In der Kürze liegt die Würze

  • von Tobias Klein
  • 08. März 2011 um 06:49
  • 11
Viele Feederangler von heute schweifen gerne in die Ferne. Browningangler Tobias Klein hingegen weiß, dass nicht nur jetzt im Frühjahr das Gute mit der Feederrute oft ganz nah liegt.

Als ich meine Medium-Feederrute (Browning „King All Seasons“) aus dem Futteral hole, rümpft mein Angelnachbar Karl verächtlich seine Nase. „Willst etwa wieder mal im Uferbereich auf Kleinfischfang gehen, was?“, spottet er und schickt seinen gewichtigen Speed-Futterkorb an der für ihn obligatorischen, bulligen Distanz-Feederrute mit einem brachialen Wurf in Richtung Gewässermitte. „Nichts für ungut, Tobi, aber wenn Du hier im Altwasser - und noch dazu jetzt in der Hochwasser-Saison - eine Brasse fangen willst, dann packst du dein feines „Rütchen“ am besten gleich wieder ein und nimmst vernünftiges Gerät zur Hand!“ Keine Frage, er ist sich seiner Sache sicher. Doch soll der nur reden. Er wird schon noch sehen, dass „weit“ nicht zwangsläufig auch „erfolgreich“ bedeuten muss.

Brownings King Feeder All Seaons.
Für das Angeln auf kurze Distanz ideal: Brownings King Feeder All Seaons

Selbst wenn Feederangeln in mancher Situation bedeutet, gar dreistellige Wurfweiten in Kauf zu nehmen, sollte man sich dennoch eines vor Augen halten: Weite ist nicht alles. So haben Faktoren wie Platzaufbau, Futtermischung, Montage und – nicht zuletzt – natürlich auch die Erfahrung des Anglers an der Rute weit größeren Einfluss auf die Fangausbeute.

Platzaufbau nach System
Den Grundstock für einen erfolgreichen Ansitz mit der Feederrute gilt es daher bereits beim Platzaufbau zu legen.
Denn allein mit einer gewissen Grundordnung des umfangreichen Equipments und einem durchdachten Arrangements der verschiedenen Ausrüstungsgegenstände kann man sich auch voll und ganz auf das Angeln an sich konzentrieren.

Klar, dass ich für meinen akribischen Platzaufbau von „Kritik-Karl“ Häme ernte: „Lass Dir nur schön lang Zeit. Ich fange inzwischen noch ein paar Fische, gell; solange bis Du mal soweit bist. Wenn ich Dir irgendwie zur Hand gehen kann, sag einfach Bescheid.“ Unbeeindruckt gehe ich weiter nach meinem geistigen Plan vor: Zuerst wird meine Sitzkiepe (Browning „Competition Advanced“) sorgfältig positioniert. Die sechs teleskopischen Beine der Kiepe helfen mir, einen wackelfreien „Thron“ fürs anschließende Angeln zu erbauen. Erst nachdem ich mich durch Testsitzen davon überzeugt habe, dass der aufgeweichte Untergrund nicht nachgibt und die Beine Halt gefunden haben, kommen die Anbauteile an die Sitzkiepe.

Andernfalls würde ich ja wie mein Angelnachbar Karl Gefahr laufen, dass ein Bein der Kiepe irgendwann während dem Angeln in der Luft schwebt. In jedem Fall muss ich Karl also lassen, dass er einen bemerkenswerten Balance-Sinn sein Eigen nennt. Unnachahmlich schafft er es durch geschickte Gewichtsverlagerung bei jedem Einwurf aufs Neue trotz deutlichem Schwanken seines Plateaus einen „Köpfler“ in die Fluten zu vermeiden. Wie lange das seine abenteuerliche Konstruktion wohl noch mitmachen wird?

Es geht weiter: Links an meine Sitzkiepe kommt eine geräumige Feederbox mit klappbarem Deckel. Darin finden nachher nicht nur meine Köder, sondern auch das Grundfutter Schutz vor Witterungseinflüssen. Zu meiner Rechten baue ich den stabilen 2er-Wannenhalter an meine Station und setze zwei Wannen ein. In den Futterwannen verstaue ich nachher allerhand „Krimskrams“ - von der Hakenbox, Futterkörben, Dipps bis hin zu all dem, was man sonst eben gerne während dem Angeln neben sich hat.
 
Schließlich kommt das Kernstück der Feeder-Ausrüstung, der Feederarm, an den linken, vorderen Fuß der Kiepe. Zugegeben, das gute Stück aus der O&W-Angelbedarf-Kollektion trägt wohl nicht umsonst den Namen „Tele Match Arm“. Doch auch für das Angeln mit der Feederrute kann dieser leichte, ausziehbare Ausleger ohne schlechtes Gewissen kurzerhand zweckentfremdet werden. Stabil genug, das Eigengewicht der Feederrute plus Rolle zu tragen - ganz ohne ständig nach unten weg zu knicken und bei jeder Welle hin und her zu wackeln- ist er allemal. An den rechten, vorderen Fuß der Sitzkiepe montiere ich zu guter Letzt noch den geräumigen Setzkescher.


Die gerippte Rutenauflage
Die gerippte Rutenauflage hält die Rute auch bei heftigen Anbissen sicher

Platzwahl mit Sinn und Verstand
Unter fast schon Mitleid bekundendem Kopfschütteln des „Weitenjägers“ neben mir mache ich mich ans Ausloten. Das Gewässer meiner Wahl ist heute ein nahezu strömungsfreies, wenngleich extrem tiefes Altwasser mit Donau-Zufluss. Gerade jetzt im Frühjahr vermute ich hier einen willkommenen Ort des Rückzugs für die Fluss-Brassen. Fernab von harter Strömung und unwirtlichen Bedingungen im Hauptstrom.

Nach einem ersten beherzten Testwurf schlägt mein 50 g – Futterkorb mit seitlich angegossenen Bleiblock (Browning „Specialist“) auf gut 60 Metern ein. Dabei merke ich mir einen  festen Punkt am gegenüberliegenden Ufer, um den Futterkorb auch jedes Mal in die gleiche Richtung zu „feuern“. Direkt nach dem Einschlag des Futterkorbs zähle ich, wie lange der Korb braucht, um den Boden zu erreichen. „1000, 2000, 3000...8000“. Ein weiterer, etwas kürzerer Testwurf zeigt mir jedoch, dass sich die gleiche Tiefe auch bereits auf gut 35 Metern Entfernung zum Ufer findet.
Warum sollte ich also weit draußen angeln? Weil mein Angelkollege Karl das auch so macht? Keinesfalls. Vor allem, da ich durch gefühlvolles Schleppen meines Futterkorbes über den Gewässerboden auf gut 30 Metern Entfernung zum Ufer eine deutliche Kante ausfindig gemacht habe. Wenn ich hier keine Brasse fangen kann, wo sonst? Schließlich kommen die Rüsselträgerinnen auf der Suche nach Nahrung zwangsläufig irgendwann an dieser Kante vorbei. Denn natürliche Nahrung legt sich genau dort ab.

Der Wurf
Durchgehende Aktion: Genug Kraft für weite Würfe gepaart mit der nötigen Dämpfung
machen die „All Seasons“ zur No. 1 auf der Kurzstrecke

Die geflochtene Hauptschnur kommt vier Meter hinter der Kante in den Schnurclip meiner Rolle. Dadurch kann ich die Angeldistanz bei jedem Wurf aufs Neue genau anwerfen. Bewusst angle ich dabei einige Meter hinter der Kante am Grund. Ein Festsetzen eines gewichtigen Fisches im Drill will ich dort natürlich keinesfalls riskieren. Genauso ärgerlich wäre es, wenn ich den Fisch zwar über die Kante bekommen würde, am Ende jedoch in einem anderen Hindernis unter Wasser hängen bleiben würde. Daher ist es ratsam, auch die ersten zehn Meter des späteren Drillwegs vom Angelplatz weg durch gefühlvolles Abtasten des Grunds mit dem Futterkorb zu inspizieren. Weit und breit keine Hindernisse in Sicht, meinen heutigen Angelplatz habe ich gefunden.

ErdspeereZwei Erdspeere, die mit einer fünf Meter langen Schnur miteinander verbunden sind, kommen jetzt ins Spiel. In etwas Entfernung hinter meiner Kiepe treibe ich die Erdspeere an gespannter Schnur in den Boden. Anschließend führe ich den Futterkorb über den einen der Erdspeere, öffne die Schnurbremse meiner Rolle und wickle die Angelschnur anschließend vorsichtig abwechselnd um die Erdspeere. Solange bis ich den Clip meiner Rolle erreiche. Nun ist es ein Leichtes, die Angeldistanz abzulesen und diese auch im Fall der Fälle nach einem Abriss wiederzufinden. Wie es der Zufall will, sind es heute genau 33 Meter. Weiter werde ich heute nicht angeln. Ich kann Karls spöttischen Kommentar jetzt schon hören...

Beim Aufwickeln der Hauptschnur von den Erdspeeren erkennt man auch deutlich, dass ich rund zehn Meter 0,25 Schlagschnur vorgeschalten habe. „Wenigstens das mit der Geflochtenen und der Schlagschnur hab ich Dir beibringen können.“, wirft mir Karl zu. „Wenn ich Dich nicht hätte, Karl!“ Langsam geht er mir auf die Nerven. Doch unser Equipment ist sich in diesem Punkt durchaus ähnlich. Zwar findet Geflochtene auf große Angeldistanz vor allem deswegen Verwendung, weil der geringe Durchmesser der Schnur die Montage im Flug nicht in den Ringen bremst und dadurch letzten Endes besonders große Wurfweiten möglich macht. Darüber hinaus auch, weil die geringe Dehnung geflochtener Schnur Bisse auf große  Distanz besser anzeigt als Monofile. Letzteres kann man sich jedoch auch auf kurze Distanz vorzüglich zu Nutze machen. Schließlich werden damit auch die vorsichtigsten Bisse deutlich durch die Zitterspitze signalisiert.

Was der größte Vorteil Geflochtener ist, ist zugleich jedoch auch ihr größter Nachteil: Durch die geringe Dehnung können gerade dünne Vorfächer bei einem kräftigen Schlag eines Fisches am Haken reißen. Die Dämpfung der Rute reicht dann bei weitem nicht aus, weshalb eben oben beschriebenes Stück monofiler Schlagschnur vor die Geflochtene geschalten werden muss. Die Verbindung erfolgt dabei am besten durch einen Blut-Knoten.

Ein sicherer Arm
In diese Schlagschnur ist auch die Montage geknüpft. Da ich mit misstrauischen Fischen und vorsichtigen Bissen rechne, vertraue ich heute einer Seitenarm-Montage. Damit entgeht mir auch wirklich kein Biss. Das Knüpfen der Montage geht leicht von der Hand. Zuerst kommt eine rund 15 cm lange Schlaufe ans Ende der Schlagschnur, wobei rund 30 cm Schnur hinter dem Schlaufenknoten überstehen sollten. In die kleine Schlaufe kommen drei weitere Schlaufenknoten in jeweils 5 cm Abstand zueinander. Dadurch entsteht am Ende der großen Schlaufe eine kleine Schlaufe, in die ich einen kräftigen Doppelwirbel einschlaufe.

Blutknoten

Seitenarm
Doppelwirbel
Blut-Knoten
Seitenarm

Doppelwirbel

Der Doppelwirbel nimmt nachher den Futterkorb auf und ermöglicht mir einen blitzschnellen Wechsel des Korbes. Rund einen Zentimeter vom Ende des überstehenden Schnurstücks entfernt kommt zum Abschluss ein einfacher Dreifachknoten in die Schnur, welcher später als Ankerpunkt für mein Vorfach dient. Das abstehende Schnurstück hält das Vorfach vom Korb weg und beugt unliebsamen Verwicklungen beim Einholen der Montage vor. So gerüstet kann es nun endlich auf Brassen-Jagd gehen.

