Strömungsfeedern im Tidengewässer mit Andree Lukas

  • von Jan Käbler
  • 03. Juni 2008 um 00:19
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Wenn die ersten starken Sonnenstrahlen und lauen Sommernächte die Gewässertemperatur langsam anheben, beginnt die biologische Uhr der Fische die Zeit von Winterschlaf auf Frühling und Laichzeit umzustellen. Nach abgehaltenem Laichgeschäft sind die Fische durch diesen kräftezehrenden Akt so ausgehungert, dass sie vermehrt Nahrung aufnehmen um wieder genug Kraftreserven aufzubauen und suchen deshalb verstärkt nach Futter…
Gerade in den größeren Flüssen sind zu dieser Zeit sehr gute Fänge möglich, was bei den Gemeinschaftsangeln der örtlichen Vereine deutlich wird.

 

Der Frage, wie man den Nahrungstrieb der Fische erfolgreich stillt, sind wir in einem Praxisbericht mit Andree Lukas, Mosella Repräsentant für Norddeutschland in Bremen, nachgegangen. Durch das Angeln mit der Feederrute und dem Futterkorb, das sich steigender Beliebtheit erfreut, kann man, wenn man einige einfache Regeln beachtet, den erhöhten Nahrungstrieb der Fische ausnutzen und wahrhaft traumhafte Angeltage erleben.



Um zu demonstrieren, was beim Feederangeln in stark strömenden Gewässern zu beachten ist hat sich Jan Käbler mit Andree Lukas getroffen, um ihm beim Fischen an der Lesum über die Schulter zu schauen.

Der Angler

  Name: Andree Lukas

Team/Sponsor: Hunte Team/ Mosella Repräsentant Norddeutschland

Wohnort: Bremen

Jahrgang: 1970

Bevorzugte Angelmethoden: Feeder/Match

Erfolge: Teilnahme am Mosella Feederfinale 2006
Gewinner DAV LV Niedersachsen 2006 und Teilnahme am DAV Anglertreff für Vereinsmannschaften 2006 mit dem Hunte Team
Bei Lesumbrook, nördlich von Bremen, hat die Lesum eine Breite von ca. 110 m und ist mit dem tideabhängigen Teil der Weser verbunden. Dementsprechend herrschen Strömungsstärken von 80-140g auf der Feederrute und ca. 8-20g auf der Kopfrute vor und der Tidenhub beträgt etwa 4m. Nach Andrees Angaben ist es sinnvoll 1h nach Hochwasser den Angelplatz aufzusuchen, weil dann das Wasser soweit abgefallen ist, dass man auf Höhe der Steinpackung sitzen kann, wo das Gewässer auf eine Tiefe von ca. 4-5m abfällt. Fängt man vor dieser Zeit an steht das Wasser noch relativ flach im ungefähr 5-6m breiten Schilfgürtel und man muss häufig nachrücken um an die Wasserkante heranzukommen. Dies hätte Ungenauigkeiten in der Wurfweite zu Folge, welche so umgangen werden.


Wasserstand bei Hochwasser

 Wasserstand ca. 3h nach Hochwasser

Vorkommende Fische sind Brassen bis zu 4kg und 1-1,5kg im Durchschnitt, Güstern bis zu 800g, Alande und Rotaugen.

Verwendetes Gerät

Andree möchte heute auf 2 unterschiedlichen Distanzen fischen, für die er unterschiedliche Rutenmodelle der Firma Mosella verwendet:

Der vordere Futterplatz wird auf ca. 25 m angelegt. Stromauf der zu beangelnden Stelle befindet sich eine Sandbank, so dass sich Andree erhofft auf der kürzeren Bahn im Strömungsschatten der Sandbank ruhige Verhältnisse vorzufinden.


