The Gardener Way - Teil 3

  • von Dave Ewing, Dave Johnson
  • 16. März 2009 um 20:05
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Wie alle Top Angler verbringt Steve viel Zeit mit der Vorbereitung seiner Montagen in der heimischen Angelgarage. Wir werden Steve bei seinen Vorbereitungen begleiten und unser Augenmerk dabei auf die kleinen Details richten, welche sich Steve in den Jahren erfolgreicher Angelei angeeignet hat.

Auswahl der Posen

Zwei Arten von Gewässern sind für Steves Posenauswahl wichtig. Als Erstes sind da die Heimatgewässer von Steve. Diese Gewässer sind relativ flach, meistens 3m oder flacher. Zum anderen sind es Kanäle, meistens aber Commercials. An Commercials werden hohe Gewichte benötigt um erfolgreich zu Fischen. Diese hohen Gewichte müssen teilweise aus grossen Einzelfischen, aber auch aus vielen kleinen Fischen erreicht werden. Und Zweitens, der Posentyp der bei den internationalern Fischen benötigt wird. Bei diesen internationalen Fischen wird oft an tiefen Seen, Ruderstrecken oder auch tiefen Flüssen gefischt, also Gewässertypen, die es in England nicht oft gibt. Die benötigten Posen für diese Gewässer sind schwere Waggler oder auch große Lutscherposen.


Eine Auswahl aus Steves favorisierten Formen. Von links nach rechts: KC Carpa Shelf,
Milo N18 Piper, Milo Oxon, Milo Saxo gross und klein, Milo Teck 3 Größen, Milo Clod,
2.Stck Milo bleak Pose, KC Carpa Raisor


Die Herangehensweise bei der Auswahl der Posen ist für beide Posentypen gleich. Steve ist kein Tackelfetischist und nutzt nicht Hunderte von unterschiedlichen Posentypen. Er bevorzugt sein Vertrauen in wenige unterschiedliche Posentypen, welche er aber sehr gut kennt, zu setzen. Lassen sie uns also einen Blick auf seine eingesetzten Posentypen werfen.

Heimatgewässer:

In England werden fast ausschließlich Posen unter 2 Gramm Tragkraft gefischt. Der Hauptteil der Posen trägt sogar weniger als 1 Gramm. Überraschenderweise sind alle Posen unter 0,75 Gramm mit Schrotbleien anstatt Olivetten ausgestattet. Steve zeigt uns die Auswahl der Posen, welche er meistens bei den UK-Fischen nutzt.

Milo Saxo: Eine Allzweckpose mit einem Karbonkiel und einer Hohlantenne.

Milo Oxon: eine weitere Allzweckpose, jedoch in Tropfenform. Diese Pose ist stabiler und hat eine Schnurinnenführung.

Milo Teck: eine vielseitige Milopose mit langen Karbon Kiel und einer Hohlantenne. Diese Pose setzt Steve zum Mückenangeln und für die Winterfischerei mit Made und Pinki ein. Die Milo Teck ist eine sensible Pose mit Karbon Kiel.
KC Karpa: Diese Posen gehören zu Steves Grossfischposen. Steve bevorzugt die Carpa 2 Pose für grosse Köder (Mais) und die Carpa Raisor für das Fischen mit Pellets. Er erwähnte auch die Carpa Power, welche eine kurze Antenne mit einem durchgehenden Fiberglaskiel besitzt und damit fast unzerbrechlich ist.

                                                                   Eine kleine Auswahl von Steves vielen KC Carpa Posen

Steve nutzt viele Posen mit Innenführung und ist ein großer Fan von diesem Posentypen. Steve erklärt uns, dass die Posen mit Innenführung sehr viel in Italien genutzt werden, aber bis jetzt im weiteren Europa kaum genutzt werden. Steve bevorzugt diesen Posentyp aus mehreren Gründen. Punkt 1: diese Posen sind sehr robust. Punkt 2: man kann die Tiefe verstellen ohne in Gefahr zu geraten, dass die Schnuröse die Schnur beschädigt. Steve gibt zu, dass das saubere Einsetzen der Pose nicht so möglich ist wie mit einer „normalen“ Pose. Aber in Gewässern, wo viel Fisch gefangen wird, haben Posen mit Innenführung ihre Daseinsberechtigung.


Eine der neusten Milo Posen mit Schnurinnenführung, ähnlich der Milo Oxon

Steve zeigte uns auch einige Ukelei- sowie  Flachwasserposen. All diese Posentypen machten einen Grossteil der Montagen aus, welche wir in Steves Box gefunden haben.

Beachtenswert ist der Fakt, das fast alle Posen mit einem Karbonkiel ausgestattet sind. Steve ist seit vielen Jahren ein Fan des Karbonkiels. „ Ich bin Ingenieur von Beruf und bevorzuge daher präzise Posen“ er fügte weiter an „ein Stahlkiel kann sich zu leicht verbiegen, dieses kann beim Drill eines Fisches passieren oder beim Verschieben der Pose auf der Schnur. Wenn der Kiel verbogen ist, arbeitet die Pose nicht mehr korrekt und zeigt die Bisse unzuverlässig an. Stahlkielantennen sind ausserdem sperriger und man muss mehr Widerstand überwinden um einen Anhieb zu setzen“. Steve sagt uns außerdem, das eine Pose mit Stahlkiel eher zum überschlagen neigt, egal ob an der langen Schnur oder beim verkürzten Fischen.


