Auf Karpfen mit der Matchrute

  • von Dieter Schröder
  • 27. Mai 2010 um 00:50
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Wer fängt nicht gerne beim Stippen auch einmal einen schönen Karpfen? Sicherlich jeder Stippangler. Damit dies aber kein Zufall bleibt, kann man das Karpfenangeln, insbesondere an Teichen und Baggerseen, auch gezielt angehen.

Matchrute
Die Matchrute

Einige Angler schaffen den Drill zwar mit der Kopfrute und langen Gummizügen, doch für den "Otto–Normal–Angler" ist der Griff zur Matchrute schon von Vorteil. Zum Einsatz kommen hierbei Ruten in Längen zwischen 3,90 und 4,50 m, welche über ein entsprechendes Rückgrat zum Drill eines Karpfens verfügen sollten. Solche Ruten sind im Fachhandel auch Carp Match- oder Strong Matchruten erhältlich. Sie haben im Schnitt ein Wurfgewicht bis zu 30 oder 40g. Als Rolle sollte man kein zu kleines Modell wählen, eine 4er Größe ist richtig. Auf sie bekommt man genügend Schnur, um auch die lange Flucht eines größeren Karpfens parieren zu können. Je nach Größe der vorkommenden Fische wird die Hauptschnur in einer Stärke zwischen 0,18 und 0,22 mm gewählt. Das Vorfach, welches ca. 40 cm lang sein sollte, nimmt man 0,02 mm schwächer, also zwischen 0,16 und 0,20 mm. Rund 20 cm des Vorfachs sollten am Grund aufliegen. Haken kommen, je nach Köder und Fischvorkommen, in den Größen zwischen 8 und 12 zum Einsatz. Als Posen sind Waggler zu empfehlen. Die Entscheidung, ob mit vorgebleitem oder bebleitem Waggler geangelt wird, ist in der Regel zweitrangig und bleibt dem Angler überlassen. Je nach Gewässertiefe und nötiger Wurfweite werden Posen mit einer Tragkraft zwischen 3 und 15 Gramm gewählt. In flachen Gewässern kann man aber auch durchaus eine schlanke, feststehende Pose montieren.

PosenWaggler

WagglerPosen & Wagller

Eine ganz entscheidende Rolle beim Karpfenangeln spielt aber das Futter, mit dem wir die Fische zum Angelplatz locken. Wichtig ist, dass dieses recht grobkörnig ist und nicht direkt von Weißfischen, besonders von kleineren Brassen, weggefressen wird. Als Grundlage dient ein handelsübliches grobes Karpfenfutter, z. B. das Select Karpfen von Mosella. Dem Futter wird dann rund 50 % TTX Maiskuchen zugegeben. Der Maiskuchen wird rund 3 Stunden vorher mit der doppelten Menge Wasser eingeweicht und dann dem noch trockenen Futter untergemischt, erst dann wird das Futter angefeuchtet. Sehr gut ist auch das Beimengen von Haferflocken. Zusätzlich kommen dann reichlich Partikelköder und 4 – 6 mm große Pellets unter das Futter. Als Partikelköder sind besonders Hanfkörner und süßer Mais zu empfehlen. Damit das Futter besser bindet und dunkel färbt, kann man noch einen Teil leichter Erde  (Terre de Somme) zufügen. Geben sie keine geschnittenen Würmer unter das Futter, diese locken nämlich in erster Linie Brassen an den Platz.

Ausgebracht wird das Futter zu Angelbeginn, damit ständiges Nachfüttern die Fische, welche sich bereits am Platz eingefunden haben, nicht stört. Wenn man nachfüttert, dann wirklich nur mit kleinen Bällchen, welche keine große Scheuchwirkung aufkommen lassen. Je nach Distanz wird das Futter ausgeworfen oder per Schleuder zum Angelplatz geschossen.

Futter 1 Futter02 Futter03

Zum Anfüttern dient handelsübliches grobes Karpfenfutter dem weitere Zutaten beigemischt werden.

Kommen wir nun zu den Ködern. Ganz oben auf der Hitliste steht hierbei Mais. 2 - 3 Körner sind für den Karpfenfang auf dem Haken zu empfehlen. Man kann auch noch zusätzlich einen kleinen Rotwurm (Gefahr der Brassen ist hierbei aber auch gegeben) oder 3 – 4 Maden kombinieren. Köder Nummer zwei sind Pellets. Sie werden mittels eines Pelletbandes am Haken angeboten. Als weitere Köder lassen sich Teig oder die altbekannte Kartoffel einsetzen.


Der Köder

Hat ein Karpfen den Köder genommen, so bieten sie ihm, vorausgesetzt er zieht ins Freiwasser, nicht sofort zu viel Widerstand. Drillen sie ihn in aller Ruhe möglichst weit von Ufer entfernt aus. Achten sie darauf, dass bei der Landung der Winkel zwischen Rutenspitze und Fisch nicht zu spitz wird. Oft verabschiedet sich der Fisch gerade nämlich noch in diesem Moment. Darum ist auch ein langer, mindestens 3 m, besser noch 4 m, Kescherstab zu empfehlen und auch das Keschernetz sollte größer sein als beim normalen Stippangeln.

KescherKeschernetz

Ein schöner FangKarpfen

Mehr von Dieter Schröder gibt es unter: www.angelfotografie.de

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