Der Einbau einer Gummizugmontage

  • von ct Redaktion
  • 11. Februar 2014 um 09:30
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Das Angeln mit der Kopfrute bietet gegenüber normalen Grundmontagen einige Vorteile. Durch die langen und steifen Ruten ist eine natürliche Köderpräsentation punktgenau möglich. Dabei werden feinste Schnüre und winzige Haken eingesetzt, um das Misstrauen der Fische zu überwinden.

Möglich wird dies durch die Verwendung eines passenden Gummizugs, der die ersten Fluchten der Fische sanft stoppt. Natürlich wissen die meisten Leser nun ganz genau wovon die Rede ist. Dennoch hat sich gezeigt, dass sich im Alltag viele Angler den eigenständigen Einbau nicht zutrauen oder als Einsteiger in dieses schöne Hobby einfach nicht wissen, wo sie anfangen sollen.

Anders als häufig gedacht, ist die Montage eines Gummizuges weit weniger kompliziert und erfordert nur wenig handwerkliches Geschick. Die folgende Anleitung soll Schritt für Schritt die relevanten Vorgänge verdeutlichen und dazu animieren sich selber an den Einbau heranzuwagen. Es ist einfacher als man denkt!

Materialliste:

Neben den eigentlichen Bestandteilen der Gummizugmontage selbst (Konnektor, Teflonhülse, Gummizug, Konus und Rutenspitze) werden noch ein paar Werkzeuge benötigt. Unerlässlich sind eine gute, feine Feile, die über eine scharfe Kante verfügt (Mühlsägfeile bzw. Nadelfeile) oder ein Cuttermesser sowie eine scharfe Säge mit feinem Sägeblatt. Ein Einfädeldraht aus dem Fachhandel ermöglicht es das Gummi durch die Rutenteile zu bugsieren. Eine Schere fehlt in keinem Haushalt und wird benötigt um das Gummi zu kürzen.

Werkzeuge zum Aufbau einer Gummizugmontage

An dieser Stelle ein paar Worte zu den einzelnen Aufgaben der jeweiligen Komponenten der Gummizugmontage.

Konnektor:  Ein Konnektor dient der Verbindung von Gummizug und Angelmontage. Der Gummizug wird fest mit dem Konnektor verknotet, die Angelmontage wird per Schlaufenverbindung einfach eingehängt.
Teflonhülse: Eine Teflonhülse wird in die Spitze der Rute eingeschoben (interne Hülse) oder aufgesteckt (externe Hülse) um ein Aufreiben des Gummizuges zu verhindern. Teflon gleitet hervorragend und schützt das Gummi vor scharfen Carbonkanten.
Konus: Der Konus wird in Teil 2 oder 3 der Kopfrute geschoben und mit dem Gummi verknotet. Dank der vorhandenen Leiter (eine Art Wickelbrett) kann über Aufwickeln auf selbiger das Gummi vorgespannt werden. Der Konus kontert den Gummizug und dient der Befestigung des Gummis in der Rute.

Schritt 1:

Wie direkt ersichtlich ist, ist die vorhandene Spitze in der Regel dünner als der ausgewählte Konnektor. In dieser Montageanleitung wird eine 2mm interne Hülse verwendet.

Hiermit können die gebräuchlichsten Gummis bis 1,4 mm Stärke verwendet und gleichzeitig alle Spitzen auf gleiche Länge gebracht werden. Nebenbei werden die Spitzen steifer und das Gummi kann nochmals besser arbeiten.

In dieser Montageanleitung wird eine 2mm interne Hülse verwendet

Zum Kürzen der Spitze sollte am besten eine feine Feile mit scharfer Kante verwendet werden. Die Feile wird angesetzt und bei langsamer Drehung wird mit dem Feilen begonnen.

Die feine Feile hat eine scharfe Kante

Schon nach wenigen Sekunden ist die Arbeit erledigt und es kann geprüft werden, ob die Hülse bereits passt. Das Kürzen sollte übrigens in kleinen Schritten erfolgen. Erledigt man diese Arbeit akkurat, sitzt die Hülse auch ohne zusätzlichen Klebstoff sicher in der Spitze. Jetzt noch kurz die Ecken mit Schmirgelpapier glätten und das Einpassen der Hülse ist abgeschlossen.

kürzen der Hülse

Schritt 2:

Nun kann das Gummi durch die Spitze gezogen werden. Ein Überhandknoten sorgt dafür, dass der Einfädeldraht das Gummi sicher packen kann.

Das Gummi wird durch die Spitze gezogen

Schritt 3:

Am Ende des Gummis wird der Konnektor angebracht. Zuerst wird die Kappe auf das Elastik geschoben. Sie schützt den späteren Knoten.

Am Ende des Gummis wird der Konnektor angebracht. Zuerst wird die Kappe auf das Elastik geschoben. Sie schützt den späteren Knoten.

Anschließend wird das Gummi durch die Öffnung des Konnektors geführt und mit einem einfachen Schlaufenknoten befestig.

Anschließend wird das Gummi durch die Öffnung des Konnektors geführt und mit einem einfachen Schlaufenknoten befestig.

Jetzt noch den Knoten gefühlvoll zuziehen. Das Gummi darf dabei auf keinen Fall beschädigt werden. Ein wenig Wasser hilft dabei. Jetzt noch den Knoten gefühlvoll zuziehen. Das Gummi darf dabei auf keinen Fall beschädigt werden. Ein wenig Wasser hilft dabei.
Sitzt der Knoten, kann die Schutzkappe darüber geschoben und überstehendes Gummi abgeschnitten werden.

Sitzt der Knoten, kann die Schutzkappe darüber geschoben und überstehendes Gummi abgeschnitten werden.

Dabei ist es durchaus empfehlenswert ein wenig von dem überstehenden Gummi mit der Kappe einzuklemmen. Dies bietet zusätzlichen Schutz vor einem Durchrutschen des Gummis im Drill.

Schritt 4:

Nachdem der Konnektor nun angebracht wurde, erfolgt das Zuschneiden des Konus. Dafür wird dieser einfach in das Rutenteil geschoben und das überstehende Material mit einem Stift markiert. Nachdem der Konnektor nun angebracht wurde, erfolgt das Zuschneiden des Konus. Dafür wird dieser einfach in das Rutenteil geschoben und das überstehende Material mit einem Stift markiert.

Jetzt zieht man den Konus wieder heraus und trennt diesen ca. 2 Rillen weiter vorne ab. Dafür eignet sich eine Metallsäge mit feinem Sägeblatt besonders gut.

Jetzt zieht man den Konus wieder heraus und trennt diesen ca. 2 Rillen weiter vorne ab. Dafür eignet sich eine Metallsäge mit feinem Sägeblatt besonders gut.
Nachdem die Kanten gesäubert wurden, wird geprüft, ob der Konus bereits ideal im Rutenteil sitzt. Er sollte in etwa 15-20cm darin verschwinden um jeden Konflikt mit der Steckverbindung zu vermeiden. Nachdem die Kanten gesäubert wurden, wird geprüft, ob der Konus bereits ideal im Rutenteil sitzt. Er sollte in etwa 15-20cm darin verschwinden um jeden Konflikt mit der Steckverbindung zu vermeiden.

Einige Hersteller bieten bereits passende Koni für ihre Ruten an und liefern dazu auch passende Schlüsselsysteme. Damit kann der Konus leicht entfernt werden um ihn z.B. nachzuspannen. Einfacher geht es nicht.

Schritt 5:

Sobald der Konus auf das Rutenteil abgestimmt wurde, kann die Spitze samt Gummi und Konnektor von hinten durch das Rutenteil geschoben werden. Überflüssiges Gummi kann nun abgeschnitten werden.

Schritt 6:

Das Gummi wird per Schlaufenknoten mit der Leiter des Konus verbunden. Wie zuvor gilt es ein wenig vorsichtig beim Zuziehen zu sein.

Das Gummi wird per Schlaufenknoten mit der Leiter des Konus verbunden. Wie zuvor gilt es ein wenig vorsichtig beim Zuziehen zu sein.

Dank des implementierten Wickelbretts kann nun die Spannung eingestellt werden, indem man das Gummi um selbiges wickelt.

Dank des implementierten Wickelbretts kann nun die Spannung eingestellt werden, indem man das Gummi um selbiges wickelt.

Dabei sollte beachtet werden, dass die Vorspannung so eingestellt wird, dass das Gummi langsam, aber vollständig zurück in die Spitze gleitet, wenn man es testweise herauszieht. Stellt man das Gummi zu stark ein, kann es beim Fischen nicht mehr optimal arbeiten, stellt man es zu schwach ein, hängt es störend aus der Spitze heraus.

Beachtet man diese einfachen Arbeitsschritte, hat man nun eine angelfertige Gummizugmontage vor sich.

eine angelfertige Gummizugmontage

Neben der korrekten Montage von Gummizügen ist die Abstimmung der einzelnen Materialien enorm wichtig. Ein Gummizug kann nur dann effektiv arbeiten, wenn er in der Stärke passend zur Schnurstärke und Fischgröße gewählt wird.

Folgende Tabelle zeigt mögliche Gummizugstärken in Kombination zu passenden Vorfachstärken. Natürlich werden auch Gewässer und Fischart bei der Auswahl berücksichtigt.

Dabei ist zu beachten, dass einige Angaben je nach Hersteller leicht variieren können.

Gummizugnummer

Durchmesser

Vorfachstärke

Fischart

3er

0,7mm

0,05-0,08mm

Rotaugen im Stillwasser oder Kanal

5er

0,9mm

0,06-0,10mm

Rotaugen und Brassen im Stillwasser und langsamen Fluss

8er

1,2mm

0,08-0,12mm

Große Brassen im Kanal, große Rotaugen im schnellen Fluss

10er

1,4mm

0,10-0,14mm

Große Weißfische im Strom und kleine Karpfen

12er

1,6mm

0,12-0,16mm

Große Brassen im schnellen Fluss, kleine Barben und Karpfen

14er

1,8mm

0,14-0,18mm

Mittlere Barben, mittlere Karpfen im See

16er

2,1mm

0,16-0,20mm

Große Barben, große Karpfen im See

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