Nachdem ich meine bereits tags zuvor angefeuchtete Futtermischung aus je einem Kilogramm King „River Feeder“ und Champions Choice „No. 1“ bzw. einem Teelöffel XTC-Aroma „Super Zimt“ (alle Zutaten von Browning) auf ihre Konsistenz überprüft und abermals nachgefeuchtet habe – erst unter starkem Druck hält die Mischung in meinem Futterkorb - mache ich mich ans Anfüttern. „Es geschehen noch Wunder!“, stichelt Karl wieder von der Seite. Unbeeindruckt setze ich meinen ersten Wurf an die Angelstelle. Einige Sekunden nach dem Eintreffen des Korbes am Grund, leere ich durch einen langgezogenen Anschlag auch den letzten Rest der Futtermischung aus meinem Korb. Auf diese Art und Weise setze ich zehn Korb-Füllungen an den Angelplatz. Ein paar Pinkies und Caster in jedem Korb sollen mir die Aufmerksamkeit der Brassen einbringen.

Futtermischung
Eine helle, aktive Mischung sorgt schnell für Bisse

Nach meinem zehnten Wurf an die Angelstelle knüpfe ich ein 0,12 mm starkes und 100 cm langes Vorfach mit einem 14er Haken (Browning „BR 6112“) an die Montage. Zwei Maden kommen an den Haken und machen sich wenig später zusammen mit einer Futterkorb-Ladung ohne Lebendköder auf den Weg in Richtung Angelplatz. Direkt nach Eintreffen des Futterkorbes im Schnurclip schließe ich den Rollenbügel, tauche die Rutenspitze unter die Wasseroberfläche und warte bis der Korb am Grund eingetroffen ist. Durch dieses Vorgehen wird bereits ein Großteil der Schnur beim Absinken des Korbes durch sein Eigengewicht unter Wasser gezogen. Mit einer kurzen, beherzten Bewegung schlage ich die Rutenspitze danach aus dem Wasser. Auch das letzte Stück Schnur ist danach auf Tiefgang und ein lästiger Schnurbogen ausgeschlossen.

Rund 20 cm über der Wasseroberfläche lege ich meine Rute auf meinem Feederarm ab und spanne mit einigen Kurbelumdrehungen die Schnur. Solange bis sich die besonders sensible 1,5 oz Hohl-Carbon-Feederspitze nur ganz leicht durchbiegt. An dieser gegenüber einer Voll-Carbon-Spitze gleicher Stärke deutlich sensibleren Spitze sehe ich auch den feinsten Zupfer.

Rutenspitzen der King-Serie
Gut zu sehen: Die Multi-Lackierung der Rutenspitzen der King-Serie

Die ersten Bisse lassen indes auf sich warten und ich habe die Gelegenheit, meinen Mitangler etwas genauer zu beäugen. Er konzentriert sich immer noch darauf, eine circa 90 Meter entfernte Rinne im Altwasser zu erreichen. Allzu oft bleibt es dabei jedoch dank Windböen beim Versuch und der Korb landet noch vor dem Erreichen des Schnurclips unsanft in den Fluten. Trotz alledem fängt Karl ab und an eine Brasse. Zwar keine wirklichen Riesen, aber angesichts der frühen Zeit im Jahr zeigt er sich wohlwollend zufrieden. Ein plötzliches Ausschlagen meiner Rutenspitze fokussiert mein Augenmerk wieder auf die Rute. Beim nächsten Erzittern meiner Spitze schlage ich an.

Zwar ist es nur ein temperamentvolles Rotauge, aber natürlich für den Anfang überaus willkommen. Zügig beködere ich meinen Haken neu mit dem Maden-Duett und schicke meinen Futterkorb wieder hinaus. Bereits im Absinken wird mein Köder heftig von Rotaugen und Rußnasen attackiert. Nach gut 15 Minuten habe ich eine Serie von 10 Silberlingen im Netz. Der Köder scheint gar nicht mehr in die für Brassen interessante Grundnähe zu kommen. „Da hast Du nun die Quittung für deine Futtermischung. Willste eine Brasse fangen, musst Du zu einer bindenden, passiven Mischung greifen.“, belehrt mich Karl. Dass jedes Gewässer seine Marotten hat und in diesem ein trockeneres Grundfutter klar im Vorteil ist, hat er also trotz seiner zahlreichen Ansitze am Gewässer noch nicht herausgefunden. Ich werde mich aber hüten, ihm das zu verraten. Trotzdem hat er natürlich Recht. Ich habe mit den zahlreichen Kleinfischen zu kämpfen.

