Klassiker unter sich - Breadpunchangeln mit Bob Nudd (Teil 1)

  • von Tobias Klein
  • 14. März 2016 um 11:00
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In Zeiten von Mini-Boilie, gefriergetrockneter Neon-Made und täuschend ähnlich aussehender Zuckmückenlarve-Imitation ist hierzulande einer der fängigsten Köder über die Jahre etwas ins Hintertreffen geraten. Dagegen gilt eben selbiger im englischen Mutterlands des Friedfischangelns nach wie vor als nahezu unschlagbar auf Silberlinge. Die Rede ist natürlich vom guten alten Weißbrot. Ein wahrer Klassiker, dem Friedfisch-Pionier und Angellegende Bob Nudd jetzt für uns im Rahmen einer zweiteiligen Serie neues Leben eingehaucht hat.

Alle meine Entchen schwimmen auf dem See - Wasservögel auf der Wasseroberfläche sind für Bob Nudd nicht nur schön anzusehen, sondern zeigen ihm auch, dass er an einem derartigen Gewässer blind auf die Breadpunch-Angelei vertrauen kann.


„Enten und Schwäne soweit das Auge reicht, eben ein Idyll für etwas in die Jahre gekommene Herrschaften. Solange er nicht anfängt, unser schönes Brot für den heutigen Angeltag zu verfüttern, besteht noch kein Grund zur Beunruhigung.“, beruhige ich mich selbst. Ein Bild für Götter. Da steht sie nun, die Lichtgestalt des modernen Friedfischangelns, wie wir es kennen. Mit den Händen in die Hüften gespreizt, scheint er sich jetzt alle Zeit der Welt zu nehmen, um das bunte Treiben des Federviehs auf der Wasseroberfläche des kleinen, beschaulichen Sees vor seinen Füßen wie gebannt zu verfolgen. Vorhin war er noch wie besessen aus dem Auto gestürmt, nachdem er nur noch schnell wissen wollte, wie tief das Gewässer denn in etwa sei. Zwei bis drei Meter meinte ich und schon war ich alleine im Auto. Entweder es lag am immer noch ungebrochenen Tatendrang oder ich habe es mit der Dauerschleife von „Maggots in ya catapult!“ (abrufbar unter https://www.youtube.com/watch?v=yZj6LmhG9iw) in der Hifi-Anlage meines Autos auch schlichtweg etwas übertrieben.

„Nein, auch wenn ich schon ein paar Jährchen auf dem Buckel habe - sooo alt bin ich dann auch wieder nicht!“, entgegnet er mir fast schon etwas gekränkt auf meine Frage, ob er denn ein Bisschen Brot haben wolle, um all die süßen Entlein zu füttern. Mit einem breiten Grinsen verrät er mir dann jedoch bereitwillig, dass er die gefiederten Freunde auf dem See durch die Augen eines Anglers sieht. Wo Enten und Schwäne sind, sind auch Oma und Opa samt Enkelchen nicht weit, die all den Watschlern auf dem See mit ein wenig altem Brot ein wahres Festmahl bereiten wollen. „Oma und Opa sind dann übrigens nicht selten genauso steinalt wie ich!“, ergänzt er dabei süffisant. Einleuchtend, dass bei den Kämpfen der Flattermänner um jeden Brotkrumen auch einiges für die Unterwasserbewohner abfällt und sich diese dann auch ganz vorzüglich mit der englischen Breadpunch-Angelei auf die Schuppen legen lassen.

Während ich langsam beginne, an dem Geschnatter um mich herum gefallen zu finden und mich selbst vor die Frage stelle, ob ich denn nun auch schon „sooo" alt sein sollte, zischt Bob wie von der Tarantel gestochen ab und macht sich am Kofferraum meines Wagens zu schaffen. Ja, Weltmeister werden eben standesgemäß chauffiert von jüngeren Wasserträgern wie mir. Bevor ich mich versehe, hat er den Wagen entladen, seine sieben Sachen geschultert und an der Uferkante abgelegt. Zuerst macht sich der alte Haudegen ans Ausrichten seiner soliden Sitzkiepe und ich muss mich sputen, die Kamera für den Angeltag bereit zu machen. Im Handumdrehen steht die Kiepe bombenfest, das Fußpodest seiner Kiepe befindet sich dabei nach mehrmaligem Testsitzen knapp über dem Wasserspiegel.

Nahe über dem Wasser zu sitzen ist Grundvoraussetzung für schnelles Angeln auf kleine Fische. Ein solider Stand der Sietzkiepe sorgt für das nötige Selbstvertrauen, die Nähe zum Gewässer zu suchen.


„Knapp über der Wasseroberfläche zu sitzen, das spart beim Angeln auf Kleinfisch wertvolle Zeit. Denn dann müssen kleinere Fische nicht über eine große Höhe aus dem Wasser gehoben, sondern können locker in die Hand geschwungen werden. Wirste nachher schon sehen.“, erklärt er mir. Zu seiner Linken bringt Bob noch ein kleines Ködertableau an, auf dem nachher alle nötigen Utensilien für den heutigen Angeltag Platz finden werden. In der Folge kommt die Stipprute aus dem Futteral, wird in Windeseile zusammen gesteckt und auf dem breiten Abroller platziert. Sodann baut er drei Kits auf, in denen sich ein über drei Teile eingezogener Double Elastic befindet, klassisch britisch halt. Im Endeffekt ist das nichts anderes, als ein doppelt gelegter Gummizug von 0,6 mm, der einerseits weich genug ist, um auch kleine Fische an feinen Haken beim schnellen Abstecken der Stipprute nicht zu verlieren.

Doppelt gemoppelt - Bob vertraut wie viele seiner Landsleute mittlerweile fast nur noch auf einen doppelt eingezogenen Gummizug in seiner Kopfrute.

Erst, wenn der doppelte Gummizug durch einen richtig dicken Fisch am Haken immer weiter aus der Spitze gezogen wird, wird der entgegengesetzte Widerstand exponentiell größer. Auch dicke Karpfen können in der Regel damit gefahrlos ausgedrillt werden, freut sich Bob. Ja, man merkt halt, dass unsere englischen Freunde die Bartelträger besonders gern haben und daher auf keinen einzelnen verzichten wollen, der einmal am Haken hängt. Gut, das mit dem Gummizug ist eine durchdachte Sache, die wir heute aber nicht brauchen werden. Kommt allerdings auch auf meine anglerische „Musste-unbedingt-mal-probieren“-Liste. Doppelt gemoppelt hält bekanntlich länger.

Mittlerweile ist Bob auf der Suche nach der richtigen Montage in die Untiefen seiner Sitzkiepe abgetaucht. Er knirscht zwar etwas mit den Zähnen, als ich ihm eröffne, dass die deutschen Angler sicher liebend gerne sehen würden, wie ein mehrfacher Weltmeister seine Montagen am Gewässer bindet, fügt sich dann aber natürlich seinem Schicksal. Er ist schließlich Profiangler durch und durch. Deswegen hat er auch in weiser Voraussicht einige lose Posen eingepackt, sodass ihm das schmerzliche Zerschneiden seiner fein säuberlich gebundenen Montagen erspart bleibt und unsere noch so junge und zerbrechliche Beziehung nicht unnötig belastet.

Das Vertrauen des Meisters bekommt schließlich eine kleine schwarze Pose in Zigaretten-Form mit kurzem Stahlkiel, feiner Plastikantenne und einer Tragkraft von 0,5 Gramm.

Um die perfekte Montage zu erstellen, braucht es nicht viel. Dennoch, auf einige kleine Hilfsmittel verzichtet auch der Weltmeister beim Bau von Montagen nicht.


„Damit hörst du wirklich jeden Fisch unter Wasser husten. Ich habe nämlich gerne direkten Kontakt zum Köder und bevorzuge für die schnelle Angelei auf kleine Fische daher gerne derart dünne Posen, die einen verschwindend geringen Wasserwiderstand aufweisen.“, erklärt er mir kurz, während er Schnur, Posenschläuche, eine kleine Schere und jede Menge Bleischrote parat legt. Nun geht es also ans Eingemachte der hohen Schule der englischen Montagen-Baukunst.

Ideale Verbindung: Ein sog. Dacronnector verbindet nicht nur Montage und Gummizug, sondern beugt zudem dem Eindringen von Wasser in das Kit der Kopfrute vor.


Als erstes nimmt sich Bob eines seiner Kits zur Hand, das schon mit einem entsprechenden Dacronnector zur Verbindung von Hauptschnur und Gummizug versehen ist. Seiner Meinung nach ist dieses kleine Teil nicht nur eine sehr einfache Art der Verbindung von Schnur und Gummizug, sondern zugleich auch die effektivste. Das kleine Gimmick besteht aus einem zum einen Ende hin verjüngtem Schlauchstück, in den ein Stück dicker Geflochtener mit einem dicken Knoten am anderen Ende eingezogen ist. Auf der Geflochtenen sitzt nachher die Hauptschnur, das kleine Schlauchstück schlüpft ein Stück weit ins die Teflonbuchse des Kits und verhindert tatsächlich das Eindringen von Wasser in die Rute.

Ideale Verbindung: Ein sog. Dacronnector verbindet nicht nur Montage und Gummizug, sondern beugt zudem dem Eindringen von Wasser in das Kit der Kopfrute vor.


Bob nimmt eine Spule feiner 0,10 mm monofiler Schnur zur Hand und bindet am Ende der Schnur eine große Schlaufe per Doppelhandknoten ein. Mitten in eben selbige kommt erneut ein Schlaufenknoten, der die erste große Schlaufe nun in zwei kleinere Schlaufen teilt. „Diese Doppelschlaufe ist die international bekannteste Art, um die Montage am Dacronnector zu befestigen“, freut er sich und knüpft die Schnur nun mit einem „Klang“ an die Geflochtene des Connectors. Sodann wird die Schnur anhand der Kitlänge abgemessen, schließlich rund 50 cm obendrauf gegeben und dann mit einem gezielten Schnitt der Schere gekappt.

Als Schlaufenknoten setzt Bob auf einen Doppel-8-Knoten, der ihm noch nie im Stich gelassen hat.

Dabei erklärt mir Bob, dass der halbe Meter an extra Schnur dazu dient, darauf die Bleischrote zur Austarierung der Pose anzubringen, nur um die Schrote dann in der Folge auf der Schnur nach oben an ihre endgültige Stelle zu schieben. Schließlich entstehe beim Anbringen eines jeden Schrotes auf der Schnur eine kleine Druckstelle, die die Struktur der Leine schädigen könne. Sind die Schrote verschoben, lande das geschädigte Schnurstück im Restmüll. „Wir wollen ja nicht, dass sich die Entlein darin verfangen!“, witzelt er mir zu der Naturbursche.

Wenig später hat der Altmeister bereits die Pose an der Schnur angebracht. Dazu hat er zuerst die Schnur durch das feine Posenöhr gefädelt, dann drei Stücke Posenschläuche aus Silikon folgen lassen. Das letzte Stück dieser Posenschläuche lässt er dabei bewusst etwas länger und steht auf dem Posenkiel angebracht ein kleines Stück über. Das sorge dafür, dass sich die Pose nicht ungewollt überschlage, wenn Bob nachher in Akkordarbeit ein Rotauge nach dem anderen verhaftet. Gut, so ist zumindest mein Masterplan für den heutigen Tag. Ich freue mich bereits, einen seiner bekanntesten Sprüche in meinen Ohren klingen zu hören: „Look at this wonderful roach, brilliant! Isn’t it fascinating?!“

Pose 01 Pose 02

Die Pose wird ein Stück weit nach oben geschoben und nun die Tarierung der Pose vorgenommen. Dazu bringt Bob eine ganze Reihe kleine No.10- bzw. No. 11-Schroten auf der Schnur an, die allesamt zu einer Bleikette zusammengeschoben werden. Dabei stuft er die Größe der Bleischrote zum Ende der Schnur hin natürlich etwas ab, sodass ein kleiner Rattenschwanz entsteht. Bei Bedarf könne er später all die kleinen Schrote nach Belieben verschieben und damit die Präsentation des Köders unter Wasser blitzschnell verändern, erklärt er mir. Beginnen werde er aber mit einer Bleikette, soviel kann er mir schon vor dem Ausloten sagen. Denn das sei die effektivste, da verwicklungsärmste Montage beim schnellen Angeln mit Brotflocke.

