Winterfischen mit Christoph Barra und Ricky Teale

  • von Christoph Barra
  • 14. Februar 2013 um 03:10
  • 2

Anfang Januar haben wir uns an einem Kanal in Norddeutschland zusammengefunden um die eisfreie Zeit im Winter zum gemeinsamen Fischen zu nutzen und dabei zeitgleich ein paar neue Produkte zu testen. Carsten Röschl und ich trafen uns morgens mit Ricky Teale, dem Produktmanager der Firma Matrix, der uns einige neue Sachen zum Zeigen und Probieren aus England mitgebracht hatte.

Nach einem kurzen gemeinsamen Frühstück im Hotel von Ricky ging es ab ans Wasser. Wir wollten in einem zwischen 25m und 30m breiten Kanal mit mäßiger Strömung angeln. Die Tiefe des Gewässers liegt zwischen 2,5m und 3m. Zum Einsatz kommen sollte sowohl die Kopfrute, wie auch je nach Strömungsstärke die Bolognese und Matchrute. Der Fischbestand ist recht gut und vor allem für die schwierigen Wintermonate ist dieser Kanal eine prima Gelegenheit, doch noch den einen oder anderen Fisch zu fangen.

Am Gewässer angekommen stellten wir schnell fest, dass die Strömung bedingt durch anhaltenden Regen und Schmelzwasser der letzten Tage etwas stärker als erwartet war. Wir waren dennoch guter Dinge, auch bei nasskaltem Wetter einen interessanten Tag am Wasser verbringen zu können.

Platzaufbau
Zwei Abroller, um bis zum Polecup durchzuschieben

Wir entschieden uns mehrere Bahnen zu befischen. So sollte auf der 6m Bahn speziell zu Beginn des Angelns auf kleinere Güstern und Rotaugen geangelt werden, natürlich mit der Kopfrute auf der 13m Bahn und als weitere Option mit der Bologneserute auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals. Die Kante verläuft dort recht dicht am Ufer und ist recht steil abfallend. Ein sehr guter Bereich zum Fischen, wie sich auch später noch rausstellen sollte.

Gemeinsam haben wir uns eine relativ magere Futtermischung angerührt. Zu unserem schwarzen Futter gaben wir ebenfalls dunkle Erde hinzu, um einerseits sicherzustellen, dass das eigentlich leichte Futter bei der vorherrschenden Strömung auch dort ankommt, wo wir es haben wollten und andererseits den Nährwert der Mischung noch etwas weiter zu reduzieren. So sollten die Fische länger am Platz gehalten werden und länger nach den wenigen Ködern suchen müssen, die wir später mit dem Futter einbringen wollten. Dazu bereiteten wir uns eine Portion gut bindende Erde vor, mittels der wir unsere Mückenlarven füttern wollten.

Verschiedene Montagen
Verschiedene Montagen kamen zum Einsatz


Wir haben Montagen mit Gewichten von 0,5gr bis 3gr vorbereitet. Die leichteren Grammzahlen sollten im ufernahen Bereich eingesetzt werden und die schwereren zum ruhigen Präsentieren des Köders auf dem 13m Platz.

Als Pose kam an der Kopfrute ein neues Modell von Matrix zum Einsatz. Die Form der Pose ist sehr bauchig, also eine gute Pose bei Strömung. Der Stahlkiel sorgt für stabiles Verhalten bei Wind und unruhiger Oberfläche und die feine Fieberglasantenne stellt sicher, dass auch die feinen Bisse bei der Winterangelei mit Mückenlarven und Pinkies zuverlässig angezeigt werden.

Die verwendeten Posen   Verwendete Bolopose
Die verwendeten Posen - vergrößern -

 

Abbildungen Stippmontagen
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Wir haben diese Pose mit einer Schnurinnenführung fertigen lassen. Dies hat den großen Vorteil, dass die Schnur beim Verschieben der Pose nicht in deren Körper einschneidet, wie es speziell bei dieser Form sonst zwangsläufig passiert. Dies erhöht die Lebensdauer der Pose und erspart viel Ärger während des Angelns, wenn der eingeschnittene Lack Wasser durchlässt und die Pose an Tragkraft verliert.  An der Bolorute montierten wir Posen von 4g.-6gr. Dieses sollte bei der geringen Tiefe ausreichend sein.

Nachdem nun der Platz sorgfältig aufgebaut war und alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, konnten wir mit dem Füttern beginnen. Mittels Polecup fütterten wir die 6m und die 13m Spur. Die kurze Bahn befütterte ich mit 4 Futterbällchen der Größe eines Tischtennisballs mit wenigen Pinkies und kleinen Mückenlarven. Dazu kamen noch ein paar lose Hanfkörner.

Auf dem 13m Platz brachte ich nur 1 Futterbällchen der Größe einer Mandarine und 4 gleichgroße Bälle Erde mit Mückenlarven ein. Dies sollte für die etwas größeren Fische der Grundstein zum Erfolg sein.

