Kühle Köder

  • von ct Redaktion
  • 20. April 2007 um 08:49
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Wir gehen einfach mal davon aus, dass uns der Sommer noch einige warme Tage beschert und die professionelle Kühlung der Köder auf Reisen ein Thema wird.


Zur besseren Ansicht im Plastikbeutel sollten Maden und Pinkies bestenfalls in Madenbeuteln transportiert werden

Sicherlich gibt es viele Möglichkeiten Köder zu kühlen, doch wenn man den Profis mal in den Kofferraum oder über die Schulter schaut, dann hat sich überwiegend eine Methode durchgesetzt. Die wenigsten haben ein Kühlauto oder einen Kleintransporter, so dass natürlich auch ausreichender Platz im Kofferraum immer eine Rolle spielt. Die Köder sollten also bestenfalls über mehrere Tage kühl bleiben und dabei wenig Platz verbrauchen. Am besten geeignet ist dazu eine weiße Styroporbox mit einer Wandstärke von mind. 3 cm. Als Kühlelemente dienen gefrorene PET-Flaschen, wobei der Größe der Flaschen eine besondere Bedeutung zukommt.


Würmer, Caster, Maden und Pinkies können in der Box unbegrenzt gekühlt werden

Je größer die Flasche, bzw. das Volumen der Flasche, desto länger wird es dauern, bis der Inhalt komplett geschmolzen ist. Dabei sollten die Flaschen mind. 3 Tage bei – 18 ° Celsius in der Gefriertruhe eingefroren werden, um richtig durchzufrieren. Handelsübliche Kühlakkus im „Schokoladentafelformat“ sind somit eher ungeeignet, da sie viel zu schnell auftauen, da die Oberfläche des Akkus im Verhältnis zur Menge des gefrorenen Inhalts zu klein ist. Ebenfalls nicht sinnvoll für unsere Zwecke sind autobatteriebetriebene Kühlboxen. Sie bieten zu wenig Platz und heizen sich ohne Stromzufuhr sofort auf. Wer seine strombetriebene Kühlbox zudem schon einmal mit auf das Hotelzimmer genommen hat, der wird am nächsten Tag mangels Schlaf meist nicht zu den erfolgreicheren Anglern gehört haben.


Die Köder eng packen, aber später das Lüften nicht vergessen

Grundsätzlich sollte man weitere Flaschen dabei haben, die dann am Zielort eingefroren werden und mit den Flaschen der Kühlbox getauscht werden können. Bei kommerzieller Übernachtung ist es meist kein Problem die Flaschen vom Wirt einfrieren zu lassen, wenn jedoch gar nichts mehr geht legt man einfach abends Wasserflaschen im Supermarkt um die Ecke in die Gefriertheken und kauft dann die durchgefrorenen Flaschen am nächsten Tag. Diese Flaschen haben dann neben neuen, noch nicht geöffneten Flaschen den Vorteil, dass man den Inhalt nach dem Auftauen natürlich auch trinken kann und die willkommene Abkühlung einerseits dabei ist und zugleich einen doppelten Zweck erfüllt.
Bevorzugt sollte man Boxen wählen, die eine größere Grundfläche haben und dabei nicht zu hoch sind. Die Grundfläche sollte so groß sein, dass sie mehrere Maden- und Casterbeutel sowie Wurmdosen aufnehmen kann. In der Höhe sollten dann nur noch eine Isolierschicht und die Kühlakkus passen. Je enger die Kiste gepackt ist, desto langsamer werden die Akkus auftauen. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass die kalte Luft nach unten zieht und die Akkus somit auf die Köder gelegt werden sollten. So lassen sie sich auch schneller überprüfen und ggf. austauschen.


Zur Isolierung werden die Eisflaschen in Zeitungspapier gerollt

Die Kühlflaschenakkus müssen dabei immer in Zeitungspapier eingerollt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die Köder bei direktem Kontakt zu kalt werden, im schlechtesten Fall sogar gefrostet werden. Es müssen auch nicht zu viele Eisflaschen in der Box sein, da sonst die Gefahr besteht, dass es in der Box zu kalt wird und die Köder sterben. Eine Lage Flaschen auf den Ködern reicht dabei in den meisten Fällen.


Eine Lage Eisflaschen reicht um die Innentemperatur auf Kühlschranktemperatur zu bringen

Sofern sich zwischen den Eisflaschen und dem Deckel noch Luft befindet, so sollrte dieser Hohlraum ausgefüllt werden. Schaumstoff oder alte Handtücher sind dabei praktikabel und sorgen für die nötige Isolierung nach oben. Alle lebenden Köder brauchen natürlich ab und zu ein bisschen Sauerstoff zum Atmen. 24 Stunden kann die Kühlbox im gepackten Zustand bleiben, dann ist es Zeit, die Köder ein wenig zu lüften. Maden und Pinkies werden bestenfalls in Madenbeuteln transportiert, die genau wie die Wurmsäcke einige Minuten in den Schatten gelegt werden. Die Beute und Säcke sind luftdurchlässig genug, so dass sich die Krabbler schnell mit Luft vollsaugen. Sofern die Caster nicht eingeschweißt sind, werden die Frischhaltebeutel ebenfalls für einige Minuten geöffnet und anschliessend wieder in der Kühlbox verstaut.
Etwas aufwändiger verhält es sich mit den Mückenlarven. Während die in Zeitung gerollten kleinen Mückenlarven einmal am Tag gelüftet werden sollten, empfiehlt es sich die großen Mückenlarven einmal am Tag über ein im Wassr liegendes Sieb laufen zu lassen, um die toten Exemplare auszusortieren.


Die Eisflaschen kommen auf die Köder, denn die Kälte zieht nach unten

Generell sollten Mückenlarven und Würmer nicht über einen längeren Zeitraum zusammen mit Maden in einer Box verweilen, da das Ammoniak der Maden die Mückelarven und Würmer angreift. Für mehrtägige Ausflüge ist es daher ratsam zwei Kisten zu packen, bei ein bis zwei Tagen und wenig Platz im Kofferraum ist der Transport in einer Box aber auch noch kein Problem.
Am Wasser angekommen, sollte die Kühlbox nicht im Auto bleiben, da sich dieses, sofern es nicht im Schatten steht, meist überproportional erhitzt. Ein schattiges Plätzchen für die Box sorgt dafür, dass die Kühlakkus länger halten und den Ködern nicht der Hitzeschock droht.

Wer alle Tipps beachtet, wird auch bei größter Hitze immer frische und kühle Köder dabei haben und die Fische sollten es danken.

Wie wir die Köder kühl zum Angelplatz bringen und dort auch kühl halten, werden wir in einem weiteren Bericht erläutern.

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