Matchangeln und Workshop mit Will Raison

  • von Jan Käbler
  • 07. März 2008 um 12:52
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Im Rahmen der 7. Stippermesse 2008 war es den Organisatoren Susanne Hübner und Heinz Hölblinger über Carsten Kramer, den Daiwa Repräsentanten Deutschland gelungen, niemand anderen als den englischen TOP-Angler Will Raison nach Bremen zu locken. Begleitet wurde Will außerdem von Stephen McCaveny, dem Daiwa Marketing Manager aus Schottland und Yusuke(York) OTA, dem Daiwa Produkt Manager für Deutschland.


Will Raison und Carsten Kramer (Daiwa-Cormoran Deutschland)
 
Daiwa Sports Ltd. ist niedergelassen in Lanarkshire Schottland und beschäftigt unter anderem in einer eigenen Ruten- und Rollenmanufaktur ca. 200 Mitarbeiter. Es wird sehr viel wert auf Qualität aus der mittlerweile 50-jährigen Erfahrung gelegt, so dass mit Unterstützung von Anglern wie Will Raison ein sehr gut abgestimmtes Programm angeboten wird.
Peter Englisch vom Delmenhorster Angelverein organisierte für ein Demo Fischen mit Will Raison und Heinrich Dettweiler den Ochtumer Altarm in Lemwerder, ein Gewässer in der Nähe von Bremen.  Als wetterfestes Ausweichquartier diente das nahe liegende Vereinsheim des Delmenhorster Angelvereins, wo später der Workshop abgehalten werden sollte.


Starke Windböen und Regen lagen über dem Ochtumer Altarm

Der Ochtum Altarm ist ein Stillgewässer mit Verbindung zum Fluß Ochtum und hat eine Größe von ca. 17 ha. Er ist zwischen 50 und 120 Meter breit und die durchschnittliche Wassertiefe beträgt in der Regel ca. 2 Meter. Das Demofischen sollte an einer tieferen Stelle (ca. 5,5 Meter in etwa 25 - 30 Meter Entfernung)stattfinden, einer Stelle an der im Winter normalerweise gute Erfolge erzielt werden. Das Fischvorkommen ist durch einen guten Brassenbestand gekennzeichnet. Fische von 2-3 Kilogramm sind die Regel, vereinzelt werden auch 4 kg Fische gefangen, so dass Fanggewichte bis zu 30 kg in drei Std. bereits vorgekommen sind. Beifang sind  Rotaugen zwischen 100 und 300g.


Beim Anfüttern hielt sich "Emma" noch zurück

War in der vorhergehenden Woche noch Kaiserwetter, so kündigte sich zum Wochenende das Sturmtief "Emma" mit starkem Wind und Dauerregen an, so dass die Bedingungen für Demofischen am Samstagmorgen unmöglich wurden.
Will und Heinrich hatten bereits am Freitag 2 Stunden bei besseren Bedingungen erfolglos gefischt und den Platz vorgefüttert, so dass am Samstag nach einer Stunde ohne Biss entschieden wurde, den Workshop auszuweiten und das Demofischen abzubrechen. Eine starke windbedingte Unterströmung verursachte eine zu starke Drift des Wagglers und der hohe Wellengang machte eine Bisserkennung nahezu unmöglich.


Beim Angeln gibt es für Will Raison kein schlechtes Wetter

Will Raison stellte sich für den Ochtum Altarm folgendes Gerät zusammen. Als Rute wählt er die Daiwa Matchwinner in 3,90 Meter, seine bevorzugte Matchrutenlänge. Diese Rute ist von Will entwickelt worden und eignet sich auf Grund der reinen Spitzenaktion sehr gut zum Slider Angeln. Die Rute ist ausgestattet mit der von Daiwa entwickelten V-Joint-Technik, eine spezielle Anordung der Kohlefasern in einem um 45° gedrehtem Winkel, welche eine perfekt runde Biegung und damit eine bessere Kraftübertragung und Aufladung der Rute beim Wurf ermöglicht. Zudem wird so eine bessere Verbindung der einzelnen Rutenteile an den Steckverbindungen erreicht.


Eine Stunde kämpfte Will Raison gegen Sturm, Wellen und Unterströmung

Seine  Rolle, die Daiwa Tournament Airity ist mit 0,20er Schnur gefüllt, was vielen sicherlich sehr stark vorkommen mag. Will gibt dafür 3 Gründe an: "Beim Fischen mit schweren Wagglern gibt die starke Schnur genug Sicherheit beim Wurf, bildet auf Grund ihrer Steife weniger Kringel und Tüddel und wenn es doch mal Vertüddelungen gibt, so lassen sich diese, sollten sie einmal vorkommen, bei einer stärkeren Schnur einfacher lösen.
Beim Sliderfischen klemmt Will 75% des Bleigewichts auf die Schnur, in diesem Fall einen Daiwa Perfection Waggler mit 3+10 Gramm. Will möchte damit vermeiden dass der schwerere Waggler vor dem Blei auf der Schnur fliegt und es dadurch zu Verwicklungen kommt.


