Auf Rotaugen im Frühjahr

  • von Carsten Röschl
  • 17. April 2007 um 21:25
  • 0
Aussentemperatur: 6 C°, Wassertemperatur: 4 C°, strammer Wind von der Seite, Wassertiefe: 8- 9 Meter, Entfernung: ca. 35 Meter, Zielfisch: Rotauge.

Das waren die Bedingungen eines Winterdurchgangs vom Hunte-Team e.V. im Februar diesen Jahres.

Die Angelart war frei, so dass einige Mitglieder unseres Teams ihren Erfolg mit der Feederrute suchten um neben den vielen Rotaugen durch die ruhige Köderpräsentation den ein oder anderen zu erwartenden Brassen zu fangen.

Die anderen Angler des Hunte-Teams versuchten mit der Matchrute die Rotaugen zu überlisten. Jan Seipel und meine Wenigkeit wollten hiermit auch das Training für die kommenden Durchgänge des Team Niedersachsen aufnehmen.

das Objekt der Begierde
ein schönes Frühjahrsrotauge und damit Objekt der Begierde

Aber nun zum Fischen selbst:

Nachdem ich meinen Platz erreicht hatte, baute ich schnell alles Nötige auf und begann mit der langen Bolorute nach einer Kante in 8 Meter Tiefe zu suchen. Aus Erfahrung wissen wir, dass sich in unserem See im Winter die Rotaugen jenseits der 6m Marke aufhalten. Bei sehr schlechten äußeren Bedingungen kann es sogar sein, dass sie sich noch tiefer fallen lassen. Ich entschied mich deshalb schon vor dem Angeln gleich auf die stets sichere 8 Meter Tiefe zu gehen. Ein weiterer Vorteil der 8m Region ist die Möglichkeit einen der guten Bonusbrassen zu fangen. Nachdem ich sehr sorgfältig meinen Platz ausgelotet hatte, entschied ich mich für eine schöne sanfte Kante in ca.35 Metern Entfernung. Jetzt, da ich meine zu beangelnde Stelle gefunden hatte, musste ich die Angeltiefe und die Entfernung auf meine Matchruten übertragen. Um die Tiefe zu übertragen clippte ich die Schnur der Bolo ein und holte die gesamte Montage ans Ufer. Hier konnte ich die Tiefe der Bolomontage auf die Matchruten übertragen. Um nun die Entfernung einzustellen warf ich die Bolomontage wieder aus und stellte dabei sicher, das sowohl Richtung (markanter Punkt am gegenüberliegenden Ufer) als auch Entfernung (Schnurclip) stimmten. Nachdem ich die Kante mit Hilfe der Bolopose gefunden hatte, nutzte ich die Bolopose als Boje und warf meine Matchruten in Richtung der Bolopose über diese hinweg, hier clippte ich die Schnur in den Schnurclip ein und zog dann die Schnur der Matchrute soweit ein, das die Bolopose und die Matchrute auf gleicher Höhe waren. Diese Entfernung markierte ich mit dem Schnurmarker auf den Schnüren meiner Matchruten.



Carsten beim Einstellen der Montage
Carsten Röschl vom Hunte-Team e.V. bei dem Vorbereiten der Montage


Die Matchruten die zum Einsatz kamen, waren die FOX VARIO Carp Waggler in 3,90 m( für die schweren Montagen ) und die FOX ENVOY Waggler in 3,90 m. ( für die Montagen bis 14 gr. )

Als Montagen benutzte ich Slidermontagen mit vorgebleiten Wagglern. Der eingesetzte 18 gr Waggler wurde mit 7 gr auf der Schnur, der 14 gr Waggler mit 5 gr auf der Schnur und der 12 gr Waggler mit 4 gr auf der Schnur gefischt. Als Hauptschnur diente eine 12er sinkende monofile Hauptschnur mit einer vorgeschalteten 16er Schlagschnur die ebenfalls sinkend und monofil war. Ich fischte 14er Haken an einem 12er Vorfach und 18er Haken an einem 10er Vorfach beide bei einer Länge von jeweils 22 cm.


Beim Futter viel die Wahl auf die vielfach erprobte GEERS Mischung :

3 Teile RAPID DENDER schwarz, 1 Teil GEERS Lehm schwarz, 250 gr Hanf gemahlen und als Lockstoff GEERS Rotauge in Pulverform. Dem Futter wurden zu Beginn ein paar Pinkies und Caster hinzugefügt.


Da wir mit starken Seitenwind zu kämpfen hatten und es schwer war die Montage ruhig auf einer Stelle zu halten, entschied ich mich 2 Futterplätze nebeneinander anzulegen.

Am Anfang der Drift und ca. 5 Meter weiter am Ende der Drift. Durch die Spannung der Schnur und den Seitenwind konnte ich meinen Köder in der Futterspur entlang der Kante präsentieren.

Als Anfangsfütterung schoss ich auf jeden Platz 12 hühnerei große Futterbälle, am Ende des Fütterns noch mal 5 lockere mit reichlich Pinkies und Caster angereicherte Bälle direkt an den Anfang der Drift um die Rotaugen schnell auf den Platz zu locken und zum Fressen zu animieren.

Da der Wind gleich zu Beginn des Fischens sehr frisch von der Seite wehte, beschloss ich mit meiner schwersten Wagglermontage zu beginnen. Da mir der Wind zu schaffen machte und ich mit vielen Fischen rechnete nutzte ich Anfangs ein kompakte Bebleiung.


Durch die hohe Grammzahl auf der Schnur dauerte es nicht lange bis der Köder (2 Maden gedippt in Leberöl) am Grund ankam. Nach ca. 10 min. und einigen Driften blieb der Waggler das erste mal kurz stehen, ich denke jeder von uns kennt die Situation. Macht die Pose eine verdächtige Bewegung, dann sind alle Sinne geschärft, so auch bei mir,beim zweiten Zupfer kam der Anschlag und das erste schöne Rotauge fand den Weg in den Kescher. Wie erhofft hatten sich die Rotaugen massiv auf den Futterplatz gestellt und bescherten mir nun ein schönes Angeln. Genau wie geplant bissen die Rotaugen entlang der Kante in der Futterspur, die Bisse der Rotaugen verteilten sich über die ganze Drift, welches mir klar machte, das meine gewählte Futterstrategie voll auf ging. Durch regelmäßiges Nachfüttern auf den ersten Platz der Drift hielt ich die Fische in Beißlaune.

Nach ca. 1 ½ Stunden wurden die Rotaugen vorsichtiger, was mich dazu veranlasste die Montage zu wechseln. Ich nahm nun die FOX ENVOY Matchrute mit der 14gr Slidermontage und verschob die Punktbebleiung zu einer 2 Punktbebleiung. Der 18er Haken am 0,10er Vorfach wurde nur noch mit 2 Pinkies bestückt. Die Tiefe wurde so weit korrigiert, daß das Vorfach nur noch ganz eben den Grund berührte. So konnte Dank der feineren Montage gleich beim kleinsten Zupfer angeschlagen werden.

Mit dieser Änderung fing ich noch einige schöne Rotaugen. Am Ende lagen 25 Rotaugen mit einem Gewicht von 3450 gramm im Setzkescher.


Ein weiterer schöner Tag am Wasser ging zu Ende….


Carsten Röschl

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren