Feeder Basics Teil 3 - Die Wahl vom optimalen Futterkorb

  • von Jamie Harisson
  • 23. November 2016 um 11:00
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Heute gibt es buchstäblich hunderte verschiedener Futterkörbe auf dem Markt und obwohl viele davon wohl eher den Angler als den Fisch überzeugen, sind wir durch die große Auswahl verwöhnt und es ist wichtig, die Gründe für dieses riesige Angebot zu verstehen. Meiner Meinung nach können alle Futterkörbe, die wir benutzen, in vier Basisdesigns unterteilt werden.

Gitterkörbe

Diese Art Futterkörbe nutzen wir am häufigsten

Diese Art Futterkörbe nutzen wir am häufigsten, denn dadurch, dass das Wasser das Grundfutter direkter und einfacher erreicht, wirkt das Futter auch besser. Wir nutzen diese Körbe an vielen Gewässern und viele der besten Feederangler in Europa benutzen diesen Feedertyp an fast allen Gewässern, ganz  unabhängig von deren Tiefe und Strömung. Im Allgemeinen glaubte man, dass die Gitterkörbe durch ihr offenes Design ungeeignet sind für das Fischen in tiefen Gewässern, weil das Futter auf dem langen Weg nach unten bereits unterwegs herausfallen würde. Heute beobachten wir aber, dass immer mehr Topangler Gitterkörbe im tiefen Wasser nutzen, da sie Grundfuttermischungen benutzen, die schwerer und klebriger sind und länger im Korb bleiben. Für viele ist das eine neue Entwicklung, aber ich glaube, dass es eine direkte Folge davon ist, dass wir unser Grundfutter heute besser 'verstehen', ein Wissen, an dem es uns, wie wir Engländer immer schon geglaubt haben, im Vergleich zu anderen Europäern noch fehlte.

Die beiden Hauptmaterialien von Gitterkörben sind Metall und Kunststoff, wobei diese beiden sehr unterschiedliche Arbeitsweisen haben. Metallkörbe sind großartig zu werfen, besonders die Projektilformen, und sie sind schwerer. Normalerweise haben sie Gewichte an den Seiten oder am Boden und es sollte erwähnt werden, dass ihr bei Auswahl und Kauf von Feederkörben auch auf die Dicke des Metalls achten solltet, denn diese hat eine Einfluss sowohl auf die Füllmenge als auch darauf, welche Sorten von Grundfutter damit überhaupt verwendet werden sollten. Dickerer Draht verringert die Größe der Öffnungen, was bedeutet, dass ihr, auch wenn es albern klingt, einen größeren Anteil an lockerem Futter in euer  Grundfutter geben könnt.

Ein kleiner Gitterkorb spielt eine große Rolle bei meinen Feederangeln

Körbe mit Seitengewichten sind wahrscheinlich am weitesten verbreitet, aber Körbe mit dem Gewicht rund um den Boden sind fantastisch für weite Würfe und bei starkem Wind. Für extreme Weitwürfe nutzen wir allerdings die Projektilform, welche natürlich stromlinienförmiger ist und auch bei sehr starkem Wind sehr akkurat geworfen werden kann. Der entscheidende Punkt in ihrem Design ist das zentral am Boden angebrachte Gewicht, wodurch es sich zwar gut werfen lässt, was aber auch verhindert, dass ihr den Korb wie üblich füllen könnt, denn dabei ist das Gewicht im Wege. Dies kann beeinflussen, wie ihr das Futter in den Feeder packt und ihr solltet daran denken, wenn ihr euch für diesen Feeder entscheidet.

Kunststoff-Gitterkörbe hat unser England-Team erfolgreich genutzt, um die Weltmeisterschaft 2014 in Inniscarra, Irland zu gewinnen und sie sind seither ein wichtiger Teil unserer Ausstattung. Durch die dickeren Plastikstäbe eignen sie sich hervorragend, um viel loses, kleines Futter wie Joker auszubringen und dank des Gitter-Designs kann das Wasser das Futter schnell erreichen und ausschwemmen. Außerdem dehnen sie sich leicht, wenn sie gefüllt werden, wodurch das Futter etwas 'festgehalten' wird, wenn sie sich nach dem Füllen wieder leicht zusammen ziehen. Die Kunststoffkörbe sind außerdem leichter als die aus Metall, wodurch sie auf weicherem Gewässerboden effektiver sind und nicht so tief einsinken. Dazu sinken sie noch langsamer, was ihr auch zu eurem Vorteil nutzen könnt, um Fische beim Absinken zu fangen.

Open End Feeder

Wenn es ein Gegenteil zum Gitterkorb gibt, dann ist es der Open End Feeder. Während ein Gitterkorb das Wasser von allen Seiten an das Futter lässt, wird es im Open End Feeder genau davor geschützt, was diese Art Feeder allgemein zu einem Favoriten für das Fischen im tiefen Wasser macht. Aus diesem Grund benutzen wir mit diesen Feedern auch eher trockeneres Futter; ein feuchterer Futtermix löst sich viel schlechter aus dem Korb. Durch das mehr geschlossene Design der Open End Feeder sind sie auch eher dafür geeignet, loses Futter und gehackte Würmer auszubringen. Dazu sind sie gut geeignet für Angler, die ihren Korb gern am Grund bewegen, um das Futter zu auszuschwemmen.

Die Gewichte sind fast immer an der Seite der Open End Feeder angebracht, was sie ungeeignet macht für Würfe auf Distanz und im Seitenwind; diesen Punkt solltet ihr bei der Wahl des Feeders immer berücksichtigen. Allerdings wurden kürzlich Modelle vorgestellt, bei denen das Gewicht im Boden eingebaut ist; sie sind im letzten Jahr sehr populär gewesen am Ghent Terneuzen Kanal und bei den World Pairs in Irland. Ihr Design stellt sicher, dass das Futter den Korb erst am Gewässergrund verlässt. Dadurch sind diese Feeder ideal für das Angeln auf Fische geeignet, die am Boden fressen und können sogar eine Taktik sein, um Fische auf den Boden zu bringen, die höher im Wasser stehen. Selbst der festeste Futtermix wird auf dem Weg zum Grund Partikel verlieren, wenn er mit dem Gitterkorb ausgebracht wird, und diese wenigen Partikel können ausreichen, um den Fisch im Mittelwasser zu halten. Wechselt man aber zu einem Open End Feeder, gibt es diese Partikel nicht mehr und der hungrige Fisch ist gezwungen, dem Futter auf den Boden zu folgen - wo er dann hoffentlich auch unseren Köder findet.

Closed End Feeder

Vor vielen Jahren war diese Art Feeder hier in England weit verbreitet, aber ich glaube, dass der Grund dafür zum großen Teil unser mangelndes Wissen über Feederfutter war. Zugegeben, Fischarten wie der Döbel waren damals in den Flüssen in meiner Gegend viel häufiger anzutreffen, und da der Döbel zum Anfüttern oft viele lose Maden ohne Grundfutter verlangt, war der Closed End Feeder die erste Wahl bei diesen Fischen. So haben wir auch auf Rotaugen und Barsche geangelt, aber seither haben wir viel dazugelernt darüber, wie das Grundfutter für diese Fische präsentiert werden muss und dementsprechend einen  größeren Bedarf an Feedern.

Ein Wechsel vom Gitterkorb zum geschlossenen Feeder kann den entscheidenden Unterschied bei den Bissen bringen.

