Die champions-team Bolo Challenge Teil 2

  • von Jason Greatorex (Übersetzung: Jan Käbler)
  • 17. Juni 2010 um 10:57
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Die Session beginnt:

Ralf mit einer Hand voll Futterbälle
Ralf mit einer Hand voll Futterbälle
Steffi gewann den Münzwurf und schickte Ralf für die erste Stunde ins Rennen. Demnach fiel Ralf auch die Aufgabe zu beide Bahnen zum Start zu befüttern, was ihm mit seinen massiven Torhüterhänden auch bei den orangengroßen Bällen nicht schwer fiel (eine weise Entscheidung von Steffi). So flogen 10 Bälle von Steffis Mix auf die 11m Bahn, wobei Steffi wohl 20 in ihrer Größe benötigt hätte, um die gleiche Futtermenge einzubringen. Acht kleinere Bälle von Ralfs Bolo Mix flogen danach auf die 23m Bahn. Fast so locker, als ob es ein Kinderspiel wäre auf diese Entfernung genau zu werfen. Danach warf Ralf zum ersten Mal die Rute aus, wobei sich mir die erste Frage aufdrängte: Wo genau füttern und wo dann die Pose hinwerfen?

"Wir fischen heute mit einer 10g Bolo Pose, was momentan etwas zu schwer erscheint, aber wenn später durch Schiffe etwas mehr Bewegung im Gewässer aufkommt, wird dieses Gewicht genau passen. Wenn ich jetzt am Anfgang nur durchtreiben lasse, dann versuche ich den Abstand zwischen Futterpunkt und Anwurfpunkt möglichst gering zu halten.” Ralf wirft aus bis der Clip der Rolle die Schnur stoppt, wodurch die Montage gestreckt wird und die Pose etwas links von der geraden Wurfrichtung auftrifft (siehe Video). Er wirft dann einen Ballen Grundfutter 1m stromab und 1m kürzer als diesen Einwurfpunkt und nimmt mit der Rute Kontatkt zu Pose auf. So führt er die Pose vorsichtig über den befütterten Bereich und in die Spur, in der die Futterbestandteile abdriften. So ist die Montage  in dem Moment in dem der Futterplatz erreicht wird vollständig abgesunken. "Werfen wir zu weit stromauf, verschwenenden wir Zeit und müssen zu lange warten bis die Montage die Beißzone erreicht. Werfen wir zu weit stromab, so ist die Montage eventuell noch nicht richtig absgesunken, wenn sie das Ende der Futterspur erreicht hat" erklärt Ralf.  Es ist also wichtig Futterpunkt und Einwurfstelle genau aufeinander abzustimmen.

Sehen Sie hier zu ein Video:
Video


Viel Fisch für Ralf, aber klein
Viele Fische für Ralf, auch wenn sie zur kleineren Sorte gehören
Bevor Ralf den letzten Satz beenden konnte, gleitet ein 300 Gramm Rotauge in den Kescher und der nächste Wurf ging sofort wieder in Richtung Futterplatz. Auch die zweite Drift brachte ein schönes Rotaugen und innerhalb von zwei Auswürfen war klar, dass dies eine gute Session werden würde. Ralf fing weiter kontinuierlich Rotaugen und es dauerte ca. 15 Min. bis der erste gute Brassen seinen Weg in Ralfs Keschernetz fand. Genaugenommen war es jede Drift ein Biss und nur in einem von 10 Fällen resultierte kein Fisch auf einen Anhieb.

Ralf hatte die Session mit 5 Maden am 12er Haken begonnen und wechselte jetzt auf eine Maden Mais Kombination, um zu sehen, ob er so die besseren Fische am Platz selektieren könnte. Aber es schien so, dass es egal war, wie groß der Hakenköder war, denn auch der größere Köder wurde von den kleineren Fischen attakiert.

Zucker Mais
Spezielles Zuckermais "Sandwich"
"Warum wird die Bolognese-Methode im Stehen gefischt?" fragte ich Ralf als nächstes. "Ich stehe, um die Rutenlänge zu verlängern, um so eine bessere Kontrolle über die Montage zu erlangen. Wenn ich die Rute in einem 45° Winkel zur Wasseroberfläche halte, kann ich am meisten Schnur außerhalb des Wassers halten und das gibt mir den direkten Draht zur Pose. Durch das Stehen kann ich eventuell die 50cm heraus locken, die es mir ermöglicht, die Montage kurz anzuheben oder die Schnur zu wenden und so den Lauf der Pose zu verzögern. Im Vergleich zu einer kürzeren Matchrute habe ich so viel mehr Möglichkeiten meine Präsentationsmethode zu variieren. Wie bei der Kopfrute habe ich also die Möglichkeit die Montage zu verzögern oder gar nahezu vollständig stillzuhalten. Natürlich spielt dabei auch der Wind und die Strömungsstärke eine wichtige Rolle, aber heute sind die Bedingungen optimal, da wir eine leichte Brise stromauf haben, welche uns bei unser Montagenpräsentation unterstützt.”

Weiter führt Ralf aus: "Wenn ich die Reichweite meiner Rute erweitere, so hat der Wind mehr Angriffsfläche auf die Schnur und er wird einen größeren Bogen in diese wehen, so dass ich mit der Hilfe des Windes die Montage nahezu an einer gewünschten Stelle zum Stehen bringen kann. Dabei wird die Pose sich dann aber auch dem eigenen Ufer nähern, so dass für eine gute Angelei im Bolognese Stil es wichtig ist, die richtige Kombination aus Verzögern und laufen lassen zu finden. Wenn die Fische also eine ruhige Köderpräsentation bevorzugen, zum Beispiel beim Brassenangeln, lasse ich nach Möglichkeit den Wind den Job machen und führe den Köder so langsam und stark verzögert wie möglich in der Futterspur. In den meisten Fällen hilft der Schnurbogen sogar beim Anschlag, da die Kraftübertragung nicht direkt ist, wodurch der Haken eventuell wieder ausschlitzen könnte.“
"Trotzdem schlägst du relativ hart an, gibt es dafür einen speziellen Grund?" fragten wir Ralf als nächstes.

Bolo im Stehen
Das Führen der Bolognese Rute im Stehen erhöht die Kontrolle

“Ich schlage schnell an nicht hart, da gibt es einen kleinen aber feinen Unterschied," erklärt der Stipp Profi. "Es ist essentiell die Kontrolle über den Anhieb zu bewahren, deshalb nehme ich am Anfang eine hohe Geschwindigkeit auf, aber am Ende des Anschlages puffert der Schnurbogen die Härte ab und ich behalte die Kontrolle über den Anschlag! Es ist auch wichtig zur Seite anzuschlagen und nicht nach nach oben, weil dies verhindert, dass die Pose beim Anschlag aus dem Wasser katapultiert wird."

Ralf fängt einen Silber-Brassen
Ein weiterer kleiner Brassen wird gleich über den Kescher geführt

Ralf fängt kontinuierlich weitere Fische und füttert bei jedem zweiten Durchlauf einen Ball. Die kleineren Rotaugen scheinen jetzt von den größeren Fischen aus der Futterspur vertrieben worden zu sein und gerade als Ralf in einen guten Rythmus gekommen war, ertönte die Pfeife als Signal zum ersten Tausch auf der Sitzkiepe. Steffi nimmt nun diese Position ein und Ralf würde uns am liebsten den Wertungsbogen aus der Hand reißen, um zu sehen welchen Vorsprung er sich erangelt hat, doch wie abgesprochen werden die Ergebnisse erst am Ende der Drei-Stunden-Session bekannt gegeben.

Steffi füttert an Steffi füttert an
Steffi's Futterbälle waren nicht so groß wie Ralf's,
aber sie wußte sehr wohl wie man sie wirft!


Nach ein paar Handgriffen, welche den Angelplatz an ihre Bedürfnisse anpassten, nahm Steffi zu unserer Verwunderung die Kopfrute in die Hand und brachte die 6 Gramm Pose auf der 11 Meter Bahn in die Spur. Dann warf sie fachmännisch 3 Bälle Grundfutter links stromabwärts der Rutenspitze genau auf die 11m Bahn und einen auf die Bolo Bahn. Mit leiser Stimme weihte sie uns in ihren Plan ein: "Die Kopfrutenspur wurde die letzte Stunde kontinuierlich befüttert, aber nicht von Ralf beangelt. Ralf muss die Bahn also in einer Stunde gezwungenermaßen beangeln und ich versuche nun dort möglichst viele gute Fische zu fangen, da diese ja Zeit hatten sich dort ungestört einzufinden."

