Gold Valley Tour 2014 - Unsere Leserreise

  • von Markus Howanietz
  • 21. Januar 2015 um 09:34
  • 7

Haben Sie schon einmal mit einem mehrfachen Weltmeister zusammen gefischt?

Diese Gelegenheit bot Champions-Team seinen Lesern, als Organisator Jayson Greatorex erneut eine Reise zu den Gold Valley Lakes (England) anbot.

Donnerstag:

Am frühen Abend des 02.Oktobers trafen sich 11 Angler aus Deutschland und den Niederlanden im Restaurant direkt neben dem Premier Inn Hotel (Aldershot) ,um zusammen ins Abenteuer Karpfenangeln mit Will Raison zu starten. Aufgrund des gemeinsamen Hobbys gestaltete sich das Kennenlernen einfach und schnell war eine gemeinsame Gesprächsgrundlage gefunden. Einige Teilnehmer waren bereits vor zwei Jahren bei der CT-Leserreise dabei gewesen und waren nun gefragte Gesprächspartner. Natürlich wurden Tipps und Tricks bereitwillig verraten und die Vorfreude war allen anzumerken.

Überraschend gesellten sich im Laufe des Abends noch Will Raison und Dave Johnson (Matchangler.com) zu uns. Will erwies sich als Pfundskerl und schnell war das Eis gebrochen. Die neusten Entwicklungen des Angelmarktes (Zebco hat gerade Preston gekauft), aber auch einige persönliche Erlebnisse von der WM in Kroatien wurden zum Besten gegeben. Natürlich interessierte er sich besonders dafür, was wir uns vom Wochenende versprachen und welche Methoden uns besonders interessieren würden.

Zum Abschluss des Abends übergab Jayson an alle Teilnehmer ein paar Angelutensilien wie Gummizug, Methodkörbe, Haken, Bullabungs,Schnur und Posen, die unsere Partner Browning und Matrix für einen gelungen Start ins Abenteuer Commercial-Angelei bereitgestellt haben.

Später als gedacht begaben wir uns dann auf die Hotelzimmer, aufgeregt der Dinge harrend, die uns erwarten würden.

Freitag:

Nach einem gemeinsamen Frühstück machten wir uns auf dem Weg zur Seeanlage, die nur knapp 5 Autominuten vom Hotel entfernt liegt.

Gold Valley Tour 2014 

Will begrüßte uns ganz entspannt im Bistro und spendierte uns erstmal, je nach Vorliebe einen Kaffee oder Tee. Dabei erzählte er kurz, was er für diesen Tag geplant habe. Er wollte uns am Wasser direkt die Methoden zeigen, die hier in der Regel die Wettkämpfe gewinnen. Er erklärte aber auch, dass das Karpfenangeln eventuell anders sei, als wir es kennen würden. Die Fische in seinem Komplex sind alle alt und erfahren, und dementsprechend groß. Hohe Stückzahlen, wie bei der Angelei auf F1 und kleinen Karpfen, seien nicht erforderlich um am Ende des Tages gute Gesamtgewichte vorweisen zu können. Wer 3-4 Fische pro Stunde fangen würde, der hat nach 5 Stunden bestimmt 100 Pfund im Netz!

Danach ging es direkt an die Canal Bank, der rechten Seeseite des Gold Lakes. Will hatte schon in der Früh seine Gerätschaften komplett aufgebaut und startete direkt mit der praktischen Vorführung.

Praxisseminar am Wasser. Will erklärte alles bis ins Detail und beantwortete jede Frage.Praxisseminar am Wasser. Will erklärte alles bis ins Detail und beantwortete jede Frage.

Da er bereits am Vorabend mitbekommen hat, dass wir uns besonders für den Pelletwaggler interessieren, startete er direkt damit. Die Montage aus drei Gummischnurstoppern, einem Ledgerbead (Laufröllchen mit Wirbel) und Pose verblüffte uns alle aufgrund ihrer einfachen Gestaltung.

Carl öffnete die Schatzkiste des Weltmeisters. Eigenbau- Pelletwaggler aus Balsaholz kosten nur wenige Cent und sind mindestens so gut wie die teuren gekauften.Carl öffnete die Schatzkiste des Weltmeisters. Eigenbau- Pelletwaggler aus Balsaholz kosten
nur wenige Cent und sind mindestens so gut wie die teuren gekauften.

Will betonte, dass die Montage so einfach wie möglich gehalten werden könnte und es nur auf den richtigen Futterrhythmus ankäme. Die Pose dürfe maximal 12 Sekunden im Wasser sein, und wenn man nicht gerade werfen würde, müsste man die Schleuder in der Hand haben und Pellets schießen.

Will schoss dann auch direkt 12-14 8mm Pellets auf ca. 30 Meter und warf aus. Dabei überwarf er den Futterplatz ein gutes Stück und ließ den Waggler sich dort aufstellen, wo er aufs Wasser aufkam. Nach 4-5 Sekunden schoss er nochmal Pellets nach und kurbelte den Waggler ins Zentrum der hereinprasselnden Pellets. Weitere 4-5 Sekunden später schoss er erneut und holte die Montage ein, um direkt wieder von vorne zu beginnen. Innerhalb weniger Minuten hat er so mehrere Dutzend Male geschossen und wieder eingeholt sowie ausgeholt.

„Manchmal“, so erklärte Will, „ fängt man stundenlang nichts, um dann in den letzten beiden Stunden 200 Pfund zu erbeuten. Wichtig ist, dass der Pelletregen ununterbrochen ins Wasser rieselt.“ Er betonte weiterhin, dass man nur nicht aufgeben dürfe und immer weiter arbeiten müsse.

Dann legte er erst richtig los! Schießen, werfen, einholen, schießen… Will arbeitete wie ein Uhrwerk und ließ die Teilnehmer staunen. Nach einer kurzen Weile hatte er alle in seinen Bann gezogen und aus mehreren Mündern erfolgte fast zeitgleich der Kommentar zum ersten Biss des Tages. „Da isser!“Wenig später landete Will allerdings „nur“ einen Brassen, was seinen Ehrgeiz richtig weckte. Obwohl er kurz vorher den letzten Wurf ankündigte, folgten bestimmt noch ein paar Dutzend weitere bis der erste Karpfen sicher im Unterfangnetz lag.

Werfen, werfen und nochmal werfen!
Werfen, werfen und nochmal werfen!
Pelletwagglerangeln ist harte Arbeit...
Pelletwagglerangeln ist harte Arbeit...
...führt aber häufig zum Erfolg! Will präsentierte den ersten Karpfen der Reise.

Fürs erste mit dem Abschluss der Demonstration des Pelletwagglers zufrieden, bot Will uns seine Sitzkiepe (Prototype der neuen Daiwa 500) an, um es auch einmal auszuprobieren. Pascal konnte nicht widerstehen und nutzte die Gelegenheit mit dem Gerät des Weltmeisters zu angeln.

Während Will uns anschließend erklärte, dass Microspellets nur einen kurzen Moment einweichen müssten und, dass die zweit-erfolgreichste Methode die „Method“ sei, fing auch Pascal seinen ersten Fisch.

Zugeschaut und nachgemacht.
Zugeschaut und nachgemacht.
Pascal setzte das gerade Erlernte um und hatte sofort Erfolg!
Pascal setzte das gerade Erlernte um...

Nach kurzem Drill und ein wenig Hilfe beim Landen des Karpfens –gerade Wills Fähigkeit den Drill und Landung extrem kurz zu gestalten konnten wir kaum kopieren—zeigt er uns dann auch seine Erfolgsmontage für den „Futterkorb“. An einer 0,25mm Schnur schlaufte er einfach ein Stück Fluorocarbon ein, dass aufgrund des höheren Gewichts immer auf Grund liegen solle. Darauf glitt ein 30g Methodfutterkorb bis zu einer Quick Change Bead (einer Kombination aus Pufferperle und Kunststoffwirbel). Das verwendete Vorfach war nur knapp 8-10cm lang und wurde mit einem 12er Haken und einem Pelletband versehen. „Diese Methode“, erklärte Will, „kann sehr erfolgreich sein, wenn man sie kurz hinterm, oder aber direkt auf dem Waggler-Futterplatz benutzt. Anders als bei dem ersten Besuch der CT-Leser ist diesmal keine Zurückhaltung beim Füttern angebracht. Die Fische beißen gut.“

