Kleinfisch-Feedern mit Jamie Harrison

  • von Matrix
  • 23. Mai 2016 um 14:00
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Das Feederangeln hat in den letzten Jahren unglaublich an Beliebtheit gewonnen. Dieser Zugewinn an Popularität ist dabei ein gesamteuropäischer Trend, der auf dem Festland genauso Einzug gehalten hat, wie auf den britischen Inseln.

Feederangeln stand bis vor ein paar Jahren oftmals für Großfischangeln auf großen Entfernungen, gerade im deutsch/niederlänischen Bereich sah man 10.000er Rollen und Ruten für Wurfweiten über 100m. Dieser Trend hat sich etwas gewandelt, Höhepunkt war dabei sicherlich die Weltmeisterschaft in Irland, wo es galt auf kurze Distanzen möglichst viele Fische zu fangen. Auf champions-team.de wurde dieser Trend mit dem Bericht von Steve Ringer bereits einmal angefasst. In dem folgenden Bericht frischt der Top Matrix Mann Jamie Harrison unser Wissen zu dieser Technik mit den neusten Erkenntnissen auf.

Große, natürliche Gewässer sind für die Feeder perfekt

Warum sollten wir die Feeder fischen?

Die Feeder ist nicht immer eine Taktik für große Fische

An natürlichen Gewässern neigen Fische dazu den Uferbereich aus natürlichen Reflexen zu meiden, je weiter sich die Fische vom Ufer entfernen, desto zutraulicher fressen sie. Wir reden hierbei nicht von großen Distanzen, oftmals sind Distanzen um die 16m schon ausreichend, um auf zutraulich fressende Fische zu treffen.

Ein weiterer großer Pluspunkt des Feederfischens ist die Geschwindigkeit. Das Füttern mit dem Korb, der Biss, der Drill und der erneute Auswurf sind bei einem guten Feederangler eine Sache von Sekunden.

Mit Felix Scheuermann haben wir übrigens einen der weltweit besten „Speedangler“ in unseren Reihen.

Die richtige Distanz

Die richtige Distanz zu finden ist sicherlich eine der Hauptaufgaben vor jedem Angeln. Wir können aber eine generelle Aussage treffen. Bei einem Gewässer welches sich gut mit der 13m Kopfrute befischen lässt, sind 16m eine gute Angelentfernung.

Sie müssen nicht weit werfen ...doch die Genauigkeit ist immer wichtig.

Tritt genau wie beim Kopfrutenangeln das Phänomen auf, dass die Fische zum Ende des Angel nach „draußen“ ziehen, dann können wir alle 30 Minuten circa 50 Zentimeter Schnur auf die Distanz zugeben und landen dann am Ende des Angelns bei circa 20m Angelentfernung. Dies ist eine Distanz, die man mit leichten Gerät immer noch perfekt beangeln kann.

Die richtige Gerätewahl

Wenn wir uns entscheiden eine Kleinfischtaktik zu fischen, dann muss das Gerät perfekt passen. Das Ziel sind oftmals mehr als 200 Fische in 5 Stunden und diese 200 Fische setzen sich dann leicht aus 300 Würfen zusammen. Jamie ist ein Matrix Angler und er setzt natürlich auch auf Produkte aus dem Hause Matrix. Jamie fischt heute die Matrix Legend Slim Rute in 330cm (11ft) und eine leichte Spitze (0,75 Unzen).

Leicht und gut ausbalanciert sollte das Angelgerät sein

Bei der Rolle nutzt er eine 4000er Größe. Die Rolle hat er mit einer 6Pfund monofilen Carpmaster Schnur bespult. Monofile Schnur? Sicherlich hört sich das im ersten Moment  nicht logisch an, aber auf der kurzen Distanz ist monofile Schnur absolut ok, denn die Bissanzeige ist auf den kurzen Distanzen ausreichend und die Schnur „puffert“ auch den ein oder anderen Handlingfehler im Wurf, Anschlag und Drill weg. Eine 3 Kilogramm Schnur scheint dazu für Fische bis 200Gramm sehr dick, aber diese Schnurstärke ist perfekt, denn sie liefert Beständigkeit, eine geringe Dehnung und trotzdem die nötige Sensibilität.

Die richtige Montage

Es gibt sicherlich eine Handvoll guter Montagen zum Feedern, in England hat sich in den letzten Jahren aber die CIPS konforme Freilauf-Seitenarmmontage durchgesetzt, Jamie fischt diese Montage nur noch und setzt sie auch beim Kleinfischangeln ein.

Ein frei laufender Korb ist Jamie´s favorisierte Montage Jamie wählt Mono über der geflochtenen Schnur

Die Handgemachte Montage ist super einfach (Anmerkung der Redaktion: Im Video von Jens Koschnick sehr gut beschrieben). Beim Vorfach setzt Jamie auf eine Stärke von 0,13mm (Power Micron) der Länge 40cm, bei den Haken nutzt er widerhakenlose Haken (Silver Fish von Matrix) der Größe 16 und 18.

Das richtige Füttern

Sicherlich ein eminent wichtiger Punkt und abhängig von dem Gewässer und den zu erwarteten Fängen. Ist man sich sicher, dass man viel Fisch fangen wird, dann sollte die Startfütterung positiv erfolgen, will man auf Nummer sicher gehen, dann füttert man zu Beginn sparsam an.

Die Größe des Korbes bestimmt wie der Angelplatz befüttert wird

Ein guter Mittelweg ist für Jamie eine Startfütterung von 4-5 Körben mit einen 5-loch Korb zu Beginn, dann wechselt Jamie auf einen 3-loch Korb und fischt dann mit diesem. Ein 3-loch Korb scheint relativ klein und man könnte denken, dann man mit diesem Korb nicht genügend Köder auf den Platz bekommt um die Fische am Platz zu halten. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass man den Platz bis zu 300mal anwirft, hat man dabei nur 4-5 Caster oder Maden im Korb, dann kommt schon eine beträchtliche Köderanzahl zusammen.

Köder werden dem Futter vor jedem Wurf hinzugefügt. Immer nur so viele Köder, wie man möchte bzw. denkt, dass sie nicht zu viel und nicht zu wenig sind
Bei allen Arten des Feederfischens fügt Jamie nur die Köder dem Futter zu, welcher er mit dem nächsten Korb füttern will. Jamie stellt damit sicher, dass er zu jeder Zeit die eingebrachten Köder regulieren kann. Jamie startet fast immer mit der Zugabe von Pinkis. Fängt Jamie wirklich gut, oder die Fische sind relativ groß, dann füttert Jamie Maden, Caster oder kleine Wurmstücke.

Natürliche Köder sind perfekt für kleine Fische

Es gibt zwei Wege die Köder einzubringen. Einmal drückt man das Futter so, dass es beim Auftreffen des Korbes auf die Wasseroberfläche den Korb verlässt und Futter und Köder in einer Säule durch das Gewässer rieselt. Der zweite Weg ist der Weg, dass das Futter den Korb erst am Gewässerboden verlässt, Futter und Köder liegen relativ statisch auf dem Gewässerboden. Neben dem Druckpunkt des Futters ist ein geschlossener Plastikkorb ein Weg das Futter geschlossen zum Grund zu bringen. Beide Ansätze funktionieren gut und es kommt nicht selten vor, das Jamie während eines Durchgangs immer wieder zwischen diesen beiden Möglichkeiten hin- und herwechselt.

Kleine Fische – kleine Köder

Wir sollten nicht aus den Augen verlieren, dass wir auf kleine Fische angeln und auf kleine Fische sollte man mit kleinen Ködern angeln. Jamie angelt mit 3 unterschiedlichen Ködern. Diese Köder sind Pinkis, Maden und kleine Wurmstücke. Eine tote Made am Haken ist oftmals ein toller Köder und findet sehr oft Anwendung bei Jamie. Wenn die Fische wirklich gut beißen und „Wurm wollen“, dann ist ein kleines Stück Wurm oftmals ein wahrer Killer und man kann auf ein Stück Wurm viele Fische fangen.

Eine tote Made - rot Eine tote Made, wenn die Fische positiv fressen und beißen Doppelpinkie, wenn die Bisse knapp und kurz sind Ein kleines Stückchen Wurm ist oftmals ein wahrer Killer

Beim Futter setzt Jamie auf eine Mixtur von der britischen Firma Bait-Tech, diese Mischung setzt er relativ trocken an und fügt dazu noch einen Teil Hanfmehl dazu, das Hanf sorgt dafür, dass der Mix noch schneller aufbricht.

Wählen Sie die richtige Mischung für den Job

Effizienz

Das schnelle Fischen ist natürlich besonders durch Effizienz geprägt. Diese Effizienz ist geprägt von jeder Menge Zeit am Wasser, um die Abläufe zu optimieren und die notwendige Präzision zu bekommen. Am Ende des Trainings sollten sie dazu in der Lage zu sein, den Haken zu beködern und den Korb neu zu befüllen, ohne die Rute aus der Hand zu legen.

Lernen Sie den Korb zu befüllen, ohne die Rute aus der Hand zu legen Eine weiche Rute hilft Aussteiger durch Ausschlitzen des Hakens zu reduzieren

Achten Sie darauf, dass Ihr Platz gut organisiert damit sie den Durchgang ermüdungsfrei und konzentriert Fischen können. Achten Sie auf Präzision beim Werfen, brechen Sie lieber einen misslungenen Wurf ab bevor Sie Ihren Platz zerstören.

Halten Sie die Rute niedrig, bis der Fisch in Reichweite ist Heben Sie die Angel an und schwingen den Fisch in ihre Hand

Wenn man diese wenigen Ratschläge befolgt, dann werden Sie mit diesem Ansatz sehr erfolgreich sein und die „Großfischjäger“ oftmals in die Schranken weisen.

Groß-Fisch-Taktik... Ich glaube kaum!
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