Bigfish-Feedern mit dem Team Sensas Jagsttal

  • von Achim Tomasits
  • 15. Januar 2009 um 12:37
  • 0
Das Team Sensas Jagsttal machte sich an einem Sonntagmorgen im Juli schon früh auf den Weg an den idyllisch gelegenen Main bei Trennfeld. Es sollte mit den Feeder-Ruten speziell auf die gewichtigen Fische dieses Main-Abschnitts geangelt werden. Besonders die kampfstarken Barben und die gewichtigen Brassen beanspruchen das Material bis aufs Äußerste und liefern atemberaubende Drills an den Ruten. Natürlich fängt man nicht einfach mal so auf Ansage eine große Anzahl der gewichtigen Burschen, ausschlaggebend ist auch die präzise Vorbereitung bzw. das exakte Abstimmen aller relevanten Komponenten. Der Faktor Wetter muss auch sein Übriges dazu beitragen, um einen erfolgreichen Angeltag bestreiten zu können und an diesem Sonntagmorgen war dieses Wetter einfach fischverdächtig. Am frühen Morgen hat noch ein Gewitter dem Main Leben eingehaucht und bereits als wir ankamen, sahen wir die Aktivität der Fische auf der gesamten Wasserstrecken. Ein gutes Omen.

Fangen wir von Anfang an, die Zusammenstellung und Zubereitung des Feeder-Futters:
Wir testeten an diesem Tag zwei differenzierte Futtermischungen, eine hellere und eine dunklere Variante. Die hellere Futtersorte bestand aus:

1 kg Brassen Explosiv
1 kg Gigantix
1 kg Feeder Explosiv
200g gekochten Hanf
50g zermahlene Boillies


Ein wahrer Brassen- bzw. Barbenschmaus

Die dunklere Futtermischung bestand aus:


1 kg Gros Gardons
1 kg Gigantix
½ kg Gardons Rouge
200g Gelbe Partikel
150g gekochten Hanf

         

 Gros Gardons

 

 Gigantix

 

  Gardons Rouge

         

Gros Gardons mit vielen Sämereien lieben auch Barben, die Partikel des Gigantix machen dieses für Großfische attraktiv und Gardons Rouge ist ein Muss bei angetrübtem Wasser.

Die zusammengestellten Futtermischungen sollten der Zielfischart gerecht werden, ein nährstoffreicher Mix mit zahlreichen Sämereien und Partikeln sollte da gerade richtig erscheinen, schließlich passt in eine 3 kg Barbe mächtig was rein. Ergänzt wird dieses nahrhafte Futter später noch mit Lebendködern, insbesondere Maden, Caster und wenn die Brassen in Fresslaune sind, auch noch geschnittene Würmer. Wer sich zu dem ein oder anderen Additiv hinreißen lassen möchte, der sollte sein Glück mit etwas Honig (30g auf 3kg) oder etwas Barbenaroma (Cheesy) mit in seine Futtermischung einbringen. Wir hatten an diesem Tag bis auf ein wenig Vanille-Additiv nichts Zusätzliches in unseren Futtermischungen (1/2 Beutel Vanillix auf 3kg).

Unsere Futtermischungen wurden bereits am Vorabend vorbereitet, schließlich wollten wir ein passives Futter um den zahlreich vorkommenden Kleinfischen erst gar nicht so den Appetit anzuregen und zweitens müssen die Partikel richtig durchziehen, wer will schon den Nebensitzern die Fische mitfüttern?!

Gerät- und Montagenzusammenstellung:
Große Fische, grobes Material, na ja, relativ gesehen mag es dem ein oder anderen Kollegen der Stipperzunft schon Tränen in die Augen treiben, was Feeder-Angler an grobschlächtigem Material für Ihre Zielfische alles so aufbieten. Andere Hobbyangler sind dagegen fasziniert, dass man mit einer 10er geflochtenen Hauptschnur und einem 10er Haken an einer 0,08 geflochtenen Fireline Barben um die 5kg Marke bändigen kann. Die richtige Abstimmung muss natürlich mit allen Faktoren und Möglichkeiten exakt zusammenpassen, schließlich soll der gehakte Fisch auch gelandet werden und nicht auf halber Strecke sich mit der Montage bzw. dem Vorfach verabschieden.