Drei von Steves unterschiedlichen Commercials Montagen

Steve bestreitet seine meisten Fischen an Gewässern in den UK. An diesen Gewässern ist es notwendig hohe Gewichte zu fangen. Diese Gewichte setzen sich nicht unbedingt aus dem Fang von großen Karpfen zusammen. An vielen Gewässern setzen sich die Fänge aus Fischen der Pfundmarke zusammen. Es gilt also diese Fische schneller und sauberer als die anderen Angler zu fangen. Steve hat seine Montagen so ausgelegt, das sie möglichst einfach und verlässlich arbeiten. Da Karbon wesentlich weniger anfällig für Probleme ist, vertraut Steve dem Material.

STEVE'S TOP TIPP:
Steve befischt viele Gewässer an denen er nicht vorhersagen kann, welche Fische er dort fängt. Um die Anzahl der Bisse zu maximieren fischt er meist sehr feine Posen. Die Gefahr, das diese feinen Posen bei einem Drill eines großen Fischens beschädigt werden, ist sehr groß. Übt ein großer Fisch beim Drill Druck auf die Schnur auf, so schneidet sich diese in den Posenkörper so, dass er unbrauchbar wird. Um dieses zu verhindert überzieht Steve seine Posen mit einem klaren, schnell trocknenden Nagellack. Vor allem die Bereiche der Schnuröse und dem Übergang zwischen Kiel und Posenkörper präpariert Steve auf diese Art und Weise.


Internationale Modelle


Bei diesen Modellen ist die Auswahl der Posen wesentlich spezifischer auf die Gewässer zugeschnitten. Steve präpariert sich diesbezüglich für jedes Event besonders sorgfältig. Jedes Jahr kontaktiert er seine englischen und internationalen Kontakte, um zu hinterfragen welcher Posentyp im Eventgewässer eingesetzt werden sollte. Dies versetzt Steve in die Lage zu einem internationalen Wettkampf zu fahren, und alle spezifischen Posenmodelle bereits präpariert zu haben.

Die Auswahl der benötigten Posen und des benötigten Bebleiungsschema wird in den 2 Wochen vor dem Wettkampf festgelegt. Wie sie sich vorstellen können, sind die Posen wesentlich größer, als die Posen, welche Steve bei den Fischen in den UK einsetzt. Da gibt es die 6 Gramm bis 12 Gramm schweren Posen zum Durchlaufen sowie CD grosse Lutscher zum „festnageln“ des Köders auf dem Futterplatz. Steve hat Fächer für diese Montagen, welche eine Arte Bilderbuch für seine bisherige internationale und erfolgreiche Karriere sind.

Lutscherposen, typische Posen für das Fischen auf dem europäischen Kontinent. Diese Posen tragen bis zu 50 Gramm. Nicht gerade typisch für die britischen Gewässer


Auch die grossen Tönnchenposen sind
nicht typisch für britische Gewässer

Cralusso Torpdeos haben seit der WM 2003 im slowakischen Maducine einen Stammplatz in allen Sitzkiepen und haben seitdem nicht an Popularität verloren


Man kann niemals genug Montagen haben. Alleine für die Fischen auf der Insel hat Steve 140 Montagen präpariert. Wie viele Montagen Steven wohl für die internationalen Fischen mitnimmt?


 
Die Posen, welche Steve nicht mit zum Fischen nimmt, warten zu Hause in Montagefächern auf ihren Gebrauch
Die meisten von Steves Montagen bewahrt er auf Wicklern auf, welche in seine Milo Sitzkiepe passen. Andere Hersteller haben ähnliche Stausysteme, welche genauso effektiv sind und die Montagen trocken und sorgfältig deponieren

Steve zeigte einige seiner grossen Lutschermontagen, welche er während der WM 2001 an der Seine in Paris fischte. Diese Montagen hatten grosse Haken mit einer 0,19mm Vorfachschnur. Steve erklärte uns, man habe im Training herausgefunden, dass man grosse Aale und Brassen in den Sektoren B, C und D fangen konnte, wenn angeschnittene Würmer in Erde als Futter und Würmer als Hakenköder fischte. „Man musste den Köder ruhig präsentieren und darauf vertrauen, dass der GROSSE Fisch auf dem Futterplatz erscheinen würde“, sagte Steve und beschrieb uns dann, wie er seinen ersten grossen Fisch am 2. Tag verlor aber trotzdem zuversichtlich blieb, dass weitere grossee Fische erscheinen würden. Seine Zuversicht wurde belohnt und er schloss diesen Durchgang als Sektorzweiter ab. Sein Dank galt hierbei 3 grossen Aalen. Diese Montagen wurden seit diesem Tag nicht mehr gefischt, da sie nur auf diese spezifische Strecke und diese spezifische Taktik ausgerichtet waren... und diese Montagen verrichteten ihren Dienst hervorragend, denn das englische Team konnte mit der Gold Medaille überzeugen.

Freuen sie sich auch auf den 4. Teil!
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