Feeder gegen Method, der Vergleich!

  • von Jamie Harrison
  • 06. April 2017 um 13:00
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Gewässer: Southfield Reservoir, Doncaster, England

Angler: Dean Barlow und Jamie Harrison (beide Angler sind Mitglied im englischen Nationalkader Feeder)

Hier in England ist das Feedern mit dem Methodkorb mittlerweile DIE Methode um den Karpfen und großen Brassen nachzustellen. Trotzdem ist das Fischen mit dem normalen Futterkorb und süßen Futter immer noch sehr erfolgreich und wir wollen in diesem Bericht diese beiden verwandten und doch so unterschiedlichen Angelarten gegeneinander testen.

Das Gewässer welches wir für diesen Vergleich ausgesucht haben, ist das 100HA große Wasserreservoir SOUTHFIELD RESERVOIR nähe Doncaster. Doncaster liegt in Zentralengland zwischen Sheffield und Leeds. Das Southfield Reservoir ist bekannt als wunderbares Brassengewässer.

Southfield Reservoir, Doncaster, England

Die Brassen in diesem Gewässer werden bis zu 3 Kilogramm schwer, der Großteil er Brassen wiegt jedoch zwischen 800 Gramm und 900 Gramm, damit ist das Gewässer wie gemacht für unseren Vergleich. In dem Gewässer kommen nur wenige Karpfen vor, dafür aber viele kleine Rotaugen und Hybrids, welche helfen das Gewicht beim Fischen mit dem „normalen“ Feeder in die Höhe zu treiben. Die dicken Brassen dagegen lieben das Fischmehl, also ein Zweikampf auf Augenhöhe. Das Gewässer ist fast überall 2 Meter tief, es gibt keine größeren Strukturen. Dies bedeutet, das bei einem permanenten und kräftigen Wind eine beachtliche Unterströmung entsteht, diese Unterströmung hat erheblichen Einfluss auf die Art zu angeln an diesem Gewässer.

Die Matches am Southfield werden nur am Wochenende abgehalten, es darf jedoch auch innerhalb der Woche gefischt werden. Da das Fischen an diesem Gewässer wirklich klasse ist, wird das Angebot von vielen Freizeitanglern angenommen und es wird fast jeden Tag  gefischt. Da wir Angler ja bekanntlich bequeme Zeitgenossen sind, wird meist in der Nähe von Parkplätzen gefischt. Die Fische haben sich auf diesen Fakt eingestellt und patrouillieren auf der Suche nach Futter meist in diesen Bereichen. Die englischen Angler sind keine Weitenjäger, aus diesem Grund wird meistens zwischen 30m und 40m geangelt und genau auf dieser Bahn wollen wir heute Angeln.

Natürliche Köder - Maden, caster und geschnittene Würmer

Da Dean der deutlich erfahrenere Angler beim Fischen am Brassen und Skimmer ist, bekommt er die Aufgabe den Fischen mit dem traditionellen Feederansatz mit geschnittenen Würmern, Castern und Pinkis sowie süßen Futter nachzustellen. Jamie fischt dagegen den Methodfeeder mit den üblichen Ködern wir Pellets, Mais und Boilies.

Alles für den Method Einsatz

Keiner von uns kann sagen, wie der Methodkorb an diesem Gewässer funktionieren wird, aber wir wissen auch, wie erfolgreich dieser Ansatz überall in England ist, die Frage ist nur, ob er an diesem Gewässer gegen den traditionellen Feederansatz mithalten kann??

Dean Barlow und Jamie Harrison, zwei Meister ihres Faches

Die unterschiedlichen Futteransätze

Auch wenn die Wassertemperatur immer noch sehr niedrig ist, ist Dean der Meinung, dass es wichtig ist zu Beginn etwas Futter auf dem Futterplatz auszubringen. Dieses Futter und diese Köder locken oft die hungrigen Fische der Umgebung an und verlocken sie zum Biss. Später dient der Futterplatz als Anlaufstelle für alle Fische die „in der Nähe sind“. An sehr ungünstigen Tagen verringert Dean jedoch den Anteil an Ködern stark und setzt auf die Anziehungskraft vom Feederfutter und setzt darauf, das dieses Futter die Fische am Platz hält. Jamie dagegen verzichtet auf das Einbringen jeglichen Futters und jeglicher Köder zu Beginn und angeln sofort gezielt „drauflos“. Mit diesem Ansatz wird mit jedem weiteren Wurf mehr Köder und Futter ausgebracht und Jamie hofft, dadurch den Futterplatz in Ruhe aufbauen zu können. Diese Taktik funktioniert wunderbar, wenn die Fische nur vereinzelt auf dem Platz sind und kaum fressen. Dann genügt meist etwas Futter um den Methodkorb herum um die Fische anzulocken. Da nur eine geringe Menge Futter und Köder vorhanden sind, ist die Chance das der Fisch den Köder aufnimmt sehr groß. Sind die Fische allerdings in Fresslaune und eine große Schule Brassen erreicht den Platz, dann wird dieser Ansatz wahrscheinlich nicht genügend Futter produzieren um die Fische am Platz halten. Der Brassenschwarm schwimmt dann weiter und stellt sich auf einen reichlicher gedeckten Tisch.

Nach einigen Würfen um die Tiefe der Strecke zu ermitteln, entscheidet Dean sich dazu auf circa 40 Metern zu fischen. Auch wenn die Bedingungen heute alles andere als ideal sind, füttert Dean mit 4 Körben Futter voll mit geschnittenen Würmern und Pinkis an. Wie schon mal geschrieben, ist Dean der Meinung das man bei jedem Fischen positiv denken sollte und sehr oft hat ihm das Einbringen von vielen Ködern zu Beginn, die Fische aus der Umgebung auf seinen Platz gelockt. Wenn er diese dann richtig befüttert, bleiben sie bei ihm am Platz und die Nachbarn haben das Nachsehen. Nur wenn er der Meinung ist, das quasi kein Fisch zu fangen ist, verzichtet er auf Köder und füttert mit purem Futter an um die wenigen Fische auf den Platz zu locken.

Nicht nur unter diesen Umständen ist es wichtig, dass das Futter richtig arbeitet und man dem Futter 100% vertraut. Brassenangeln ist oft eine Geduldsfrage und in der langen Wartezeit sollte man seiner gewählten Taktik und dem gewählten Futter vertrauen  um nicht in blinden / falschen Aktionismus zu verfallen. Das Futter dem Dean blind vertraut ist ein 50% 50% Mix aus Bait-Techs Pro Natrual und Omen. Diese beiden Futtersorten ergänzen zu einem wunderbar feinen Mix, der Dean schon oft große Erfolge gesichert hat. Dean mischt der Mischung noch das gewisse „extra“ unter, indem er einige Spritzer flüssiges Bait-Tech Brasem zugibt. Brasem ist bekannt als perfekter Brassenstimulator und gibt Deans Mix noch die notwendige Süße. Dean mischt sein Futter immer direkt nach der Ankunft am Angelplatz an. Damit stellt er sicher, dass das Futter genügend Zeit hat um die notwendige Feuchtigkeit aufzunehmen.

Die richtige Konsistenz des Futters ist sehr wichtig! Das Gewässer ist nur 2 Meter tief, kann aber durch starken, beständigen Wind eine beachtliche Strömung entwickeln, in einem Fall war die Strömung so stark, das 30 Gramm Körbe weggetrieben sind. Man sollte die Strömung aber nicht verteufeln, denn die Strömung bringt die Fische dazu aktiv auf Suche nach Futter zu gehen und erhöht die Chancen Fisch auf den Platz zu bekommen.

Dean setzt heute auf einen 50% 50% Mix aus Bait Tech´s Pro Natrual und Omen

Da die Strömung heute noch nicht so stark ist, mixed Dean das Futter eher trocken an. So stellt er sicher, dass das Futter den Korb direkt nach der Ankunft auf dem Gewässerboden verlässt. Dies ist sehr wichtig, um die Lockkraft des Futters möglich schnell zu entfalten und außerdem bei einem schnellen Biss keine Futterspur „zu ziehen“. Ein weiterer Punkt ist der Fakt, das Dean mit geschnittenen Würmern angeln will, diese Würmer bringen extra Feuchtigkeit in das Futter und wenn die Grundkonsistenz des Futters nicht „eher trocken“ ist, dann würde diese zusätzliche Feuchtigkeit aus den Würmern das Futter unbrauchbar machen.

Dean fischt heute einige Prototypen von Drennan Feederruten in 360cm Länge. Diese Ruten stellen sicher, dass er die 40m jederzeit erreichen kann, auch wenn er bedingt durch starken Wind, schwerere Körbe fischen muss. Dazu fischt er eine Rolle von Drennan ( Serie 7 BR9-40), welche mit 20er Monofilen vom Typ Drennan Extra Strong Fast Sink Mono gefüllt ist. Diese Schnur ist stabil, haltbar und speziell für das Fischen mit der Feederrute und dem Method gemacht. Der Grund warum Dean auf eine monofile Schnur setzt, liegt darin das er keine große Entfernung fischt und außerdem eine monofile Schnur viel schneller sinkt und damit aus dem negativen Einfluss des Windes genommen wird.

Drennan Series 7 BR9-40 mit 0.20 Drennan Extra Strong Fast Sink Mono

Dean’s Rig

Dean nutzt gerne eine freilaufende Montage am Seitenarm, diese Montage ist CIPDS konform und trotzdem sehr effektiv. Wann immer es erlaubt ist, baut er diese Montage aber zu einer Selbsthakmontage um. Die Montage setzt sich aus zwei Gummistoppern zwischen Vorfach und Hauptschnur zusammen, sowie einem Gummistopper oberhalb des freilaufenden Seitenarms. Dieser Stopper oberhalb macht die Montage dann zu einer Selbsthakmontage. Zusätzlich kann Dean noch mit dem Abstand zwischen den Gummistoppern spielen, mit diesen Abstand bestimmt Dean den Spielraum, welcher der Fisch hat bevor er sich selber hakt. Dieser Abstand ist übrigens etwas, mit dem Dean sehr viel beim Arbeit um die maximal Bissausbeute zu erreichen. Am Ende der Monofilen hat Dean dann noch 8cm gezwirbelte Mono, dieses Stück ist sehr steif und hält das Vorfach vom Korb fern, so dass es nicht zu Verwicklungen kommt. Dean startet mit einer Vorfachlänge von 50cm, verändert diese aber schnell, wenn die Bisse ausbleiben, sollte dies der Fall sein nutzt er ein wesentlich längeres Vorfach.

Die Freilaufmontage von Dean

Jamie’s Rig

Bei jeder Form des Feederangelns ist die Genauigkeit der Schlüssel zum Erfolg, jeder Wurf der nicht das Zentrum des Futterplatzes trifft, verteilt die Fische und minimiert den Erfolg beim Angeln. Beim Feedern mit dem Method Korb es ist genauso, um hier die Genauigkeit möglichst hoch zu halten, emfiehlt es sich eine Metholdmould zu nutzen. Jamie setzt hierbei aus Überzeugung auf Produkte eines Partners Guru. Sowohl die Mould als auch der Feeder selber überzeugen Jamie immer wieder durch Funktionalität und Qualität. Am heutigen Tag nutzt Jamie einen 24Gramm schweren Method Feeder der kleinen Bauform. Viele Hersteller von Methodfeedern bieten freilaufende Methodfeeden, Jamie nutzt jedoch wann immer möglich die fixen Systeme, denn für ihn bedeutet dies mehr Fisch, denn dieser hakt sich bei diesen Modellen immer von selbst. Bei den Modellen mit verbauten Hollowgummizug, dient dieser dazu noch als Schockabsorber bei unerwarteten Fluchten kurz vor dem Kescher.

Eine kleine Hakenauswahl von Jamie

Nutzen des Method Moulds

Jamie bevorzugt es wenn die Fische einen Teil des Hakenköders sieht wenn der Methodkorb am Grund des Gewässers liegt. Aus diesem Grund packt er als erstes den Hakenköder in die Mould, füllt diese dann mit dem Futter auf, bevor er dann den Feeder in die Mould presst. Der Druck sollte stetig und kräftig sein, aber wie sagt man so schön „nach fest kommt ab“, hier sollte aber jede Angler mit etwas Übung den richtigen Mix für das Gewässer und das genutzte Futter finden. Am Ende des Prozesses sollte jeder Angler einen gefüllten Futterkorb haben, der jedes Mal exakt die gleiche Form hat und genau diese gleiche Form ermöglicht ein immer wieder genaues Anwerfen des Futterplatzes. Da Jamie einen fixed Method angelt, hat er die Möglichkeit seinen Korb sehr schnell zu wechseln, einfach den Clip am Karabiner wechseln und einen neuen Korb anbringen. Ist viel Fisch am Platz bereitet Jamie seine Körbe bereits vor wenn die Montage noch im Wasser liegt. Holt er die Montage ein, so wechselt er in Windeseile den Korb samt Hakenköder und ist  schnell wieder im Wasser, denn nur dort ( im Wasser) hat er die Chance Fische zu fangen. Bei einem freilaufenden System hat er diese Möglichkeit natürlich nicht. Oftmals sind es aber diese Kleinigkeiten, die über Erfolg oder über Platzierungen entscheiden.


Die Session

Dean hat eigentlich einen sehr „lockeren“ Wurfstil, er steht beim Werfen auf und fasst mit seiner linken Hand möglichst weit am Rutenende an, hiermit erzielt er eine maximale Hebelkraft, der Korb fliegt damit im hohen Bogen auf die maximale Weite.

Dean beim kraftvollen, flachen Wurf

Heute würde dieser hohe Bogen jedoch zu einer starken und unkontrollierbaren Beeinflussung des Korbes führen. Aus diesem Grund wirft Dean heute wesentlich abrupter und härter in einem niedrigeren Bogen.Die Würfe landen alle deutlich im Schnurclip, dies beansprucht natürlich die Schnur, hat aber auch die Vorteile, dass durch die hohe Wurfenergie der Korb weniger vom Wind beeinflusst wird, dazu streckt sich das Vorfach beim Auftreffen auf die Oberfläche. Überhaupt ist die komplette Schnur straffer, sie sinkt schneller ab und stellt eher Kontakt zum Köder her, Dean ist damit also schneller am Fisch.

Jamie kann und muss seinen Wurfstil deutlich weicher gestalten. Warum dies? Der Methodkorb ist im Gegensatz  zum runden Feederkorb deutlich aerodynamischer, dazu „flattert“ kein Hakenköder hinter dem Korb her. Aus diesem Grund „kann“ Jamie weicher werfen. Er „muss“ auch weicher werfen, da das Futter im Korb von der Konsistenz her keine gewaltigen Würfe in den Clip „vertragen“ würde. Bei einem „Einschlag“ in den Clip wäre die Gefahr groß, dass sich das Futter vom Korb löst und wir damit keinen Futterplatz am Grund hätten

Dean beginnt das Fischen exakt auf 40m. Der Boden ist hier sehr weich und schlammig, dies ist typisch für Gewässer wie dieses. Dean hat sich zu Anfang viel Zeit genommen um mit einem schweren Blei den Boden abzusuchen, er hoffte, dass er ein Stück mit härteren Untergrund finden würde. Leider war dies nicht der Fall, das Fischen war also weit ab von „ideal“. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, würde Dean während des Fischens unterschiedlich Körbe ausprobieren um festzustellen, welcher Typ am besten auf diesem Grund zu fischen war. Dean begann mit einem 30 Gramm Kevon Leach Distance Korb, die ersten 2 Körbe waren voll mit Castern, geschnittenen Würmern und Pinkis, die beiden letzten Körbe wurde mit Futter pur gefischt. Für die ersten beiden Körbe setzte Dean dazu einen speziellen, großen Futterkorb für das Anfüttern ein.

die Startkörbe von Dean, voll geladen mit Ködern Der Inhalt für einen Korb der Startfütterung

Dean hat mit dieser Anfangsfütterung dafür gesorgt, dass nicht zu viele Köder auf dem Grund liegen hat. Die Chance, dass die eintreffenden Fische auch seinen Hakenköder wahrnehmen, ist somit sehr hoch.

Deans Wahl für den Distance Feeder war genau richtig, denn dieser Feeder schneidet sehr gut durch de Wind und garantiert so die unabdingbare Präzision beim Anlegen des Futterplatzes. Dean hat sich heute entschlossen nur eine Bahn zu füttern, diese Entscheidung hat er getroffen da er davon ausging, dass das Fischen heute sehr hart werden würde. Würde er zwei oder drei Bahnen füttern, wäre die Chance das er die Fische „verpasst“, weil er gerade auf einer anderen Bahn unterwegs war. Dean war sich sicher, dass er jeden streunenden Fisch in der Nähe des Futterplatzes auf seinen Futterplatz ziehen würde. 

Nachdem Dean seine 4 Körbe zu Beginn des Fischens eingebracht hatte, schleifte er sein 50 Zentimeter langes Vorfach der Stärke 12 ein ( Marke Drennan Double Strength). Beim Haken setzt Dean wie soviel englische Topangler auf den Kamasan B560.Zu Beginn würde Dean einen Haken der Größe 16 nutzen, sobald er jedoch die ersten Fische fangen würde, wechselt er auf eine Hakengröße 14 um einen größeren Köder zu angeln. Dean bewahrt immer eine große Anzahl von fertigen Vorfächern in einer Hakenbox von Guru auf. Durch diese Auswahl ist er auf alle möglichen Randbedingungen vorbereitet.

Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg


Nach 20 Minuten ohne Biss war klar, dass es ein harter Tag werden würde. Dean hatte aber trotzdem das Selbstbewusstsein, dass er mit jedem Wurf weitere kleine Mengen Köder einbrachte, immer mit dem Bewusstsein, dass er den Platz nicht überfüttern dürfte, gerade unter der Annahme, dass zur Zeit nicht viele Fische auf dem Platz waren. Dean ließ die Montage für jeweils 10 Minuten auf dem Platz liegen, danach wechselte er die Köder in unterschiedlichen Konstellationen durch. Alle diese Anstrengungen dienten dazu den „einen“ Fisch zum Biss zu überreden. Bringen all diese Veränderungen nichts, dann gilt es Ruhe zu bewahren und den Platz nicht zu zerstören Es kann oft Stunden dauern bis die Brassen und Skimmer den Platz erreicht haben, gerade bei den kalten Wassertemperaturen ist der Stoffwechsel bereits deutlich gesenkt und die Fische sind im Energiesparmodus unterwegs. Würde während dieser Wartezeit der Futterplatz überfüttert, so ist dies nicht mehr zu korrigieren. Es gilt also gerade im Winter „Ruhe bewahren und Sicherheit ausstrahlen“

Endlich der erste Skimmer

Nach 40 Minuten schlägt Deans Spitze dann um und er wird mit einem schönen 800 Gramm Skimmer belohnt, hoffentlich ist dies das Zeichen für die Ankunft einer Brassenschule. Die Hoffnung währt allerdings nur kurz, denn Dean muss weitere 30 Minuten warten, bis er den nächsten Skimmer fangen kann. Dean konnte beide Skimmer mit einem kleinen Stück Wurm überlisten. Diese beiden Fische waren zu diesem Zeitpunkt die einzigen Fische die auf der Strecke gefangen werden konnte. Dean ist guter Dinge und wartet gespannt wie sich das Fischen entwickeln wird. An dieser Stelle sollte man erwähnen wie wichtig es ist, dass man bei dieser Art der Angel bequem und komfortabel sitzt, denn während der langen Wartezeit sollte man sich auf den nächsten Biss konzentrieren und nicht auf die richtige Sitzposition

Für Dean sehr wichtig - bequemes Sitzen

Jamie auf den nächsten Platz wartet immer noch auf seinen ersten Fisch. Da Jamie zu Beginn nur wenig Futter eingebracht hat, angelt er auf jeden anwesenden Fisch. Gesteuert durch die Frequenz der Würfe, bringt Jamie immer mehr Futter auf den Platz ein. Sind wenig Fische auf dem Platz, wartet er lange zwischen den Würfen. Ist Fisch auf den Platz, wirft eher öfters aus um einen Futterplatz aufzubauen. Dieser sich langsam aufbauende Futterplatz soll dann später die umherschwimmenden Fische auf dem Platz halten. Der 24G ramm Guru Methodkorb fliegt exzellent durch den immer kräftiger werdenden Wind und auch die stärker werdende Strömung kann den Korb noch nichts anhaben. Nach fast zwei Stunden hat Jamie dann seinen ersten Biss, die Selbsthakmethode mit dem fixed Methodkorb klappt wunderbar und Jamie kann einen 800 Gramm Skimmer landen.

Auf Pellet gefangen, Jamie mit Skimmer

Der Fisch konnte auf einen 6mm, weissen Pellet gefangen werden, dieser Pellet wurde an einem Band angeboten. Der Köder war für den Fisch erst sichtbar, als sich das Futter aus der Mould bereits etwas gelöst hatte. Jamie hatte also die Befüllung des Korbes etwas umgestellt. Für diesen Fisch füllte er erst etwas Futter in die Mould, dann den Köder und zum Schluss wieder etwas Futter. Dieser Wechsel in der Strategie kann oftmals zur Mitte und zum Ende eines Fisches hin, wahre Wunder bewirken und ist immer ein Versuch wert.

Dean hat beim Einholen seines Korbs relativ viel altes Kraut am Futterkorb hängen. Er ist der Meinung, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass sein Futter nicht richtig wirken kann, da dieses im Schlamm des Gewässers hängen bleibt. Aus diesem Grund wechselt er auf einen Korbtyp, der das Gewicht lediglich an der Unterseite hat und ansonsten über einen großen Körper verfügt. Dieser große Körper sinkt nicht im Schlamm ein und sorgt dafür, dass das Futter und die darin enthaltenen Lebendköder auf dem Boden liegen und dort die Fische anlocken konnten. Der Wind hatte zur Mitte des Fischens hin deutlich zugenommen und Dean machte sich Gedanken einen weitere Spur zu öffnen, diese Spur sollte wesentlich kürzer bei 20m liegen. Er würde diese Spur leicht rechts von der 40m Bahn anlegen um sicherzustellen, dass die Körbe welche er von der 40m Bahn holte, nicht seinen 20m Platz stören würden. Schlussendlich beschloss er auf der 40m Bahn zu bleiben und weiter mit dem Futter zu experimentieren um dort die Fische anzulocken und zum Biss zu „überreden“.

Einer der besten Fischattraktoren ist Wurm und Dean beschloss einen Mix aus geschnittenen Würmern und Maden zu testen. Diesen Mix versetzte er mit ein paar Castern und einem Wurmliquid von Bait_Tech. Dieser Cocktail kann sehr attraktiv für Fische in der Umgebung sein und gerade jetzt wo der stetige Wind eine Unterströmung erzeugt hatte, könnte dieser Mix eine deutliche Veränderung bewirken. Um die Lockwirkung dieses Coktails möglichst effizient zu nutzen, wechselte Dean von einem Korbfeeder auf einem Windowfeeder. Genau diese Veränderung brachte dann die Wende... Bereits nach 3 Würfen bekam er die ersten Bisse und er konnte in der Folgezeit auf zwei kleine Stücke Rotwurm mehrere kleine Skimmer fangen. Wirklich enorm was diese kleine Veränderung brachte und ein deutliches Indiz dafür, dass es sich immer lohnt am Ball zu bleiben.

Jamies Platz blieb eher mau. Er konnte zwar noch ein paar Skimmer fangen, nachdem er zwei Meter hinter seinen Futterplatz gegangen war, aber eine deutliche Verbesserung stellte sich nicht ein. Gerade in flachen Gewässern ist ein Zugeben von etwas Entfernung zum Ende hin immer eine gute Wahl, denn dies ist die einzige Richtung, in der die Fische sich zurückziehen können.. In tiefen Gewässern können die Fische sich in die Tiefe zurückziehen. Im Sommer, wenn die Fische mehr fressen, kann zu Beginn eine größere Menge Köder eingebracht werden. Diese Köder versetzen die Fische in eine Art Fressrausch, durch diesen Rausch bleiben die Fische lange auf dem Platz. Bei dieser Witterung hat man diese Alternative nicht und man muss zwangsweise hinter den Fischen hinterhergehen.

Geschnittene Würmer und der Windows Feeder brachten Dean den Erfolg

Ein Wort noch zum Drill der Fische. Heutzutage ist es allgemein bekannt, dass man die Rute während des Drill unten behalten sollte. Mit der Rutenspitze in Richtung Wasseroberfläche und einem konstanten Zug, kommen die Fische meistens anstandslos mit zum Kescher und können dort schonend eingesammelt werden. Diese Art des Drills hat die beiden Angler heute auch vor den Verlust von Fischen durch den unberechenbaren Wind bewahrt

Lektion gelernt

Das war eine sehr interessante Session und beide Angler sind sich sicher, dann zum Ende des Jahres hin mehr Fisch gefangen worden wäre, aber man sicherlich nicht soviel gelernt hätte. Beide Angler hatten das Gefühl, dass die Fische in der Nähe waren, aber aufgrund der widrigen Verhältnisse einfach nicht in Fresstimmung waren. Kleine Veränderungen haben Dean dann zusätzliche Fische gebracht, dazu sind seine Erfahrungen und sein Können der ausschlaggebende Faktor gewesen. Jamies Versuch mit dem Method Mix fand sicherlich nicht unter optimalen Voraussetzungen statt, unter anderen Gegebenheiten kann dieser Ansatz der mit Abstand produktivste Ansatz sein, auch an diesem Gewässer, an dem bisher noch nicht mit dem Method geangelt wurde. Allerdings gibt es beim Fischen mit dem Method nicht so viele Möglichkeiten sich anzupassen, und genau diese Möglichkeiten haben heute bei Dean die Veränderungen zum Erfolg hin bewirkt. Der Tausch auf ein Windowfeeder und das reduzierte Einbringen von Futter war der Schlüssel zu Erfolg. Es gibt einfach Tage, an dem die Fische kein Futter wollen, sondern nur Köder wie z.B. den Wurm/Made/Caster Mix. Dies gilt es bei jedem Fischen neu.

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