Schlaufenmontage mit Shock-Absorber

Fangen wir bei der Montage an: Hier verwenden wir eine gängige Schlaufenmontage mit ca. 25cm großer Schlaufe für den Lauf des Futterkorbs. Ein gezwirbelter Abstandshalter mit einem Mikro-Wirbel hält das Vorfach verwicklungsfrei vom Korb und der Hauptschnur fern. Eine Besonderheit ist der gezwirbelte Naturlatex-Gummi (Pole-Gummi), um bei Verwendung von nur geflochtenen Schnüren einen kleinen Puffer/ Shock-Absorber in der Montage zu haben. Der Gummi sollte auf jeden Fall auch auf die verwendete Feeder-Rute abgestimmt sein, sprich eine härtere Rute sollte mit einem dickeren Gummi versehen werden. Es bringt nichts, wenn man ein dünnes Gummi verwendet, dieses gleich überdehnt ist und die Rute keine ausreichende Aktion mehr zur Verfügung hat. Es empfiehlt sich die Verwendung von Gummis in den Stärken 1,0 – 2,0mm, einfach ein 25cm langes Stück mit einem Wirbel versehen, zusammenzwirbeln und mit einem Doppelachtkoten sichern. An diesem entstandenen Knoten wird dann das Vorfach eingeschlauft und hält bombensicher. Die verwendeten Feeder-Ruten müssen ein ausreichendes Rückrat für die Bändigung der starken Fische besitzen, hier verwendeten wir neben der Team Feeder 450 in der Heavy-Ausführung aus dem Hause Sensas auch noch die Tri-Cast 5000 Legend Feeder, beide Ruten sind wahre Kraftpakete und haben genügend Reserven für die Großfische. Als Hauptschnur eine geflochtene 10er von Pezon & Michel und daran angeknüpft eine 14er geflochtene Schlagschnur sollten – in Zusammenarbeit mit dem Naturlatex-Gummi - die Fische bändigen können. Durch das Schlagen der Barben mit dem Kopf auf den steinigen Untergrund beim Drill haben wir uns entschlossen, monofile Vorfächer außen vor zu lassen und eine sichere Variante zu wählen. Es wurden ebenfalls geflochtene Vorfächer in den Stärken 0,08 – 0,10mm gewählt, der Abrieb ist einfach geringer und Abrisse sind doch eher ausgeschlossen. Als Haken verwendeten wir den Feeder-Haken schlechthin, Sensas Feeling 3311. Bei der heutigen Strömung waren Futterkörbe in den Gewichten von 60 – 80 g ausreichend, bis zu einer Entfernung von 50m wurden Standardfutterkörbe, über 50m Speedkörbe benutzt.

Das Angeln:
Nachdem wir uns auf die Distanzen festgelegt hatten – wir wollten schließlich nicht alle auf einer Bahn den Fischen nachstellen – begannen wir mit dem Anlegen des Futterplatzes. Die Entfernungen, welche wir heute testeten, lagen bei 40 – 55 – 68m. Auf 40m begann das schiffbare Flussbett, 55m war mitten in diesem und bei 68m befand sich dann die zweite Kante aus dem Flussbett heraus. Das Abtasten des Gewässergrunds ist unumgänglich, wer will schon in einer Bahn angeln, bei welcher man ständig mit Abrissen bzw. Hänger zu kämpfen hat. Hierzu wird der Futterkorb ca. 10m oberhalb des eigentlichen Angelplatzes eingeworfen und durch die Verwendung eines leichteren Korbes kann optimal der Gewässergrund abgetastet werden. Bei einer 80g Strömung ist die Verwendung eines 40g Korbes optimal, hier kann man die Unebenheiten des Gewässergrundes schön ertasten und sich seine Bahn bildlich vorstellen.

Nachdem alle sich ihre Bahn zu Recht gelegt hatten, wurde mit der Anfangsfütterung begonnen. Es werden in der Regel ca. 10 Körbe Futter mit wenig Lebendködern ausgebracht, schließlich weiß man noch nicht, inwieweit die Fische schon am Anfang auf eine massive Zugabe von Ködern reagieren. An manchen Tagen kann der Einsatz von zu vielen Ködern im Futter die Fische vergrämen und dann trifft wieder das Sprichwort zu: Manchmal ist weniger mehr! Nach den ersten 10 Körben wird dann das Vorfach an die Montage angebracht und bestückt. Da es heute hauptsächlich auf unsere Barben- und Brassenfreunde gehen sollte, waren 7 Maden am 10er Haken eine gute Wahl.


Es wird angerichtet

Bereits nach dem ersten Wurf mit Vorfach und Haken krümmten sich fast alle unserer vier Feeder-Ruten zum Halbkreis, das geht ja schon sehr gut los!


Und schon die erste Barbe im Drill

Nachdem wir erkannten, dass die Fische schon auf dem Platz standen bzw. positiv auf das Futter reagierten, erhöhten wir jetzt den Lebendköderanteil und gaben bei jedem Korb noch massiv Maden und Caster mit dazu. Kontinuierlich fingen wir Fisch auf Fisch, stellenweise so große Exemplare von Barben, dass wir uns von unseren bequemen Sitzen erheben mussten, um die Fluchten dieser Kämpfer besser kontrollieren zu können. Diese Barbenfights wurden stellenweise durch einen Brassenfang unterbrochen, jedoch schenkten sich diese beiden Fischarten an diesem Tage nicht viel, beide hatten verdammt viel Appetit auf unser Futter und unsere Köder und so konnten wir am Ende dieses fischreichen Tages auf eine gute Ausbeute zurückblicken. Neben den kampfstarken Barben um die 3 kg Marke und den gewichtigen Brassen um die 2 kg, hatten wir noch Rotaugen bis zur 1.000g Marke gefangen, bei diesen Stückgewichten kann man sicherlich auch schon von Bigfish reden. Auch der ein oder andere Karpfen gesellte sich in die Runde mit ein und lieferte spannende Drills an den Feeder-Ruten.

 
 
                                                   Die Ausbeute einer vierstündigen Session

Dieser Tag hat mal wieder gezeigt, dass es mit der richtigen Vorbereitung, dem passenden Wetter und der Beißlaune der Fische auch heute noch Highlights in dem Leben eines Anglers geben kann, sicherlich nicht wie vor 25 Jahren, jedoch gibt es auch heute immer wieder Situationen an die man sich gerne zurück erinnert. Und heute war wieder mal so ein Tag.

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren