Mit Matchrute und Mückenlarve Teil 2

  • von Alex Dittrich
  • 09. Januar 2008 um 22:09
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An der gegenüberliegenden Kante in einer Entfernung von 25 Metern will Ralf also angeln und dort soll auch das Futter platziert werden. Besonders wichtig ist es nun die Angelentfernung mittels einer Markierung auf der Schnur kenntlich zu machen. Also die 25 Meter Marke überwerfen, die Schnur schnell auf Spannung bringen, so dass kein Schnurbogen entsteht und noch einmal die Kante am gegenüberliegenden Ufer suchen. Ist die Kante gefunden, wird mit der einen Hand die Schnur zwischen Rolle und unterstem Matchrutenring auf Spannung gebracht und ein Teilstück der Schnur mit einem Fettstift markiert.


Match-Schnüre sind meist dunkel, so dass ein weißer oder gelber Fettstift ideal sind

Die Markierung der Angelentfernung ist von größter Bedeutung und sollte keinesfalls außer Acht gelassen werden. Nach etlichen Würfen, Veränderungen der Lichtverhältnisse, aufkommendem Wind und Wasserspiegelungen kann sich ein Schatten auf dem Wasser, der eben noch als Markierung diente, schnell verändern oder verschwinden. Einige Würfe neben oder auch mal ein Biss vor dem Futterplatz und schon fliegt der nächste Futterball weiter nach rechts oder kürzer und das Chaos nimmt seinen Lauf. Also vor dem Füttern ein Ziel am anderen Ufer suchen, einen Schnurbogen vermeiden, den Waggler auf der Angelstelle positionieren und die Schnur markieren. Damit ist dann gewährleistet, dass der Futterplatz unter allen Bedingungen immer punktgenau angeworfen werden kann.


Einige Pinkies und die getrennten Mückenlarven werden unmittelbar vor der Anfangsfütterung zum
Futter gegeben

Nun ist es nicht so, dass Ralf seine Futterbälle genau an die 25 Meter entfernte Kante schießt und auch der Waggler dort später immer zum Stehen kommt, doch mittels der Markierung findet er immer exakt die Stelle, die ihm nach dem Ausloten als aussichtsreich erschien. Die Futterbälle werden bestenfalls im Bereich von 24 bis 26 Metern auf die Wasseroberfläche treffen und später im Angeln wird sich zeigen, wo die Fische letztendlich stehen. Die Markierung auf der Schnur dient nur als Orientierungshilfe und beim Angeln kann sich durchaus herausstellen, dass es Sinn macht die Markierung auf die Rolle zu kurbeln oder auch erstmal ein bis zwei Meter von der Rolle entfernt zu lassen, um sich dann langsam dem Ausgangspunkt durch Einziehen der Schnur anzunähern.


10 gleichmäßie Futterbällchen reichen für die Anfangsfütterung

Nun aber endlich zum Anfüttern. Wer es ganz genau machen will oder sich mangels Erfahrung unsicher ist, der kann seine Futterbälle optisch in die gleiche Form bringen und mittels einer kleinen Küchenwaage auswiegen. Mit einer Toleranz von +/- 5 Gramm sollten dann alle Futterbälle identisch sein und wenn nun noch die Technik stimmt, dann wird sich der eine oder andere wundern, wie punktgenau man diese schießen kann. Heute sind die Futterbälle idealerweise so groß, dass sie sich mit einer Hand formen lassen. Also so zwischen Hühner- und Überraschungseigröße, denn Ralf schießt lieber ein paar kleinere Bälle mehr anstatt auf wenige, dafür große Futterbälle zu setzen. 

     
             Eine gute Größe für den Winter                       Der Baum mit seinem Schatten dient als Ziel

Erst unmittelbar bevor er die Futterbälle formt, gibt er eine Handvoll Pinkies und zwei Hände der getrennten Mückenlarven zum Futter. Die Köder gleichmäßig unter das Futter mischen und schnell sind einige Futterkugeln geformt. Ralf hat natürlich verschiedene Schleudern für unterschiedliche Entfernungen dabei und vertraut heute auf ein Modell der Firma Drennan. Die maximale Schussweite einer Futterschleuder hängt in erster Linie mit dem Schleudergummi zusammen und am genauesten lassen sich die Futterbälle schießen, wenn der Gummi maximal gedehnt wird. "Voll durchziehen" heisst also bei einem weichen Gummi, dass die Bälle nicht so weit fliegen, währen man bei einem harten Gummi mit allerdings auch wesentlich mehr Kraftaufwand wesentlich weiter schießen kann.

     
        Maximale Dehnung für genaues Füttern                Mückenlarven am Haken sind top im Winter

Die Länge und die Dehnung des Schleudergummies sind also entscheidend, wie weit die Futterbälle fliegen und dementsprechend können verschiedene Schleudern mit unterschiedlichen Gummis in unterschiedlichen Längen vorbereitet werden, so dass bei maximaler Dehnung Entfernungen von/bis abgedeckt werden.
Ralf hat also seine Futterbälle sauber Richtung gegenüberliegendes Ufer geschossen und nun wird es sicherlich etwas dauern, bis sich die ersten Fische auf dem Futterplatz einfinden. In der ersten halben Stunde ist es oft so, dass die Fische noch sehr gut auf ein oder zwei Pinkies am Haken reagieren, doch danach bringt die große Mückenlarve mehr und eindeutigere Bisse.


Die lebendigsten Mückenlarven kommen an den Haken

Vor dem Angeln lässte Ralf die großen Mückenlarven noch einmal über ein im Wasser hängendes Sieb laufen, so dass sich zum Angelbeginn auch nur noch lebendige Mückenlarven in der Köderdose befinden. Ralf hältert seine großen Mückenlarven während des Angelns im Wasser in einer hellen Köderdose und nimmt zur Beköderung einige Exemplare heraus, um sie dann auf sein Hosenbein zu legen. Nun kann er sich die muntersten Exemplare aussuchen und den Haken beködern.


Der Auswurf erfolgt in einer durchgehenden, gleichmäßigen Bewegung

Und los geht´s. Der Haken ist beködert, das Ziel am gegenüberliegenden Ufer ins Visier genommen und mit einer gleichmäßigen Bewegung wird der Futterplatz zwei bis drei Meter überworfen. Ralf taucht die Rutenspitze ins Wasser und kurbelt mit einigen schnellen Kurbelumdrehungen die Schnur bis zur Markierung ein. Die Mückenlarven am Haken überstehen auch weite Würfe relativ problemlos, doch sollte auf zu ruckartige Bewegungen beim Wurf verzichtet werden, denn dann droht die Gefahr, dass der Köder Schaden nimmt und im schlechtesten Fall erst gar nicht zum Grund gelangt.
Nach einer Viertelstunde erfolgt der erste Biss und das erste kleine Rotauge fliegt Ralf entgegen. Fast mit jedem Wurf fängt er nun Rotaugen von 10 bis 15 Zentimetern und so lange es so beisst, wird weder die Montage verändert noch nachgefüttert.

     
 Die ersten Fische kommen noch geflogen...         ...doch später ist auch der Kescher im Einsatz

Nach weiteren 30 Minuten bleiben allerdings die Bisse aus und es ist Zeit für Veränderungen. Nun machen sich Erfahrung und Gewässerkenntnis bezahlt und Ralf geht davon aus, dass die Fische noch da sind, der Köder aber in der falschen Tiefe angeboten wird, die Fische vielleicht aber auch nicht direkt auf dem Futter stehen. Möglicherweise ist auch ein Schwarm kleinerer Brassen eingetroffen, die den Köder nicht bündig, sondern lieber einige Zentimeter aufliegend und damit ruhiger präsentiert haben möchten. Ralf stellt also knappe 10 Zentimeter tiefer, doch Fehlanzeige. Vielleicht doch einige Zentimeter über Grund? Und tatsächlich, mit der 5 Zentimeter über Grund eingestellten Tiefe gibt es gleich wieder Bisse und die Überraschung ist komplett, als der erste kleine Brassen über den Kescherrand gleitet. Das aktive Futter hat die Fische vom Grund weggezogen und auftreibende Futterpartikel werden eingesammelt.
Nun kann und sollte nach knapp eineinhalb Stunden auch mal wieder nachgefüttert werden. Ralf macht die Futterkugeln nicht ganz so fest, so dass diese relativ schnell aufgehen und in einer Wolke zum Grund kommen. Zwischen durch ist auch immer mal wieder ein Rotauge dabei, doch die Hauptbeute sind nun kleine Brassen bis maximal 300 Gramm, die mittlerweile 15 Zentimeter über dem Grund stehen und am Ende für ein ordentliches Fangergebnis sorgen.


Am Ende ist das Netz dann gut gefüllt
 

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