bisse aber nicht verwandelt und beim Einholen der Montage macht er sich sein Gedanken, ob er schon was ändern soll? Er beschließt einen weiteren Versuch mit der alten Montage zu wagen und wählt dieses Mal nur 2 Maden als Köder. Dem Futter gibt er nun eine etwas höhere Dosis (ca. 40 Pinkies und Caster) Lebendköder hinzu. Carsten wirft erneut aus und bringt die Rute in Position. Wieder dauert es nicht lange bis Carsten einen Biss bekommt. Bei diesem Biss wartet er etwas länger mit dem Anhieb und der Fisch hängt.

der Anhieb
der Anhieb... 

und die perfekte Reaktion der Rute
...und die perfekte Reaktion der Rute 

Die Rute verneigt sich vor dem Fisch und schön ist zu sehen, wie die Rute bei den Fluchten bis in das 3. Teil abfedert und die Fluchten bremst. Es scheint, als ob Carsten einen schönen Brassen gehakt hat. Durch den Verlust des ersten Fisches gewarnt, drillt er den Fisch langsam und vorsichtig Richtung Kescher. Der Albright Knoten gleitet problemlos durch die Rutenringe und es sind noch 10 Meter bis zum Fisch. Die letzten Meter vor dem Kescher stellen noch einmal eine echte Gefahr dar, da viele Fische kurz vor dem Keschern ausschlitzen. Die letzte Flucht des Brassen wird von Carsten durch ein gefühlvolles Mitgehen mit der Rutespitze abgefedert und nach dieser letzten Flucht ist der Fisch reif für die Landung. Mit einem ca. 3pfündigen Brassen liegt im Kescher der bisher größte Fisch des Tages.

ein toller Winterbrassen
Carsten mit einem schönen Winterbrassen - gefangen mit der Feederrute

Carsten beködert neu und, wirft aus und schnell stellen sich die nächsten Bisse ein, doch die beiden nächste Anhiebe gehen wieder ins leere. Carsten variiert die Vorfachlänge und wählt ein etwas kürzeres Vorfach. Diese Entscheidung scheint richtig zu sein, denn gleich den ersten Biss auf dem kurzen Vorfach kann Carsten verwandeln. Der Drill gestaltet sich problemlos, der Brassen folgt Carstens Zug Richtung Kescher und wird sicher gelandet. Einige weitere Brassen von 2-3 Pfund konnte einem Caster/Maden Mix nicht widerstehen. Die nächsten Fehlbisse zeigen Carsten aber, dass das kurze Vorfach nicht des Rätsels endgültige Lösung für die Fehlbisse ist. Es gelingt ihm nur jeden zweiten bis dritten Biss zu verwerten. Die Fische beißen sehr vorsichtig und die große Entfernung tut ihr übriges. Die Kollegen welche auf 35-40 Meter fischen haben weniger Problem mit den Fehlbissen, sie fangen dafür aber auch wesentlich kleinere Fische.

Da Carsten mit zu vielen Fehlbissen zu kämpfen hat, stellt er seine Feedermontage nun komplett um. Die Seitenarmmontage wird durch eine sogenannte Selbshakmontage, ähnlich wie sie beim Karpfenangeln eingesetzt wird, ersetzt.

die Selbsthakmontage
Die Selbsthakmontage

Statt eines schweren Karpfenbleis nutzt Carsten das Gewicht des Futterkorbes für den Selbsthakeffekt. Die Grundmontage ist eine Durchlaufmontage und zum Haken hin sitzt entweder ein Wirbel mit vorgeschalteter Stopperperle oder ein entsprechender Stopperknoten mit Stopperperle. Dann folgt ein Wirbel durch dessen Öse die Schnur läuft und in den Karabiner wird der Futterkorb eingehängt. Zum Angler hin sitzt ein weiterer Stopperknoten mit Perle, so dass der Wirbel mit angehängten Futterkorb also nur ein Spiel von 2-4 cm hat. Nimmt ein Fisch den Köder  und schwimmt einige Zentimeter, so spürt er schnell den Widerstand des Korbes und durch die folgende Fluchtreaktion hakt sich der Fisch dann selbst.

Carsten wirft die neue Montage aus und wir sind gespannt, ob sich seine Bissausbeute verbessern wird. Nach nur wenigen Minuten bewegt sich die Rutenspitze wieder. Dieses mal jedoch langsam und gleichmäßig. Carsten setzt den Anhieb. Sitzt!!! Nun drillt er einen schönen Brassen heran und kann ihn sicher landen. Der erste Versuch mit der neuen Montage war also erfolgreich. Carsten beködert neu und wirft aus. Mittlerweile trifft er dank des perfekt abgestimmten Gerätes mit jeden Wurf den obligatorischen Bierdeckel in 80 Meter Entfernung. Die Schnur wird gespannt und die Rute in die Ablage gelegt.

die Rute auf der Ablage
Die Rute in Windrichtung auf der Ablage

Einige Minuten vergehen bevor die Rutenspitze verlässlich die nächste Aktivität am Köder anzeigt und wieder ist ein gleichmäßiges ziehen an der Spitze zu beobachten.. Carsten setzt den Anhieb und wieder zeigt ein dumpfes Schlagen in der Rutenspitze, dass ein schöner Fisch gehakt ist. Auch diesen Fisch kann Carsten sicher laden und bei der Landung kann man schön sehen, dass der Haken ganz vorne im Maul sitzt.

ein kritischer Moment- die letzte Flucht
Ein kritischer Moment, die letzte Flucht. 

perfekt gemeistert von der Rute
Von der Rute abgefedert und sicher gelandet. 

Die Fische beißen scheinbar sehr spitz und somit hatte Carsten mit der alten Montage jede Menge Fehlbisse. Die neue Montage scheint zu funktionieren, denn zwei Bisse mit zwei gefangen Fischen lassen sich sehr gut an... Carsten wirft erneut aus und dieses mal dauert es zwar etwas länger bis zum Biss, doch auch diesen kann Carsten verwerten. Brassen Nummer 3 wird gelandet. Innerhalb der nächsten 30 Minuten kann Carsten noch 3 weitere Brassen um 1 Kilo fangen. 6 Brassen in einer Stunde ohne einen einzigen Fehlbiss, die Umstellung der Montage hatte sich ausgezahlt.

Carsten mit der Ausbeute der neuen Montage
Carsten Röschl mit der Ausbeute der letzten halben Stunde

Nach 4 Stunden Angeln mit vielen schönen Fischen und einigen interessanten Erkenntnissen im Gepäck beginnt Carsten einzupacken bevor die Dämmerung einsetzt. Ein schöner Wintertag geht zu Ende, ein Tag der eindrucksvoll zeigte, dass man auch im Winter Fische fangen kann. Man muss nur wissen wie!!!

Zum 1. Teil

Zum 2. Teil

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren