Feeder Basics Teil 4 - Vorfächer und Haken

  • von Jamie Harisson
  • 15. Dezember 2016 um 11:15
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Ich fand es schon immer etwas merkwürdig, dass die meisten Angler sehr offen über ihre Wahl von Vorfach und Haken sprechen, wenn es um das Fischen mit Schwimmer oder Kopfrute geht. Es überrascht mich jedoch, dass dieses Thema von ihnen im Zusammenhang mit Feederfischen weit weniger intensiv diskutiert wird. Wenn es um die Köderpräsentation geht, wird der Feeder das Angeln mit Schwimmer nur in wenigen Situationen übertreffen, besonders bei der Bissanzeige. Schon deshalb sollte man meinen, dass die Feinheiten des Feederfischens, wie eben Vorfach und Haken, sogar von größerer Bedeutung sind - oder nicht? Ich bin davon überzeugt, dass es die Basics wie Auswerfen, das saubere Treffen des Clips und das richtige Lesen der Bisse sind, die den größten Einfluss auf Euren Erfolg haben, aber wenn ihr jeden möglichen Vorteil nutzen wollt, müsst ihr jeden Aspekt eures Geschirrs genau unter die Lupe nehmen. Natürlich muss ein Feedergeschirr andere Qualitäten haben als ein Aufbau für das Fischen mit Schwimmer, daher ist es auch hier sehr wichtig, dass ihr eine klare Vorstellung davon habt, was ihr erreichen und auf welche Fischart ihr angeln wollt.

Haken

Ich bin in der beneidenswerten Position, dass ich mich permanent austauschen kann mit einigen der besten Angler im Vereinigten Königreich. Viele von ihnen sind auf der Suche nach dem Haken, der ihnen den entscheidenden Vorteil verschafft. Weltweit werden permanent neue Hakenmodelle entwickelt und auf den Markt gebracht und durch das Internet sind sie auch viel einfacher zu beschaffen. Wie bei dem meisten Angelgerät gibt es aber auch bei den Haken nur einen Weg, herauszufinden wie gut oder schlecht sie sind: man muss sie selber fischen. Wenn ihr also den besten Haken für euch finden wollt, müsst ihr bereit sein, zu experimentieren. Jahrelang waren die vorhandenen Möglichkeiten für uns sehr begrenzt und es war normal, dass wir alle die gleichen Modelle benutzt haben. Heute haben wir eine viel größere Auswahl, trotzdem erwischen wir uns interessanterweise immer wieder dabei, dass wir zurückgreifen auf die alten, bekannten Modelle, die wir schon seit Jahren benutzt haben!

Der SW Feeder Hook ist inzwischen für Feederangler in ganz Europa der Favorit  beim Angeln auf Brassen und Güstern

Ein immer wiederkehrendes Thema beim Angeln ist, dass wir dazu neigen, bei vielen Produkten Favoriten zu haben. Dies trifft natürlich auch auf die Auswahl von Haken zu. Tatsächlich ist der Haken ein so wichtiger Teil des Geschirrs, dass ich diesen Anglern total zustimme; sobald ich Zweifel habe, ob ich einen neuen Haken überhaupt benutzen soll, tue ich es lieber nicht. Ich habe meine Lieblingsmodelle, aber ich benutze sie nicht, weil sie die beste Wahl sind, sondern weil sie mich nie im Stich gelassen haben und ich bisher keine besseren gefunden habe. Es ist immer großartig, neue Modelle zu finden, nur habe ich dann das Problem, das nötige Vertrauen in sie aufzubauen. Das kann man aber nur, indem man sie benutzt. Ein solches Risiko würde ich bei großen Hegefischen niemals eingehen, andererseits ist es oft ein Problem, freie Tage zu finden, an denen man neues Gerät gründlich ausprobieren kann. Am Ende benutze ich dann wieder einmal mehr meine Favoriten. Ich kann euch zu diesem Thema nur einen Rat geben: wenn ihr ein Modell gefunden habt, mit dem ihr zufrieden seid, dann kauft einen guten Vorrat davon! Hakendesigns werden oft geändert oder eingestellt, also bevorratet euch, solange sie verfügbar sind!

