Breadpunch vs. Made/Caster

  • von ct Redaktion
  • 11. Juni 2012 um 09:46
  • 3
Endlich warm und die Rotaugen sind in Beißlaune. Jayson Greatorex von champions-team.de war bereits zweimal am Baggersee und jedes Mal war der Kescher prall gefüllt. So prall, dass er mit einer geradezu übermütigen Wette auf mich zukommt. Einzig mit einem halben Toastbrot würde er mehr und größere Rotaugen als ich fangen, wobei mir bei Futter und Ködern freie Wahl zusteht. Gut, jetzt ist er komplett größenwahnsinnig geworden der Engländer, doch der Verlierer schleppt das Gerät zum Auto zurück und bei dem was wir immer alles mitschleppen und den 600 Metern bis zur Angelstelle schlage ich gerne ein.

Das Wochenende kommt und wir treffen uns am See. Das Wasser ist glasklar und auf 11 Metern Rutenlänge haben wir wie in Baggerseen nicht unüblich bereits 5 Meter Wassertiefe, wobei die Tiefe bei zunehmender Entfernung weiter zunimmt. Die Rotaugenschwärme stehen noch im tieferen Wasser, so dass wir uns entscheiden auf 13 Metern zu beginnen und während des Angelns ggf. das eine oder andere Teil weglassen, die Fische ranfüttern und somit kürzer fischen können.

Klasse gegen Klasse und Masse
Klasse gegen Klasse und Masse

Der Meister der Brotangelei hat tatsächlich nur eine Packung Toastbrot dabei, von der er aber seines Erachtens nur die Hälfte benötigt. Ich entscheide mich da doch lieber für eine ordentliche Rotaugenmischung, denn bei der nicht zu unterschätzenden Wassertiefe und dem guten Rotaugenbestand sollte schon einiges an Futter gespickt mit Maden und Castern ins Wasser fallen, um einen Rotaugenschwarm auf den Futterplatz zu ziehen und diesen auch dort zu halten.
  • 2 kg Van den Eynde Turbo hell
  • 1 kg Van den Eynde Secret schwarz
  • 0,3 kg gerösteter Hanf
  • 1 Beutel Van den Eynde All Round Additive Chocolat

Das Turbo ist der Klassiker der immer fängt, wobei das Secret bei ca. 5,5 Metern Wassertiefe für die nötige Bindung sorgt und das Futter bei dem klaren Wasser abdunkelt. Große Rotaugen lieben Schokolade und gerösteten Hanf, so dass diese beiden Zusätze auch noch hinzukommen. Als Köder kommen Maden und Caster zum Einsatz, die später ggf. auch lose mit dem Katapult geschossen werden können. Gerade mit geschossenen losen Castern könnte es gelingen die großen Rotaugen zu selektieren, wobei mir immer noch nicht klar ist, wie Mr. Greatorex hier mehr, geschweige denn auch noch die größeren Rotaugen fangen will.Ruckzuck werden die kleinen Rotaugen sein Weißbrot zerpflücken und spätestens nach einer Stunde wird er mich um Futter und Köder bitten. Nur zu und mal schauen, was der Brotkünstler gerade anstellt.

Eine gute Mischung, die zusammen mit Lebendködern schon viele Fische gefangen hat
Eine gute Mischung, die zusammen mit Lebendködern
schon viele Fische gefangen hat - Slideshow -

Jayson hat von seinen Toastscheiben die Rinde entfernt und das weiße Innenleben durch mehrere Siebe gerieben. Angefangen von einem groben Sieb ist er mittlerweile bei einem sehr feinen Pinkiesieb angelangt und aus den Weißbrotscheiben ist ein feines, fluffiges Pulver geworden. Während ich mich noch frage, wie oder auch wann dieses leichte Pülverchen jemals am Grund ankommen soll, rührt Jayson zwei Hände voll Kies hinein. Dieser wird vorher mit der Sprühflasche angefeuchtet, so dass er sich besser mit dem Brot verbindet. Der Kies wird untergerührt und Jayson nimmt aus seiner Futterwanne mit beiden Händen eine Menge des Gemisches, die der Größe einer Pampelmuse  entspricht und presst sie zu einer Kugel, die nun nur noch gerade einmal so groß ist wie ein Tischtennisball.
Toastbrot ohne Rinde kommt bei Jayson zum Einsatz
Toastbrot ohne Rinde kommt bei Jayson zum Einsatz - Slideshow -

Drei dieser Kugeln formt er und angefüttert wird punktgenau mit dem Polecup. Naja, alleine mag das klappen, aber gleich fliegen keine 15 Meter entfernt 8 apfelsinengroße Futterkugeln gepickt mit Maden und Castern ins Wasser und man kann nur hoffen, dass vielleicht doch noch einige Fische die kleinen Brotkugeln von Jayson finden. Als Köder, er hat ja nun einmal nichts anderes dabei, kommt bei ihm natürlich auch Toastbrot zum Einsatz. Das hat Jayson allerdings schon zuhause vorbereitet, denn ein Hakenköder direkt aus der Packung hält nur sehr schwer am Haken.