Als letzte Methode präsentierte Will uns danach die simple Angelei mit der Bomb, also einer Laufmontage mit einem kleinen Grundblei und einer leichten Karpfenfeederrute. Während er letztere mit seiner fertigen Montage herumgehen ließ, kamen sofort die ersten Fragen. Natürlich haben alle die Regeln genauestens studiert und wunderten sich jetzt über das verwendete Guru X-Safe System, dass in unseren Augen, mit einem Stück Hydro als Puffer und eingehängt an eine Schnurschlaufe, offensichtlich eben kein Freilaufsystem ist. Will erklärte, dass mit einem Freilaufsystem eines gemeint ist, bei dem sich kein Stopper über dem Korb befinden darf. Der Fisch muss bei einem Schnurbruch diesen wieder loswerden können. Dies sei aber nur bei diesem System gegeben. Natürlich waren im Umkehrschluss aber auch Systeme ohne Gummizug erlaubt.

Montagenkunde in der Praxis. Will erklärte sichere und erlaubte Selbstharkmontagen.Montagenkunde in der Praxis. Will erklärte sichere und erlaubte Selbsthakmontagen.
Gut zu sehen: das dicke Fluorocarbon.

Nachdem wir nun die erfolgreichsten Methoden gesehen hatten, war es an der Zeit unser Gerät zu holen. Will bot uns zwar an, dass wir auch seines verwenden könnten, doch brannten die meisten darauf ihr eigenes, teilweise speziell angeschafftes, zu verwenden.

Im Angelshop direkt am See wurde letzteres mit der Hilfe des Weltmeisters ergänzt. Will hielt mit seinen Erfahrungen nicht hinterm Berg. Drennan Schleudern, Guru Haken, einfache Pellets der Hausmarke und günstige Daiwaschnur; anders als in Deutschland scheint der Markenwahn in England nicht besonders ausgeprägt, und es wird trotz Sponsorings das benutzt, was am besten funktioniert.

Auch in punkto Platzwahl konnte Will jedem nach Rat und Tat behilflich sein. Je nach gewünschter Methode wies er uns einen Platz zu und konnte präzise, sagen wie und wo wir fischen sollten. Zudem wurde beim Aufbau jede Frage beantwortet und jede Montage ganz genau inspiziert. Wo etwas im Argen lag, wurde mit seiner Hilfe direkt umgebaut. Zusätzlich stattete er uns mit einem Grundstock an Futter und Pellets für das Wochenende aus. Es konnte losgehen!

Nachdem wir mit dem Angeln begannen, konnten schnell die ersten Fische an den Haken gebracht werden. Egal, ob auf dem Waggler, der Kopfrute oder der Feederrute, überall wurden Fische gefangen. Schnell war die von den Teilnehmern heimlich erhoffte 50 Pfund Grenze durchbrochen. Strahlende Gesichter waren überall zu sehen.

Schnell war die von den Teilnehmern heimlich erhoffte 50 Pfund Grenze durchbrochen Strahlende Gesichter waren überall zu sehen.

Besonders bemerkenswert war Wills Können und Erfahrung an den Seen. Wenn es mal nicht klappte, dann setzte er sich einfach auf den Platz eines Anglers, fütterte nach oder verschob die Pose um wenige Millimeter und fing meistens sofort Fisch! Wills Ehrgeiz uns zum Fisch zu führen war gewaltig!

