Mit Carsten Röschl auf Frühjahrskarpfen

  • von Carsten Röschl
  • 24. April 2013 um 11:25
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Der lange Winter hat nun endlich ein Ende gefunden und der ein oder andere von euch ist auch schon wieder fleißig am fischen. Für all diejenigen unter euch, die sich noch nicht raus ans Wasser getraut haben, oder die noch keine richtige Lust bekommen haben, hier mal ein kurzer Vorgeschmack auf das, was Euch auch erwarten könnte.

Die Gewässer werden langsam aber sicher wärmer und die Fische darin sind teilweise schon richtig gut am fressen. Je flacher und kleiner ein Gewässer ist desto besser sind jetzt die Aussichten auf Fangerfolg, so meine Erkenntnis aus den letzten Jahren.

Über die Wintermonate habe ich mir schon mal ein Zielgewässer ausgesucht. Zeit genug dafür hatten wir ja...
Flach und relativ klein sollte es sein. Gerade so groß wie ein besserer Dorfteich. Gerne auch so ein Gewässer wo im Sommer aufgrund der Größe, keiner oder nur wenige Angler den Weg hinfinden. In diesen kleinen Teichen gibt es immer so manche Überraschungen. Natürlich gibt es in solchen Gewässern auch immer einen gewissen Weissfischbestand, aber schiele ich jetzt doch vielmehr auf die anderen stillen Teichbewohner. Oft werden in diese kleinen Dorfteichen ein paar Karpfen und Schleien ausgesetzt und Karauschen oder Giebel gibt es auch des öffteren. Genau diese Spezies sind meine Zielfische an den ersten warmen Frühlingstagen.

Beangeln kann man sie mit allen beliebigen Angelmethoden, egal ob Feederrute, Schwinge, Matchrute, Kopfrute oder Methodfeder. Alles ist Erfolgsversprechend, allerdings sollte man einige Aspekte im Kopf behalten, um das maximale an Spaß herauszuholen.

KopfruteKleine Dorfteiche erwärmen sich im Frühjahr schnell

Die Fische sind zwar am fressen und jetzt relativ gut an den Haken zu bekommen allerdings können sie auch schnell satt sein. Auch sollte man bedenken dass die Fische noch recht vorsichtig bei der Köderaufnahme sein können. Aus diesen Gründen entscheide ich mich gerne zur Kopfrute und der Methodfeeder. Beide Montagen kann man relativ genau anfüttern und das mit relativ wenig Futter. Die Kopfrute kann man zudem recht fein fischen.

Um die genannten Spezies zu überlisten bieten sich folgende Köder an: Maden, Mais sowie Softpellets und 8mm Miniboilies haben sich als beste Köder erwiesen. Sind zu viele kleine Fische am Platz scheiden die Maden aus, dann beschränke ich mich auf den Mais, Pellets und die Miniboilies. Als Futter dient hier eine einfache Mischung aus süßen Mehlen und fruchtigem Geruch.

Der Angelplatz Mischung aus süßen Mehlen und fruchtigem Geruch Maden, Mais und Softpellets
Der Angelplatz und die Köderpalette - Futter und Köder für The Method und die Kopfrute


Um es einfach zu halten nehme ich für die Kopfrute das gleiche Futter welches ich auch für den Methodfeder benutzte. Das klingt eventuell etwas komisch für den ein oder anderen, funktioniert aber sehr gut. Ich füttere auch nur max. 5 Hühnerei große Bälle auf die Kopfrute mit dem Polecup und oft bleibt es auch für die ganze Session dabei, es sei denn die Fische beißen doch schon sehr gut, dann kann man hin und wieder auch mal ein Ei nachfüttern. In der Regel wird der Platz aber anderes in Bewegung gehalten.  

Dieses geschieht von Anfang an mit Geräusch! Die kleinen Futterbälle werden allesamt aus ca. 1,50m höhe aus dem Cup fallen gelassen sodass ein gutes „Plopp“ entsteht. Während des Angelns schieße ich regelmäßig, ca. alle 2 min. 3-5 sinkende 3mm Pellets auf den Futterplatz. Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Karpfenartigen jetzt sehr gut auf diese Geräusche anspringen. Sei es durch das laute aber zielgenaue cuppen oder aber auch durch das ständige "laute" prasseln der Pellets per Schleuder.

Methodkorb

Noch zu erwähnen ist das ich gerne noch ein Polecup mit „leckerlies“ zusätzlich abcuppe. Ein polecup gefüllt mit ein paar von meinen späteren Hakenködern: ein paar wenige lose Maden, ein paar Maiskörner, ein paar 3mm Pellets. Das ganze sollte insgesamt eine Menge wie eine Golfkugel haben. Man weiß ja nicht genau wie hungrig die Fische wirklich sind und nachfüttern kann man noch immer.

