Dean Barlow - Feeder Choices - Die Wahl des perfekten Futterkorbs

  • von ct Redaktion
  • 06. August 2015 um 11:00
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Nie war die Auswahl an Futterkörben größer als heute. In unseren örtlichen Angelläden und Online Shops muss es nahezu hunderte verschiedene Modelle geben. Obwohl es eigentlich eine tolle Sache ist, kann zu viel Auswahl verwirren und unsere Fänge beeinträchtigen, wenn wir nicht genügend Vorsicht bei der Korbauswahl walten lassen.

Da die Wettkampfangelei so professionell und die Konkurrenz so stark wie nie ist, wurde auch die Mehrheit der verfügbaren Futterkörbe von erfahrenen und erfolgreichen Matchanglern entworfen.
Jedes einzelne Modell wurde entwickelt, um ganz bestimmte Situationen damit zu meistern. Wenn Sie verstehen, warum Futterkörbe so unterschiedlich konstruiert wurden, sind Sie auch in der Lage den richtigen Korb für die jeweilige Situation zu wählen.

Einer der Angler, die bei der Futterkorbentwicklung beteiligt sind und auf höchsten Niveau feedern, ist der zweifache Goldmedaillen Gewinner (2014 und ganz frisch 2015) und englischer Feeder Nationalangler Dean Barlow, der durch die Firmen Drennan und Bait-Tech unterstützt wird. Unser Redakteur Jamie Harrison hat Dean Barlow ans Wasser begleitet.

Im Laufe der Jahre hat Dean hunderte verschiedene Korbmodelle gefischt. Sein Wissen und seine Erfahrung ermöglichen es ihm in jeder Situation richtig zu wählen. Es ist für ihn absolut üblich, während eines Durchgangs verschiedene Modelle – je nach Wettkampfumgebung und Fressverhalten der Fische— zu verwenden.

Körbe sammeln!

Veränderungen können während eines Matches helfen, längere Zeiträume durchzufangen und sogar zu bestimmen, welche Fischgröße Sie fangen. Es ist also extrem wichtig eine große Vielfalt an Futterkörben zu einem Match mitzubringen. Dabei müssen Sie nicht einmal ein gesponserter Angler sein, um sich eine gute Auswahl an Körben zulegen zu können. Nehmen Sie einfach jedes Mal, wenn sie im Angelladen sind, 3-4 verschiedene Modelle mit, und schon nach kurzer Zeit besitzen Sie eine gute Anzahl an Körben für jede Situation, ohne dass es einmalig allzu teuer wird. Wenn Sie sich die erhältlichen Körbe genauer ansehen, werden Sie feststellen, dass sie sich durchaus in unterschiedliche Kategorien einteilen lassen. Manchmal verschwimmen allerdings die Grenzen, und Modelle übernehmen bestimmte Eigenschaften anderer Korbkategorien.

Es kann, wie auch immer, als generelle Regel festgelegt werden, dass Sie sich eine nette Auswahl zulegen sollten, um alle Eventualitäten abzudecken.  Open-ended Körbe bestehen entweder aus Kunststoff oder Metalldraht und unterscheiden sich darin, wo zum jeweiligen Einsatzzweck das Blei angebracht ist. Closed-end Körbe bestehen immer aus Plastik und unterscheiden sich erneut in der Positionierung des Bleis.

Korbwahl

Die richtige Korbauswahl beginnt mit dem Verständnis dafür, wie der jeweilige Angelplatz aussieht. Haben Sie einmal verstanden, wie ihr Platz geartet ist, können Sie eine profunde Entscheidung fällen, welche Körbe Sie für den Durchgang benötigen. Dabei gibt es verschiedene Faktoren, die bestimmen, welchen Typus Futterkorb Sie wählen sollten.

Wie ist der Boden beschaffen?

Einer dieser wichtigen Faktoren ist, dass Sie erkennen müssen wie der Boden am Angelplatz beschaffen ist. Wie Sie sich sicher vorstellen können, präsentieren Sie Ihren Köder permanent auf Grund, so dass die Ködersorte, die Korbsorte und natürlich die Bodenbeschaffenheit selbst einen großen Einfluss darauf haben können, wie viele Fische Sie fangen.

Weiche, schlammige Böden sind generell nicht besonders gut, da der Korb samt Futter darin versinken und deshalb die gesamte Feedermontage nicht so arbeiten kann, wie es eigentlich vorgesehen ist. Harte, feste oder sogar kiesige Böden sind hingegen besonders gut um Brassen und Karpfen darüber zu fangen. Dies sind die Stellen, die Sie direkt suchen sollten, sobald Sie am Angelplatz ankommen.

Besonders viele natürliche Brassengewässer weisen viele solcher Stellen auf. Das ist etwas, dass wir von den spezialisierten Anglern lernen konnten. Stellen mit hartem Boden zu finden, bedarf einer gewissen Übung. Indem man aber ein einfaches 30-60g Birnenblei an den Angelplatz wirft und es dann, während die Rute im 90° Winkel nach oben gehalten wird, über den Grund zieht, können Sie genau an der Spitze sehen, wie der Gewässergrund geschaffen ist.

Langsame, weiche Anzeigen an der Spitze zeigen einen weichen Boden an, während schnelle, ruckartige Schläge für einen harten Boden sprechen. Wird an diesem Punkt nun die Schnur in den Clip gehängt und ein markanter Punkt als Richtungsweiser am anderen Ufer ausgewählt, haben Sie einen Platz mit hartem Grund markiert, den Sie beim Werfen immer wieder treffen werden. Indem Sie diese harten Stellen befüttern, können Sie sicher sein, dass der Köder dort bleibt, wo er hin soll, und dass die Montage korrekt auf Grund liegt.

Unterwasseraufnahmen, aber auch die eigene Erfahrung, haben gezeigt, dass das Einbringen von Futter über schlammigen Bereichen dazu führt, dass die Fische auf der Suche nach Futter den Grund intensiv umwälzen, was zu Schnurschwimmern führen kann. Zudem macht ein Futterkorb, der sich nicht komplett entleeren kann, den sonst präzisen Vorgang ineffizient.

Bleibt Ihnen trotzdem keine Wahl und Sie müssen auf einem solchen Boden fischen, benutzen Sie einfach einen möglichst leichten und flachen Futterkorb. Zusätzlich füttern Sie dann am besten leichtere, kleinere Köder und versuchen den Korb bereits über Grund zu entleeren. All das wird helfen, dass loses Futter auf dem Schlamm liegen bleiben wird, wo die Fische es mit Leichtigkeit finden können.

Futterkörbe mit flachem Blei steigen zudem schneller auf, was gerade bei einem hindernisreichen Grund von Vorteil ist. Gelegentlich werden Sie feststellen, dass härterer Boden eher auf Distanz zu finden ist, so dass Sie keine andere Wahl haben werden, als einen speziellen Distanzkorb mit Endgewicht zu fischen. In diesen Fällen müssen Sie versuchen eine gute Balance zu finden, um einerseits noch Ihre notwendige Distanz zu erreichen und andererseits nicht zu viel Gewicht zu haben. Der Korb darf nicht komplett im Schlamm versinken, was die Präsentation behindern würde.

Werden Sie mit dieser Situation konfrontiert, können ein langer Seitenarm sowie ein langes Vorfach Ihnen eine bessere Präsentation bieten. Wird gezielt nach kiesigen Stellen Ausschau gehalten, ist eine Warnung angebracht. Diese Stellen sind häufig deutlich flacher als der Rest des Gewässers. Achten Sie also darauf, wie tief der Platz in Relation zur Umgebung ist.

Wie soll das Futter den Korb verlassen?

Ein NISA Korb aus Plastik kann in tieferen Gewässern sehr effektiv sein, weil das Futter erst dann den Korb verlässt, wenn es den Grund erreicht hat, während sich bei einem Drahtkorb Partikel bereits im Absinken lösen könnten. Dies hätte zur Folge, dass Fische den Partikeln folgen und ein gutes Stück über Grund zu fressen beginnen.

Feederangeln in tiefen Gewässern bedeutet allerdings automatisch auch, dass es unvermeidlich ist, dass etwas Futter ein wenig weiter als beim Hauptfutterplatz den Boden erreichen wird.  Das liegt an dem Bogen, den ein absinkender Futterkorb beschreibt, nachdem der Lineclip erreicht wurde. In der Absinkphase kommt er automatisch auf den Angler zu. Dieses Detail kann ein wertvolles Werkzeug in unserer Trickkiste sein, und ist etwas, dass Sie immer zu Ihrem Vorteil nutzen sollten.

Fällt der Korb durch das Wasser, lösen sich kleine Mengen Futter und Partikel daraus und bilden einen sicheren Futterplatz für die Fische, der hinter ihrem eigentlichen Platz liegt. Später im Wettkampf, wenn der Futterplatz immer ruhiger wird, geben Sie einfach ein paar Rollenumdrehungen Schnur zur Distanz, so dass der Korb in einer bis dato unberührten Gegend landet. Sie werden überrascht sein, wie viele Bonusfische sich diese freien Kostproben schmecken und dann fangen lassen.

Nachdem dies gesagt ist, muss festgehalten werden, dass Futter nur ordentlich arbeiten kann, wenn Wasser und Futter auch effektiv zusammenkommen. Dies geschieht im Grunde genommen nur bei Drahtkörben wirklich gut. Drahtkörbe sind auch dann besonders gut, wenn Sie mit etwas übernassen Futter angeln möchten, was besonders für den Fang von Skimmern überragend sein kann.

Alternativ dazu sind geschlossene Plastikkörbe für trockeneres Futter und für das Einbringen von feuchteren Ködern, wie geschnittenen Würmern, deutlich besser geeignet. Sie müssen also vorher ganz genau wissen, wie ihre Herangehensweise sein wird, bevor Sie den Korb und die Konsistenz des Futters wählen.

Korbarten

Obwohl Dean immer eine große Vielfalt an Futterkörben, gerade wenn er mit der Nationalmannschaft unterwegs ist, mit sich führt, stellt er immer wieder fest, dass er letztendlich regelmäßig auf 4-5 Modelle zurückgreift, mit denen er fast alle Situationen meistern kann.  Von jedem der unten aufgelisteten Modelle besitzt er eine große Bandbreite an verschiedenen Gewichten und Durchmessern. Er kann sie wärmstens empfehlen.

Drennan Flat Cage

Drennan Flat Cage – Dies ist Deans erste Wahl unter folgenden Bedingungen:

Sie wurden entwickelt, um auf relativ weichem Grund zu fischen, eignen sich aber genauso gut für harte Böden. Das Gewicht besitzt eine große Oberfläche, die dafür sorgt, dass der Korb nicht besonders tief im Schlamm einsinken kann, sondern eher darauf zum liegen kommt. Da er aus Maschendraht hergestellt wird, kann Futter jeder Konsistenz verwendet werden, egal, ob sehr trocken oder übernässt.

NISA Plastic Cage – Dieser Futterkorb wurde letztes Jahr bei der Feederweltmeisterschaft in Irland verwendet und kam auch aktuell bei der Feederweltmeisterschaft 2015 in Holland (teilweise wurden die Maschen per Klebeband abgeklebt) wieder zum Einsatz.

Es handelt sich um großartige Körbe, die es Ihnen erlauben größere Mengen Köder, wie geschnittene Würmer, Caster, Pellets und Partikel, einzubringen. Das Plastikgeflecht expandiert beim Befüllen und erzeugt somit einen leichten Gegendruck des Korbes auf den Inhalt. Dieser zusätzliche Halt hilft dabei das Futter im Korb zu halten. Abhängig von der Mischung kann er sowie mit trockenen als auch nassen Mischungen verwendet werden.

NISA Plastic Cage
Drennan Gripmesh Drennan Gripmesh – Verfügt über die gleichen Eigenschaften wie der NISA Plastic Cage, besitzt aber zusätzliche, nach innen gerichtete kleine Dornen, die es ermöglichen mehr lose Köder und sogar eingeweichte Pellets ohne Futter einzubringen!

NISA Solid Plastic – Dies ist ebenfalls ein Korb mit einem flachen Blei an der Seite.

Da sie die Köder erst freigeben, wenn der Korb am Grund angekommen ist, sind sie sehr gut für die Angelei an schnelleren Flüssen und für das Einbringen von Hanf und Caster geeignet. Sie können diese Körbe auch an sehr schnellen Flüssen verwenden, wenn Sie das Grundfutter stark hineinpressen. Das strömende Wasser wird dafür sorgen, dass sich der Korb schnell entleeren wird.

Kevin Leach Distance Feeder

Kevin Leach Distance Feeder – In den letzten Jahren ist dieser Typ Feeder unter bestimmten Situationen extrem beliebt geworden. Die Körbe sind mit einem "Ring" aus Blei am unteren Ende ausgestattet, was bedeutet, dass sie extrem gut fliegen und es Ihnen erlauben größere Distanzen zu erreichen. Hergestellt in England –es gab viele Versuche von anderen Unternehmen das Design zu kopieren— bleibt das Originaldesign das Beste.

Futterwahl

Dean Barlow beim mischen des Futters

Jetzt, da Dean immer daran bedacht ist den richtigen Feederkorb zu wählen, kann er nicht häufig genug betonen, wie wichtig die Futterwahl und dessen Konsistenz ist. Zu guter Letzt geht das Angeln mit dem Futterkorb Hand in Hand mit dem Einsatz von Futter. Verschiedene Mischungen reagieren auf unterschiedliche Weise, da sie für ganz unterschiedliche Aufgaben zusammengestellt wurden.

Wie auch immer, hat die Konsistenz den größten Einfluss auf die Angelei. Während Dean generell jede Art von Korb einsetzt, ist der Drahtkorb seine Wahl, wenn er sich für einen Typ Futterkorb entscheiden müsste.

Dies hat den einfachen Grund, dass das Wasser sofort ans Futter gelangen kann, und er mit trockenen sowie feuchten Mischungen verwendet werden kann.  Der Druck, mit dem Sie das Futter in den Korb drücken, spielt ebenfalls eine große Rolle. Denken Sie also sorgfältig vor jedem Wurf darüber nach, weil zu leichtes oder zu starkes Pressen des Futters einen erheblichen Einfluss auf ihren Angelplatz haben kann.

Selbst in tiefen Gewässern bevorzugt Dean oftmals einen Drahtkorb und kombiniert diesen mit einem schwereren, klebrigeren Grundfutter, wie Bait-Techs Pro Natural Extra. Dabei handelt es sich um eine Mischung, die alle Qualitäten der extrem erfolgreichen Pro Natural- Sorten besitzt, aber auf tiefere, natürliche Gewässer wie in Irland oder Europa ausgerichtet ist. An flacheren Gewässern bevorzugt er eine Mischung aus 70% Pro Natural und 30% Bait-Tech Mantra.

Wie schnell fangen Sie?

Die Geschwindigkeit, mit der Sie Fänge erwarten, sollte sich auch in der Korb- und Futterwahl widerspiegeln.

Häufig, gerade im Sommer, können Sie Fische fangen, sobald der Korb den Grund berührt. In solchen Situationen benötigen Sie eine Mischung und einen Korb, der ein schnelles Entleeren erlaubt. Wenn Sie einen Plastikkorb oder einen festeren Futtermix verwenden, gehen Sie das Risiko ein, noch im Drill Futter über eine große Fläche zu verteilen, weil es erst dann den Korb verlässt. Wie Sie sich sicher vorstellen können, kann dies einen sehr nachteiligen Effekt auf ihren Futterplatz haben. Die Fische würden über den gesamten Bereich verteilt werden!

Ein trockener, leichter Mix in Verbindung mit einem schnell-leerenden Korb wäre in diesem Szenario ideal. Bei anderen Gelegenheiten könnte es sein, dass Sie die Montage für eine längere Zeit im Wasser lassen müssen, damit die Fische genügend Zeit haben den Köder zu finden.

Jetzt ist ein festerer Mix, der nur langsam aufbricht und alle Futterpartikel langsam freigibt, um ein Vielfaches besser. Realistischer Weise können diese beiden Szenarien mit Leichtigkeit während desselben Durchgangs zu unterschiedlichen Zeiten auftreten. Deshalb ist es wichtig immer eine Auswahl auf dem Seitentableau parat zu haben, so dass Sie sich immer dem Fressverhalten der Fische anpassen können.

Spitzenwahl

Obwohl dies ein viel feineres Detail ist, kann die Spitzenwahl ebenfalls beeinflussen, welchen Korb Sie wählen sollten.

Wenn Sie an Abhängen fischen, deren Neigung zu Ihnen weist, werden Sie feststellen, dass eine zu harte Spitze in Kombination mit einem leichten Futterkorb dazu führen kann, dass dieser beim Straffen der Schnur auf Sie zugerollt kommen kann. Wenn Sie die Montage straffen, um einen leichten Bogen in die Spitze zu bekommen, und das Gewicht des Korbes nicht zur Spitze passt, dann kann sich der Korb dabei bewegen. In diesem Fall wird eine leichtere Spitze oder ein schwerer Korb das Problem lösen.

Das ist ein typisches Problem an den Karpfenseen in England, an denen Angler Inseln anwerfen und mit stufenartigen Neigungen konfrontiert werden.

Lese die Zeichen, entscheide dann...

Am Ende des Tages geht es darum die Zeichen richtig zu lesen. Indem Sie die Anforderungen verstehen, werden Sie besser vorbereitet sein und die richtigen Entscheidungen fällen. Sogar Dean und die Angler, mit denen er auf internationaler Ebene konkurriert, müssen während eines Durchganges Veränderungen durchführen um am Fisch zu bleiben.

Wir alle wissen, dass wir beim Posenangeln permanent die Tiefe, die Bebleiung und den Futterrhythmus ändern. Das machen wir um herauszufinden, wie der Fisch frisst, und um dann das Maximum aus unserem Platz herauszuholen. Genau darauf zielen wir auch beim Feederangeln ab und versuchen diese Vorgehensweise nachzuahmen.

All diese aufgelisteten Faktoren haben einen Einfluss auf Ihren Angeltag. Indem Sie eine Vielfalt an verschiedenen Körben mitnehmen, und indem Sie erkennen, wann etwas nicht richtig ist, werden auch Sie in der Lage sein, die Entscheidungen zu treffen, die Ihnen helfen werden über längere Zeitenräume Bisse zu bekommen. Als Resultat haben Sie einfach mehr Fisch im Kescher!

Auch Deine Meinung ist gefragt!
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