"In the Zammatime..." Teil 2

  • von Jayson Geartorex
  • 02. Oktober 2009 um 14:28
  • 10
(Mit einem "Klick" auf ein Foto können Sie es vergrößern!)

Nach einer kurzen Mittagspause sind wir flussabwärts gezogen, ca. 500 m unterhalb des Wehrs.
Obwohl das nur eine geringe Entfernung und auch derselbe Fluss ist, sind die Gegebenheiten hier komplett anders. Es herrscht eine recht starke Strömung, die Wassertiefe beträgt 3m und es besteht die Chance auf sehr große Brassen, da der Rhein nur etwa 3 km entfernt ist.

CT: Dies ist eine neue Situation hier, Michael, und du hast einige neue Beutel Futter mitgebracht, kannst du uns kurz einen Überblick geben was du nun mischen wirst?

MZ: Für diese schnelle Strömung werde ich eine klebrigere Mischung herstellen, die länger im Korb bleibt und so nicht so schnell flussabwärts verschwindet. Trotzdem werde ich das T3 Vogelfutter zum trockenen Restfutter mischen. Es macht nichts, wenn ein paar Partikel abdriften, denn das zieht hoffentlich die Fische an, die dann zum Futterplatz und, wichtiger noch, an den Haken gelockt werden. Ich werde während des Angelns der angefeuchteten Mischung sogar noch trockenes T3 hinzufügen, um diesen Effekt zu verstärken.

Mischung 01 Mischung 02
Mischung 03
Die verwendeten Sorten
Alle Bestandteile werden trocken gemischt
Auf die fertige Mischung wird T3-Birdfood gestreut, um die Aktivität zu erhöhen

Zammataro Feeder
750 gr.
2 Teile
Zammataro Brassen
750 gr.
2 Teile
Zammataro T3 Birdfood(gelb)
750 gr.
1 Teil
Zammataro Vanilla 500 Super Aroma
100 gr.
ca. 50 gr. pro Kilo Futter

CT: Was wirst du im Vergleich zur leichteren Strömung noch anders machen?

MZ: Erstens werde ich die Heavy Feeder Rute gegen die Balzer Zammataro Master Piece 115 austauschen. Dies ist die mittlere Rute in der Reihe, aber noch stark genug für die Bedingungen heute Nachmittag. Auch mit dieser Rute sind Würfe von bis zu 80m möglich (zumindest mit etwas Übung). Da die zwei Innentore des Wehrs offen sind, und wir in der Strömung fischen wollen, werden wir so zwischen 35 und 40 m weit auswerfen.
Ich werde weiterhin die Feedermaster 9600 Rolle verwenden, dieselbe Schnur und Schlagschnur, aber ich werde jetzt ein Paternoster Vorfach verwenden. Das ist meine zweitliebste Montage. Und dann werde ich noch den Feederkorb wechseln und zwar vom Speed Feeder zum Zammataro „Ruhr“-Modell.
Ich achte dabei besonders darauf, dass das Gewicht des Feederkorbs diesen gerade so am Boden hält, wenn er leer ist. Sollte er sich ab und an bewegen, ist das in Ordnung und hilft sogar dabei die Futterspur nach Fischen abzusuchen, die sich eventuell in der Futterspur stromab vom Futterplatz aufhalten. Oder, wie jeder Angler weiß, das Bewegen des Köders kann Fische zum Anbeißen verleiten. Ich helfe auch mit leichten Rucken an der Leine nach, wenn mir zu wenig passiert, um die Fische zu reizen.

CT: Du benutzt also hauptsächlich die Schlaufen- und die Paternoster-Montagen! Was sind Situationen und Gründe dafür, dass du dich für eine der Montagen entscheidest?

MZ: Da das Schlaufen–Vorfach eine semi-fixierte Montage ist und die Fische beim Beißen einen geringeren Widerstand fühlen, würde ich diese Montage eher in stillen  oder nur langsam fließenden Gewässern verwenden. In solchen Gewässern haben die Fische mehr Zeit und sind dadurch vorsichtiger. Wenn ich sage mehr Zeit, dann meine ich, dass das Futter hier am Boden liegt und sich nicht groß bewegt, während die Fische in einem Fluss eher eine jetzt oder nie Situation vorfinden. Sie sehen einen Partikel vorbeiziehen und müssen in kürzester Zeit reagieren, was die Bisse normalerweise sicherer macht. Darum ist in dieser Situation ein fixiertes Paternoster Vorfach besser geeignet.

Vorfach leer Vorfach mit Futter
Futterkörbe für die Strömung von
Michael Zammataro

Die helle Futtermischung wird mit
2 Fingern leicht in den Futterkorb gepresst



Michael’s Paternoster Vorfach:

Schlagschnur Verdrehe die Schlagschnur um den Seitenarm zu formen
ÜberhandknotenDoppelgelenk Knüpfe einen Überhandknoten so, dass der Seitenarm ca. 12 cm lang ist und platziere dann ein Doppelwirbel ans Ende
SchnurstückFeederkorb am Doppelwirbel Schneide das Schnurstück, das in Richtung Hakenlänge läuft auf ca. 25 cm zu Recht und binde ein Microwirbel mit einem Halbblutknoten daran, befestige den Feederkorb am Doppelwirbel und das Vorfach mit Haken am Microwirbel.
Fertiges Vorfach Michael mit seinem Paternoster Vorfach! Durch die fixierte Montage hakt sich der Fisch am Futterkorb selbst, sobald er die gewisse Freiheit durch den Seitenarm überwunden hat. Durch die direkte Verbindung von Haken zur Rutenspitze werden die Bisse sicher angezeigt.


Wie die Session verlief:

Nachdem er eine Stelle bei 35m mit 6 Feedernkörben voller Futter, Maden und Caster befüttert hatte, brachte Michael einen Haken Gr. 14 an. „Vor einigen Jahren hätte ich hier einen Haken Gr. 10, oder sogar Gr. 8 Haken verwendet“, sagte Michael, „aber du wirst sehen, dass sich der Fischbestand drastisch verringert hat und nun feinere Methoden gefragt sind.
Ein 70gr schwerer Feederkorb hielt sich gerade so auf Grund, bewegte sich nur ab und zu um vielleicht einen Meter, wie es von Michael gewünscht war. In der ersten Stunde versuchte Michael es mit verschiedenen Hakenköder-Kombinationen, aber ohne Erfolg. Nach ca. 80 Minuten wechselte Michael den Feederkorb gegen ein 80 Gramm schweres Modell aus, da sich die Strömung geringfügig verstärkt hatte und er den Köder ruhiger präsentieren wollte. Schließlich brachte dann eine „Spider“-Kombination von Würmern, die in einen „Vitamino“-Dip getaucht worden waren, den ersten Biss der Session – ein kleiner Brassen, nichtsdestotrotz sehr willkommen.
„Puh, nach eineinhalb Stunden dachte ich beinahe, dass wir all unser Glück bereits flussaufwärts verbraucht hätten“, sagte Michael. „Aber wir wollen schauen, ob wir nicht den großen Bruders dieses Brassens auch noch überlisten können!“

kleiner Brassen
Ein erster Erfolg, aber nicht in der Größe auf die Michael es abgesehen hat

Nach weiteren 10 Minuten registrierte die Spitze einen positiven Biss, und eine Minute später hatte Michael einen wesentlich respektableren Vertreter der Brassen-Familie im Netz.

grosser Brassen
 Wenige Minuten später folgte ein kapitaler Brassen ganz nach Michaels Geschmack

Michael machte weiter, fing meistens mit der Spider-Kombination und hatte spürbare Pausen, sobald er Maden oder Caster am Haken versuchte.

Nach 3 Stunden musste Michael dann wieder einen Busch besuchen und es kam die unweigerliche Frage: „Will mal jemand…?“ Diesmal kam keine eifrige Bejahung. „Mittelschwer, Mann, sind doch nur 35 m zu werfen“ fügte Michael hinzu. „Okay, ich versuch es dann mal.“

Nachdem ich den Haken mit Würmern gespickt, den Feederkorb mit ein paar Maden in der Mitte aufgefüllt hatte, habe ich dann auch den 35 m Wurf geschafft und das sogar beim ersten Versuch. Da hat es auch im Busch zu meiner Linken großzügig applaudiert.