Da mich auch ein Wechsel auf zwei Mistwürmer nicht vor weiteren Bissen der Kleinfische bewahrt, bediene ich mich einer ebenso unkonventionellen wie effektiven Lösung: Zuerst fülle ich die obere Hälfte des Futterkorbes mit Futter, gebe ich in die untere Öffnung eine Prise Lebendköder und am Ende den Haken darauf. Verschlossen wird das Ganze wieder mit einem Deckel aus Futter und abschließend durch Daumen und Zeigefinger festgedrückt. Am Grund angekommen, löst sich das Futter aus dem Korb und gibt auch meinen Haken frei. Anschließend ziehe ich sachte an der Schnur und lasse den Futterkorb etwas über den Grund hüpfen, um sicherzustellen, dass der Köder etwas abseits des Futterkorbs und nicht in dessen Maschen zum Liegen kommt.

Dank dieser Umstellung werde ich von weiteren Kleinfisch-Bissen verschont. Nach einer Weile verneigt sich die feine Feederspitze meiner Rute dann in Zeitlupe. Sofort quittiere ich mit einem Anschlag. Die parabolische Aktion der Feederrute ermöglicht es mir, der mächtigen Gegenwehr des Fisches trotz feiner Vorfachschnur den nötigen Druck entgegenzusetzen. Harte Schläge des Fisches werden mühelos durch die Rute abgefangen. Als ich die Brasse mit rund einem Kilogramm Gewicht in meinem Unterfangkescher habe, verschlägt es Karl zum ersten Mal die Sprache.

1 KG Brasse
Guter Auftakt: Diese 1kg-Brasse machte den Anfang

Auch der nächste Wurf bringt mir eine Brasse ein. Mit 2 Kilo ein mehr als ansehnlicher Fang, welcher auch Karl langsam etwas ins Grübeln bringt. Angesichts meiner nächsten Fische, die nur unwesentlich kleiner sind, kommt unverständliches Kopfschütteln bei ihm auf. Dass man auch in kurzer Entfernung und mit leichtem Gerät tolle Fänge verzeichnen kann, habe ich schon nach gut einer Stunde eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mittlerweile gebe ich in jeden Korb eine kleine Portion zerschnittener Würmer. Die dicken Brassen scheinen die fleischliche Kost abgöttisch zu lieben und verfallen in einen regelrechten Fressrausch. Allmählich scheinen die Fische auch größer zu werden, zwei Würmer gestoppt durch eine Made be-kommen jetzt mein Vertrauen und bringen mir weitere gute Fische.

Auch auf den nächste Wurf folgt ein Biss

Fisch auf Fisch folgen und mein Netz füllt sich rasch. Die Brassen haben die Kleinfische endlich vom Futterplatz vertrieben und ich kann mir das Einkneten des Vorfachs sparen. Nach gut 3 Stunden Angeln kann ich schließlich stolz auf eine Ausbeute von etlichen stattlichen Brassen und einem gewichtigen Karpfen blicken. Doch allmählich ebben die Bisse deutlich ab. Nicht zuletzt, weil mittlerweile auch Karl seine Angelstelle auf die Kurzstrecke verlegt hat und versucht, mir die Brassen mit abenteuerlichen Cocktails aus allen nur erdenklichen Chemie-Lockstoffen im Futterkorb streitig zu machen. Auch bei Karl stellen sich nun die Brassen ein und er kann ab und an einen schönen Fisch landen. „Was Du kannst, kann ich schon lange!“, wirft mir Karl beim Einnetzen einer Brasse zu. Doch genau für diesen Fall habe ich mir vor dem letzten Anfeuchten meiner Futtermischung eine kleine Portion etwas trockeneres Futter aufgespart.

große Brasse
Nicht nur Groß-Brassen, sondern auch Karpfen können fleischlicher Kost nicht widerstehen

Ein geschlossener Plastik-Korb kommt an meine Montage und ich setze zwei Korbladungen der trockenen Mischung auf meinen Angelplatz. Danach kommt wieder die normale Mischung im Drahtkorb zum Einsatz. So will ich um jeden Preis vermeiden, dass die gierigen Kleinfische durch das trockene, besonders explosive Futter wieder auf meinen Futterplatz aufmerksam werden. Bingo! Meine Spitze verneigt sich in der Folge wieder regelmäßig.