Die Bulkbebleiung besteht aus einer Olive und einigen großen Bleischroten

Die Montage besteht aus einem Bulk von großen Bleischroten und einer Bleiolive, welche durch die Schrote fixiert wird, die Schnur im Bereich des Wagglers versteifen und somit beim Auswerfen als Abstandhalter fungieren. Über dem Match-Wirbel befindet sich in ca. 40 cm Abstand zur Hauptbebleiung ein Bissanzeigeschrot der Größe 8.
Im Gegensatz zum laufenden Waggler benutzt Will Raison zum Fischen mit feststehendem Waggler maximal 30% des Wagglergewichts auf der Schnur und eine 2-Punkt Bebleiung.


Erst nach dem Anschlag nimmt Will Raison den Finger vom Spulenrand

Während des Anglens kann man bei Will eine sehr typische Fingerhaltung beobachten. Die Rute liegt im vorderen Bereich abgelegt im Halter und wird mit der rechten Hand zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten. Mittel und Ringfinger sind auf der Spule der Rolle abgelegt und blockieren diese somit im Moment des Anschlags. So erreicht Will einen sicheren Anschlag und kann bei korrekt eingestellter Bremse dem Fisch direkt nach dem Haken Schnur über die Bremse geben.
Das Wetter spielte alöso nicht mit und so ging es etwas früher als geplant zum Workshop in das nahe gelegene Vereinsheim und knapp 50 interessierte Angler nutzten die Gelegenheit Will Raison mit Fragen zu löchern. Die Matchrutenmontagen wurden erläutert und Will erklärte seine Futtertaktik für die Angelei im Stillwasser.


Beim Workshop wurden die Wagglermontagen diskutiert

Will Raison hat eine Standard Futter Taktik, die er in mehr als 50% der Wettbewerbe an stehenden Gewässern einsetzt. Dazu werden zwei unterschiedliche Futtermischungen angerührt. Ein aktiver Mix um die Fische zu locken und ein schwerer, gut bindender Mix um die Fische am Futterplatz zu halten und auf einen kleinen Bereich des Futterplatzes zu zentrieren. Dieser Bereich wird dann Striking Zone(Fangzone) genannt.


Ein erfolgreicher Mix von Will Raison

Der aktive Mix besteht aus 2 Tüten Sensas Lake mit gelben Wolkenbildner und gemahlenem Koriander (z. B. aus der Frischetüte von Sensas).
Zuerst wird ca. 2 Stunden vor dem Angeln nur das Sensas Lake mit dem Wolkenbildner angerührt und der Koriander erst kurz vor dem Einbringen des Futters hinzugegeben, um eine maximale Aktivität und Wolkenbildung zu erreichen. Will füttert 12 Mandarinen von dieser Mischung beim Start des Fischens als einen größeren Teppich und er füttert immer dann nach, wenn er sieht, dass auf der Strecke gefangen wird, aber die Fische (noch) nicht auf seinem Platz sind. Je mehr Koriander dabei hinzugegeben wird umso aktiver wird die eingebrachte Mischung.

 
Will Raison erklärte genau und nachvollziehbar

Sind die Fische jedoch am Platz wird hauptsächlich der schwere Mix mit den Ködern gefüttert, welcher auch am Anfang möglichst genau in der Fangzone platziert wird. Dieser besteht aus 2 Tüten Sensas Match Blend, 1 Tüte Sensas Gros Gardons, Honigkuchen und 2 kg Terre de Somme (leichte Erde).
Wird ein Fisch gehakt hat dies immer eine Scheuchwirkung auf die anderen Fische. Durch den großen Futterteppich bleiben die Fische jedoch über dem Futter und werden zurück zur Fangzone gelockt.

     
             schnell mit dem Quirl angerührt...                                       ... und fertig ist das Futter

Im weiteren Verlauf ermöglichte Will den Workshop Teilnehmern einen Einblick in seine Kiepenladen, beantwortete Fragen zu den bei WM und EM eingesetzten Montagen und zu den von ihm produzierten DVDs.
Will wickelte einige Montagen ab und erklärte die Bebleiung im Zusammengang mit der Pose und der zu beangelnden Fischart. Hier wurde noch einmal rege diskutiert und am Ende waren die Teilnehmer des Workshops durchgehend begeistert, denn jeder konnte hier für sich und seine Saison etwas mit nach Hause nehmen.
Nachfolgend noch einige Blicke auf die Montagen von Will Raison.


Fliesswassermontagen für leichte Strömung


Montagen für die Kanalangelei


Montagen für die Angelei auf Karpfen und Karauschen im Stillwasser


Fotos: Frank Mahler und Yusuke(York) OTA

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