Thorsten Küsters - Mit Kontrast auf Giebel

  • von Thorsten Küsters
  • 17. Juli 2013 um 09:10
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Der Giebel ist einer der Kampfstärksten Friedfische überhaupt. Heute möchte ich eine Methode vorstellen, die selektiv auf diesen Fisch angewendet werden kann. Denn der Giebel ist für mich ein sehr aggressiver Fresser und wer schon mal Bisse von Giebeln bekommen hat, weiß wovon ich rede. Kein langsames Aufnehmen des Köders oder zaghaftes Anpacken. Nein, hat ein Giebel den Köder aufgenommen, dann reißt er die Spitze in einem herum und geht sofort in eine große Flucht. Das Angelgerät muss also perfekt abgestimmt sein.

Jetzt stellt sich nur die Frage, wie angelt man gezielt auf Giebel, wenn in diesem Gewässer auch Brassen und Rotaugen in großer Zahl vorhanden sind. Wir setzten auf Kontrast. Heute werden wir mit schwarzem Futter und hellen, kontrastreichen Ködern versuchen diesen tollen Fisch selektiv zu überlisten. Der Giebel hält sich im Gegensatz zu anderen Friedfischen nicht permanent auf dem Futterplatz auf, sondern nimmt sich das, was er am Grund sieht und dreht erst mal wieder vom Futterplatz ab. Das Futter für heute wird einfach gehalten aber bewusst schwarz gewählt. Hier vertraue ich auf den TK Feeder Mix Black aus dem Hause HJG-Drescher.

Feedermix    Das Futter
Der TK Feeder Mix Black HJG-Drescher   Futter und Köderpalette


Warum schwarz? Ganz einfach, wir versuchen heute Brassen und Rotaugen zu umgehen und verzichten bewusst auf Caster und Wurm. Unsere Köder für heute werden tote und lebendige Maden sein, Haferflocken und Mais. All diese Köder haben eins gemeinsam, sie bilden einen tollen Kontrast auf schwarzem Futter.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Platzwahl und hierbei gehe ich auch einen anderen Weg, indem ich die Ufernähe suche. Ich habe mir einen vielversprechenden Platz etwas links ausgesucht. Dort stehen Büsche und Äste über dem Uferrand und so fallen dort Insekten und andere kleine Tiere sehr häufig ins Wasser. Hier 6 Meter vom Ufer entfernt, hinter der ersten Kante werde ich mein Glück versuchen.

Das Arbeitsgerät für heute wird eine 3,60m Feederrute mit 60 gr Wurfgewicht mit einer 0,75 oz  Spitze , eine 0,22 mm monofile Hauptschnur, ein 10 Gramm Futterkorb und ein 50 cm langem Vorfach mit einem  12 Haken der Serie 26 von Tubertini sein.

Zu Beginn füttere ich 5 Futterkörbe locker gedrücktes Futter mit ein paar toten Maden und 5 Maiskörnern. Das Futter wird bewusst locker gedrückt, um eine Futterwolke mit langsam fallenden Maden zu erzeugen. So sollten die Fische schneller unseren Futterplatz finden.

Futterkorb    3 tote Maden
Locker gedrücktes Futter   Mit 3 toten Maden wird beködert


Jetzt knüpfe ich mein Vorfach an und beködere meinen Haken mit 3 Toten Maden. Die erste halbe Stunde passiert neben einigen kleinen Zupfern nicht wirklich viel. Ich versuche es mit einem höheren Futter Rhythmus, um so die Aufmerksamkeit der Giebel für meinen Futterplatz zu wecken. 10 Würfe und 15 min später dann der erste Biss. Und vom ersten Moment an zeigt der Fisch auf der anderen Seite wer er ist. Nach 3 minütigem Drill am feinen Gerät, gleitet der erste Giebel von 1 Kilo in meinen Unterfangkescher.

Erster Fisch im Kescher
Nach 15 Minuten landet der erste Giebel im Kescher


Jetzt ist es Zeit den Köderanteil im Futter zu erhöhen, denn Giebel sind Vielfraße und räumen in kürzester Zeit den Futterplatz leer. Keine 10 Minuten später der nächste heftige Biss und sofort wieder von 0 auf 100 im Drill. Diese Fische sind wahre Vollblutkämpfer und geben sich erst im Unterfangkescher geschlagen. Selbst dort versuchen sie noch mit aller Kraft aus den Händen des Anglers zu entfliehen. Hier merkt man ganz deutlich, wie viel Kraft diese Fische haben.

Drill
Von 0 auf 100 im Drill

Jetzt scheinen die Fische meinen Futterplatz gefunden zu haben. Ich bekomme sehr viele Schnurschwimmer, aber wenig zählbare Bisse. Ich versuche jetzt mit der Fütterung von Maiskörnern etwas mehr Ruhe auf den Platz zu bekommen, was mir auch gelingt. Schon der dritte Wurf auf ein Maiskorn beschert mir wieder einen tollen Fisch. Ich kann in der folgenden Stunde noch 6 weitere Giebel fangen, aber irgendwas scheint nicht mehr zu stimmen, da schlagartig die Bisse aufhören ich aber weiter Schnurschwimmer bekomme. Die Giebel sind nun vielleicht misstrauisch und vorsichtig geworden und es bedarf wieder einer Veränderung.

Erdbeer Dip von HJG-Drescher

Erdbeer Dip von HJG-Drescher


Ich versuche jetzt den Erdbeer Dip von HJG-Drescher. In diesen tunke ich 3 Maden und ich bin sofort begeistert von diesem Dip, denn ich habe selten solch eine Köderhaftung bei einem Dip erlebt. Selbst nach zweimaligem auswerfen sind noch Spuren des Dips in den Rillen der Maden zu erkennen.

Weitere Giebel folgten
Weitere schöne Giebel zwischen 600gr und 1 Kg folgten

Ich kann in der restlichen Zeit noch 6 schöne Giebel zwischen 600 Gramm und 1 Kilogramm fangen und ich beschließe noch einen Wurf zu machen und in dieser Zeit mein Angelzeug einzuräumen. Siehe da, der letzte Wurf auf 2 tote Maden beschert mir noch einen unerwarteten Beifang.

Sonnenbarsch
Ein Sonnenbarsch als Zugabe


Einen Sonnenbarsch. Naja der ist nicht das was wir wollten, aber ich denke ein toller Abschluss eines wunderschönen Angeltages.

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