Winterfischen im Hamburger Hafen

  • von Benjamin Schröder
  • 30. Januar 2011 um 20:18
  • 4
Im Winter sind viele Matchangler ihrer Leidenschaft beraubt, zum einem sind viele Gewässer mit einer Eisschicht versehen, zum anderen scheint es, das die Fische aus unseren Gewässern verschwunden sind. Umso wertvoller sind Plätze, an denen man auch im Winter Fische fangen kann. Im hohen Norden sind die Plätze rar gesät, da freut es uns besonders,  dass Team Niedersachsen Angler Benjamin Schröder uns einen Bericht über ein Topgewässer im Stadtgebiet von Hamburg geschickt hat. Lesen Sie über eine kurzweilige Angelsession mit Benjamin Schröder. Das Gewässer ist der Harburger Hafen in einem Stadtteil von Hamburg.

Bennis Platz am Harburger Hafen


Ein paar Worte zum Gewässer: Das Gewässersystem des Hamburger Hafens, kann man getrost mit den Worten „gigantisch“ beschreiben. Die zu beangelnde Wasserfläche ist gigantisch und durch viele Hafenbecken, Flussarme der Elbe und dem riesigen Hauptstrom gekennzeichnet. In diesem Gewässersystem tummeln sich im Sommer unvorstellbare Mengen an Friedfisch, im Winter ziehen sich diese dann in stromberuhigte Bereiche zurück. Eine davon ist der Harburger Hafen, dieser Bereich des Hafens ist durch ein Sperrwerk vom tidenabhängigen Bereich der Elbe abgeschnitten. Also ein idealer Umstand um den Friedfischen konzentriert nachzustellen. Für das Fischen in diesem Bereich des Hafens benötigt man lediglich den Bundesfischereischein, und keine weiteren Tageskarten. Achtung: Im Hafen wird häufig kontrolliert, der Gebrauch des Setzkeschers ist in Hamburg verboten.

Hintergrund des Harburger Hafens
Hafenangeln hat seinen eigenen Reiz - hier vor urbanen Hintergrund des Harburger Hafens

Jetzt aber zu Bennis Bericht:
Am heutigen Angeltag sollte es an ein Hafenbecken im Hamburger Stadtteil Harburg gehen. Der Hafen befindet sich im Tidebereich der Elbe, was aber im Hafen selber nicht zumerken ist, da der Wasserstand mittels einer Schleuse reguliert wird. Der Wasserstand schwankt während des Fischens von +/- 10cm. Das Hafenbecken welches ich hier befische, ist direkt mit dem Auto befahrbar und lässt ein gutes Sitzen und entspanntes Aufbauen zu. Man sitzt hier direkt an einer Spundwand an der es bereits über 6 Meter tief ist. Meine bevorzugte Angelmethode ist hier die Kopfrute, wobei ich hier nicht verkürzt fische, sondern auf rund 8,20 Meter mit einer eben so langen Schnur. Auf dieser Entfernung habe ich eine Tiefe von rund 7 Metern. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass man auf 13 Meter oder 11,5 Meter verkürzt keinerlei Vorteile hat. Die Tiefe auf der 11,5/13m Bahn ist identisch mit der auf der Spur in rund 8 Metern Entfernung, so erspare ich mir das Auf- und Abstecken der Rute um schneller fischen zu können.

Benni fischt verkürzt mit der Kopfrute
Benni fischt verkürzt mit der Kopfrute - die Kopfrute ist präzise und in der Länge gut zu händeln

Das Futter sollte hier nicht zu leicht sein, zum einen wegen der Gewässertiefe und zum anderen ist durch die Schleusentätigkeit und Bootsverkehr, der immer eine gewisse Bewegung im Wasser sorgt. Wer hier zu leichtes Futter fischt, der zieht auf Grund der teilweise nicht zu unterschätzenden Unterströmung, welche die Fische bis zu 4 Meter neben den Futterplatz treibt, oder die Fische zu weit über Grund stehen lässt. Die Folge war, dass man den Fisch viel zu sehr verteilte und ihn nicht mehr konsequent genug beangeln konnte. Das Futter durfte aber auch nicht wie ein Stein am Grund einschlagen, denn der Gewässerboden ist hier sehr schlammig und so würde das Futter höchstwahrscheinlich nur suboptimal die Fische an Platz locken und auch dort halten. Ich denke man benötigt ein Futter welches gut klebt, und die Köder auf der langen Fahrt zum Gewässergrund zusammen hält. Am Grund angekommen sollte das Futter sich dann in einer leichten Wolke auflösen und die Köder dann freigeben. Ich Persönlich komme bei dieser Art der Angelei gut mit dieser Mischung aus:

1kg Clubman Voorn (Geers)
1kg Bream Extra (Geers)
200gr Lasirene X21
Futter Schwarz gefärbt

Das Futter mische ich im Verhältnis 1:1 mit Argile Humide Rot (Sensas).

