Einfach mal Feedern mit Sven Kluge und Marco Beck

  • von Marco Beck
  • 11. Februar 2016 um 12:00
  • 0

Waren das tolle Tage zwischen den Jahren an der Havel. So viel aktiven Fisch hat man selten in der Saison am Platz und dann noch bei absolut schönem Wetter.

Nun zum Feedern an der Havel in der Region Potsdam. Um es kurz zu beschreiben, die Havel ist hier nicht sehr breit und dazu bei mittlerer Strömung mit 3-4 Metern Wassertiefe noch recht flach. Der Grund ist kiesig mit vielen Muscheln und keinen nennenswerten Kanten. Kurzum, das Hauptproblem sind die scharfkantigen Muscheln, die recht häufig die Schnur beschädigen (Materialverlust) und das klare Wasser, welches die Fische manchmal etwas scheu reagieren lässt, wenn die Leine zu dick ist.

Aber für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Ein sehr abriebfestes Material, was für Fische unsichtbar und dazu auch noch als Schlagschnur geeignet ist kommt aus dem Raubfischsektor und nennt sich FLUORCARBON. Dieses gibt es als Vorfachmaterial und Haupt- oder Schlagschnur. Als Vorfach hat es den Vorteil, dass es länger den Muscheln stand hält und mit einem schwereren Haken (bspw. dem 3445) schneller durch die Rotraugen durchsinkt, um ruhig am Grund auf die suchenden Brassen zu warten.

Haken   

Dass Brassen nicht auf Muschelbänken fressen ist hier definitiv falsch. Im Gegenteil, grobe Futterkrümel, Maden und Caster rutschen zwischen die Muscheln, wo die Rüsselbrassen sie raussaugen.

Auf den Muschelbänken Futterspuren zu hinterlassen ist recht einfach, weil durch diese grobe Grundstruktur mindestens 50% des Futters nicht von der Strömung erfasst werden und somit immer ein Hotspot für längere Zeit bleibt. Um gleich mit den Futtertipps von Sven zum Brassenfeedern einzusteigen, ist der Übergang nun schnell geschaffen.

"Der rote Weizen mit Erdbeeraroma ist im Havelland schon lange kein Geheimnis mehr. Große Brassen mögen einfache Proteine mit hohem Nährstoffgehalt sehr gerne. Diesen in hoher Dosierung mit zu füttern wenn ein Schwarm sich am Platz einstellt ist fast schon eine Grundvorrausetzung. Der Schwarm bleibt einfach länger und sammelt Korn für Korn auf. Und je länger gesammelt wird, desto besser für mich, um alle zu fangen - logisch oder."

"Ein Futtermix von Mondial-F den ich gerne benutze ist Score Brasem. Lecker, locker, süß und wenn er perfekt angemischt wird ist er einfach genial, weil ich durch den Druck genau bestimmen kann, in welcher Zeit Futter freigegeben wird. Öffnungszeiten von 30 Sec. bis 3 Min. im offenem Korb (Feeder Tech Cage) und im geschlossenem Korb (Feeder Tech Open End) bis 10 Min. sind kein Problem."

Futtermix von Mondial-F Attraktix Brassen

Die Zubereitung: 2 kg Score werden mit einem Pinkiesieb  dreimal gesiebt, um die groben Krümel auszusondern, welche dann mit einer halben Flasche Attraktix Brassen und 0,6 Liter Wasser ertränkt werden. Nach einer Stunde dann mit dem Brei das restliche Futter befeuchten und in einer Plastiktüte über Nacht in den Kühlschrank legen (den Kuchen gehen lassen). Nach ca. 12 Stunden dann mit ca. 0,15 Liter Wasser nachfeuchten... und in einer Stunde ist das Futter perfekt zum Feedern.

Versucht das mal und ihr werdet begeistert sein von diesem Futter! Weil wir an diesem Gewässer nicht so weit draußen fischen müssen, gibt es zwei Rutenmodelle die gerne benutzt werden. Zum ersten das Modell Classic Competition Feeder 12FT oder die Feeder-Cast 11 FT. Beide Modelle sind aus der England Serie und mit Körben von 50 Gramm voll belastbar. Sie lassen sich durch ihre parabolische Aktion sehr gut punktgenau werfen.


Ein weiterer Vorteil ist, dass dass diese Ruten nicht nur unheimlich viel Spaß machen, sie verlieren kaum Fische im Drill. Gerade Brassen lassen sich gerne wie ein Hund an der Leine führen und folgen einfach. Selbst wenn Sie dann unberechenbar versuchen sich mit den typischen Kopfschlägen abzuschütteln, haben diese Serien noch genügend Reserven, um die Schläge abzufangen - typisch englisch halt der Blank.

Nun zu mir, denn ich mag das Angeln auf Rotaugen. Die schnellen Bisse, wenn der Köder noch am Absinken ist, sind immer eine Herausforderung. Ständig das Befüllen des Korbes zu verändern, ob mit Wolkenbildung, der Dosierung der Lebendködern und auch das gelegentliche Beimischen aktiver Futterpartikel. Aber auch diese Fehlbisse, welche einen an den Rand der Verzweiflung treiben.  Es ist halt kein passives Feedern, sondern Stress und ich liebe es  (Wettfischer eben) .

Mehr dazu in einem anderen Bericht.

Einfach gesagt, die Havel ist schon ein Fluss mit vielen Facetten je nach dem wo man Fischen geht gibt es andere Regeln und das ist einfach toll.

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