Will hatte beim Coachen mindestens so viel Spaß wie wir beim Angeln. Hier weihte er Pascal in die Geheimnisse des Marginfischens ein
Will hatte beim Coachen mindestens so viel
Spaß wie wir beim Angeln
.
Unglaublich! Nach Kontrolle der Wassertiefe stellte er Pascals Pose 1,5cm tiefer und innerhalb von Sekunden erfolgte der Biss.
Unglaublich! Pascal stellt die Pose 1,5cm tiefer
und innerhalb von Sekunden erfolgte der Biss.
Kumpeltyp. Will freute sich über jeden gefangenen Fisch und stand uns mit seiner warmen, freundlichen Art mit Rat und Tat zur Seite.
Kumpeltyp. Will freute sich über jeden gefangenen Fisch und stand uns mit seiner warmen,
freundlichen Art mit Rat und Tat zur Seite.

Gerade unsere vorsichtige Art zu Füttern brachte ihn dabei teilweise um den Verstand. Teilweise stand er hinter uns und animierte immer wieder Pellets zu schießen oder nachzucuppen, bis wir ungefähr den passenden Rhythmus entwickelt hatten. Spätestens, als er verdeutlichte, dass ein 10 Pfund schwerer Karpfen mal eben eine Dose Mais verputzen könnte, hatte auch der letzte verstanden, dass an diesem Wochenende aggressives Füttern angebracht sein würde.

Am Ende des Tages fühlten wir uns gut vorbereitet und fit für den Wettkampf am nächsten Tag. Der ein oder andere hatte dabei sogar jetzt schon Gewichte über 100 Pfund erzielen können.

Samstag:

Heute sollten wir das bereits erlernte in die Tat umsetzen. Für uns wurde extra ein Match organisiert, in dem wir gegen 11 Engländer starteten. Es wurde so gelost, dass wir jeweils abwechselnd saßen und somit immer einen Engländer neben uns hatten. Will ging kurz noch die Strecke ab und gab uns den einen oder anderen Hinweis, wo und womit an dem jeweiligen Platz gefischt werden sollte. Dabei empfahl er, aufgrund des andauernden Regens, eher die Angelei mit dem Method Korb und der Bomb. Nachdem wir alle aufgebaut hatten, erfolgte pünktlich um 11 Uhr das „All in“, also die Aufforderung mit dem Angeln zu beginnen. Es dauerte allerdings etwas bis die ersten Bisse erfolgten. Mein Nachbar fing als erstes auf der Method einen Karpfen und schob sich damit an die Spitze. Nach und nach wurden dann überall krumme Ruten gesichtet und es wurde klar, dass heute zwar kein Spitzentag, aber doch ein guter Tag werden würde. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass bei den meisten Anglern Gewichte über 50 Pfund ermittelt werden konnten. Sehr erfreulich war, dass die CT-Leser trotz der geringen Commercial Erfahrungen tatsächlich mithalten konnten. David gelang es sogar mit 94 Pfund den dritten Platz des Tages zu ergattern. Sektor B wurde mit 84Pfund von Will Raison gewonnen, gefolgt von Geert Pakvis mit knapp 64 Pfund. Gerd, ein Schelm und mit allen Wassern gewaschen, nutzte sofort die Gelegenheit und gab bekannt, dass nur Will Raison ihn heute schlagen konnte. Richtig so! Wann sonst bekommt man die Gelegenheit so einen Satz anzubringen!

Geert sichtlich begeistert.Geert sichtlich begeistert

Anschließend erfolgte im Bistro der Anlage die Siegerehrung, die neben Geldpreise auch zwei von Matchangler.com gestiftete Sachpreise für die deutschen Angler bereithielt.

Siegerehrung 01 Siegerehrung 02

Geschafft und dennoch hoch zufrieden beluden wir unsere Autos und fuhren klatschnass zum Hotel. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen den Abend gesellig bei einigen Kaltgetränken im Pub auszuklingen und den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen.

Sonntag:

Der Sonntag stand zur eigenen Verfügung. Es bestand die Möglichkeit an einem Open Match am Syndicate Lake teilzunehmen oder einfach auf eigene Faust –aber natürlich mit Tipp und Tricks von Will—loszuziehen.

Die Teilnehmer nutzen die Möglichkeiten in etwa zu gleichen Teilen und begaben sich an die jeweiligen Seen zu den Top präparierten Angelplätzen.

Perfekt angelegte Angelplätze und kurze Fußwege sorgten für spannendes, aber entspanntes Angeln.Perfekt angelegte Angelplätze und kurze Fußwege sorgten für spannendes, aber entspanntes Angeln.

Der Wettkampf gestaltete sich leider schwieriger als gedacht. Offenbar bevorzugten die Fische nach einer kalten Nacht (4 Grad) die wärmenden Sonnenstrahlen auf der hinteren Seeseite, während die andere im Schatten lag. Auch wenn die CT-Teilnehmer im Gesamtklassement keine Rolle spielten, so konnten sie am Ende des Tages immerhin Gewichte zwischen 25 und 50 Pfund auf der Methodfeeder und Kopfrute überlisten.

Ganz anders sah es bei den Anglern am Gold- und Middle Lake aus. Nach sehr verhaltenem Start, teilte Will ihnen mit, dass sie ab 14:30 Uhr Fisch fangen würden. Pünktlich zu dieser Uhrzeit zogen dann die richtig dicken Kaliber in die Margins (Uferbereiche) und verschafften den Anglern die ersten Bisse. Und was für welche! In nur 20cm Entfernung zur Uferkante und in 30-60cm tiefem Wasser knallten Fische über 10 Pfund in die Montagen. Die vierteiligen Kits wurden herumgerissen, als habe man aus Versehen den ICE von München nach Berlin gehakt. Von 0 auf 100 in Sekundenbruchteile.

Ein guter Fisch knallte David ins Geschirr.
Ein guter Fisch knallte David ins Geschirr.
 
Auch bei Vater Heinz wird das Gummi länger und länger!
Auch bei Vater Heinz wird das Gummi
länger und länger!

Dank der Einweisung durch Will stellte allerdings auch dies kein Problem dar. Jeder Angler verwendete mindestens 0,20mm Hauptschnur und dicke Hydroelastics. Carl kürzte sogar sein schwarzes Hydro um bestimmt 40-50cm ein, als die Fische immer größer und größer wurden. Sie standen am reichhaltigen Futterplatz Schlange.

Fang 01 Fang 02

Am Ende des Tages— die Anlage schließt um 18:30 Uhr— packten alle mit ungläubigen, aber rundum strahlenden Gesichtern ihre Gerätschaften ein und addierten vorsichtig den Fang des Tages. Egal, wie zurückhaltend dies geschah, schnell kamen Gewichte um 150 bis 200 Pfund oder sogar darüber zusammen. Besser hätte man das Ende für diesen Angeltour nicht planen können.

Montag:

Nach einem kurzen Frühstück verabschiedeten wir uns nach und nach voneinander um die Heimreise anzutreten.

Nur zwei Angler, in Form von Pascal und mir, konnten mal wieder nicht genug bekommen und entschieden noch eine Runde angeln zu gehen.

Allerdings machte uns das Wetter enorme Sorgen. Die Nachttemperaturen waren zwar wieder deutlich angestiegen (über 12 Grad), aber wir hatten stürmischen Wind und sehr starken Regen. Nach Absprache mit Will, der uns den heutigen Tag sogar kostenlos fischen ließ, setzten wir uns mit dem Wind im Rücken an den Middle Lake und versuchten unser Glück beim ufernahen Angeln mit der Kopfrute bzw. dem 4-teiligen Kit. Aufgebaut haben wir nur das Notwendigste. Polecup, 1Kit, Sitzkiepe und Kescherstab. Als Futter verbrauchten wir unser Restfutter Pellets und Frühstücksfleisch. Der Zweifel, bei diesem Bedingungen überhaupt zu fangen, war stets gegenwärtig. Dennoch konnten wir uns noch gut an Wills Bedenken zu unserer zu zaghaften Fütterung vom ersten Tag erinnern und gingen aufs Ganze. Ich setzte gleich drei Polecups mit losem Futter, einen ganzen Cup 3mm Pellets und dazu noch einen Cup voll Frühstücksfleisch. Etwas, was ich vor diesem Wochenende in dieser Menge niemals getan hätte.

Von da an erging es uns wie den erfolgreichen Anglern vom Vortag. Die Fische wollten fressen und knallten mit aller Gewalt auf unsere Köder. Schon nach kurzer Zeit ging ich dazu über meine Pose, aufgrund der vielen Anstupser, vollkommen zu ignorieren und habe die Bisse einfach am endlos herausschießenden schwarzen Hydro festgemacht. Kam dies Meterweise heraus, und wurde das Kit herumgezerrt, dann hatte man einen Biss. Unglaublich!

Der Tag verlief trotz des furchtbaren Wetters fantastisch und am Ende der vierstündigen Angelsession konnten wir traumhafte Fische vorweisen. Pascal hat sehr gut gefangen, und auch ich konnte mit 15 Fischen mit bis zu 16-18 Pfund die 150 Pfund Grenze locker knacken. Eventuell dürften es auch mehr gewesen sein.

Was für Fische! Pascal ist noch ganz verzückt
Was für Fische! Pascal ist noch ganz verzückt.
Der Autor mit einem Durchschnittsfisch von Montag!
Der Autor mit einem Durchschnittsfisch von Montag!

Fix und fertig, aber auch durch den Tagesverlauf ein wenig euphorisch, packten wir ein und machten uns auf die lange Heimreise.

Fazit:

Aus Anglersicht war die diesjährige Tour kaum zu toppen. Die Fische spielten mit, und jeder Teilnehmer wird vermutlich das bisher höchste Fanggewicht seines Anglerlebens erfischt haben. Fänge bis über 200 Pfund sind in Deutschland kaum zu realisieren und haben richtig viel Spaß gemacht. Natürlich waren die richtig großen Fische, die in Gewichten bis zu 20 Pfund erbeutet werden konnten, etwas ganz besonderes. Egal, welche Methode bevorzugt wurde, man konnte auf Feeder, Match oder Kopfrute hervorragende Fische fangen, die einen spannenden Drill boten.

Die Betreuung durch den mehrfachen Weltmeister Will Raison war hervorragend. Will erwies sich als echter Kumpeltyp und hatte sichtlich viel Spaß daran uns zum Fisch zu bringen. Sein Fachwissen war einfach unglaublich, und es gelang ihm uns mit einfachen Worten das Wesentliche zu vermitteln, um anschließend erfolgreich zu sein. Es macht einfach einen gewaltigen Unterschied sich ein paar Videos oder Berichte anzusehen, oder wirklich live am Wasser zu sitzen und von einem solch guten Mann Tipps und Anregungen zu bekommen. Dabei war er herrlich entspannt und wir haben gemeinsam viel Spaß gehabt. Richtig gut hat mir sein Besuch im Pub gefallen. Einfach mal mit so einem Topangler zusammen zu sitzen und eine Runde zu plaudern, machte alles sehr viel einfacher.

Die Unterkunft war gut, aber teuer. Neben einem guten bequemen Bett hatten wir kurze Wege ins örtliche Restaurant bzw. Pub. Was bedarf es mehr auf einer Angelreise?

Alles in allem haben die Leser in diesem Jahr eine Angelreise der Superlative erlebt. Hoffentlich gibt es im nächsten Jahr eine Fortsetzung.

Habt ihr auch in diesem Jahr Interesse zu den Gold Valley Lakes nach England zu fahren, um dort mit Will Raison zu angeln, dann sprecht uns auf den Stippermessen in Bremen oder Unna an oder schreibt uns eine Mail unter
info@match-fishing.de

 

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7 Kommentare
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  • Pascal Brandenburg
    aus Berlin
    Vielen dank an den Organsiator Jayson, der eine Menge Zeit und Geld investiert hat. Eine durch und durch gelungen Champions-Team Klassenfahrt mit einer tollen Truppe. Hat wirklich viel Spass gemacht. Die neu erlangten Erfahrungen und Eindrücke möchte ich nicht missen... schon was ganz was anderes als das klassiche Stippen bei uns in Deutschland. Besonders beeindruckt hat mich Will Raison, der sich wirklich durch seine Freundlichkeit und nähe zum Angler ausgezeichnet hat. Von Starallüren war rein gar nichts zu spüren, ganz im Gegenteil! Mich wird es auf jeden Fall noch mal ans Gold Valley verschlagen. By the way... toller Bericht;)
  • markush
    Gefischt wird von ca. 70cm bis X. Genau kann dir das keiner verraten, denn die Fische bestimmen die Tiefe. 70cm ist aber ein guter Start. Gefüttert werden Hartpellets in 6 und 8mm. Je nach Entfernung und Wind. Am Vorfach einfach die gleichen in 8-11mm.
  • Marcus
    aus Esternberg
    Hallo! Meine Frage ist, welche Tiefe fische ich von min.bis max.wenn ich mit dem Pellet Wagler fische?? Welche Pellets und welche Größe nehme ich zum füttern?? Welche Pellets nehme ich für das haarvorfach Expander oder normale und welche Grösse?? Danke für eure Antwort!! Marcus
  • Marcus
    aus Esternberg
  • relixbo
    aus Witten
    Markus, bevor ich anfange möchte ich dir für den tollen Bericht danken, der unser Reise nach England bestens dokumentiert. Die Tour war einfach spitze und hat unsere Erwartungen, die wir auch schon 2012 hatten, voll erfüllt. Viele werden jetzt denken, ist ja klar die Teiche sind randvoll mit Fisch, da fängt jeder. Leider ist das nicht so. Das konnten wir 2012 am eigenen Leibe erfahren, aber auch dieses Jahr im Training. Sobald was falsch läuft, fängst du nichts/wenig. Das Training und Coaching mit Will war super. Wie Markus bereits erwähnte, ist will sehr freundlich und zuvorkommend und wirklich auf dem Boden geblieben. Ein echter "Mate" wie man so schön in England sagt. Beim Coaching hat er uns ausschließlich ehrliche Info´s gegeben die immer zutrafen. Man hat echt gemerkt, das es ihm sehr wichtig war, dass alle Fische fangen und viel wichtiger für das Match am Samstag bestens vorbereitet sind. Wie Markus bereits erwähnt hat, hat er sich echt auf die Kiepen der Angler gesetzt um sich zu vergewissern ob kein Fisch da ist oder ob etwas falsch läuft. Kurze Zeit später fing er auf deinem Platz zwei bis drei Fische in Folge wo mit er seine Infos und TIpps untermauerte. Vor allem die Geschwindigkeit mit der Will die Fische drillt. Ich habe erst gedacht, ok liegt bestimmt an seinen Ruten / Material. Geschissen, der zieht das mit jedem Gerät durch, auch mit deinem 0185 Zeugs. Ich glaube die Fische merken direkt wer am anderen Ende der Schnur sitzt und ergeben sich ihrem Schicksal. Vorallem möchte ich Jayson, Champions Team und Dave Jonhson für die ganze Organisation dieser Tour danken. Angeltechnisch war diese Tour die Krönung in 2014! Ich und mein Vater (Heinz) können einen Ausflug nach England an die Goldvalley Anlage nur empfehlen. Die Mentalität, Gastfreundschaft der Engländer waren echt toll. Außerdem möchte ich mich bei allen Bedanken die dabei waren, wir waren schon echt ne geile Truppe. Wir wären auch dieses Jahr dabei. In diesem Sinne noch ein schönes WE Beste Grüße David und Heinz
  • markush
    Hallo Lutz, Danke! Die ganze Reise war einfach genial. Jede Menge Fisch, und gelernt, was das Gerät so alles aushält.
  • brassenopa
    aus eichwalde
    Auch wenn schon länger her,genau das Richtige für diese Jahreszeit!Ein schöner Bericht über eine ganz spezielle Art der Angelei.An unserem Vereinssee muß ich immer warten bis frischer Karpfenbesatz kommt,da sind die Fische aber auch nicht so groß!Sonst haben die kleinen keine Chance größer zu werden,weil dann wissen sie das nicht jeder Köder gut ist..............Also,feiner Bericht und weiter viel Petri Markus.
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