Feedern mit Mückenlarven und Blumenerde - Teil 2

  • von ct Redaktion
  • 13. Mai 2013 um 09:00
  • 2

Genug der Theorie und los geht´s. Jayson füttert fünf der etwas größeren Drahtkörbe punktgenau in den Rollenclip auf 30 Meter an und wechselt dann sofort auf den mit Isolierband abgeklebten Minikorb. Bei der Kälte ist keine Eile geboten und Jayson sucht sorgfältig zwei sehr lebendige große Mückenlarven aus der Köderbox und hängt sie an den 18er Haken.

Hakenköder sind große Mückenlarven
Hakenköder sind große Mückenlarven - Slideshow -
 
Top Tipp: Große Mückenlarven, die aus dem Süßwasser kommen werden zäher und erhalten eine festere Haut, wenn man sie über einen längeren Zeitraum im Wasser hältert und dieses mindestens alle zwei Tage wechselt und die Mückenlarven über ein Sieb laufen lässt, um die toten von den lebendigen Larven zu trennen. Eine aufwändige Prozedur, die man so lange wiederholen kann, bis die Larven entweder verbraucht oder gestorben sind. Aufwändig aber lohnend, denn mit zunehmender Zeit überleben nur die stärksten und lebendigsten Larven und diese Larven sind natürlich die optimalen Köder.

Die Mückenlarven bewegen sich trotz des etwas dickeren Drahts des Gamma Black Hakens sehr gut an diesem und jetzt muss nur noch schnell der kleine Korb gefüllt werden. Jayson drückt dabei die Erde mit den Mückenlarven sehr fest in den Korb, denn die Erde ist sehr locker, die kleinen Mückenlarven dazu sehr lebendig und erst wenn der Korb mit Wasser in Berührung kommt, wird die Erde nach kurzer Zeit aus dem Korb explodieren.

Das Larven-Erde-Gemisch wird in den Korb gedrückt
Das Larven-Erde-Gemisch wird in den Korb gedrückt - vergrößern -

Futterkorb und beköderter Haken landen auf dem Futterplatz und jetzt ist erstmal Geduld gefragt. Trotz ausbleibender Bisse in den ersten 15 Minuten holt Jayson die Montage nicht aus dem Wasser. Er gibt den Fischen Zeit auf den Futterplatz aufmerksam zu werden und will mit weiteren Korbladungen nicht für weitere Unruhe sorgen und auch keinesfalls den Futterplatz mit zu vielen kleinen zuckenden Mückenlarven überladen.

Warten gehört im Winter leider dazu
Warten gehört im Winter leider dazu

Geduld zahlt sich aus und nach weiteren 5 Minuten bewegt sich die Spitze der Feederrute zweimal ruckartig. Jayson wartet noch kurz ob nachgefasst wird und holt dann ein, denn die Mückenlarven dürften ausgelutscht sein. Gut, die Fische scheinen am Platz zu sein, jetzt gilt es womöglich die passende Vorfachlänge, die richtige Hakengröße und die optimale Anzahl an Mückenlarven auf dem Haken zu finden. Jayson beködert den Haken nun mit 4 großen und quicklebendigen Mückenlarven und der Biss lässt nicht lange auf sich warten. Die durchgehende Aktion der leichten Feederrute federt die Schläge des gefühlt ordentlichen Fisches gut ab und nach kurzem Drill gleitet ein 800 Gramm Brassen über den Kescher. Was für ein Auftakt!

Eine weiche Rute ermöglicht feine Schnüre und kleine Haken
Eine weiche Rute ermöglicht feine Schnüre und kleine Haken - Slideshow -

 Method Feeder Rigs
Es folgen einige Rotaugen zwischen 80 und 150 Gramm, doch jetzt hat Jayson das Brassenfieber gepackt und es folgt ein Griff in die Schublade seiner Sitzkiepe.
 
Mit fertig gebundenen Method Feeder Rigs will er nun den Brassen auf die Schuppen rücken. Kurze Vorfächer mit einem Bait Band sollen ein großes Mückenlarvenbündel am Hair Rig anbieten.

Was eigentlich für Pellets gedacht ist funktioniert auch prima mit Mückenlarven. Jayson hat noch ein kleines Häufchen große Mückenlarven in Zeitungspapier dabei  und er öffnet das Bait Band (Gummiring) mit der Pelletzange, um dann einfach die  Zange in die Mückenlarven zu stecken, um danach die Spannung aus dem Gummi zu nehmen. 8 bis 10 Mückenlarven sind im Gummi hängen geblieben und bilden einen ordentlichen Happen. Der Gummiring ist mit einem kurzen Stück Schnur (Haar) am Haken fixiert und damit völlig frei. Saugt nun ein Fisch das Mückenbündel ein, so wird er unweigerlich den Haken kurz danach mit einsaugen und dieser wird den Fisch im Maulbereich Haken. Eine absolut tödliche Methode, die nicht nur unter Karpfenanglern oder beim Methodfeedern erfolgreich erprobt wurde.

Mit der Pelletzange wird das Gummiband geöffnet
Mit der Pelletzange wird das Gummiband geöffnet - Slideshow -

Jayson wechselt also auf das Method Feeder Rig mit dem Mückenlarvenbündel und nach 5 Minuten ohne Reaktion biegt sich die Spitze der Feederrute gleichmäßig durch. Ein kräftiger Brassen hat das Larvenbündel inhaliert und sich dabei gleich selbst gehakt. Der erste von 4 Fischen zwischen 1000 und 1500 Gramm gleitet kurze Zeit später über den Kescher und das war es dann auch für diesen eiskalten Tag.

...und der nächste schöne Brassen
... und der nächste schöne Brassen - vergrößern -

Jayson ist mehr als zufrieden, denn mit derart schönen und gewichtigen Fischen war nicht unbedingt zu rechnen. Insgesamt war der Aufwand dazu in Bezug auf die Erde und die Köder überschaubar. Ein Eimer Blumenerde ist schnell gesiebt und reicht für mehrere Sessions, die großen Mückenlarven sind seit Wochen in der Garage im Wasser jederzeit verfügbar und bedürfen allerdings regelmäßiger Pflege. Schwierig kann die die Beschaffung der kleinen Mückenlarven gestalten, da diese, meist aus dem noch kälteren Osteuropa kommend, im Winter nicht immer leicht zu beschaffen sind. Und die Kosten? Ein bisschen Erde, ein viertel Liter kleine Mückenlarven, eine Portion Hakenmücken – da dürfte man leicht unter dem Preis von zwei kilotüten Futter bleiben.

5 schöne Brassen und einige Rotaugen sind es am Ende
5 schöne Brassen und einige Rotaugen sind es am Ende - vergrößern -
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2 Kommentare
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  • derotten
    Moinsen! Ein schöner Bericht! Ich werde mal ganz stark überlegen, ob ich nicht einfach mal einen Versuch mit den Mücken wage! Erfahrungen dahingehend habe ich nicht, aber wie heißt es so schön? Versuch mach klug! Holgi
  • Kilobrassen
    aus Langenhagen
    Ich muss sagen, ich bin kein Freund von Mückenlarven, aber nach diesem Bericht habe ich doch mal Lust die kleinen Mistviecher an der Feeder zu probieren. Gerade das mit dem Gummiband ist ideal und sollte doch eigentlich auch ohne Haar gehen. Also normales Vorfach und dann den Gummiring mit den Mückenlarven einfach beim Haken einfädeln. Das Materialeinsatz ist ja auch sehr überschaubar, also Daumen hoch für den Bericht. Michael