Steffi fängt keines Rotauge
Wieder die champions-team-Spezial-Fluss-Kamera in Aktion: Steffi fängt ein mittleres Rotauge

Der erste Fisch, ein gutes 2 Punkte Rotauge, zaubert ein Lächeln auf Steffis Gesicht. Gefolgt von 3 weiteren Rotaugen, welche insgesamt 6 Punkte auf den Wertungsbogen bringen, kommt auch Steffi nun an den ersten besseren Fisch, welcher das Hollow Elastic weit aus der Rute  zieht. Für diesen Fisch nimmt sich Steffi mehr Zeit, schiebt die Rute sehr langsam zurück und achtet darauf, dass die Spitze immer unter der Wasseroberfläche bleibt. Nachdem sie das Top-Kit abgesteckt hat, richtet Steffi die Rutenspitze gegen die Strömung und führt sie zum eigenen Ufer. Auch dabei bleibt die Spitze unter Wasser bis zum letzten Moment, in dem Sie Das Kit dann hoch in den Himmel reckt und ein guter silberner Brassen direkt unter ihrem Angelplatz aufaucht und behutsam in das Keschernetz geführt wird. Ein anerkennendes Nicken vom Stipp Profi und Steffi konzentriert sich weiter darauf Fische von der 11m Bahn einzusammeln. Dieses Mal ertönt ein Wolfschrei durch die Havelmark und dieser zeigt an, dass Steffis 30 Min. auf der Kopfruten Spur nun vorbei sind und sie auf die Bolo wechseln muss um ihre erste Stunde zu vollenden.


Steffi mit Rotauge
Taktik und Zeitoptimierung brachten Steffi Rotaugen dieser Qualität!
 

Steffi hält die Fische am Platz
Steffi schaft es sogar die Fische zu locken, selbst wenn sie auf die Bolo wechselt.
Ein genauer Wurf in die vorgefütterte Spur ergibt einen sofortigen Biss, jedoch nur von einem kleinen Rotauge. "Eigentlich habe ich zu weit links eingeworfen und wollte gerade wieder einkurbeln, als das kleine Rotauge die 5 Caster am 12er Haken schon im Absinken der Montage genommen hatte," erklärt die Weltmeisterin. Der zweite wurf wird dann präzise vom Schnurclip in der Anwurfzone gestoppt, gefolgt von einem Ballen Grundfutter auf die gleiche Stelle an der auch Ralf fütterte. Wie von selbst fliegt ein weiteres gutes Rotauge in Steffis Arme. " Ich dachte du hast dich zur Mehrheit der Angler gezählt, Steffi. Von hier oben sieht das sehr gut aus, eher im Gegenteil. "Gut, die Bedingungen passen heute einfach, antwortet Steffi,  auch wenn der Wurf oder ein Futterballen heute mal nicht den Platz treffen würden wir fangen. Die Fische überrennen uns heute an diesem Kanal und ich glaube, dass jeder Angler hier und heute einen großartigen Tag gehabt hätte.

Aber natürlich sind die Bedingungen nicht immer wie heute und wenn es schwierig wird, wird die Mehrheit der Angler zu der Methode zurückkehren, bei der sie sich sicher fühlt. Aber diese Sicherheit haben wir uns eben dadurch erkauft, dass wir die Methode häufig benutzen und das machen die meisten mit der Bolo Rute eben nicht. Mein Rat an die Angler, welche die Methode trainieren wollen ist sich einen Fluß oder Kanal mit vielen Fischen zu suchen und die Methode zu trainieren. So hat man Spaß beim Trainieren und wird selbstsicherer beim Angeln mit der Bolognese Rute, denn Erfolg bringt Selbstsicherheit. Die nächste Steigerung wäre dann die Verhältnisse zu erschweren, in dem man zwischen anderen Anglern mit der Bolo fischt."