Die Mosella Evo Strong Feeder in 4,20m

Hier wird die neue Mosella Evo Strong Feeder in 4,20m zum Einsatz kommen. Die Rute ist mit einer Shimano Stradic 4000 GTM-RB und einer 0,08 er Mosella Impact Feeder Braid und einer 0,22 Mosella Feeder Mono als Schlagschnur bestückt. Die Evo Strong hat ein Wurfgewicht bis 120g und wird mit 3 Spitzen geliefert (2;2,5 und 3oz). Die Rute wurde auf Basis der älteren Xedion Power Feeder entwickelt und ihr Einsatzgebiet ist die schwere Feederangelei im Fluss und bei Korbgewichten bis zu 120g zeigt sie ihr echtes Rückgrat. Sie zeichnet sich durch eine gute Spitzenaktion aus, wobei der Blank sich beim Wurf gut auflädt, so dass auch weitere Distanzen mühelos zu schaffen sind.


Die Mosella Evo Longcast Feeder
Der zweite Futterplatz wird direkt in der Strömung jenseits der Sandbank angelegt, wo Andree auf richtig große Brassen hofft! Hier setzt er die Mosella Evo Longcast Feeder in 4,50m ein. Wegen der größeren Distanz vertraut Andree in diesem Fall auf eine 0,06mm Whipflash, der zwei Rutenlängen einer 0,25mm Mosella Manic Impact Feeder Mono als Schlagschnur vorgeschaltet ist. Als Rolle setzt er in diesem Fall mit der Shimano Ultegra XS-B 4500 eine größere Spule ein, um so die notwendige Distanz zu erreichen.
Im Vergleich zur Evo Strong Feeder besitzt die Evo Long Cast Feeder eine durchgehende Aktion bei einem empfohlenen Wurfgewicht von maximal 200g. Die Rute lässt sich aber problemlos auch bei höheren Korbgewichten noch sehr gut werfen! In der Lieferung sind hier sogar 5 Wechselspitzen in unterschiedlichen Längen und Unzenstärken (2 Kurze Carbonwechselspitzen (6 und 8 oz) und 3 lange Carbon Wechselspitzen (2,3 und 4oz) enthalten.


Feederzubehör der Firma Mosella

Die dritte Rute, Mosella Xedion Power Feeder, dient entsprechend ihres Namens auf Grund ihrer enormen Kraftreserven hauptsächlich dafür auf der weiten Distanz mit großen schweren Körben und viel Futter einen Futterplatz anzulegen! Die Rute ist für Extremsituationen, wie sie an Elbe und Rhein vorgefunden werden, ausgelegt und kann mit einem maximalem Wurfgewicht von 180-230g belastet werden. Die angegebene Wurfgewichte variieren dabei mit den unterschiedlich angebotenen Rutenlängen: 3,60m - 4,20m. Die Rute ist entsprechend der Evo Long Cast Feeder mit Rolle, Hauptschnur und Schlagschnur ausgerüstet.

Vor dem Angeln wird die ermittelte Entfernung der Evo Longcast auf die Xedion Power Feeder übertragen. Dazu gibt es verschieden Möglichkeiten:

Wenn man genug Raum am Angelplatz zur Verfügung hat, fixiert man beide Ruten in einem Rutenständer/ Kit Ablage und geht die Strecke mit zwei Körben an den unterschiedlichen Ruten bei geöffneter Bremse bis zum Schnurclip ab. In dieser Entfernung wird ein zweiter Rutenhalter/Bankstick oder Stock aufgestellt, so dass man die Entfernung bei Verlust der Montage immer wieder an Hand der Markierung neu einstellen kann.


Fehlt der Platz, werden zwei Banksticks in ca. 1-2m Entfernung aufgestellt und die Schnur um diese herumgewickelt und die Anzahl der Wicklungen gemerkt, so dass die Entfernung immer wieder gefunden, bzw. übertragen werden kann.



Im nächsten Teil werden wir uns anschauen, welche Techniken beim Strömungsfeedern einzusetzen sind und mit welcher Futtermischung Andree den Durchgang bestreiten wird.

Bis dahin Petri Heil von Jan Käbler und Andree Lukas


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