Um einen optimalen, nicht vom Haken fallenden Brotköder zu bekommen, hat Jayson eine Toastbrotscheibe am Abend vorher in Frischhaltefolie eingewickelt und in die Mitte eines schweren Buchs gelegt. Bis zum nächsten Morgen ist diese Scheibe nun platt gepresst ohne Feuchtigkeit zu verlieren. Aus dieser gepressten Brotscheibe können nun mit einem Brotausstecher (Bread Punch) die Hakenköder ausgestanzt werden. Kurz nachdem dieser dann mit Wasser in Berührung kommt, entfaltet er sich zu einer schmackhaften, aber dennoch gut am Haken haftenden Brotflocke. Ein sehr guter Rotaugenköder, das ist bekannt.

Die Köder werden ausgestochen
Jaysons Köder - eine Toastbrotscheibe - Slideshow -

Wir bauen jeder 3 Topsets und ein Polecupkit auf und sollten damit auf alle Situationen reagieren können. 1,5 Gramm Posen für den Anfang und darüber hinaus, 0,8 Gramm sofern die Fische vorsichtig oder auch schon im Absinken beißen und 3 Gramm für den Fall, das richtig viele Fische da sind, der Köder schnell zum Grund muss oder wir ihn einfach nur ruhig anbieten müssen, denn ein bisschen Drift und Unterströmung sind eigentlich immer mit dabei. Gelotet wird erst einmal bündig und die Bebleiung ist relativ einfach. 60 cm über dem 20 cm langen Vorfach ein Bulk und im Abstand von 15 Zentimetern jeweils vier 10er Schrote sorgen für die nötige Sensibilität und eine verlässliche Bissanzeige. Mit Maden und Castern kann ruhig mit einem 16er Haken begonnen werden, Jayson entscheidet sich für den 5 mm Brotausstecher und beginnt mit einem 20er Haken.

Bebleit ist die Montage mit einem Bulk und 10er Schroten
Bebleit ist die Montage mit einem Bulk und 10er Schroten

Und los geht´s. Jayson füttert seine 3 Kugeln mit dem Polecup bei einer Angellänge von 13 Metern wegen des weiter abfallenden Ufers auf 12,5 Meter und bei mir fliegen die 8 Futterkugeln mit Maden und Castern auch ein wenig kürzer. Die beköderten Haken hinterher und still ruht der See. Wo in den letzten Tagen die Rotaugen noch bestens gebissen haben herrscht erst mal absolute Ruhe. Bei keinen Fischen bzw. sehr wenigen Fischen, die womöglich sehr sensibel beißen und keinesfalls überfüttert werden sollten sehe ich Jaysons Stern langsam aufgehen. Doch bisher hat keiner einen Biss und nach weiteren 30 Minuten hoffen wir, dass überhaupt noch Fische auf unseren Platz kommen.

Drei Brotkugeln füttert Jayson am Anfang der Session   Die 8 Futterkugeln werden geworfen
Bei Jayson wird punktgenau mit dem
Polecup angefüttert
  Bei mir werden Futterkugeln geworfen

Gut, in Baggerseen kann es immer etwas länger dauern bis die Fische am Futterplatz eintreffen und wie aus dem Nichts sind plötzlich beide Ruten krumm. Kurz danach wandern zwei handlange Rotaugen in den Kescher und es scheint loszugehen. Auf zwei Maden gibt es Biss auf Biss und ein Rotauge nach dem anderen landet im sanften Einkehrschwung in meiner Hand.

Auf beiden Plätzen werden die Rotaugen eingesammelt
Auf beiden Plätzen werden die Rotaugen eingesammelt

Die Rotaugen stehen nun massiv auf dem Futterplatz und stören sich auch nicht an ausgelutschten Ködern was der schnellen Angelei zusätzlich entgegenkommt. Allerdings lässt bisher die Größe zu wünschen übrig, die Rotaugen wiegen keine 100 Gramm und der Unterfangkescher bleibt erst mal trocken.