Benni fischt im Winter ein relativ grobes, aktives Futter
Benni fischt im Winter ein relativ grobes, aktives Futter

Am Anfang des Fischen habe ich 4 feste Bälle mit toten Pinkies sowie 2 kleine, lockere Bällchen mir lebendigen Pinkies gefüttert.
So wollte ich erstmal etwas Leben auf den Futterplatz kriegen und erhoffte mir durch die festen Ballen mit den toten Ködern nicht so schnell Nachfüttern zu müssen. So war es auch an diesem Tag, die Fische reagierten negativ auf neu eingebrachtes Futter, nach jedem nachträglich geworfenem Ball war der Platz für 10 min tot. Bei dieser Session fütterte ich immer drei kleine Bälle nach wenn die Anzahl der Bisse geringer wurde, biss der Fisch gut, fütterte ich nicht nach. Diesen Rhythmus habe ich beim Fischen konstant beibehalten. Am Anfang des Fischen war ein ca. 5 cm über dem Grund angebotener Köder am erfolgreichsten, doch mit zunehmender Dauer des Fischens wurde mehr und mehr geschleust, so das ich dann mit einem ca. 10cm aufliegendem Köder am besten zurecht kam. Am erfolgreichsten war am heutigen Tag eine Köderkombi aus Mystik und 2 Pinkies.

Der Köder des Tages - 2 Maden mit etwas Mystik
Der Köder des Tages - 2 Maden mit etwas Mystik

Die Montage wähle ich hier im Hafen aufgrund der Tiefe nicht zu leicht, die Fische sind hier im Allgemeinen nicht sehr zimperlich mit der Köderaufnahme. Heute habe ich eine eiförmige Pose in 4 Gramm gewählt die mit einer tragenden Plastikantenne ausgestattet war. Als Bebleiung wählte ich eine kleine Kettenbebleiung um den Köder möglichst natürlich anbieten zu können. Wobei das Hauptblei ca. 40 cm vom Vorfach entfernt war, dann jeweils ein Schrot der Grösse 7, 8, 9, 10 mit den Abständen zum Vorfach hin immer grösser werdend. Die Hakengrösse war durchgehend ein 22er Haken am 15 cm langen Vorfach. Die Hauptschnur war eine 0,12mm und ein 0,09mm Vorfach. Feiner zu fischen macht denke ich wenig Sinn, weil ich die Fische rausheben möchte und die Fische hier in der Regel nicht schnurscheu sind.

Eine natürlich absinkende Montage ist perfekt für das Fischen auf Rotaugen
Eine natürlich absinkende Montage ist perfekt für das Fischen auf Rotaugen

Die Pose musste immer in Zeitlupe aus dem Wasser gehoben werden und dann wieder kontrolliert eingesetzt werden. Dieses provokative Auf- und Abtanzen lassen des Köders machte die trägen Winterrotaugen munter.
Im Resultat konnte ich an diesem unfreundlichen Angeltag (Graupelschauer und 1C) 58 Rotaugen in 2,5 Stunden fangen. Bei den Fischen handelte es sich ausschliesslich um Rotaugen, wobei an manchen Tagen auch die Güstern der Hauptfisch sind.

Benjamin Schröder mit dem Fang des Tages - Rotaugenfischen wie man es sich wünscht
Benjamin Schröder mit dem Fang des Tages - Rotaugenfischen wie man es sich wünscht

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4 Kommentare
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  • Basshunter8
    aus Hamburg
    Fotos
    Schöne Fotos, schöner Bericht kurz und knackig!
  • Kai
    Ganz einfach
    Man nimmt einen Eimer, die sind ja nicht verboten. :D:D:D;-);-);-)
  • Der_Martin
    Fangfoto
    Wie macht man denn das Foto der Fische wenn ein Setzketscher verboten ist. ?? Dass konnte ich zu Beginn im Bericht lesen.
  • basstid
    Namensdreher
    Wer war denn nun im Hafen angeln? Hoffmann Benni oder Schröders Benni?