Ich glaube, man kann sagen, dass die Auswahl an Haken für das Feederfischen sehr viel begrenzter ist als die für andere Angelmethoden, denn es liegt in der Natur des Feederfischens, dass die Haken stabiler und widerstandsfähiger sein müssen. Das hilft uns durchaus bei der Entscheidung, weil wir dadurch nicht so viele verschiedene Haken dabei haben müssen.

Im Laufe der Jahre habe ich viele verschiedene Hakenmodelle benutzt, aber in den vergangenen 12 Monaten waren es für alle Angelarten hauptsächlich Haken von Matrix. Deren Angebot umfasst Modelle für jede Angelart; welches Modell ich jeweils benutze, hängt ab vom Gewässer und den zu erwartenden Fischarten.

Güstern/Brassen im Naturgewässer - Wenn ich an natürlichen Gewässern auf Brassen oder Güstern fische, benutze ich immer einen Matris SW Feeder Haken. Dieser Haken wurde für genau diese Angelart entworfen und obwohl es ein recht leichter Haken ist, ist er unglaublich stabil und scharf und bleibt auch über das ganze Fischen so scharf. Sein Hybridbogen ist meiner Meinung nach die beste Form für das Feederangeln, besonders für das Angeln mit toten Maden, Puppen und Wurmstücken. Die abgeflachte Sektion gibt ihm eine außergewöhnliche Festigkeit und eliminiert die Elastizität, die bei dieser Hakenform oft vorkommt.

Ein c Hook Größe 16 ist ein großartiger Haken für Doppel- oder Wurmköder

Rotaugen / Barsche / kleine Fische - Wenn ich auf Rotaugen, Barsche oder andere kleine Fische angele, bevorzuge ich das Super Match Modell, welches viel stärker ist, als es aussieht! Die Schärfe des Hakens ist  hervorragend und die Spitze bleibt auch scharf, wodurch er sehr effektiv ist und ideal für das Speedfischen. Dieser Haken hat einen Hybrid-Kristallbogen, welcher auch sehr gut geeignet ist für das Fischen mit Wurmstücken - ein bevorzugter Köder beim Speedfischen.

Wo widerhakenlose Haken vorgeschrieben sind, ist der Matrix Silver Hook nicht nur stark, sondern auch sehr leicht!

Hair-Rigs am natürlichen Gewässer - Ich fische nur sehr selten mit Hair Rigs in natürlichen Gewässern, aber wenn ich es tue, benutze ich den Feeder Rigger Haken. Dieser ist superstark und hat einen schönen Hybrid-Kristallbogen. Beim Fischen mit dem Hair Rig ist der Haken komplett sichtbar, deshalb glaube ich, dass die Hakenfarbe einen Unterschied macht. Dieser Haken hat ein schönes Bronzefinish und einen superstarken Mikro-Widerhaken mit einer nach innen gebogenen Spitze.

Kommerzielle Gewässer (ohne Widerhaken) - Wenn ich auf Karpfen oder Brassen angele und das Futter direkt auf dem Haken präsentiere, wähle ich immer den Carp Bagger. Dieser hat einen sehr starken Draht mit einem Bronzefinish und der Kristallbogen macht ihn perfekt für das Feederfischen. Angele ich auf kleinere Fische, benutze ich immer den Silver Hook, welcher ebenfalls sehr scharf bleibt und durch seinen feinen Draht bestens geeignet ist für vorsichtige Fische wie Rotaugen und kleinere Güstern. Beim Angeln in Gewässern, in denen widerhakenlose Haken vorgeschrieben sind, ist meine erste Wahl der Carp Rigger. Dieses Modell ist dem Feeder Rigger sehr ähnlich, hat aber keinen Widerhaken und ist perfekt für das knotenlose Anbinden, das ich für Hair Rigs benutze.