Carsten verfuhr ähnlich, Ricky hingegen ging die Sache etwas optimistischer an und schob zu Beginn acht recht große Bälle mit vielen Mückenlarven auf den Platz bei 13m und wollte sich auf diesen auch konzentrieren. Auf der gegenüberliegenden Kanalseite wurden sieben mit einer Hand geformte Bälle des Futter-Erde-Gemisches mit Castern, toten Pinkies und wenigen Mückenlarven mittels Schleuder gefüttert.

Angeln auf der kurzen Bahn
Angeln auf der kurzen Bahn


Das Angeln konnte also losgehen. Auf der kurzen Bahn konnten direkt nach dem Füttern die ersten kleinen Güstern und Brassen gefangen werden. Eine leichte Montage mit einer Kettenbebleiung, bei der die Gewichte nach unten kleiner wurden und die Abstände zwischen den einzelnen Bleien größer, war hier sehr gut geeignet, um die Fische in der Spur zu fangen. Ich habe bei jeder zweiten Drift 4-5 lose Hanfkörner etwas oberhalb meines Futters eingeworfen. Dadurch gesellten sich zu den Güstern und Brässchen auch einige Rotaugen bis 200gr.

Carsten beim Keschern
Carsten beim Keschern - vergrößern -


Bei Carsten lief es sehr ähnlich. Bei ihm brachten die ersten Versuche mit der Kopfrute auch direkt Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch die Bissfrequenz auf der 6m Bahn noch etwas besser und die Fische unterschieden sich in der Größe nicht. Dies änderte sich im Verlauf des Angelns. Nach ca. 40 Minuten wurde es merkbar ruhiger auf dem 6m Platz und ein Wechsel zur Kopfrute war die logische Konsequenz. Unsere Futterstrategie schien aufgegangen zu sein, denn durch die festen Erdbälle zu Beginn haben sich während wir vorne die kleinen Fische beangelten zahlreiche bessere Güstern und Brassen eingestellt. Wir konnten immer wieder gute Serien an Fischen fangen. Ließen die Bisse nach, konnten diese durch das Nachfüttern sehr kleiner Futterbällchen mit einigen Mückenlarven wieder provoziert werden. Die schnell freigegebenen Köder schienen wieder zum gierigeren Fressen zu animieren, während die über die gesamte Angeldauer aus der Anfangsfütterung freigegebenen Mückenlarven die Fische langfristig am Platz hielten. Bei Ricky lief es eher schleppend. Durch die massive Startfütterung waren wohl permanent zu viele Köder freigesetzt worden, sodass die Fische zu viele Alternativen zum Hakenköder hatten und die Anzahl der Bisse geringer ausfiel.

Ein mittlerer Skimmer
Ein mittlerer Skimmer


Wir stellten fest, dass ein sehr ruhig angebotener Köder, der ganz leicht auf dem Grund auflag, am besten fing. An einem 20er Haken aus der Matrix Super-Pole Serie kamen entweder Kombinationen aus Pinkies und Mückenlarven oder auch eine einzelne Made zum Einsatz. Wie sehr häufig in unseren Norddeutschen Gewässern waren alleine angeköderte Mückenlarven nicht so fängig, wie Kombiköder mit Pinkies oder Maden.

Auch wenn es mit der Kopfrute sehr gut lief, wollten wir unbedingt noch sehen, wie sich die neue Matrix Reflex Bolo mit leichten Montagen, feinen Vorfächern und kleinen Haken fischen lässt. Während des Angelns mit der Kopfrute haben wir immer wieder ein paar Bälle gefüttert, um den Platz für die Fische attraktiv zu halten. Bereits der erste Wurf brachte auch den ersten Fisch an die Oberfläche.

Angeln mit der Kopfrute
Angeln mit der Kopfrute


Wir konnten im weiteren Verlauf auf diese Weise viele Fische fangen und hatten großen Spaß dabei. Auch hier war ein möglichst ruhig angebotener Köder, der immer wieder leicht durch das aus dem Wasser Ziehen der Pose bewegt wurde, am fängigsten. Hierfür war eine schlanke Posenform am besten geeignet.

Das Ergebnis des Tages
Das Ergebnis des Tages


Alles in allem hatten wir einen super Tag am Wasser mit einem prima Fangergebnis. Der anhaltende Dauerregen und die kalten Temperaturen fallen dabei nicht so ins Gewicht. Wir wünschen auch euch weiter viel Spaß bei euren Winterangeltrips.

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2 Kommentare
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  • stasi
    aus Bremerhaven
    Kanal Norddeutschland???
    Moin Moin Ihr zwei Beiden Schöner Bericht über das Geschehen. Warum können die Autoren nie das Gewässer nennen wo sowas durchgeführt wurde, oder unterliegt das der Geheimhaltung? Vielleicht soll man sich ja auch nur auf die vorgestellten neuen Produkte konzentrieren. Ansonsten bis Bremen.
  • borchi
    netter Bericht...
    welcher Kanal war das? Mir fällt spontan kaum ein Kanal mit einer so großen Tiefe ein...