Eine sichere Bank, da extrem verwicklungsfrei: Bob vertraut beim rasanten Kleinfischangeln auf einen Rattenschwanz aus kleinen Schrotbleien. Auseinander schieben kann man die Schrotbleie nachher immer noch, wenn nötig.


Mit einer gekonnten Bewegung aus dem Handgelenkt schwingt Bob nun die Montage zu Wasser und schnell zeigt sich, dass die Pose mit einem weiteren No.10-Schrot absolut perfekt austariert sein sollte und die feine Antenne der Pose sodann nur noch gut 5 Millimeter aus dem Wasser ragen. „Und weil ich während meiner unzähligen Jahrhunderten auf diesem Planeten immer schön brav meine tägliche Karotte vertilgt habe, sehe ich die nur minimal aus der Wasseroberfläche ragende Antenne auch im hohen Alter noch auf 16 Meter Angeldistanz, wenn es sein muss.“, setzt er eine kleine Spitze in meine Richtung. „Nee, lass’ mal. Du hast schließlich noch einiges vor Dir heute. Angle lieber auf 11,50 Meter - nicht, dass Dir nachher noch die Puste ausgeht und ich am Ende selbst noch ran muss!“, bekommt er von mir passend heraus gegeben. Wir müssen beide kurz lachen. Ich jedoch vor allem deshalb, weil mir die angesichts der immer noch beeindruckend bulligen Statur von Bob klar ist, dass er sich in Sachen Fitness wahrlich nicht hinter jüngeren Anglern verstecken braucht. Anglerischer Spätherbst hin oder her.

Auf das richtige Brot kommt es an - Bob schwört auf feinporiges, weißes Toastbrot. Denn nur dieses liefert genügend Bindung, löst sich aber rasant am Grund auf

Bob lenkt meine ein Bisschen gen Überlegungen wie „Geht der alte Knabe etwa auch noch Gewichte stemmen?“ abschweifende Aufmerksamkeit mit einem Fingerschnipsen auf vier Scheiben Toastbrot, die er bereits zuhause vor dem Antritt des Nachtflugs vorbereitet hat. In Fischhaltefolie eingewickelt hatte er die Toastbrotscheiben für einige Sekunden in der Mikrowelle erhitzt. Das Brot erwärme sich dadurch, das Wasser im Brot kondensiere an der Folie und werde sodann wieder während dem Abkühlen vom Brot eingesogen. Das Ergebnis sei besonders zähes, fast schon lederartiges Weißbrot, dass besonders gut am Haken halte. „Doch auch das beste Brot für den Haken ist wertlos ohne speziellen Brotaustecher, sogenannte breadpunches.“, urteilt Bob und reckt mir seine bevorzugten Punches in unterschiedlichen Durchmessern für eine fotografische Inszenierung entgegen. Heute werde er dabei auf einen Punch mit vier Millimeter zurückgreifen.

Er geht weiter ins Detail und wendet sich der durchaus aufwändigen Zubereitung des Brotes zur Anfütterung zu. Ganz richtig, kein Grundfutter. Ausschließlich Brot als Futtermittel. „In England kann man solche Brotkrumen (Anm. d. Red. - engl. „breadcrumbs“) in nahezu jedem Angelladen kaufen. Heute machen wir das aber lieber mal frisch. So, wie ich es vor etlichen Jahren als kleiner Junge gelernt habe. Das muss dann so um 1810 gewesen sein.“, versucht er mich mit einem auffordernden Augenzwinkern wieder aus der Reserve zu locken. Unbeeindruckt tippe ich provokant auf meine Uhr, wohlwissend, dass ich heute gerne auch noch einige Fischlein vor die Linse bekommen würde. Hätte ich Enten nämlich so lieb wie Bob, wäre ich lieber Tierfotograf geworden.