Hakenfarbe

Die Hakenfarbe ist ein oft diskutiertes Thema und ebenfalls eine Frage des persönlichen Geschmacks und Vertrauens. Der gesunde Menschenverstand suggeriert, dass ein  möglichst unsichtbarer Haken theoretisch mehr Fische überlisten und zu besseren Fängen führen müsste. Tatsächlich ist das aber nicht immer der Fall! Einige Angler denken immer noch, dass die Farbe des Hakens praktisch keinen Unterschied macht, während einige internationale Angler glauben, dass der Fisch von bestimmten Farben mehr angezogen wird und entsprechende Haken nutzen, um den Fisch schneller zum Köder zu locken.  Dies sind oft rote Haken, aber ich habe auch von internationalen Topanglern gehört, die Silber- oder Nickelhaken benutzen, weil sie der Meinung sind, deren Glanz würde kleinere Fische anlocken. Dieses Prinzip ist weit auffälliger beim Kopfrutenangeln mit Blutwurm, aber ich glaube, das es auch beim Feederfischen nicht außer Acht gelassen werden sollte. An den meisten Gewässern, an denen ich fische, ist das Angeln schwierig und wir versuchen, den Köder so natürlich wie möglich zu präsentieren. Deshalb mag ich dunkle, unauffällig gefärbte Haken. Wobei ich glaube, dass es in stark gefärbten Gewässern und in den seltenen Fällen, wo viele Fische am Futterplatz um das Futter kämpfen, keinen echten Unterschied macht. In einigen Gewässern, in denen ich fische, sind die Fische permanent auf der Jagd nach Futter und fressen aus Futtermangel praktisch alles, was sie finden. Das sind die Gelegenheiten, bei denen wir größere Haken nehmen, um die Fangrate zu verbessern und möglichst viel zu fangen, solange der Fisch am Futterplatz steht!

Hakengewicht

Viele glauben, dass das Gewicht eines Hakens in direkter Relation zu seiner Dicke steht, aber das ist nicht der Fall. Ich kenne einige Modelle, deren Draht recht dick ist, die aber trotzdem relativ leicht sind. Das liegt am verwendeten Material. Einige sind von Natur aus schwerer als andere und ich erinnere mich gut an Artikel, die ich als junger Angler gelesen habe und die erklärten, dass das Gewicht des Hakens einen großen Unterschied macht bei der Köderpräsentation. Wir kennen alle diese Bisse, bei denen der Fisch den Köder anhebt, ohne dass wir es bemerken; daran erkennt man, wie wichtig das Hakengewicht tatsächlich ist.

Ein anderer interessanter Aspekt ist das Gewicht, das wir selber hinzufügen, wenn wir den Haken an unser Vorfach knoten. Der Punkt hierbei ist die Anzahl der Schnurwicklungen, die wir um den Hakenschaft legen; mehr Schnur bedeutet mehr Gewicht auf dem Haken. Ja, wir reden hier nur von winzigen Unterschieden, aber wenn wir ernsthaft versuchen, unsere Angeltechnik zu perfektionieren, dann sind genau dies die kleinen Unterschiede, die sich am Ende summieren. Ich persönlich finde, dass sechs Wicklungen absolut ausreichend sind für größtmöglichen Halt bei möglichst geringem Gewicht.

