Feedern – (k)ein Vergleich! Die Futterfarbe

  • von ct-Redaktion
  • 26. November 2009 um 02:29
  • 0
Nachdem wir uns am 02.08.09 mit der Vorfachlänge befasst haben, stand am 30.08.09 ein neues Vergleichsfischen auf dem Plan. Wie beim letzten Mal traf ich mich mit Rüdiger und Jürgen an deren Baggersee. Wir wollten heraus finden, welchen Einfluss die Futterfarbe beim Feedern an diesem Tag und an diesem Gewässer hat. Um es vorweg zu nehmen, die Futterfarbe hatte eine sehr unterschiedliche Wirkung auf die Fische und deren Beißverhalten, aber dazu später mehr.

Um möglichst viele aufschlussreiche Informationen zu diesem Thema zu bekommen, sollten die wesentlichen Komponenten bei beiden Anglern gleich sein, bis eben auf die Farbe des Futters. Folgendes Gerät kam zum Einsatz:

  • Medium Feederruten mit 1,5 oz Spitzen
  • 4000er Stationärrollen
  • Hauptschnur: Fireline smoke 0,10mm
  • Schlagschnur: 10m Gamakatsu Super G-Line 0,28mm
  • Schlaufenmontage
  • Futterkorb:  Edelstahl Speedkörbe 40 Gramm
  • Vorfach: 60cm, 0,14mm Balzer Platinum Royal
  • Haken: 16er Gamakatsu 2210
  • Futter: 3 Teile Van den Eynde Silber, 1 Teil PV1 Collant, 1 Teil Maisgries
  • Köder: Maden
  • Futterfarbe: Mosella Bait Flash in gelb und schwarz
Futtervorbereitung:

Bei den Jungs gibt es da erst gar keine Diskussion, für das Futter ist wie selbstverständlich Jürgen zuständig. Rüdiger schleppt während dessen das Material an den ausgewählten Angelplatz. Bei so einem Feedertandem sind die Aufgaben eben aufgeteilt, wie in einer langjährigen Ehe.

Das Futter bestand aus 3 Teilen Van den Eynde Silber, 1 Teil Maisgries und 1 Teil PV1 Collant. Zusätzlich wurde das Futter noch mit Farbe versetzt. Hier kam Mosella Bait Flash zum Einsatz, aber dazu später mehr.

verwendete MehleBild 3bild 2
Bild 4Bild 5Hier die verwendeten Mehle


Da das Futter nach der ersten Befeuchtung das Wasser aufnehmen und etwas ruhen muss, nutzten die beiden Angler die Zeit und bauten zwischenzeitlich die Kiepen und das weiter Equipment auf.

Nach etwa 10 Minuten hatte das Futter bereits so viel Wasser aufgenommen, dass es sich wieder recht trocken anfühlte. Vor der Zugabe der Futterfarbe wurde das Futter zu gleichen Teilen aufgeteilt. Das eine Futter wurde gelb das andere schwarz. Die Vorgehensweise wird am Beispiel des gelben Futters dargestellt. Beim schwarzen Futter wurde natürlich analog vorgegangen.

Jetzt kam also Farbe ins Spiel. Um eine gleichmäßigere Verteilung im Futter zu erreichen, wurde die Farbe dem Wasser zugeführt, das für die Restbefeuchtung vorgesehen war. So ist auch gewährleistet, dass sich die Farbe schön auflöst und somit ihre maximale Wirkung entfaltet. Gibt man pulverförmige Futterfarbe trocken ins Futter, reicht das verwendete Wasser zum Befeuchten des Futters oftmals nicht aus um ein vollständiges Auflösen der Futterfarbe zu erreichen. Deshalb also die Farbe ins Wasser geben und das Futter färbt sich so intensiver und die Futterfarbe wird effektiver verwendet. Machen Sie den Test, selbst kleine Mengen Futterfarbe genügen um das Wasser und anschließend das Futter intensiv zu färben. Die Farbpartikel lösen sich eben optimal auf.

Bild 6Bild 7Bild 8bild 9bild 10
Nach Augenmaß wurde die Futterfarbe in den Messbecher mit Wasser gekippt


Das Angeln beginnt

Feuer frei! Ab jetzt wurde scharf geschossen und die Patronen waren geladen.

bild 11
Rüdiger (links) mit dem gelben Futter und Jürgen (rechts) mit dem schwarzen Futter

Die Futterplätze lagen in 35 Meter Entfernung etwa 10 Meter auseinander. Da das Wasser im Uferbereich sehr seicht ist, setzten sich die beiden Tandempartner mit ihren Kiepen ins Wasser um die verwendeten Setzkescher in ausreichender Wassertiefe platzieren zu können. Bei den spätsommerlich warmen Temperaturen war das auch kein Problem und sogar angenehm unten rum (an den Füßen).

bild 13
Dank des seichten Uferbereichs konnten beide Tandempartner mit Kiepe im Wasser sitzen

Das ging ja gut los. Schon landete der erste Fisch im Kescher von Rüdiger, der das gelbe Futter verwendete.

bild 15
bild 16Der Giebel kann sich sehen lassen und machte Spaß am feinen Gerät.Bild 17

Das Halten der Fische klappte da auch schon besser. Das Fangen der Fische ist das Eine, das Festhalten das Andere. Wie man bei Rüdiger sieht, tut er sich beim Fangen leichter als beim Halten.

bild 18

Eine halbe Stunde ist vergangen ehe die Fische auf den dunklen Futterplatz aufmerksam wurden und Jürgen das erste Mal keschern durfte. Während dieser Brassen gekonnt präsentiert wurde, durfte Rüdiger im Hintergrund schon wieder drillen.

Bild 19
Unter Einsatz aller Gliedmaßen zeigte sich wiederholt die ganze Routine beim Keschern

Jürgen hatte mit dem schwarzen Futter neben einen einzigen Giebel nur Brassen im Netz. Bei Rüdiger und dem gelben Futter sah die Sache anders aus. Er hatte hauptsächlich Giebel und 5 Brassen. Ein Umstand, den wir eindeutig der Futterfarbe zu schreiben. Insgesamt konnte Rüdiger zudem das höhere Fanggewicht erzielen.

Das Fazit:

Entgegen unseren Befürchtungen oder Vermutungen vor dem Angeln, gab es einen deutlichen Unterschied im Fangergebnis. Wir dachten ehr, dass die Futterfarbe im recht trüben Wasser des Sees eine untergeordnete Rolle spielen würde. Das war aber eindeutig nicht der Fall.

die Gibel   Die Giebel bevorzugten das gelbe Futter
Jürgen und Rüdiger
Jürgen (links) - schwarzes Futter und Rüdiger (rechts) - gelbes Futter

Sehr auffällig war, dass die zahlreichen Giebel zweifelsohne das gelbe Futter bevorzugten. Auf dem „schwarzen“ Futterplatz wurde nur ein einziger gefangen, auf dem „Gelben“ dagegen etwa 25 Stück. Eindeutiger geht es wohl kaum.

Es war aber nicht so, dass die Brassen das gelbe Futter gemieden haben. Auch Rüdiger konnte 5 Stück davon fangen.
Wir vermuten, dass die Giebel einfach schneller am Köder waren und sich am Futterplatz durchgesetzt haben, da waren die Brassen einfach zu langsam.

Auffällig war auch, dass Jürgen mit dem schwarzen Futter etwa 30 Minuten auf den ersten Biss warten musste. Bis dahin hatte Rüdiger schon 4 Fische im Kescher. Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass die Fische auf dem gelben Futterplatz energischer im Beißverhalten waren. Das kann natürlich auch damit zusammen hängen, dass hier viele Giebel gefangen wurden und diese argloser gebissen haben. Eindeutig kann man das nicht der Futterfarbe zuschreiben.

Letztendlich bleibt festzustellen, dass die Futterfarbe ein entscheidender Faktor im Bezug auf das Fangergebnis ist. Hier gibt es einigen Spielraum für weitere Experimente.

Auch Deine Meinung ist gefragt!
0 Kommentare
Erst wenn Du angemeldet bist, kannst Du Kommentare verfassen. Jetzt Einloggen oder Registrieren