Zwei Ausrüstungsgegenstände rücken jetzt in den Focus von MBE Bob Nudd. Apropos MBE, ausgeschrieben Member of the Most Excellent Order of the British Empire. Entgegen dem weitverbreiteten Irrglauben, Bob dürfe längst den Titel „Sir“ als Dank für seine anglerischen Leistungen führen, ist vielmehr die Bezeichung „MBE“ zutreffend, die als eine Vorstufe zum „Sir“ beschrieben werden kann. Auf diese kleine Feinheit britischer Kultur hat er mich damals gleich bei unserer ersten Begegnung aufmerksam gemacht. Nicht, weil Bob ein Klugscheißer wäre, sondern vielmehr deswegen, weil er einer der bescheidensten Menschen im ganzen Angelzirkus ist, die ich bisher kennenlernen durfte. Nichts läge ihm wohl ferner, als sich mit fremden Federn zu schmücken. Alte Schule, britisches understatement. Sowas würde dem ein oder anderen selbsternannten Überangler hierzulande auch mal gut stehen. Der Mann ist mehrmaliger Weltmeister, also Ball flach halten Jungs. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Nachdem Bob die Toastscheiben von der Rinde befreit hat und durch das Sieb gerieben hat, bleiben noch einige restliche Klümpchen zurück. Mit etwas Fleiß wird auch der letzte Rest des weißen Goldes wird durch den Sieb gepresst. Nachdem etwas Wasser zu den Brotflocken hinzugegeben und die Mischung mehrmals gesiebt wurde, lassen sich bereits unter leichtem Druck feste Ballen aus Brot formen.

Im Handumdrehen hat Bob einen Futtereimer und das zugehörige Futtersieb mit mittlerer Körnung (etwa 3 mm Maschenweite) zurecht gerückt und macht sich nun an der Packung Toastbrot zu schaffen. Besonders feinporiges, weißes Brot musste es dabei vorhin beim Besuch eine ortsansässigen Discounter sein. Ich sehe mich immer noch hinter Bob im Supermarkt hinterher dackeln, der sich durch die unzähligen Sorten an Toastbrot gewühlt hat. Solange, bis er eben das perfekte Brot gefunden hatte. Am Ende fiel seine Wahl auf „golden toast“. Wunderte mich nicht, weiß ich doch, wieviel „Gold“ er in seiner Anglerkarriere schon einheimst hat.

In akribischer Handarbeit reibt Bob eine Toastscheibe nach der anderen durch das Futtersieb in den Futtereimer. Die Rinde der Toastscheiben lässt sich dabei nicht nur schwer durchs Sieb reiben, sondern würde auch das Auflöseverhalten des Futterbrotes negativ beeinflussen und wird daher bei Seite gelegt. „Das verfüttere ich später an die lieben Vögelchen.“, grinst er und zeigt mir dann das Ergebnis seiner Rubbelei. Die feinen Brotflocken im Eimer sind kaum größer als Kokosflocken und lassen sich eigentlich schon jetzt unter starkem Druck zu Futterbällchen formen. Jedoch wandert jetzt noch eine Handvoll Wasser zu den Toastbrotflocken und Bob beginnt geschäftig zu rühren. Das Zugeben von Wasser sei nötig, da die Brotbällchen nach dem Einbringen sonst oben auf dem Wasser schwimmen würden und erst dann zu Boden sinken, haben sie genügend Wasser aufgenommen. Die Folge liegt auf der Hand. Fische an der Oberfläche verteilt, Brotbrösel überall und nicht zentriert am Grund, wo Bob später angeln will.

Diese Futterballen aus Brot fallen schnell zum Grund und geben dabei einige Partikel frei. Diese sorgen für eine schnelle Aufmerksamkeit unter Wasser.


„Aber Vorsicht! Immer nur geringe Mengen an Wasser zugeben, wir wollen keinen Teig produzieren. Deswegen muss das Brot auch sofort nach dem Anfeuchten erneut gründlich durchgesiebt werden.“, schwört er mich ein. Die ganze Prozedur vollzieht Bob ganze drei Mal, erst dann erteilt er der Mischung grünes Licht. Bereits unter leichtem Druck kann man nun Brotballen formen, die im Wasser wie ein Stein zu Boden fallen sollten. „So Tobi, wir sind dann soweit fertig! Jetzt geht’s in die Vollen!“, spicht er und zieht mit den beiseite gelegten Rinden unter breitem Grinsen von Dannen. Schnurstracks in Richtung hungrige Enten. Sag mal, geht’s noch?

Lesen Sie im zweiten Teil der Serie, ob nicht nur dem Federvieh die brotreiche Kost gemundet hat, sondern auch, ob die Fische im See der klassisch britischen Herangehensweise am Ende erlegen sind.

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