Geklebte Maden in der Strömung mit Günter Horler

  • von ct Redaktion
  • 02. Juli 2012 um 06:32
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Beim Angeln in fließenden Gewässern schwört Günter Horler auf geklebte Maden. Damit die Maden schnell zum Grund kommen und nicht mit der Strömung abtreiben werden sie zusammen mit Kies geklebt. Optimal ist Quarzkies in einer Körnung von 3mm bis 5mm. Quarzkies ist etwas schwerer als normaler Kies und sollte zum Kleben genauso wie die Maden absolut sauber bzw. staubfrei sein. Der Kies wird zur Säuberung gewaschen und wieder getrocknet, die Maden werden über einem feinen Sieb so lange hin und her geschüttelt bis keine Partikel mehr an ihnen haften. Der beste Madenkleber kann den Kies und die Maden nur dann optimal verbinden, wenn diese vorher entsprechend gereinigt wurden.

Für strömende Gewässer bereitet Günter Horler zwei unterschiedlich stark geklebte und mit Kies vermengte Mischungen vor.  Zum einen sogenannte sehr fest zusammenklebende Steinmaden, die zu drei Vierteln aus Kies und einem Viertel aus Maden bestehen und dazu eine weitere lockerere  Mischung die Maden und Kies in einem Verhältnis von 1:1 vorsieht.

Zwei unterschiedlich stark geklebte Mischungen für strömende Gewässer
Zwei unterschiedlich stark geklebte Mischungen für strömende Gewässer - vergrößern -

Die locker geklebten Maden werden am Anfang des Angelns gefüttert. Sie lösen sich am Grund angekommen sofort auf und werden von der Strömung in die Futterspur getrieben. Die abtreibenden Maden sorgen dafür, dass die Fische auf den Futterplatz aufmerksam werden und Richtung Futterplatz schwimmen. Um einen Futterplatz bei ausbleibenden Bissen wieder zu aktivieren, könne die nur leicht geklebten Maden auch während des Angelns nachgefüttert werden.

Sind die Fische aber erst einmal am Platz kommen die Steinmaden zum Einsatz. Durch den sehr hohen Kiesanteil treiben sie nur minimal ab und die Maden-/Kieskugel liegt unmittelbar an der Einwurfstelle, wo sich die Maden nur ganz langsam vom Kies trennen und von den Fischen aufgenommen werden können. Einerseits werden die Fische dadurch nicht so schnell überfüttert und andererseits kann punktgenau an den geklebten Maden-/Kieskugeln gefischt werden. Ein sauberer und ebener Grund ist natürlich optimal für diese Methode, denn  ein unreiner Gewässerboden ist kontraproduktiv für diese Technik der Fütterung.

Sowohl für die Steinmaden als auch für die locker geklebten Maden nimmt Günter Horler jeweils einen halben Liter Maden. Zur ersteren kommen eineinhalb Liter Quarzkies hinzu, zur zweiten Mischung ein halber Liter Kies.  Unterschiede gibt es in der Menge des Madenklebers, der Vermengung von Maden und Kies und der Befeuchtung bzw. Verklebung.

Steinmaden:
  • 0,5 Liter Maden
  • 1,5 Liter Kies
  • 200 ml Madenkleber
Zugabe Madenkleber
Steinmaden - Slideshow -

Maden und Kies werden in separaten Behältern mit jeweils 50 ml Madenkleber gemischt und anschließend mit sehr wenig Wasser aus einer Sprühflasche benetzt. Erst wenn die Maden und der Kies den Madenkleber angenommen haben werden sie in einem Gefäß zusammen vermengt. Unter Zugabe der restlichen 100 ml Madenkleber und kleinster Mengen gesprühtem Wasser werden die Maden und der Kies zu einer zähen Masse verklebt. Richtig fest wird dieser sogenannte Madenkuchen, wenn er mittels zwei ineinander gestapelter Eimer unter Druck zusammengepresst wird. Zum Füttern reißt man Stücke in gewünschter Größe aus dem Kuchen und drückt diese in der Hand noch einmal zu einem festen Ball zusammen.

Locker geklebte Maden:
  • 0,5 Liter Maden
  • 0,5 Liter Kies
  • 4 EL Madenkleber
Maden und Kies werden in einem Behälter vermischt. Dazu werden dann 3 EL Madenkleber gegeben und der Kleber gleichmäßig vermengt. Unter Zugabe von Wasser mittels einer sehr fein eingestellten Sprühflasche wird das Gemisch benetzt. Hier gilt oberste Vorsicht und das Gebot „Weniger ist mehr“. Es ist nur sehr wenig Wasser nötig und nach jedem Sprühstoss sollte die Konsistenz des Maden-Kies Gemisches überprüft werden. Optimal ist es, wenn sich bei der Herausnahme der locker geklebten Maden diese nach und nach von dem Ball trennen und wieder in den Behälter fallen.

locker geklebte Maden
Locker geklebte Maden - Slideshow -

Zum Füttern wird der Maden-/Kiesball einmal fest angedrückt und dann sofort gefüttert, so dass er zwar geschlossen zum Grund kommt, sich dann aber sofort auflöst und die Maden in die Futterspur treiben.

Für bei den Verarbeitungsprozesse empfehlen sich übrigens Garten- oder Latexhandschuhe, da der Madenkleber auch sehr gut an den Händen klebt und damit die spätere Angelei nicht einfacher macht.


Lecker, so ein Madenkuchen!


Gefüttert wird optimaler Weise punktgenau mit dem Polecup. Geht es z. B. mit der Bologneserute über die Kopfrutenlänge hinaus kann geworfen werden oder die Futterschleuder kommt zum Einsatz.
Der Materialeinsatz ist bei beiden Varianten überschaubar und die Kombination lockere und stark zusammenklebende Maden gemäß der beschriebenen Taktik zu füttern sehr erfolgreich. Die locker geklebten Maden eignen sich natürlich auch hervorragend für stehende Gewässer und Kanäle.

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