Mit der Telestipprute selektiv auf dicke Baggerseerotaugen

  • von ct Redaktion
  • 28. April 2016 um 09:50
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Viele Baggerseen haben die gleichen charakteristischen Merkmale. Einerseits tiefes Wasser schon auf kurzer, ufernaher Distanz und andererseits gute Rotaugenbestände mit Fischen in allen Größen. Wie geschaffen also für die Telestipprute und das Fischen mit voller Schnur in den Längen von 6 bis 9 Metern. Und hat erstmal ein Schwarm den Futterplatz gefunden, so ist es zwar möglich gute Stückzahlen zu erreichen, doch nur die großen Exemplare zu selektieren gestaltet sich eher schwierig.

Jayson Greatorex von www.champions-team.de zeigt wie es geht und setzt dabei auf zwei Lieblingsköder von kapitalen Rotaugen. Hanfkörner und Caster sollen nur die dicken Rotaugen an den Haken bringen, doch dafür muss erst einmal der Futterplatz aufgebaut werden.

Ohne Erfahrung und Gewässerkenntnis kann man nie genau sagen, wo sich die Rotaugenschwärme gerade in großen Baggerseen aufhalten und es bedarf einer ausgereiften Futterstrategie, um die Fische auf den Angelplatz aufmerksam zu machen. Es ist leider durchaus möglich, dass es bis zu zwei Stunden dauern kann, bis sich die Fische auf dem Futterplatz einfinden. Daher ist es wichtig so schnell wie es eben möglich ist einen Schwarm mit Fischen aller Größen auf dem Futterplatz zu versammeln, um dann die großen Exemplare gezielt zu befischen.

Rotaugen jeglicher Größe lassen sich am besten mit einer guten Rotaugenmischung an den Angelplatz locken. Jayson Greatorex vertraut dabei den Produkten aus dem Hause Van den Eynde und setzt auf eine Mischung aus

  • 2 kg Van den Eynde Turbo hell
  • 1 kg Van den Eynde Secret schwarz
  • 1 Beutel Van den Eynde Additiv Chocolat

Jayson Greatorex vertraut Produkten aus dem Hause Van den Eynde

Das Turbo ist ein klassisches und sehr erfolgreiches Rotaugenfutter, das mit seinen Sämereien und groben Partikeln für die nötige Aktivität auf dem Futterplatz sorgt. Bei einer Angeltiefe von 6 Metern und sehr klarem Wasser dunkelt das Secret die Mischung ab und sorgt dazu für die nötige Bindung. Große Rotaugen lieben Schokolade und daher gibt es für die nötige Würze bzw. den nötigen Geschmack noch einen Lockstoffzusatz mit Schokoaroma.

Futtermischung Castern und Hanf

Mehrmals angefeuchtet und gesiebt wird die fertige Mischung mit einem viertel Liter Caster versehen und 7 bis 8 apfelsinengroße Futterbälle auf knapp 9 Meter Entfernung geworfen. Der Grund fällt auch auf 9 Meter Entfernung noch langsam ab, so dass das Futter nicht zu weit geworfen werden darf, denn sonst kommt man mit der 8 Meter Telestippe nicht mehr hinterher. Lieber etwas kürzer ist hier die Devise und bei einer 8 Meter Rute und 8 Metern Schnur ist bei einer Angeltiefe von 6 Metern der Futterplatz auf einer Entfernung von 9 Metern zum Ufer optimal gewählt.

Da Jayson Greatorex das Gewässer und seine Tiefe kennt, füttert er bevor er die Montage an die Rute knüpft und den Platz genau lotet, denn an diesem Baggersee dauert es aus Erfahrung einige Zeit bis sich die Fische auf dem Platz einfinden.

