Schnelles Wasser - grosse Fische = Tunken

  • von ct Redaktion
  • 29. September 2008 um 11:57
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Schnelles Wasser – dicke Fische!

Viele Angler haben diesen Typus Gewässer vor Ihrer Haustür. Einen Fluss, der mit schneller und gurgelnder Strömung abwärts fließt. Oft beherbergen diese Gewässer einen hervorragenden Bestand an Friedfisch. Die Frage ist nur, wie man als Angler diese Fische fangen kann? Mit der Pose ist dies fast unmöglich, denn wer von uns hat schon Posen von 50 Gramm Tragkraft und mehr in seinem Bestand? Dazu macht das gurgelnde, verwirbelnde Wasser ein Führen der Pose fast unmöglich. Damit scheidet die Möglichkeit „Pose“ aus. Bleibt das einfache Grundangeln mit einem stationären oder rollenden Bodenblei. Auch diese Methode hat in schnellen Strömungen viele Nachteile. Zum einen sind die schnellen Ströme oft sehr hängerträchtig, zum anderen ist man mit dem Grundblei nicht flexibel genug um die Standplätze der Fische zu finden.


Gute Laune zu Beginn des Fischens - die Bedingungen sind ideal

Des Rätsels Lösung ist das Tunken mit der Kopfrute.... Was ist überhaupt Tunken? Tunken ist das Fischen von schweren Bleien, mit welchen gefühlvoll der Grund der Strecke nach den Fischen abgetastet wird. Als Bissanzeige dient zum einen die Kopfrute selber und zum anderen eine Pose, welche übertieft knapp oberhalb der Wasseroberfläche geführt wird. Diese Montage vereint die Vorteile der bodennahen Köderführung durch das schwere Grundblei sowie die sensible Bissanzeige durch die Pose. Liegt der Ursprung des Tunkens in Deutschland, im Rheingebiet, so hat sich diese Art der Angelei mittlerweile in ganz Deutschland durchgesetzt und soll heute von uns an der anhaltinischen Elbe bei Magdeburg angewendet werden.


Die anhaltinische Elbe in der Nähe von Magdeburg

Welches Gerät ist für das Tunken notwendig?

Zuerst benötigen wir eine entsprechende Kopfrute. Was zeichnet eine solche Kopfrute aus? Zu aller erst sollte diese Kopfrute robust sein. Da mit schweren Gewichten und kräftigen Hauptschnüren in hängerträchtigen Gewässern gefischt wird, wirken auf die Rute relativ große Kräfte ein, denen die Rute stand halten muss. Ein angenehmer Umstand ist, dass genau dieser Typus Ruten bei den Herstellern zu günstigen Preisen zu erwerben ist....


Man benötigt nicht viel Gerät fürs Tunken

Welche Gummizüge empfehlen sich für das Tunken? Für die heutigen Gegebenheiten an der Elbe empfehlen sich Vollgummizüge ab der Stärke 1,4mm oder Hollow Elastics der Stärke 2,0mm und stärker. Gefischt wird mit einer 16er Hauptschnur und einem 14er Vorfach, das ganze an kräftigen Haken der Größe 10 bis 14. Aufgrund der zu erwartenden Fische und Hänger gehen wir hier auf Nummer sicher und wählen diese entsprechend kräftige Zusammenstellung. Ein interessanter Punkt ist die Befestigung des Tunkbleies. Hier gibt es unterschiedliche Variationen, um das Blei zu befestigen. Gehen wir die einzelnen Möglichkeiten einmal kurz durch:

• Schnurläufer: bei dieser Montage läuft das Blei frei auf der Hauptschnur und wird durch einen Wirbel oder ein Blei gestoppt. Diese Montage ist relativ einfach und kann schnell aus einer „normalen“ Posenmontage umgestellt werden. Ein Nachteil ist die fehlende Flexibilität in der Auswahl der Bleigewichte.
• Feederboom: Hier wird das Blei über einen angebrachten Wirbel in den Feederboom eingehängt. Mit dieser Montage haben Sie die Möglichkeit die Bleigröße schnell und flexibel zu ändern und sich somit den ändernden Gegebenheiten anzupassen. Ein Nachteil dieser Montage ist sicherlich der Kostenfaktor des Feederboom bei hängerträchtigen Gewässern.
• Schlaufenmontage: Hier wird das Bleigewicht an einem Wirbel angebracht, welcher frei in der Schlaufe läuft. Bei dieser Montage handelt es sich um das gleiche Prinzip wie beim Feederfischen mit der Schlaufenmontage. Die Fische spüren beim Biss den geringsten Widerstand und nehmen ungehemmt den Köder. Ein Nachteil dieser Montage ist die aufwendige Herstellung der Schlaufe, die bei vielen Hängern, und den damit verbundenen Abrissen, den Tag zu einem Knotentag anstatt zu einem Fangtag machen.
• Seitenarmmontage: Diese Montage hat ihre Stärken dort, wo mit vielen Hängern zu rechnen ist. Es gibt zwei Möglichkeiten diese Montage umzusetzen. Zum einen kann der Schnurdurchmesser des Seitenarms dünner als der der Hauptschnur sein, oder aber das Hauptblei wird mit einem Gummipuffer oder Zahnstocher befestigt, welcher bei einem kräftigen Zug das Blei frei gibt.


Ein gut strukturierter Angelplatz - alles ist dort wo es sein soll

Ein weiterer wichtiger Punkt beim Tunken ist das Futter. Hier sollte das Augenmerk auf ein gut bindendes, nährstoffreiches Futter gerichtet werden. Wir haben uns heute für ein Futter des Herstellers Grebenstein entschieden. Das Programm mit dem Namen Shock bietet eine große Auswahl an unterschiedlichen Futtersorten. Unsere Wahl fiel heute auf einen Mix aus dem Fließwasserfutter, dem Giga Brassen und dem Vanilla Power Futter aus der XXL Serie.


Die Futterwahl für heute - das Shock Futter aus dem Haus Grebenstein

XXL Vanilla Power: dieses Futter besteht aus sehr groben Partikeln und Mehlen und besitzt dazu bei entsprechender Zugabe von viel Wasser eine hohe Bindekraft. Da die Fische im Sommer und Herbst einen hohen Bedarf an Nährstoffen haben, ist dieses Futter aufgrund des hohen Sättigungsgrades ideal für ein Fischen bei dem viel Fisch erwartet wird. Ein nährstoffarmes Futter würde die Fische nicht am Platz halten. Das Futter als XXL Serie hält die Fische jedoch dort wo wir sie haben möchten - auf unserem Futterplatz.


Hoher Nährwert, verführerischer Geschmack - Vanilla Power aus der Shock Serie

Giga Brassen für starke Strömung: die Elbe im zu befischenden Bereich hat eine sehr starke Strömung. Diese Umstände verlangen nach einem entsprechend schweren Futter, welchem noch weitere beschwerende Zugaben (Kies) beigegeben werden müssen. Um diese Beigaben und die Lebendköder kompakt zum Grund des Gewässers zu befördern, muss das Futter eine entsprechende Klebekraft haben. Diese Klebekraft und Schwere bringt das Futter "Starke Strömung" aus der Giga Serie in unser Futter.


Der Zusatz für die starke Strömung - aus der Giga Brassen Serie "Starke Strömung"

Wir vermischten das Futter im Verhältnis 4:1 (4 Teile Starke Strömung, 1 Teil Vanilla Power) und verstärkten die Lockwirkung durch die Eingabe von Pulverlockstoff Vanilla aus der Shock Hardcore Serie.


Das trockene, vermischte Futter

Dieses Futter ist gelb, nährstoffreich und bindet sehr gut. Es erfüllt also die Attribute, die wir von einem Fließwasserfutter erwarten. Um die nötige Schwere zu erreichen, muss das Futter eine Menge Wasser aufnehmen und gut durchziehen. Hierzu sollten Sie das Futter in drei Gängen einige Stunden vor Angelbeginn durchsieben, oder bei der benötigten Futtermenge, falls möglich, mit einer Bohrmaschine quirlen. Nicht jedes Futter ist in der Lage die erforderliche Menge Wasser aufzunehmen. Daher gehen wir noch etwas genauer auf die beiden verwendeten Futtersorten ein.


Das befeuchtete Futter - mit gelber Farbe an die örtlichen Bedingungen angepasst

Weiteres Gewicht bringen wir durch die Zugabe von Kies der Körnung 5mm in das Futter. Sie sehen also, dass wir viel Wert auf Bindung und Gewicht legen.


Deutlich zu erkennen ist die grobe Körnung

Lebendköder

In der starken Strömung der Elbe ist der Energiebedarf der Fische sehr hoch. Man kann sich vorstellen wie kräftezehrend das Leben in der harten Strömung für die Fische sein muss. Diesen hohen Energiebedarf müssen die Fische täglich decken. Das bedeutet, dass die aufgenommene Nahrung im Verhältnis sehr nährstoffreich sein muss. Um diesen Bedarf zu decken verwenden wir heute ein sehr nährstoffreiches Futter und dazu noch eine Menge an Lebendködern. Beim Fischen in der Elbe kommen die klassischen Lebendköder zum Einsatz. Neben jeder Menge Maden vertrauen wir ausserdem noch auf die Großfischmagneten Caster und Würmer.


Ein reich gedeckter Tisch an Lebendködern für die Angelsession

Kommen wir zur Vorbereitung: Zu Beginn gilt es den Angelplatz auszuloten, denn gutes Ausloten ist aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen ist es an der Elbe kaum möglich im freien Trieb zu fischen, da die Strecke zu hängerträchtig ist. Es gilt also einen Abschnitt zu finden, auf dem man hängerfrei fischen kann. Zum anderen gilt es kleine Bodensenken/Löcher auf der Strecke zu finden. In diesen Löchern werden sich Futter und Lebendköder im Laufe des Fischens ansammeln und die Fische sich dort dann einstellen. Merken Sie sich den gewünschten Angelplatz indem Sie sich in der Verlängerung der Rute einen markanten Platz am gegenüberliegenden Ufer suchen. Dieses sollten sie ebenfalls für den Beginn und das Ende einer möglichen Drift machen. Nur so können Sie ausschließen immer wieder materialintensive Hänger zu bekommen.

Das Fischen

Zu Beginn des Fischens setzten wir circa 10-12 apfelsinengroße Futterbälle, welche Maden und vor allem Caster als Köder enthielten.


Zur Anfangsfütterung werden dem Futter Maden und Caster beigegeben

Also los, die Futterbälle sind geformt und wir sind gespannt, ob wir die richtige Strategie in Bezug auf den Platz, die Anfangslänge, das Futter und die Köder gewähl haben. An dieser Stelle der Elbe wird nicht so oft geangelt und daher könnte es ein bisschen dauern, bis sich die Fische auf dem Platz einstellen.


Los geht´s - alle Vorbereitungen sind getroffen

Wir sind jedenfalls frohen Mutes und im 2. Teil wird sich zeigen, wie erfolgreich wir am Ende waren.

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