Natürlich kommt es trotzdem noch vor, dass der Fisch kein Grundfutter will und für diese Situationen haben wir bis heute Closed End Feeder dabei. Die erste Wahl in dieser Kategorie ist wohl der Window Feeder. Diese Feeder gibt es seit vielen Jahren, aber erst in den letzten beiden Jahren hat dieses spezielle Design einen großen Aufschwung erlebt. Ich bin sicher, dass diese wachsende Popularität zusammenhängt mit dem wieder zunehmenden Interesse an Fischen in Irland, obwohl ich persönlich immer einen Window Feeder dabei habe, egal wohin ich gehe - weil er einfach Qualitäten hat, die man bei keinem anderen Modell am Markt findet. Ja, der Feeder hat ein geschlossenes Design, aber das Fenster in der Seite macht es einfach, ihn zu befüllen, er hält eine Menge loses Futter oder gehackte Würmer und er lässt sich selbst bei widrigsten Bedingungen hervorragend auswerfen. Normalerweise füllt man den Feeder einfach mit dem gewählten losen Futter und 'blockiert' das Fenster dann mit einem Stück Futter. Es ist allerdings wichtig anzumerken, dass es unterschiedliche Techniken gibt, um diesen Feeder zu fischen, was dieses Jahr bei den World Pairs in Irland ganz offensichtlich war. Die meisten Teilnehmer haben an irgendeinem Punkt Window Feeder benutzt, aber nur wenigen gelang es, damit konstant Fisch zu fangen. Viele Angler fischen einen Window Feeder wie jeden anderen, aber die, die konstant fingen, leerten den Feeder während des Auswerfens. Manche taten das beim Absinken durchs Wasser durch rucken an der Rute, andere leerten den Feeder, sobald er den Boden erreicht hatte. Welchen Stil sie auch bevorzugten, es war der Prozess des 'Ausleerens', den der Fisch wollte. Mit dieser Art von Futterpräsentation konnten sie den gesamten Swim in verschiedenen Tiefen abfischen und das am Boden verteilte Futter schien die Fische über längere Zeit am Angelplatz zu halten. Außerdem fingen diese Angler sehr schnell nach dem Auswerfen, was ihre Methode extrem effektiv machte. Das Gewicht ist bei diesen Feedern ebenfalls am Boden angebracht, wodurch sie sich auf dem Gewässerboden aufstellen und das Futter schnell freigeben, was das Fangtempo zusätzlich erhöht. Das abgerundete Gewicht ist stromlinienförmig und macht die Feeder ideal für große, offene Gewässer, an denen der Wind eine große Herausforderung sein kann - noch etwas, das sie sehr geeignet macht für Fischen in Irland.

Method Feeder

Obwohl ich diese Feeder hier nicht allzu ausführlich diskutieren möchte, halte ich als Feederangler es für sehr wichtig zu verstehen, warum sie so effektiv sind. Zum einen präsentieren wir damit unseren Hakenköder direkt auf dem Futter. Das kann sehr helfen, ältere, schlauere Fische zu überlisten und wir versuchen oft, dies auch mit anderen Arten des Feederfischens zu erreichen. Zweitens nutzen wir für Method Feeder sehr kurze Vorfächer; sobald der Fisch den Köder nimmt, hakt er sich selbst, ein Prinzip, das ebenfalls auf verschiedene Arten für das konventionelle Feederfischen genutzt werden kann. Diese Angelmethode ist nicht überall im Vereinigten Königreich erlaubt und auch in Europa nicht so weit verbreitet, aber jeder sollte das Prinzip verstehen, weil es unser Verständnis dafür verbessert, wie der Fisch frisst und wir unsere Geschirre aufbauen.

Wir haben heutzutage alle eine große Auswahl an Feedern dabei, also nutzt sie auch!

Eins der Schlüsselprinzipien beim Feederfischen ist, den richtigen Feeder zu wählen, um den Fisch im Gewässer zu erreichen und anschließend auch zu fangen. Einfach gesagt, gibt es gute Gründe dafür, dass so viele verschiedene Feederdesigns auf dem Markt sind, nämlich die vielen verschiedenen Methoden, einen Feeder zu fischen. Der Fisch frisst in unterschiedlichen Tiefen, in unterschiedlichen Entfernungen und auf unterschiedliche Arten und es überrascht mich immer noch, wie sehr sich eine Angelstelle wandelt, wenn man einfach nur die Feedermethode ändert. Selbst für die besten Angler ist es normal, während eines Fischens verschiedene Feeder auszuprobieren, um den zu finden, der in der vorhandenen Situation am besten funktioniert und nur die Erfahrung sagt einem, wenn man ihn gefunden hat. Meiner Erfahrung nach gibt es keine festen Regeln bei der Wahl des richtigen Feeders. Ein Feeder, der am Anfang eines Fischen perfekt ist, kann später wesentlich weniger effektiv sein, weshalb man immer eine kleine Auswahl an Körben bereit haben sollte, um während des Fischens schnell wechseln zu können. Oft können wir nicht einmal sagen, warum so ein Wechsel Erfolg hat und obwohl wir die Gründe wohl gern herausfinden würden, genügt uns manchmal einfach das Wissen, dass es funktioniert!

Nur indem man analysiert und sich fragt, was man erreichen will, kann man eine fundierte Entscheidung darüber treffen, welcher Feeder für die vorhandene Situation am besten geeignet ist.

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