Schnelles Wasser - grosse Fische = Tunken Teil 2

  • von ct Redaktion
  • 23. Oktober 2008 um 17:53
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Nach dem im ersten Teil des Berichtes auf die Vorbereitungen zum Tunken eingegangen wurde, geht es im zweiten Teil um das Fischen selbst. Probleme werden aufgeführt und Lösungen erklärt. Lesen Sie selbst.

Die Futterbälle werden etwa 2m stromauf und 1m verkürzt zur Rutenspitze gesetzt. Bei einer Wassertiefe von circa 2m sollten sie so innerhalb unserer Drift landen und dort eine Futterspur erzeugen.


Leicht verkürzt und stromauf wird das Futter eingebracht

Nach dem Füttern gilt es zu warten und die Drift sorgfältig abzufischen. Wir beginnen mit einer für die Verhältnis relativ leichten Montage von 15 Gramm und setzten diese in Richtung unseres Bezugpunktes auf der anderen Gewässerseite ein. Mit viel Gefühl musste die Rutenspitze abgesenkt werden um den Gewässerboden zu ertasten. Deutlich war zu erkennen, wie stark die Strömung am Blei arbeitet und wie schräg die Schnur bedingt durch die Strömung im Wasser stand. Dadurch, dass die Schnur relativ schräg im Wasser stand, musste die Tunkpose stark übertieft an der Montage angebracht werden (circa in 3,5 m Entfernung vom Haken bei nur 2m Wassertiefe). Im Idealfall sollte die Pose nun kurz über der Wasseroberfläche positioniert sein.


Die Pose muss mit viel Gefühl geführt werden

Da das leichte Blei ohne das Nachführen der Montage in Strömungsrichtung vom Gewässergrund aufsteigen würde, musste die Montage nach einer Drift von 30 Sekunden am Anfang der Drift neu eingesetzt werden. Ähnlich wie bei einer Posenmontage nutzen wir diese leichte Montage, also zum verzögerten Fischen auf Güster und Alande. Ein Nebeneffekt dieser Montage ist, dass man herausfindet, wo die Fische in der Drift stehen. Nach einigen Driften konnten wir dann auch den ersten Fisch, eine kleine Güster, überlisten. Auch die nächsten Driften brachten uns Fisch, jedoch nur kleine Güstern und nicht die Fische in der erhofften Größe. Nach circa 15 Minuten begannen wir nachzufüttern. Bedingt durch die hohe Strömungsgeschwindigkeit ist ein permanentes Nachfüttern notwendig. Da die Fische bereits auf dem Futterplatz waren, beschlossen wir unseren Großfischmagneten einzusetzen und schnitten Würmer in das Futter.


Sollten uns die grossen Fische auf den Platz bringen - geschnittene Würmer

Letztendlich spielte sich ein Rhythmus ein von: 10 Minuten Fischen und dann 2 große Futterbälle setzen. Nachdem wir kontinuierlich Fische fangen konnten, zeigte das Gummi bei einem weiteren Biss ein untypisches Verhalten, es schnellte aus der Rute. Schnell setzte sich der Fisch einige Meter vom Futterplatz ab. Auch ein stramm gespanntes 1,4mm Gummi konnte den Fisch nicht daran hindern, den Rhythmus des Drills zu bestimmen. Was können wir als Angler tun, um den Drill positiv zu gestalten? Zum einen sollte man verhindern, dass der Fisch während des Drills in die starke Oberflächenströmung gelangt. Probieren Sie also, durch eine gesenkte Rutenspitze den Fisch am Gewässerboden oder im Mittelwasser zu drillen.


Die Rutenspitze während des Drills gesenkt halten und den Fisch in ruhigeres Wasser drillen

Ein weiterer Schritt zur sicheren Landung des Fisches machen Sie, wenn es Ihnen gelingt den Fisch im ufernahen Bereich zu drillen. Dort ist die Strömung nicht so hoch, und der Fisch kann sich die Strömung nicht zu nutze machen.


Der Drill des Fisches sollte im strömungsarmen Uferbereich erfolgen

In diesem Drill blieb der Fisch jedoch Sieger und schlitze 10 Meter hinter dem Futterplatz aus. Ein Schicksal, auf das man sich bei solch starker Strömung gefasst machen sollte, die Drills aber auch so spannend macht. Der nächste Einsatz brachte dann die nächsten Fische. In diesem Fall aber nur eine kleine Güster. Der nächste Einsatz, der nächste Biss, jetzt aber wieder ein guter Fisch. Dieser Drill gestaltete sich jedoch erfreulich und so konnten wir den ersten Brassen des Tages erbeuten.


Einer der schönen Elbbrassen

Nachgefüttert und dann wieder eingesetzt, direkt auf dem vermuteten Punkt, dann der nächste Biss. Wir hatten scheinbar den Platz gefunden, an dem sich das Futter und damit auch die Fische sammelten. Schnell konnten wir in loser Reihenfolge einige weitere Brassen fangen.


Ein weiterer Brassen gleitet in den Kescher

Dann war Schluss mit den Bissen. Auch Nachfüttern brachte keinen Erfolg. Wir reagierten und wechselten auf ein schwereres Blei. Begannen wir mit einer leichten Montage von 15 Gramm, so fischten wir nun mit einem Gewicht von 25 Gramm. Und siehe da, kaum setzen wir das schwerere Blei wieder auf dem Futterplatz ein, bekamen wir sofort wieder Bisse. Und nicht nur das, sondern die Fische wurden auch noch einmal deutlich größer, und nach einigen schönen Drills in der reißenden Strömung konnten wir deutlich an Fanggewicht zulegen. Bei dem warmen Wetter gestalteten sich die Drills an den durch die Sonne aufgeladenen Ruten zur Schwerstarbeit.


Der beeindruckende Fang eines Tages

Nach guten 4 Stunden beschlossen wir das Angeln einzustellen. Der Tag war perfekt und konnte eigentlich nur noch schlechter werden. Beim Kontrollieren des Setzkeschers waren wir dann selber überrascht. Der Setzkescher war prall gefüllt und bescherte uns ein ungewöhnlich gutes Fangergebnis.

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