Hanf - ein Wintertraum

  • von Michael Borchers
  • 06. Februar 2007 um 00:00
  • 0
Dazu sind wir im Rahmen eines kleinen Angelausflugs in den Duisburger Hafen später nach Oberhausen in die Küche von Peer Saddler gefahren, um einem der prominentesten Hanfköche über die Schulter zu schauen. Peer ist einer der bekanntesten Angler in NRW und auch über die Grenzen von NRW hinaus ist man nie vor ihm sicher. Während er im Sommer bei den Fischen in Cheb zu finden ist, agiert er in den Wintermonaten als „Hafenmeister“ in Duisburg und stellt dort viele interessante Fischen auf die Beine. Im Winter ist Hanf als Futterzusatz im Duisburger Hafen unerlässlich, so dass Peer zwangsläufig als Experte der Hanfzubereitung gilt.

peer
der Hafenmeister in seinem Revier

Vorbereitung:

Bei der Beschaffung vom Hanf gilt es schon einen gravierenden Punkt zu beachten. Die rohen Hanfkörner sind geschlossen und müssen erst durch den folgenden Prozess zum Quellen gebracht werden. Aber nicht alle Hanfkörner quellen und es ist absolut wichtig, dass man schwefelfreien Hanf kauft. Der Hanf in Deutschland ist im Allgemeinen geschwefelt, und man sollte explizit darauf hinweisen, dass man ungeschwefelten Hanf haben möchte. Hanf ist übrigens in Futtermühlen in größeren Mengen für kleines Geld zu erwerben.


der rohe Hanf

Zubereitung:

Den Hanf 24 Stunden im Wasser quellen lassen. Am Tag der Zubereitung das Wasser abgießen und durch neues, frisches Wasser ersetzen. Den Hanf und das Wasser nun zum Kochen bringen und circa 10 Minuten kochen lassen. Jetzt das Wasser austauschen. Warum? Das Wasser ist durch den Abkochvorgang stark verschmutzt, öffnen sich die Hanfkörner dann später, so nimmt der weiße Kern des Hanfes die dunkele Farbe des Wassers an. Da der weiße Kern jedoch eine große Attraktivität auf die Fische hat, möchten wir dies natürlich verhindern.


Hanf quillen lassen

Den Hanf im frisch ausgewechselten Wasser nun wieder erhitzen und 10 Minuten kochen lassen. Nach den 10 Minuten das Wasser noch einmal austauschen, und wieder 10 Minuten erhitzen. Nach diesem Kochvorgang, der jetzt circa 30 Minuten gedauert hat, müsste der Hanf anfangen sich zu öffnen. Dieses Quellen ist durch das Aufplatzen der Hanfschale zu sehen, der weiche Kern des Hanfes ist nun sichtbar.


und kochen lassen

Das Wasser nun abgießen und den Hanf zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen. Im Kühlschrank ist der Hanf für 2-3 Tage haltbar, eingefroren sogar noch wesentlich länger.


Übrigens: Das Wasser, welches beim Kochen mehrmals abgeschöpft wurde, sollte nicht weggegossen sondern separat gesammelt werden. Durch das Aroma und die freigewordenen Öle eignet es sich hervorragend, um später damit das Futter anzufeuchten.

Eine sehr wichtige und interessante Sache, die sicherlich nicht allen bekannt ist noch am Rande. Hanf zählt nach den C.I.P.S. nicht als Köder, sondern als Futter. Bei meist 17 Litern Futter muss man also nur die Menge des Hanfes bei der restlichen Menge des Futters berücksichtigen und das Köderlimit bleibt bei 2,5 Litern. Das ist insbesondere interessant, wenn die Fische auf das prasselnde Geräusch von mit der Schleuder geschossenen Ködern reagieren und während der gesamten Angelzeit immer Köder geschossen werden müssen. Maden, Pinkies und Caster können da schnell zur Neige gehen und sind zudem nicht so geräuschintensiv. Zudem sättigen sie die Fische schneller und sinken bei Strömung langsamer ab. Hier ist das Hanfkorn klar im Vorteil, wobei insbesondere Rotaugen geradezu in einen Hanfrausch verfallen können.

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren