Winterangeln am Wurzener Kanal mit Johannes Böhm

  • von Johannes Böhm
  • 23. Januar 2015 um 11:52
  • 2

Fast das ganze Jahr über kann man sich wöchentlich für die verschiedensten Gemeinschaftsangeln anmelden, sich mit anderen Anglern treffen und gemeinsam angeln. Im Winter allerdings gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten sich gemeinsam am Hobby zu erfreuen. Die meisten Gewässer sind nicht besonders erfolgversprechend, auch für den Angler selber ist es zu kalt. Oft lassen sich nur sehr wenige Leute hinter den Öfen hervorlocken.

Fast jedes Wochenende jedoch treffen wir uns, gerade im Winter, entweder in Halle am Ruderkanal oder am Wurzener Kanal zum gemeinschaftlichen Angeln. Je nach Witterung und Laune angeln wir 3-4 Stunden, tauschen Erfahrungen aus und haben viel Spaß in geselliger Runde.

Morgens ist noch eine dünne Eisschicht auf dem Kanal

Das Angeln in Wurzen ist recht einfach. Der Kanal ist sehr gleichmäßig beschaffen, lässt sich entlang der Angelstrecke komplett befahren und ist um die 3 Meter tief. Der Fischbestand besteht aus Rotaugen, Brassen und Giebeln. Vereinzelt gibt es Barsche, Güstern und Ukeleis. Auch im Winter bei kaltem Wasser lassen sich alle dieser Arten fangen.

Das Gerät:

Dadurch, dass der Kanal nur etwa 20 m breit ist, muss man nicht unbedingt mit der kompletten Länge von 13 m fischen. Auch 11 m und 9 m sind hervorragende Alternativen. Auch in Frage kommen kurze Teleruten und noch kürzere Bahnen zum verkürzten Fischen. Wurfruten jeglicher Art kann man wohl zu Hause lassen.

Posengewichte liegen, je nach Wind, zwischen 0,3 g und maximal 1,5 g, ist der Kanal nicht besonders tief und auch gut durch den Uferbewuchs geschützt.

Das Futter

Gerade im Winter ist weniger oft mehr. Für eine Angelzeit von 3-4 Stunden sollten es 2 kg Futter in jedem Falle tun. Ich wähle das Allround Black aus dem Hause Fishing Tackle Max. Es erfüllt all meine Erwartungen an ein perfektes Winterfutter. Eine handvoll Pinkies, Caster und in jedem Falle Mückenlarven und dann kann es auch schon los gehen. Das Futter sollte dunkel, am besten schwarz sein und eine sehr feine Struktur haben. Umso feiner das Futter ist, desto geringer ist der Sättigungsgrad. Das ist sehr wichtig, denn im Winter nehmen die Fische erheblich weniger Nahrung auf als bei wärmeren Temperaturen.

2 kg Allround Black von FTMAX - einfach und erfolgreich!

Die Fütterung

Für die Anfangsfütterung kann man folgendermaßen vorgehen. Ich mische mir immer in 2 verschiedenen Eimern mein Futter an. Eine Hälfte feuchte ich sehr stark an, sodass ich richtig feste Bälle drücken kann, die dann möglichst lange geschlossen am Boden liegen. So ist sicher gestellt, dass auch die großen Fische, falls sie denn kommen sollten, genug zu fressen finden. So kann ich sie länger an meinem Angelplatz halten. Die andere Hälfte meines Futters halte ich immer sehr trocken und somit aktiver. Die Bälle lassen sich zwar relativ schlecht formen und drücken, es ist aber sicher gestellt, dass sie sofort auseinander gehen und schon auf dem Weg zum Gewässergrund eine Futterspur ziehen. Das ist sehr gut um kleinere Fische zu aktivieren oder generell Fische an den Platz zu locken, falls die Bisse mal weniger werden oder ganz ausbleiben sollten.

Vier Futterkugeln mit Mückenlarven, Pinkies und Castern werden am Anfang gefüttert

Zur Startfütterung setze ich 4 Bälle von dem nasseren Futter, in denen eine handvoll Mückenlarven sind und einen Ballen von dem trockeneren Futter. In jeden Polecup packe ich noch 5 Pinkies, die so langsam zum Grund fallen und Aufmerksamkeit erregen. So habe ich direkt einen optischen Reiz und einen offenen Ballen, der die Fische anlockt sowie einen soliden Teppich für die eventuell kommenden Größeren.

Mit der Sonne verschwindet das Eis und die ersten Fische wandern in den Kescher
Das Resultat

Schon nach wenigen Sekunden bekomme ich Bisse. Die ersten kleineren Rotaugen haben sich an meinem Angelplatz eingefunden und schnappen nach den Mückenlarven am Haken. Es dauert nicht lange, bis dann auch die ersten Giebel und kleineren Brassen zu überlisten sind. Ich füttere etwa in einem Rhythmus von 15 Minuten. Bekomme ich viele Bisse, dann setze ich einen hart gedrückten Ballen mit Mückenlarven und Castern nach, um so die Fische an meinem Platz zu halten und auch um die kleineren nicht so zu aktivieren.

Ein super Ergebnis für einen kalten Winterangeltag
Lassen die Bisse in ihrer Frequenz nach, setze ich einen kleineren Ballen lockereres Futter, um wieder neue Fische zu aktivieren. Am Ende sind es unzählige Giebel und kleinere Brassen, die sich im Kescher wiederfinden.

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2 Kommentare
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  • brassenopa
    aus eichwalde
    Schön wenn man so ein Gewässer in der Nähe hat das auch im Winter fischig ist!Staune nur darüber das die Giebel bei den niedrigen Temperaturen noch so gut fressen.Die Giebel in meinem Teich fressen garnicht!Nur die Störe fressen noch ein paar Pellets!Gut gemacht der Bericht,da bekommt man gleich Lust aufs Angeln...........weiter so!
  • wiesse
    aus Döbeln
    Fischen am Wurzener Kanal
    Am beschriebenen Wochenende waren 18 Angler da, bei bei fast 42 kg Fisch und über 10 kg Höchstgewicht - und dass Mitte Januar!!! Veranstaltungen in 2015; 3.5. Frühjahrscup OG Wurzen, 3. Oktober 10. Mosella Cup (1. AV Döbeln 1926 eV.). Pfingsten wahrscheinlich wieder Sensas Cup. Einladung für den 10. Mosella Cup wie immer ca. Juli auf CT - rechtzeitige Anmeldung ist von Vorteil, da in den letzten Jahren immer schon Wochen vorher keine Anmeldungen mehr möglich waren. Wie Johannes schon berichtete, es gibt kein mir bekanntes anderes Gewässer, wo man jeden Angelplatz mit dem Auto erreicht und zum Angelplatz vielleicht 3 m hat. :-)) Unter folgendem Link kann man sich den Kanal mal in voller Länge ansehen. https://www.youtube.com/watch?v=sAYKfPKOtOk