Das füttern mit der Methodfeeder ist da noch einfacher. Hier fange ich als Hakenköder gerne mit einem Maiskorn an. Das Methodfeeder Futter wird auf den Method Korb gepresst und fertig.

Als Futtermischung für beide Angelarten vertraue ich hier gerne dem Geers Methodmix Strawberry. Dieser Fertigmix hat eine sehr schöne Erdbeernote und ist zudem auch noch recht süß. Die Futterfarbe ist Rotbraun und benötigt keine weitere Behandlung wie zum Beispiel abdunkeln mit dunkler Farbe. Das Futter kann ruhig etwas heller sein, wir wollen ja etwas größere Fische ansprechen.

Ein weiterer Vorteil ist das der Mix nur sehr wenig Fischmehl beinhaltet. Ich habe an meinen Gewässern schon oft erlebt dass der Mix mit weniger Fischmehl deutlich besser funktioniert. Das muss man aber ausprobieren. Anfangen würde ich aber an eurer stelle mit einem Mix der wenig Fischmehl enthält, dies ist die sichere Variante!

Die Angelstelle wähle ich im Frühjahr so das ich mir eine windstille Bucht suche wo der Wind von hinten kommt, zudem darf es ruhig sehr flach sein. 1 – 0,5m sind oft ideal.  Das sind die Bereiche wo die Fische sich jetzt gerne aufhalten, gerade wenn auch noch ein wenig die Sonne scheint.                                

Für die Kopfrute lege ich immer 2 Futterplätze an. Einen gerade aus und einen gerne parallel und sehr nah am Ufer.  Wenn es die Tiefen zulassen, nehme ich die volle Rutenlänge von 13 Metern, da dann der Futterplatz weit genug von mir weg ist und ich die Fische nicht so stark störe.

ein geschützter AngelplatzGeduld ist auch gefragt - aber irgendwann finden die Fische den Futterplatz


Die Methodfeeder wird zur dritten freien Seite ausgeworfen, damit ich beim einholen nicht immer eine meiner Kopfrutenspuren kreuze und damit evtl. einen guten Fisch verjage. Wenn es die Gewässergröße zulässt, werfe ich gerne auch sehr nah ans entfernte Ufer ins flache Wasser.

Noch ein paar Worte zur Kopfruten Montage : Generell solltet ihr immer darauf gefasst sein, dass ihr etwas kräftigere Fische wie Rotaugen oder Brassen an den Haken bekommt, demnach werden auch die Montagen gebaut.

Mais als Hakenköder

Als Leitfaden für Euch hier meine Lieblings Montage:

  • Hauptschnur 0,20mm „Matrix Power Micron“
  • Pose „Matrix Poly Line Trough“ mit Schnur- Innenführung  in 0,2 – 0,8gramm 
  • Kleine Schrotkette aus 8er Schroten
  • 20cm langes Vorfach
  • 0,14mm „Matrix Power Micron“
  • Ein 16er „Matrix Feeder Rigger“ Haken.
  • Ein Matrix Hohlgummi der Stärke 2,3mm über 3 Teile

Die Methodfeeder Montage ist recht einfach. Eine 0,28mm monofile Hauptschnur, ein Matrix „Evolution Method“ Inline Korb von 30 oder 45gr mit einem 12cm langen Vorfach „Matrix Power Micron“ in 0,18mm. Und ein „Matrix Feeder Rigger“ Haken mit einem Haar in der Grösse 14.

Als Hakenköder gehen immer wieder sehr gut 4-5 Maden oder ein einzelnes Maiskorn. Das Vorfach ca. 10cm auflegen und geduldig warten. Immer wieder einzelne 3mm Pellets auf den Platz schießen, das lockt die Karpfen oder Schleien oft aus der Reserve. Aber aufgepasst, wirklich nur 3-5 stück pro Schuss. Sonst sind die Fische irgendwann satt. Man kann auch Hanfsaat nehmen, das geht auch gut.

Durch cuppen von wenigen losen Ködern oder durchs schießen von Pellets immer beide Kopfruten Plätze für den Fisch interessant halten. Dann hat man immer einen Reserveplatz falls einer von beiden nicht anlaufen will.

Carsten beim keschern
Eine schöne Karausche kurz vor dem Kescher

Den Methodfeeder Platz lasse ich meistens relativ ruhig. Frühestens alle  20 min hole ich die Montage raus und werfe dann mit neuem Köder und neuem Futter wieder an die gleiche Stelle. Oft gibt es hier auch einen Bonusfische zu ergattern.

Das Ergebnis an einem FrühjahrstagDas Ergebnis kann sich sehen lassen

Ich hoffe das ich Euch ein bisschen hungrig machen konnte und wünsche denen die das ausprobieren viel Petri Heil. Vielleicht sehen wir ja demnächst ein paar schöne Fischfotos von Euch .

Viel Spaß beim ausprobieren

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