Behandlung und Einsatz von Flusserde/Terre de Rivière

  • von Jan Käbler
  • 09. April 2009 um 18:58
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Letztes Wochenende haben ein Freund und ich uns kurzzeitig entschlossen fischen zu gehen. Ziel war die tideabhängige Schwinge bei Stade. Da wir am gleichen Tag losfahren wollten, hatte ich nicht die Möglichkeit mein Futter am Abend zuvor vorzubereiten, so dass es für die vorhandene Strömung genug Wasser hätte ziehen können und schwer genug gewesen wäre, um dort zu angeln.

Aus einem Angeln in der Woche zuvor wusste ich jedoch, dass die Fische noch nicht viel Nahrung aufnehmen und wenn sie am Platz waren negativ auf neu Eingeworfenes Futter reagierten.

Am Gewässer angekommen sah ich einige Maulwurfshügel mit schwerer stark klebender Erde, sogenannete Flusserde. Ich beschloss diese zusammen zu sammeln und damit mein zu leichtes Futter zu beschweren:


                Ein Haufen Arbeit                   

Dazu wird die gesammelte Flusserde zweimal gesiebt: Zuerst mit einem groben Sieb um Gräser, Wurzeln und enthaltene Steine zu entfernen, danach mit einem feinem Sieb, um eine feine Körnung zu erhalten. Des Weiteren kann man die Bindung durch Zugabe von Madenkleber oder grauem Lehm/Betonit verändern, so dass sich die Futterballen langsamer auflösen und die Lebendköder später freigeben. Bei der Verwendung des grauen Lehms ist es wichtig das richtige Verhältnis zwischen der gesammelten schweren Erde und dem Bindemittel(grauer Lehm/Betonit) einzuhalten. Hört man sich in Fachkreisen um, so hat sich das Verhältnis 4kg Lehm zu 0,5kg Betonit/grauem Lehm bei den meisten Experten durchgesetzt. Dieses Verhältnis kann man auf die entsprechende Menge Lehm, die man einsetzen möchte umrechnen und durch die verschiedenen Lehmsorten auf die vorgegebene Strömung anpassen.


                                                                       Benötigte Siebe

   


Unterschiedliche Maschenweite


 
Nach Zugabe von Flusserde zum Futter sollte diese Mischung noch mal gesiebt, beziehungsweise mit dem Quirl gut vermischt werden, ohne dass Klumpen entstehen.


                                                    Vermengen der beiden Bestandteile


                                                Verwendetes Futter und Flusserde  

Zur Veranschaulichung haben wir deshalb im Nachhinein das einfache Futter und mit Flusserde vermischtes Futter in ein Aquarium gegeben:


           Links reines Futter, rechter Ball mit Flusserde                        Nach 5 Minuten



                               Nach 10 Minuten                                                  Nach 20 Minuten
   


Die mit Kleber behandelte Futterballen zeigte auch nach 30 Minuten im Vergleich zum Futterballen/Flusserde Ballen nur wenig Auflösungserscheinung

Beim Angeln brauchte ich daher nicht wie mein Freund sehr häufig nachfüttern, da die Ströumg das aktive/leichte Futter weggetrieben hatten, sondern beschränkte mich darauf nach einer Startfütterung von 5 Bällen alle halbe Stunde eine Ballen mit dem Pole Cup einzubringen. Durch die höhere Bindung des Futter/Lehm Gemischs werden kontinuierlich beigemengte Lebendköder freigegeben, welche die Fische in Beißlaune halten. Diese werden bei der reinen Futtermischung hingegen schneller freigesetzt und damit der Strömung ausgesetzt. Durch den Zusatz von Flusserde und Bindungsmittel erreicht man also eine längere Wirkung  des Futters auf die Fische. So konnte ich auf dem Platz stromauf kontinuierlich Fische fangen und kam insgesamt auf 25 Stück während mein Freund auf dem eigentlich besseren Platz stromab nur 4 Fische überlisten konnte.              


Ein schönes Exemplar der hauptsächlich gefangenen Güstern

 
Gegen Ende ließ sich dann auch noch ein schöner Brassen überführen

Dabei war es wichtig den Köder punktgenau auf dem Futterplatz zu präsentieren. Jedoch konnte ich mit einem passiv auf dem Futterplatz blockiertem Köder kaum Fische überlisten, sondern musste um den Fisch zum Anbiss zu verleiten dem Köder durch Ziehen entgegen der Strömung Leben einhauchen.


Fazit:

Flusserde findet man an den Ufern unserer Angelgewässer! Hier gilt es am einfachsten nach Maulwurfshügeln Ausschau zu halten, aus denen man den Lehm sehr gut gewinnen kann.

Diese Erde wird hauptsächlich zum Beschweren des Futters oder der einzubringenden Köder in tiefen oder stark strömenden Gewässern verwendet, wenn man sicher gehen will, dass das Futter oder die enthaltenen Lebendköder, wie Mückenlarven, Maden, Caster oder Würmer den Gewässergrund erreichen.
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