Plastikkorb
Der Wechsel auf trockeneres Futter im Plastikkorb
 brachte den ein oder anderen Fisch mehr.

Während Karl es mit der Zugabe von Lockstoffen nun endgültig übertrieben zu haben scheint und gar keinen Biss mehr bekommt. Vielleicht sieht er ja durch seine Erlebnisse am heutigen Tage endlich ein, dass es sich durchaus lohnen kann, in Mode gekommenen Praktiken kritisch gegenüberzutreten und stattdessen neue Wege zum Ziel zu beschreiten.

Stattlicher Fang - ein Brassen
Große Brassen wie dieser 4 Kilo-Fisch sind auch ufernah zu überlisten.

Ich für meinen Teil bin mir sicher, dass es sich auch für Sie lohnt, der „Kurzstrecke“ mit feinem Gerät wieder einmal eine Chance zu geben. Vielleicht werden ja auch Sie mit stattlichen Brassen am laufenden Band belohnt.
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11 Kommentare
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  • hennes59
    aus Quierschied
    Schöner Bericht
    ich habe den Bericht jetzt schon mehrfach gelesen und finde ihn immer wieder interessant. Danke dafür!
  • Tobias Klein
    aus Mintraching
    Die Bildunterschriften...
    ...scheinen beim Hochladen etwas durcheinander gekommen zu sein. Aber die Bilder sprechen größtenteils für sich, hoffe ich. ;)
  • Gabsi
    Karpfen
    achso :D Ja, dann nix füt ungut! Bin schon wieder ruhig ;)
  • relixbo
    aus Witten
    karpfen
    wenn du aufs bild klickst, kommt das bild mit dem karpfen :)
  • Gabsi
    Karpfen
    Hey Tobi will nicht lange stören, aber kann es sein, dass dein Karpfen in wirklichkeit ein Brassen ist? oder ist das gewollt?
  • geri78
    aus Sommerein
    Danke
    Danke für die schnelle Antwort.
  • Tobias Klein
    aus Mintraching
    Draht vs. Plastik
    Der Wechsel auf den Plastik-Korb und die trockenere Futtermischung dient vor allem dazu, das Interesse der Fische erneut zu erwecken. Macht (wie beim Dippen) immer dann Sinn, wenn die Fische am Platz sind, aber aus irgendeinem Grund nicht mehr richtig fressen wollen. Würde man in der Folge weiter mit der trockenen Mischung (,welche wiederum sehr viele aufsteigende Partikel enthält) im Futtekorb angeln, riskiert man entweder, dass die Brassen den aufsteigenden Partikeln irgendwann ins Mittelwasser folgen oder gar Rotaugen auf den Futterplatz aufmerksam gemacht werden. That's it!
  • geri78
    aus Sommerein
    Futterkorb
    Interesanter Bericht. aber verrätst du mir die sache mit dem wechsel auf plastik-futterkorb und dann wieder zurück auf metallkorb ? danke mfg geri
  • Tobias Klein
    aus Mintraching
    Angelort
    Hallo zusammen, geangelt wurde auf Höhe Regensburg. Ortskundige kennen und schätzen diesen Altarm... Zu hoffen bleibt, das beim vierten Durchgang der Browning Feeder Trophy im August ebenfalls solch "dicke Dinger" auf die Angler warten! Beste Grüße
  • Feedermaster
    aus Quickborn-Heide
    Guter Bericht
    Ein wirklich gelungener Bericht. Aber ich glaube du hast nicht erwähnt wo du geangelt hast. @relixbo Ich glaube die Geschichte ist wahr und ja solche Leute trifft man oft. Gruß
  • relixbo
    aus Witten
    super bericht
    schöner bericht! sehr viele infos enthalten! sicher sehr hilfreich! ich glaube, so einen Karl gibts in jedem angelverein :P, ist diese geschichte wirklich wahr? :) gruß david