Jaysons Frequenz ist bisher deutlich niedriger, da der Brotköder nach jedem Fisch erneuert werden muss und die Brotflocke auch bei Fehlbissen meist vom Haken gelutscht wurde. Waren unsere Fische anfänglich noch gleich groß, so hat er nach der ersten Stunde auch schon 5 sehr gute Rotaugen gekeschert. Ein Köderwechsel von Made auf Caster soll mir nun auch die größeren Rotaugen bringen und ich beginne zusätzlich Caster mit der Madenschleuder zu schießen. Doch anstatt der größeren Fische gibt es nun vermehrt Fehlbisse und die kleinen Rotaugen attackieren den Köder bereits einen Meter über den Grund im Absinken. Ich verändere mehrmals die Wassertiefe, verliere den Rhythmus und muss dabei auch noch zusehen, wie links von mir immer öfter der Unterfangkescher zum Einsatz kommt. Obwohl Jayson bisher noch nicht nachgefüttert hat, stehen die großen Rotaugen bei ihm Schlange.

Caster schießen soll nun die größeren Rotaugen bringen
Caster schießen soll nun die größeren Rotaugen bringen - Slideshow -

Die stark gepressten Weißbrotkugeln aus der Anfangsfütterung lösen sich nur sehr langsam auf und geben kleinste Brotpartikel ab, die dann von den Fischen vertrauensvoll genommen werden. Auf dem sehr kleinen Futterplatz lassen die großen Fische den kleineren Artgenossen keine Chance mehr und haben diese fast vollständig verdrängt. Manchmal wird der Hakenköder noch von kleineren Fischen im Mittelwasser angegriffen, doch meist kommt er zum Grund und da stehen nur noch große Rotaugen. Als die Bisse nach zwei Stunden bei ihm nachlassen cuppt er eine weitere Kugel Weißbrot, um gleich danach noch eine nur ganz leicht angedrückte Kugel in der Größe einer Walnuss ebenfalls mit dem Polecup nachzufüttern. Diese Brotkugel öffnet sich bereits im Mittelwasser und für einige Minuten steht eine Weißbrotsäule über dem Futterplatz, die die Fische wieder aktiviert.

Wieder ein gutes Rotauge im Kescher
Bei Jayson landet wieder ein gutes Rotauge im Kescher - Slideshow -

Mir gehen dagegen langsam die Ideen aus. Ein erster Versuch regelmäßig mit kleinen festen Futterkugeln nachzufüttern brachte anstatt diese zu sättigen noch mehr kleine Fische auf den Platz, so dass ich dazu überging lose Caster mit dem Polecup zu füttern, um ebenfalls den Futterplatz zu verkleinern und die großen Rotaugen zu zentrieren. Es blieb dabei und wohl eher zufällig konnte ich nur sehr wenige größere Fische, die nicht mehr gehoben werden konnten, fangen.

Die meisten Fische können gehoben werden
Die meisten Fische können gehoben werden - Slideshow -

Nach 2,5 Stunden wurde es dann aber auf beiden Plätzen schwieriger. Zu viele Fische waren weggefangen und das Beißen wurde heikel. Jayson hatte dafür noch einen Trumpf in der Tasche und sprühte die Brotflocke mit Lockstoff ein. Magic Spray Voorn (Rotauge) von Marcel van den Eynde überzeugte noch einige gut Rotaugen zum Anbiss.

Jayson hat eindeutig die größeren Fische
Jayson hatte nicht nur einen Trumpf - sondern auch eindeutig die größeren Fische

Somit war nach drei Stunden klar, wer an diesem Tag lächelte und wer mehrmals beladen zum Auto ging. Doch am Ende überwog die positive Erfahrung, dass die richtige Taktik einem vermeintlichen Materialvorteil überlegen sein kann und immer mehrere Wege zum Erfolg führen.

Fast gleich voll Netze aber bei Jayson sind die Fische eindeutig größer
Fast gleich voll Netze aber bei Jayson sind die Fische eindeutig größer - vergrößern -

Heute war die Taktik die großen Rotaugen auf einem sehr kleinen Futterplatz zu selektieren sicher die Beste, um an den kleinen Fischen vorbeizukommen.
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3 Kommentare
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  • looser-olly
    aus sarstedt
    spass angeln
    ja ja- der jayson jetzt macht der kleine tommy auch noch den hendric satt donnerwetter!!!!!!!!!! gruß olli knak.
  • borchi
    Testen
    probiere es ruhig aus, Du wirst sehen, wie erfolgreich Breadunch ist. IN einem Gespräch mit Bob Nudd hat mir dieser einmal erzählt, dass für ihn nur Mückenlarven besser auf Rotaugen sind. Sicherlich fällt auch beim Breadpunch Fischen kein Meister vom Himmel, aber mit etwas Übung und dem passenden Gewässer ( nicht zu tief und wenig Strömung) wirst Du vom Ergebnis angetan sein
  • joergschuette
    aus Ronnenberg
    Breadpunch vs. Made/Caster
    Das ist ein sehr interessanter Bericht, für mich ist das Ergebniss schon überraschend, obwohl ich Jaysons Video über die Herstellung von Breadpunsch schon vorher gesehen hatte. Jetzt werde ich es auch mal selber ausprobieren.