Steffi in aktion

Mit dem Ende dieser Worte arbeitete Steffi weiter daran ihre Selbstsicherheit aufzubauen, in dem sie Fisch auf Fisch landete. Nun baten wir Ralf zu uns herunterzukommen, Steffis Vorgehen zu beobachten und die Fertigkeiten seines heutigen Gegners für uns zu bewerten. "Normalerweise sieht man Angler während einer Session immer an der Montage arbeiten, in dem sie die Tiefe oder die Abstände der Bleischrote zueinander verändern. Ist Steffi diesbezüglich etwas faul?" fragten wir den Stipp Profi. Ralf lacht und führt aus: "Nein, wenn du Faulheit beobachten willst, dann musst du woanders suchen, denn wie du siehst beißen die Fische gut und jeder Biss wird von der Pose gut angezeigt. Ich glaube nicht, dass irgendwelche Veränderungen unsere Fangquote verbessern würden. Es geht hier einzig darum in den Rythmus zu kommen und das Netz so schnell wie möglich zu füllen und das macht sie sehr gut.”
“Aber wenn es schwieriger ist, zum Beispiel an einem anderen Gewässer, an dem vielleicht nicht so viel Fisch vor einem steht, wie würdest du dann deine Montage verändern, um erfolgreicher zu sein?" fragten wir nach.
Enorm wichtig ist es, das Bebleiungsmuster so zu verändern, dass es den Bedingungen entspricht und eine perfekte Köderpräsentation ermöglicht.” Weiter erklärt der Nationalangler: "Man kann den Bulk weiter nach oben verschieben, um weitere Schrote anzubringen, muss dann aber daran denken auch das Bulk Gewicht entsprechend zu reduzieren. Dies ist zum Beispiel sehr wichtig, wenn das Gewässer eine starke Unterströmung vorweist, denn dann bewirkt ein hohes Gewicht des Bulkbleis, dass der Köder unnatürlich am Grund präsentiert wird" führt er weiter aus.
Wenn der Seitenwind und die Unterströmung in die gleiche Richtung zeigen, dann wird es notwendig sein die Schnur auf dem Grund aufzulegen um die Köderpräsentation zu optimieren. Man darf dann keine Angst haben zuviel Schnur aufzulegen, denn Strömung und Wind sorgen dafür, dass die Bisserkennung trotzdem ziemlich direkt ist. Und jetzt glaube ich, dass du mich hier in ein Gespräch verwickelst, um Steffis Zeit zu verlängern, denn die ist gerade abgelaufen," sagt der Stipp Profi mit einem Augenzwinkern.

Ein weiterer Fang für Steffi
Schnell noch ein letztes Rotauge einschwingen, dann ist Ralf wieder dran

Ralf nimmt auf dem Podest platz, vertauscht ein paar Köderdosen und greift sich die Kopfrute und die 8g Montage an die er 5 Caster an den 12er Haken anködert. Er setzt die Montage ein, führt sie durch die Futterspur und hält sie dabei hin und wieder kurz an. Als Ergebnis erhält er genauso wie Steffi, bei ihren 30 Minuten auf der Kopfrutenspur, einen Biss bei nahezu jeder Drift. Das Ct Reporter Team muss aber anmerken, dass die Fische bei Ralf ein wenig kleiner aussahen, als bei Steffi (oder was auch anzumerken ist, dass die Fische in Steffis zarten Frauenhänden einfach größer aussahen, als in Ralfs massiven Handwerkerpranken). “Du redest Unsinn” ,antwortete Ralf.
Anmerkung: Als der Schiedsrichter dieses freundlichen Wettkampfes, brummten wir Ralf eine Strafe von 10 Punkten wegen Beleidigung des Schiedgerichts auf. Leider wurde vergessen ihm diese Strafe mitzuteilen, so dass auch er erst jetzt beim Lesen davon erfährt.

Steffis letzte 30 Minuten auf der Bolo Spur gaben keine  Veränderung in der Anzahl oder Größe der gefangenen Fische. Sie fing sie einfach kontinuierlich. Vielleicht lag es auch daran, dass der Kameramann dauerhaft versuchte sie ins rechte Licht zu rücken und Steffi sich dadurch angestachelt besonders anstrengte, denn welche Frau will nicht vor der Kamera gut aussehen.

Entsprechend der CtIP's wurden die gefangenen Fische am Ende für das Abschlußfoto in 2 gleichgroße Mengen aufgeteilt und das Endergebnis von der Punktetafel bekannt gegeben, was bis dato unbekannt war:
1. Matchwinner Steffi Bloch  152 Punkte
2. Verlierer Ralf Herdlitschke  151 Punkte

Ralfs Fang
Steffis Fang
Ein volles Netz beider Teilnehmer, aber wir vermuten
ein bißchen mehr in Steffis


Die Ergebnisliste

So knapp war es dann doch gewesen und der unglückliche Ralf gratulierte sportsmännisch dem neuen CT Bolo Challenge Champion Steffi Bloch. Einen Titel, den sie sicherlich sehr schätzen wird. Vielen Dank Euch beiden für einen excellente Demonstration im Bolognesefischen und ein extra Dankeschön für die Möglichkeit unser brilliantes Punktesystem zu testen.
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