Schärfe

Chemisch geschärfte Haken sind heute das Standbein moderner Hakenproduktion, aber die Unterschiede bei Stabilität und Schärfe sind überraschendc zvfgbxc. Die Zuverlässigkeit der Haken ist in allen Angelbereichen entscheidend und als Matchangler solltet ihr die Schärfe des verwendeten Hakens während des gesamten Angelns im Auge behalten. Dies ist sehr einfach beim Köderwechsel zu machen; ich habe schon vor sehr langer Zeit gelernt, dass man einen Haken bei den geringsten Zweifeln an seiner Schärfe besser austauscht. Die Hakenspitze kann beschädigt werden beim Einholen über Steine und andere Hindernisse oder einfach durch das Fangen vieler Fische. Niemand will einen Fisch verlieren und die Schärfe des Hakens ist der Schlüsselaspekt für sicheren  Anhieb und sicheres Drillen des Fisches. Dies ist ein weiterer Grund, warum ihr immer eine ausreichende Anzahl fertiger Vorfächer dabei haben solltet. Wenn ihr einen stumpf gewordenen Haken während eines Fischens wechseln müsst, kann euch diese Vorbereitung wichtige Zeit sparen.

Vorfächer

Es gibt so viele qualitativ gute Schnüre, dass es sehr schwierig ist, exakt die besten zu nennen. In den letzten 12 Monaten habe ich für meine Vorfächer die Matrix Power Micron benutzt. Auf den ersten Blick schien diese Schnur im Vergleich zu meinen anderen viel geschmeidiger zu sein. Bald jedoch zeigte sich, wie gut die Schnur wirklich ist und inzwischen benutze ich nur noch diese für meine Vorfächer. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Knotentragkraft der Schnüre und die Power Micron bietet mir genau die Stärke und Widerstandskraft, die ich von meinen Schnüren erwarte.

Die Matrix Power Micron Schnur hat mich nie enttäuscht und ich nutze sie mittlerweile für all meine Vorfächer

Aufbewahrung der Vorfächer

Es gibt praktisch Dutzende unterschiedlicher Systeme für die Aufbewahrung von Vorfächern und im Laufe der Jahre habe ich die meisten ausprobiert. Das Feederfischen verlangt die längsten Vorfächer, die wir beim Angeln überhaupt benutzen und allein das limitiert die geeigneten Systeme. Heutzutage haben wir eine große Auswahl an Vorfächern dabei und das einzige System, das ich dafür überhaupt in Betracht ziehen würde, sind Schaumstoffspulen. Diese Spulen sind derzeit die einzige Möglichkeit, Vorfächer vernünftig zu transportieren und aufzubewahren, ohne sie zu knicken. Allerdings müsst ihr auf den Spulendurchmesser achten; manche haben nur 3 - 4" (7 - 10cm) und sind ungeeignet für Vorfächer von mehr als 50cm Länge, da diese dann trotzdem knicken und beschädigt werden. Wählt Spulen mit einem etwas größeren Durchmesser und ihr könnt Vorfächer bis zu 2m Länge problemlos und sicher aufbewahren.

Wie auch beim Angeln mit Schwimmer ist die Wahl von Haken und Vorfach eine Frage von Balance und Vertrauen. Wir haben alle unsere Favoriten, aber im Bereich der hochklassigen Matches ist es sehr wichtig, ein Auge auf neue Produkte zu haben und flexibel zu bleiben. Wenn ihr Zeit findet, geht fischen und probiert neue Produkte, Geschirre und Schnüre aus und vielleicht findet ihr dabei genau das Produkt, das euch beim nächsten Match den entscheidenden Vorteil bringt.

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2 Kommentare
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  • borchi
    Hallo Posenpabst, natürlich nutzt der Autor nur Hakenexemplare seines Sponsors. Im Allgemeinen halte ich das Thema aber für sehr interessant, ist doch der Haken mitentscheidend für die Köderpräsentation. Schwimmende Made sind beispielsweise bei den World Pairs in Irland ( also ein Angeln am Naturgewässer), ein sehr wichtiger Köder und bei schwimmenden Maden spielt das Gewicht eine Hakens sicherlich eine große Rolle. Im Allgemeinen soll der Inhalt dazu anregen über seinen eignen Stil nachzudenken und vielleicht etwas anzupassen um erfolgreicher zu sein. Grüße
  • PosenPabst
    aus Radbruch
    Vielleicht liegt es manchmal ja nur am Sponsor Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch VG Posenpabst
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