Der Tisch ist also gedeckt und Jayson montiert eine schlanke 4 Gramm Pose mit Carbonkiel, die durch eine einfache Zweipunktbebleiung ausgebleit wird. Posen mit Stahlkiel neigen schneller zu Verwicklungen und die relativ hohe Posentragkraft erklärt sich aus der Wassertiefe und dem Zielfisch, dem dicksten Rotauge des Baggersees. Der Köder soll schnell durch das Mittelwasser auf den Futterplatz, wo später hoffentlich die kapitalen Exemplare die kleinen Fische aufgrund Jaysons Futter- und Ködertaktik verdrängt haben.

Die schlanke 4 Gramm Pose mit Carbonkiel. Die schlanke 4 Gramm Pose mit Carbonkiel.

Die Tiefeneinstellung der Pose erfolgt so, dass der Haken in einer Entfernung von 9 Metern vom Ufer den Grund berührt. Das bedeutet, dass der Köder bei einem weiter abfallenden Gewässergrund jenseits der 9 Meter über Grund angeboten wird und dichter am Ufer auf Grund liegt. Das ist gut und wichtig, denn später, wenn die Fische am Platz sind, wird es sich zeigen, in welcher Tiefe die Fische den Köder präsentiert haben wollen. Jayson beködert den 16er Haken am 25 Zentimeter langen Vorfach mit zwei Maden und wirft an gestreckter Schnur aus. Erstmal sehen, ob sich schon Fische eingefunden haben. Die Pose taucht ab und ein handlanges Rotauge landet sicher in der Fanghand von Jayson.

Jayson wirft an gestreckter Schnur aus Beködert mit zwei Maden landet ein handlanges Rotauge sicher in der Fanghand von Jayson.

Die Fische sind also heute sehr schnell am Platz und sogleich beginnt Jayson mit der Futterschleuder ein Gemisch aus Castern und Hanf mit der kleinen Köderschleuder auf den Futterplatz zu schießen. Mit jedem Auswurf prasselt nun auch eine Körbchenladung Caster und Hanfkörner auf den Futterplatz und der Köder am Haken besteht nun aus 3 Castern.

Die Körbchenladung mit Caster und Hanfkörner. Jayon beginnt mit der kleinen Köderschleuder auf den Futterplatz zu schießen. Mit jedem Auswurf prasseln Caster und Hanfkörner auf den Futterplatz.

Noch gibt es einige Fehlbisse und kleinere Rotaugen, doch nach einer halben Stunde kann Jayson bereits das erste 300 Gramm Rotauge keschern. Grundfutter wird nach der Anfangsfütterung überhaupt nicht mehr eingebracht, denn es würde nur die kleinen Rotaugen aktivieren und mittlerweile scheint es als hätten die größeren Rotaugen die kleineren Fische verdrängt. Nur noch wenige Fische können gehoben werden, meist kommt der Kescher zum Einsatz. 400 Gramm dürfte das dickste Rotauge mittlerweile wiegen und immer wieder kommt die Köderschleuder zum Einsatz. Das Geräusch der in die Oberfläche eintauchenden Köder aktiviert den Futterneid der Rotaugen und die klassischen Großrotaugenköder Hanf und Caster sorgen dafür, dass sich kaum noch ein kleiner Fisch auf dem Futterplatz befindet.

Nur noch wenige Fische können gehoben werden und der Kescher kommt zum Einsatz

Am Ende ist das Netz gut gefüllt und die kleinen Fische aus der Anfangphase vermischen sich mit den großen Fischen, die am Ende gezielt beangelt werden können. Der Ködereinsatz war dabei überschaubar. Gerade mal ein halber Liter Caster und eine Dose Hanf haben den Weg zum Grund gefunden und die Rotaugen zu einem munteren Fressen verleitet.

Am Ende ist das Netz gut gefüllt

Sind die Fische also mit dem Einsatz einer guten Futtermischung erstmal am Platz versammelt, so kann es vorteilhaft sein nur noch auf Köder zu setzen und auf ein späteres Nachfüttern mit Grundfutter zu verzichten. Mit dem Einsatz loser Köder kann der Angler auch ein gutes Gespür für Rhythmus und Menge der eingebrachten Köder entwickeln, denn oft ist nicht unbedingt entscheidend was gefüttert wird, sondern wie viel und wie oft.

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