Nach 10 Minuten schlug Michael vor, durch einen kleinen Ruck an der Leine den Feederkorb ein wenig Leben einzuhauchen. An der 2 Unzen Spitze konnte ich beobachten, wie sich der Feederkorb bewegte, und bewegte... ein Biss… „Schlag jederzeit zu“, sagte Michael. Ein Heben der Angel brachte mich dann in Kontakt mit einem guten Fisch, so dachte ich und kämpfte vorsichtig. 3 Minuten später nahm mein Monsterfisch einen neuen Anlauf, „meiner muss mindestens 2 Kilo wiegen“ bemerke ich zu Michael, der mir zuzwinkert und nichts weiter sagt. Nach weiteren 2 Minuten brachte ich den Fisch endlich an die Oberfläche und staune über die Größe meines Fangs im Netz: ein Brasse unter einem Kilo und keineswegs der größte Fisch des Tages!
Ich war beeindruckt: Was mich gerade 5 Minuten gekostet hatte, bewerkstelligte Michael in unter einer Minute. Mit allen Fischen, den ganzen Tag lang! In der Zeit, die ich brauchte, hätte Michael schon wieder den neuen Feederkorb gesetzt und möglicherweise schon den nächsten Fisch im Visier.

„Übung, Übung, Übung, und genau die Grenzen deiner Ausrüstung kennen“ war die Antwort auf meine entsprechende Frage, wie er dieses Tempo bei gleichzeitiger Präzision bewerkstelligte.

...der Erfolg
Mein Erfolg nach einem harten Kampf!!


Das Ende der Session

In Abständen von 10 bis 20 Minuten gelang es Michael 10 Brassen ins Netz zu bekommen, von denen 5 die 1-Kilogramm-Marke überschritten. In gut 3 Stunden ein Ergebnis von mehr als 8,5 Kilogramm.

Die Ausbeute
Erfolg01
Erfolg02
Das Ergebnis von 3 Stunden Angelkunst!

Champions-Team möchte sich bei Michael für einen Super Tag an einem tollen Ort bedanken.
Und natürlich: Besonderen Dank für die Geduld mit dem Reporter!


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10 Kommentare
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  • damir
    Sehr inforeich die seite.Gruß aus Bruchsal
  • Jayson
    StipperKonig, ich warte nur auf ein einladung von dir, um das stippen zu lernen! ;-) Bericht von Leine Pokal wollte Andreas machen!
  • Kai
    Das Futter war bei mir auch noch ok, ich sagte danach. Aber es ist jetzt alles wieder ok. Lag dann wohl doch an meinem PC, aber ich wollte lieber fragen um Gewissheit zu haben.
  • stipperkoenig
    aus Wathlingen
    Feedergott Jayson
    Hallo Jayson, schöner Bericht. Jetzt kannst Du ja auch noch das Stippen lernen. :-) Wann kommt der Bericht vom Leinepokal?
  • Garlic_96
    Schöner Bericht Weiter so!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ;)
  • Praxx
    Darstellung
    bei mir wird das Futter korrekt angezeigt....
  • Kai
    Schöner Bericht, aber liegt das an meinem Browser, dass ich ab dem Futter nur noch einen blauen Hintergrund habe und den text nicht mehr sehe, außer ich markiere ihn? Ich nutze Firefox und habe beim No Script diese Seite freigegeben.
  • Jayson
    Hi Marco, was an der Montage verstehst du nicht ganz? konnen wir per email erklaren (jayson69 @ gmx.net) oder man kann bei Zamma´s neuste DVD es besser sehen!
  • marco
    aus kaiserslautern
    sehr schöner bericht! nur die montage hab ich nicht richtig verstanden!
  • Alex D.
    aus Berlin
    Schöner Bericht Jayson!! Und das mit dem Feedern zeigen wir dir schon noch. Konntest ja jetzt bei Zamma und bei mir am Main sehen, wie das geht!